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Haut und Haare

Glatzenbildung, Haarausfall, Verlust der Kopfhaare

Bei Männern ist Haarausfall, der Verlust der Kopfhaare oder Glatzenbildung, die Entstehung einer Glatze, fast immer ein natürlicher Alterungsvorgang

Ab etwa 25 Jahren beginnt sich das Haar bei allen Menschen zu verdünnen.

Bei Männern ist die Glatzenbildung fast immer ein natürlicher Alterungsvorgang. Wie ausgeprägt der Haarverlust ausfällt, hängt von mütterlichen und väterlichen Erbfaktoren gemeinsam ab.

Bei vielen Frauen wird das Haar in der Schwangerschaft recht dicht und voll und dünnt etwa drei Monate nach der Geburt wieder aus. In der folgenden Zeit wächst das Haar jedoch wieder in normaler Dichte nach. Bei allen Frauen verdünnt sich das Haar nach den Wechseljahren. All diese Veränderungen sind durch die wechselnden Anteile von Östrogenen und männlichem Geschlechtshormon bedingt.

Haarfrisuren, wie zum Beispiel ein Pferdeschwanz, können ständig so an den Haarwurzeln ziehen, dass die Haare ausfallen.

Akute schwere Erkrankungen, Operationen, Stress, Eisenmangel-Anämie oder das Beenden der Einnahme der „Pille“ können ebenfalls zu plötzlichem, vorübergehendem Haarverlust führen. Eine Krebsbehandlung mit Medikamenten ist relativ häufig von Haarausfall begleitet. Aber auch cholesterinsenkende Mittel, Arthritis-Medikamente, Vitamin A, Betablocker und Medikamente gegen Magengeschwüre können Haarausfall verursachen.

 

Haarausfall, Glatzenbildung, Verlust der Kopfhaare

 

Irrtümer über Haare und Haarausfall

  • Haarverlust, Glatzenbildung ist nicht verursacht durch Schuppen oder zu häufiges Shampoonieren.
  • Haare auszureißen führt nicht dazu, dass an den Stellen keine Haare mehr nachwachsen.
  • Häufiges Haareschneiden lässt die Haare nicht schneller wachsen.
  • Durch Rasieren oder Haarschneiden wachsen die Haare nicht kräftiger nach.
  • Durch eine verbesserte Durchblutung der Kopfhaut wachsen die Haare nicht besser.


Risiko

Haarverlust ist bei Männern normal.


Vorbeugung

Ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Haarverlust ist zwar harmlos, wirkt sich aber oft deutlich auf das Selbstwertgefühl aus.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass es sich nicht um einen natürlichen Alterungsprozeß handelt, sollten Sie zum Arzt gehen.


Selbsthilfe

Wenn Sie Ihr schütteres Haar nicht akzeptieren wollen, können Sie sich eine Perücke oder ein Haarteil anpassen lassen. Die Wirksamkeit der vielen angebotenen Wundermittel ist bisher nicht erwiesen.

 

Behandlung

Eine zweiprozentige Minoxidil-Lösung (Regaine [Ö] mit der zweimal täglich die Kopfhaut eingerieben wird, bringt bei 80 bis 90 Prozent der Verwender den Haarausfall zum Stillstand; bei etwa der Hälfte der Anwender wachsen die Haare nach. Nach dem Ende der Therapie
kann die Pracht wieder ausfallen. Dieses Mittel ist nur in Österreich erhältlich; in Deutschland ist es wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht zugelassen.

Eigene, behaarte Kopfhautstücke können auf die unbehaarte Kopfhaut transplantiert werden. Die Resultate sind relativ gut, allerdings muss man damit rechnen, dass die neue Haarpracht nach einigen Jahren wieder verschwindet. Eine andere Spätfolge kann sein, dass mit den Jahren die „alten“ Haare um die Transplantate nach und nach ausgehen, so dass nun die Transplantate wie Inseln auf einer ansonsten nackten Kopfhaut stehen.

Die Transplantation wird bei örtlicher Betäubung durchgeführt. Kleine Kopfhautstücke mit jeweils 10 bis 15 aktiven Haarfollikeln werden ausgestanzt und an der gewünschten Stelle eingepflanzt, an der zuvor die Haut entfernt wurde. Zwischen 10 und 40 solcher Hautstücke
werden pro Sitzung übertragen. Für ein gutes kosmetisches Resultat sind etwa 100 bis 200 Übertragungen notwendig. An den Hautstellen, wo die Haare entnommen wurden, wachsen nie wieder Haare. Größere Transplantationen sind sehr Kostenintensiv.