Überwachung der Geburt mit verschiedenen Methoden

Artikel von gesundheitssinne in Schwangerschaft, Kinder

Routinemaßnahmen während der Geburt und Überwachung der Geburt, mit elektronischer Überwachung oder dem althergebrachten Hörrohr, das wieder in Mode kommt

Das Wort „Überwachung“ sagt es schon: Ein „gefährlicher“ Vorgang soll kontrolliert werden. Viele Eingriffe, die Frauen bei ihrer Geburt erleiden müssen, sind Folgen dieser Überwachung, die immer wieder zu Maßnahmen verleitet, die entweder falsch oder zumindest nicht notwendig sind.

 

Überwachung der Geburt mit verschiedenen Methoden

 

Herzton-Wehen-Schreiber (Kardiotokograf. CTG)

Die elektronische Überwachung der kindlichen Herztöne wird in vielen Krankenhäusern an allen Frauen angewandt, obwohl sie nutzlos ist. Es gibt keinen Beweis dafür, dass die routinemäßige Anwendung einen positiven Einfluss auf das Geburtsergebnis hat. Dafür mehren sich bei elektronischer Dauerüberwachung Eingriffe wie Kaiserschnitt, Zangengeburt und Saugglocke, weil öfter „verdächtige Herztöne“ festgestellt werden. Aus diesem Grund sollte der Herzton-Wehen-Schreiber nur in sorgfältig ausgewählten Risikofällen angewandt werden.

 

Ultraschalldoppler

Bei einer „sanften Geburt“, die der Frau maximale Freiheit in ihren Bewegungen erlaubt und elektronische Dauerüberwachung durch optimale Betreuung ersetzt, verwenden Hebamme und Ärzte häufig ein tragbares Ultraschallgerät. das die Herztöne des Kindes hörbar macht.

 

Hörrohr (Stethoskop)

Das althergebrachte Hörrohr kommt wieder in Mode. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation zum Beispiel bei einer normalen Geburt statt elektronischer Dauerüberwachung das Abhören der kindlichen Herztöne mit Hilfe eines Holzstethoskops.

Anhand von 13 000 Geburten, bei denen die Hälfte der Frauen auf diese Weise und die andere Hälfte elektronisch überwacht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass es keinen Unterschied in der Qualität der Ergebnisse gab. Das Hörrohr hat den Vorteil, dass es keine Ultraschallwellen braucht, die sowohl beim Kardiotokografen als auch beim Ultraschalldoppler vorkommen.

 

Routinemaßnahmen während der Geburt

Nicht immer geht es bei der Geburt um das Wohl von Mutter und Kind, wenn Hebammen und/oder Ärzte Routinemaßnahmen vornehmen. Manches ist althergebracht, anderes dient der Bequemlichkeit und entbehrt der medizinischen Begründung.


Rasieren der Schamhaare

Immer noch werden in Krankenhäusern vor der Geburt die Schamhaare rasiert, obwohl diese Maßnahme medizinisch nicht zu rechtfertigen ist. Das Argument, dass beim Nähen einer Dammnaht Haare in die Wunde kommen, die eine Infektion hervorrufen können, ist längst widerlegt.


Einlauf

Mit einem Einlauf oder einem Abführzäpfchen werden viele Frauen auf die Geburt vorbereitet, obwohl auch das nicht notwendig ist. Stuhl, der bei der Geburtsarbeit abgeht, mag für die Helferinnen ein ästhetisches Problem sein, sicher ist es aber kein medizinisches oder hygienisches.

 

Essen und Trinken

Meist dürfen Frauen, sobald die Wehen begonnen haben, nichts mehr zu sich nehmen. Der Grund dafür ist die Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Narkose. Wenn man bedenkt, dass mindestens 90 Prozent aller Frauen keinen operativen Eingriff zu erwarten haben, dann ist diese Maßnahme als generelle Lösung nicht zu rechtfertigen.

Leicht verdauliche Speisen (Suppen, Weißbrot usw.) sind vor allem dann zu empfehlen, wenn die Geburt länger dauert, damit die Gebärende bei Kräften bleibt. In manchen Krankenhäusern wird den Frauen als Ersatz ein „Glukosetropf“ angehängt. Eine Infusion mit einer Zuckerlösung soll den Kalorienmangel ersetzen. Diese Maßnahme ist bei einer normalen Geburt abzulehnen. Der Tropf schränkt die Bewegungsfähigkeit ein und vermittelt das Gefühl, krank und abhängig zu sein.

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