Wundversorgung, Wunden und Verletzungen

Kleinere Wunden können mit Verbänden versorgt werden, bei größeren Wunden muß die Wundversorgung innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt gemacht werden

Hitze, Kälte, chemische Stoffe, Verletzungen oder operative Eingriffe zerstören die Schutzfunktion der Haut: Keime (Viren, Bakterien und Pilze) können in den Organismus eindringen. Wenn es dem Abwehrsystem des Körpers nicht gelingt, die Eindringlinge, bei Wunden sind das zum Beispiel Staphylokokken oder Salmonellen, wirksam zu bekämpfen, vereitert die Wunde: Es entsteht eine Infektion. Sie kann, wenn sie nicht behandelt wird, zur Blutvergiftung und zu einem septisch-toxischen Schock (Sepsis) mit tödlichem Ausgang führen.

Schutz vor einem eventuell auftretenden Wundstarrkrampf bietet die dreifache Tetanusimpfung. Bei Verletzungen impfen die meisten Ärzte wie selbstverständlich gegen Tetanus. Dies ist aber nur notwendig, wenn die letzte Tetanusimpfung länger als fünf Jahre zurückliegt.

 

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Wann sollten Sie zum Arzt ?

  • Kleinere Wunden können mit Verbänden selbst versorgt werden.
  • Bei größeren Wunden muß die Wundversorgung innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt gemacht werden
  • Alarmsignale einer beginnenden Blutvergiftung sind: Fieber, Kältegefühl. Schüttelfrost, Blässe, Müdigkeit, Appetitverlust und Schwächegefühl. Sofort einen Arzt aufsuchen!

 

Achtung

  • Nie Watte, Zellstoff oder Mullbinden direkt auf eine Wunde legen.
  • Wunden grundsätzlich nicht berühren, nicht auswaschen, nicht mit Desinfektionsmitteln, Puder, Salben oder Sprays behandeln. Nur die Außenränder können mit Wunddesinfektionsmittel ein wenig gesäubert werden, nicht die Wunde selbst! Von dieser Regel gibt es nur zwei Ausnahmen: das Auswaschen von Wunden nach Verätzungen sowie die Wasseranwendung nach Verbrennungen.
  • Größere Fremdkörper dürfen nur mit ärztlicher Hilfe aus einer Wunde entfernt werden.

 

Verbände für die Wundversorgung

Jeder Verband besteht aus einer keimfreien Wundauflage und deren Befestigung. Bei geringfügigen Wunden genügt ein einfaches Pflaster. Bei etwas größeren Wunden wird ein Heftpflasterverband angelegt: Die sterilen Wundauflagen müssen die ganze Wunde bedecken; das Pflaster darf die Wunde nicht berühren.

 

Dreiecktuchverbände für die Wundversorgung

Mit ihnen können die Wundauflagen befestigt werden. So sind Verbände am ganzen Körper möglich. Die Knoten des Tuches dürfen nicht zu fest angezogen sein und sich nicht im Wundbereich befinden.

 

Verbandpäckchen

Die Wundauflage ist beim Verbandpäckchen bereits auf einer Mullbinde befestigt. Achten Sie beim Öffnen der Verpackung und beim Anlegen des Verbandes darauf, daß die Wundauflage keimfrei bleibt.

 

Verbände mit Mullbinde

Mullbinden werden ausschließlich zum Befestigen der sterilen Wundauflage verwendet. Mullbinden dürfen nie direkt auf eine Wunde gelegt werden.

 

Kleine Schürfwunden und Schnittwunden versorgen

Bei kleinen Verletzungen hört die Blutung normalerweise nach wenigen Minuten von allein auf.

  • Die Außenränder der Wunde (nicht die Wunde selbst) können mit einer antiseptischen Flüssigkeit gesäubert werden.
  • Entweder ein Pflaster (= Schnellverband) anlegen oder an der Luft heilen bzw. trocknen lassen.
  • Schnittränder mit Heftpflaster zusammendrücken.
  • Jeder Schnitt, der länger ist als ein Zentimeter, sollte ärztlich untersucht werden, damit genäht oder geheftet werden kann, um Narben zu vermeiden.

 

Wundversorgung von Stichwunden

Wenn Stichwunden durch etwas Schmutziges verursacht wurden, zum Beispiel durch einen rostigen Nagel oder ein Stück Draht, ist die betroffene Person in hohem Maße infektionsgefährdet. Besonders gefährlich sind Wunden in der Umgebung von Gelenken oder Körperhöhlen, weil sie innere Infektionen hervorrufen können.

Als Laie niemals aus der Wunde herausragende Fremdkörper entfernen. Dabei wird fast immer das umliegende Gewebe zusätzlich verletzt.
  • Nur die Umgebung des Fremdkörpers steril abdecken und umpolstern. Die verletzte Person muß danach ins Krankenhaus gebracht werden. Fremdkörper müssen fast immer operativ entfernt werden.

 

Wundversorgung von Kratzwunden und Bißwunden

Die meisten Tierbisse und Insektenstiche in unseren Breiten sind nicht gesundheitsbedrohend. Dennoch sollte nach Kratz – und Bißwunden von Tieren auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Nach solchen Verletzungen besteht immer die Gefahr einer Tetanus-, Gasbrand- und/oder Tollwutinfektion.

Manche Menschen entwickeln nach Insektenbissen oder -stichen schwere allergische Reaktionen (Anaphylaktischer Schock). Dann ist sofortige ärztliche Behandlung und Erste Hilfe nötig.

 

Mückenstiche und Wespenstiche

Juckreiz, Rötung und Schwellung lassen sich durch kühlende Auflagen aus kaltem Wasser, essigsaurer Tonerde oder Isopropylalkohol sowie durch juckreizstillende Mittel mit Antihistaminika zum Auftragen stillen.

 

Bienenstiche und Hornissenstiche

Der zurückgebliebene Stachel muß entfernt werden. Linderung wie bei Mücken – und Wespenstichen.

 

Wundversorgung bei Stich in den Mundraum

Wespen-, Bienen- oder Hornissenstiche können die Mundschleimhäute und die Zunge anschwellen lassen und die Atemwege verlegen. Lutschen Sie sofort und ohne Unterbrechung Eis, und legen Sie kalte Umschläge um den Hals. Bei Atemnot den Rettungsdienst verständigen.

 

Zeckenbiß

Festgesogene Zecken können erbsengroß anschwellen. Früher gebräuchliche Manipulationen mit Klebstoff, Nagellack und dergleichen werden nicht mehr empfohlen.

  • Das Tier mit einer Pinzette entfernen. Es macht nichts, wenn der Kopf steckenbleibt, er fällt nach kurzer Zeit ab.
  • Oder: Die Zecke mit einer glühend gemachten Nadel berühren. Das Tier läßt dann meist von selbst los.
  • Verfärbt sich die BißsteIle Tage oder Wochen später blaurot und breitet sich ringsherum ein roter Ring aus oder tritt Fieber auf, sollten Sie das einem Arzt zeigen (Lyme-Borreliose).
  • Zur Vorbeugung gegen Zeckenbisse ist entsprechend bedeckende Kleidung sinnvoll.

 

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