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Gesundheit im Alter

Unterschiedliche Alterungsprozesse des Körpers

Unterschiedliche Alterungsprozesse der einzelnen Organe des Körpers, z.B. das Gehirn altert in manchen Fällen früher, auch das Herz soll schneller altern

Die einzelnen Organe des Körpers altern unterschiedlich schnell (Unterschiedliche Alterungsprozesse); so sind zum Beispiel bei Frauen die Eierstöcke in den Wechseljahren einem raschen Alterungsprozeß ausgesetzt, während andere Organe noch keine nennenswerten Alterserscheinungen zeigen. Auch das Herz soll schneller altern; sicher aber kann das Herz älter werden, als ihm gemeinhin zugetraut wird: Viele der steinalt gewordenen Ecuadorianer hatten im Laufe ihres Lebens sogar kleinere unbemerkte Herzinfarkte erlitten, an denen Europäer meist gestorben wären.

 

Unterschiedliche Alterungsprozesse

 

Das Gehirn altert in manchen Fällen früher

Auch das Gehirn altert in manchen Fällen früher als der übrige Körper; es kommt zur Vergreisung des Geistes, zur Senilität – als Ausdruck von Unterernährung und Untergang verschiedener Hirnzellen meist hervorgerufen durch eine Arteriosklerose der Hirnarterien (Zerebralsklerose).

Diese im Volksmund „Verkalkung“ genannte Alterserscheinung zeigt sich durch Gedächtnislücken, Vergeßlichkeit, Mißtrauen, Intoleranz und „kindisches“ Verhalten; In schweren Fällen entwickeln diese Alten einen regelrechten Altersblödsinn. Oft führt die Zerebralsklerose auch zu Schlaganfällen.

Gedächtnislücken und Vergeßlichkeit im mittleren Alter sind jedoch meist kein Zeichen vorzeitigen Alterns, sondern die Folge übermäßigen psychosozialen Stresses. Allerdings können dadurch mangelnde Anpassungsfähigkeit und Spannkraft des Organismus entstehen, die frühzeitige Alterungsprozesse provozieren können.

 

Lebenserwartung und Aussehen

Auch wenn jemand schon mit 50 Jahren alt aussieht (Runzeln, welke Haut), läßt das nicht unbedingt auf seine Lebenserwartung schließen; denn trotz „alter Haut“ können die lebenswichtigen Organe noch völlig gesund sein. Das gleiche gilt für frühen Zahnausfall (meist ein Zeichen mangelnder Zahnhygiene) und graue Haare.

Ebensowenig lassen ein alt aussehender Körper oder eine altersbedingte Gebrechlichkeit auf einen starken geistigen Abbau schließen. Oft bleibt der Geist noch jung und frisch, wenn der Körper schon längst gealtert ist.

Ganz allgemein lassen die Körperfunktionen mit zunehmendem Alter zwar nach, vor allem die Anpassungsfähigkeit:

So Wundheilung, Ausscheidung von Giften, Reaktionszeit, pH-Regulation im Blut, Abwehrreaktionen. Zuckertoleranz, Wärme-Regulationsmechanismen und Muskelkraft.

Auch Libido und sexuelle Potenz lassen im Alter nach, wiewohl dieses Nachlassen vielfach nur psychische Gründe hat: Interessierte und rege ältere Leute können sexuell sehr wohl noch aktiv sein. Und andererseits fördert sexuelle Aktivität im Alter auch die psychische, geistigeund körperliche Spannkraft.

 

Alterserscheinungen und Alterskrankheiten

Häufige Alterserscheinungen und Alterskrankheiten sind neben der Zerebralsklerose und der Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, die zu Angina pectoris und auch zu Herzinfarkten führen kann, degenerative Gelenksleiden (Arthrose) als Zeichen von Abnutzungserscheinungen oder Stoffwechselstörungen der Gelenke, Altersschwerhörigkeit und Alterssichtigkeit sowie Pigmentstörungen der Haut (Alterspigmentierung). Man spricht häufig auch von „Alterskrebs“. Ohne Frage ist Krebs bei älteren Menschen häufiger als bei unter 50jährigen.

Das mag auch damit zusammenhängen, daß die DNA älterer Menschen bereits Verschleißerscheinungen aufweist und so außerplanmäßige Zellbildungen erleichtert werden; doch meist liegt es einfach daran, daß manche Krebsarten Jahrzehnte brauchen, bis sie Schmerzen bereiten oder entdeckt werden.

So dauert es zum Beispiel etwa 30 Jahre, bis sich ein Lungenkrebs aus ersten Vorstadien zu einem Krebsgebilde entwickelt, das kaum mehr unter Kontrolle zu bekommen ist.

Noch immer wird Lungenkrebs meist erst in diesem späten Stadium erkannt.