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Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

Hoher Blutdruck verursacht kaum Beschwerden, Kopfschmerzen, Herzklopfen und allgemeines Unwohlsein treten nur auf wenn der Blutdruck extrem stark erhöht ist

Das Messen des Blutdrucks gehört zur ärztlichen Routine. Meist wird erhöhter Blutdruck zufällig festgestellt.

Nur bei etwa fünf bis zehn von hundert Kranken lässt sich die Ursache des erhöhten Blutdrucks finden. Meist handelt es sich um Nieren-, Drüsen- oder Herzkrankheiten. In der Fachsprache heißt dieses sekundäre Hypertonie.

Eine oft unbeachtete Ursache von erhöhtem Blutdruck ist die Nebenwirkung von Medikamenten, die den Wirkstoff Phenylpropanolamin (= DL-Norephedrin) enthalten. Er ist Bestandteil zahlreicher rezeptfrei erhältlicher Schnupfenmittel. Besonders gefährdet ist, wer solche Medikamente mit Kaffee oder koffeinhaltigen Aufputschmitteln wie Percoffedrinol einnimmt. Der untere Blutdruckwert kann dadurch bei gesunden Personen auf 105 mm Hg
und mehr ansteigen.

Bei 90 bis 95 von hundert Erkrankten ist nicht bekannt, warum ihr Blutdruck erhöht ist. Fachleute sprechen in diesem Fall von essentieller oder primärer Hypertonie.

Fachleute, die die gegenseitige Beeinflussung von Seele und Körper anerkennen, wissen, dass der Blutdruck auch dann erhöht sein kann, wenn Menschen das für sie richtige Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung nicht herstellen können. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist die Überfunktion des Nebennierenmarks.

 

Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

 

Erkrankungsrisiko

Mit zunehmendem Alter vergrößert sich das Risiko, dass der Blutdruck ansteigt: Bis zum 35. Lebensjahr ist etwa jeder Zehnte davon betroffen, ab 65 etwa jeder Vierte. Nur etwa jeder achte Mensch mit Bluthochdruck wird so behandelt, dass seine Blutdruckwerte wieder im Normalbereich liegen.

Verschiedene Untersuchungen bestätigten, dass eine Reihe von Faktoren die Entstehung von primärem Bluthochdruck begünstigen:

  • Übergewichtige Menschen haben doppelt so häufig Bluthochdruck wie normalgewichtige.
  • Bei manchen Menschen, nicht bei allen, steigt der Blutdruck durch hohen Salzkonsum.
  • Alkohol ist eine „Kalorienbombe“ und verursacht langfristig Stoffwechselveränderungen, die zu Übergewicht und Bluthochdruck führen können.
  • Zu wenig körperliche Aktivität kann die Entstehung von Übergewicht begünstigen und in der Folge zu Bluthochdruck führen.
  • Personen mit Diabetes haben häufiger Bluthochdruck.
  • Durch kurzfristige Belastungen steigt der Blutdruck für kurze Zeit. Es ist jedoch umstritten, ob Stress langfristig Blutdrucksteigerungen verursacht.
  • Ein ständig hoher Geräuschpegel, etwa durch Tiefflieger, Straßenverkehr und Lärm am Arbeitsplatz, ist offenbar mitverantwortlich für die Entstehung von erhöhtem Blutdruck.
  • Aus Untersuchungen an Zwillingen schließen Forscher, dass Vererbung bei der Entstehung von Bluthochdruck eine gewisse Rolle spielt.
  • Unzählige Arzneimittel können als Nebenwirkung den Blutdruck erhöhen, z. B. die „Pille“, manche Hustenmittel, Kortison, Augentropfen. Schnupfenmittel usw. Das gleiche gilt für den Verzehr großer Mengen Lakritze.

 

Hoher Blutdruck, Mögliche Folgen und Komplikationen

Wenn der Blutdruck über längere Zeit erhöht ist, steigt das Risiko, einen Gehirnschlag. Herzerkrankungen, Nierenleiden, Augenschäden und Gefäßschäden zu erleiden. Damit sinkt die Lebenserwartung. Dies vor allem dann, wenn noch andere belastende Faktoren, wie Rauchen, Übergewicht, hoher Cholesteringehalt des Blutes, Bewegungsmangel usw., hinzukommen.

 

Vorbeugung, Hoher Blutdruck

  • Übergewicht abbauen.
  • Regelmäßig Sport treiben. Günstig sind Ausdauersportarten, wie Skilanglauf Dauerlauf (Jogging), Radfahren und Wandern.
  • Für ausreichenden und erholsamen Schlaf sorgen, Überforderungen beseitigen, Lärmquellen vermindern oder beseitigen.

 

Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte ein erhöhter Blutdruck möglichst frühzeitig behandelt werden. Ob der Blutdruck erhöht ist, zeigen Messungen in der Arztpraxis oder in der Apotheke.

 

Blutdruck messen

Üblicherweise wird der Blutdruck folgendermaßen gemessen: Man legt eine Gummimanschette an den Oberarm und pumpt sie auf, bis die Schlagader kein Blut mehr durchlässt. Wenn durch Luftablassen der Druck vermindert wird, kann das Herz ab einem bestimmten Zeitpunkt das Blut wieder durch die zusammengedrückte Arterie pressen. Mit einem Stethoskop werden die Geräusche der Arterie (Korotkoff-Geräusche) in der Ellenbeuge abgehört:

  • Das erste hörbare Geräusch ist der obere (systolische) Wert. Er wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Diese Welle ist auch als Pulsschlag am Handgelenk spürbar.
  • Das Verschwinden des Geräusches markiert den unteren (diastolischen) Wert. Er wird gemessen, wenn das Herz erschlafft und sich wieder mit Blut füllt.

Der Blutdruck wird üblicherweise so angegeben: 140/90 mm Hg (Millimeter Quecksilber – das bezeichnet die Verschiebung der Quecksilbersäule durch den jeweiligen Druck). Für die Beurteilung des Blutdrucks wird sowohl der obere als auch der untere Wert herangezogen. Der untere (diastolische) Wert ist jedoch bedeutsamer. Der Blutdruck schwankt innerhalb eines Tages erheblich je nachdem, ob man schläft, Sport treibt oder nervlichen Belastungen ausgesetzt ist.

Von erhöhtem Blutdruck spricht man erst dann, wenn bei mehreren Blutdruckmessungen in Ruhe an verschiedenen Tagen der obere (systolische) Wert höher ist als 160 und der untere (diastolische) Wert höher als 95. Werte zwischen 140/90 und 160/95 bezeichnet man als grenzwertig (borderline).

 

Falsche Messungen

Aus verschiedenen Untersuchungen weiß man, dass bei Blutdruckmessungen häufig Fehler gemacht werden. Meist entstehen Messfehler durch:

  • Nervosität und Anspannung der Patienten während der Blutdruckmessung in der Praxis. Dadurch steigt der Blutdruck automatisch. Einen annähernd „richtigen“ Wert erhält man bei Selbstmessungen oder wenn Arzt oder Ärztin über einen Zeitraum von zehn Minuten drei bis vier Messungen vornehmen und nur die letzte Messung bewerten.
  • Bei Personen mit dicken Oberarmen werden oft zu schmale und zu kurze Manschetten benutzt. Damit wird der Blutdruck fälschlicherweise um zehn bis 15 mm Hg zu hoch gemessen.
  • Bei starren, verdickten Blutgefäßwänden kann der tatsächliche Blutdruckwert viel niedriger sein als der gemessene Wert. Ob das der Fall ist, kann man feststellen, indem man beim Aufpumpen der Blutdruckmanschette den Puls am Handgelenk fühlt. Wenn der Druck in der Manschette den oberen (systolischen) Blutdruckwert übersteigt, spürt man normalerweise weder den Puls noch das Blutgefäß. Ist die Blutgefäßwand hingegen starr und verdickt, spürt man zwar keinen Puls mehr, aber immer noch das Blutgefäß. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass der gemessene Blutdruckwert um zehn bis 60 mm Hg zu hoch liegt.
  • Bei älteren Menschen kann der Blutdruck im Sitzen erhöht und im Stehen normal sein. Bei älteren Menschen sollte deshalb immer auch der Blutdruck im Stehen gemessen werden.
  • Bei der Messtechnik sind viele Fehler möglich: Man kann das Stethoskop an der falschen Stelle aufsetzen, die Luft zu schnell aus der Manschette entweichen lassen, Fehler beim Hören oder Ablesen machen oder schlechte Messgeräte benutzen.

 

Selbsthilfe

Wenn Ärztin oder Arzt erhöhten Blutdruck festgestellt haben, ist es überlegenswert, ob man sich ein Gerät zur Selbstmessung anschafft. Möglicherweise zeigen die Messungen in entspannter Atmosphäre, dass der Blutdruck normal ist. Dann ist keine Behandlung nötig.

Bei Menschen, die ihren hohen Blutdruck mit Medikamenten senken, hilft die Selbstmessung, die Behandlung zu kontrollieren. Dennoch sollten sie die Dosis der eingenommenen Medikamente nicht eigenmächtig verändern.

In Deutschland zahlen die Krankenkassen ein Blutdruckmeßgerät, wenn es ärztlich verordnet wurde. In Österreich übernimmt die Krankenkasse meist die Kosten, wenn man vor dem Kauf mit einem Verordnungsschein von Fachärzten zur Krankenkasse geht.

 

Blutdruck-Selbstmessung

  • Lassen Sie sich beim Kauf des Gerätes bzw. von Ärztin oder Arzt die Technik des Messens genau erklären.
  • Messen Sie nach fünf bis zehn Minuten Ruhe im Sitzen und im Stehen.
  • Messen Sie möglichst vormittags zwischen acht und zehn Uhr und immer dann, wenn Sie sich nicht wohl fühlen.
  • Messen Sie immer an demselben Arm.
  • Benutzen Sie eine Manschette, die dem Armumfang angepasst ist. Bei normalen Oberarmen ist eine Manschettenbreite von 13 bis 14 cm und eine Länge von 50 cm angebracht; bei dicken Oberarmen sollte sie 18 cm breit sein.
  • Legen Sie die Manschette etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Armbeuge an.
  • Pumpen Sie die Manschette um etwa 30 mm Hg über den zu erwartenden oberen Blutdruckwert auf (= etwa 170 mm Hg).
  • Halten Sie den Arm ruhig.
  • Lassen Sie die Luft so ab, dass der Druck pro Sekunde um 2 bis 3 mm Hg sinkt.
  • Bevor Sie die Messung wiederholen, warten Sie mindestens eine Minute, und entlüften Sie die Manschette vollständig.
  • Schreiben Sie die gemessenen Werte auf. Fügen Sie Datum, Uhrzeit, Situation wie Liegen, Sitzen usw. und besondere Belastungen hinzu.
  • Wenn Sie kein automatisches Gerät verwenden und selbst immer wieder andere Wertemessen, als andere Personen dies bei Ihnen tun, kann es vielleicht daran liegen, dass Ihr Hörvermögen eingeschränkt ist.

 

Behandlung ohne Medikamente

Bei dem Großteil der Hochdruck-Betroffenen ist der Blutdruck lediglich leicht erhöt (diastolische Werte zwischen 90 und 105 mm Hg). Fast alle seriösen Fachleute empfehlen dann als erste Maßnahme eine Behandlung ohne Medikamente. Das bedeutet:

  • Übergewicht abbauen.
  • Viel lachen. Denn Situationen, die zum Lachen reizen, sind entspannt, und das trägt dazu bei, dass der Blutdruck sinkt. Eine ebenfalls entspannende Wirkung hat es, sich ein Haustier zu halten.
  • Alkoholkonsum einschränken. Manchmal normalisiert sich der Blutdruck dadurch wieder; auch das Abnehmen wird leichter.
  • Sich sportlich betätigen.
  • Entspannungstechniken erlernen und regelmäßig durchführen.
  • Lebensweise überdenken: Für ausreichende und erholsame Nachtruhe sorgen, wenn möglich Überforderungen beseitigen.
  • Medikamente, die den Blutdruck steigern können, wenn möglich absetzen: die „Pille“, Rheumamittel, Kortison, Aufputschmittel, manche Nasentropfen und Appetitzügler.
  • Rauchen einstellen: Rauchen gefährdet Herz und Kreislaufviel mehr als hoher Blutdruck, obwohl es den Blutdruck nur wenig steigert.
  • Kaffee, Tee, Kakao und Cola sind – in Maßen genossen – auch bei Bluthochdruck erlaubt.

Die früher oft empfohlene Salz arme Ernährung hat sich bei Durchsicht der Untersuchungsergebnisse als nahezu wirkungslos herausgestellt. Sie wird nur noch älteren Blutdruck-Kranken angeraten.

 

Behandlung mit Medikamenten

Erst wenn die Behandlung ohne Medikamente erfolglos geblieben ist, der Blutdruck nicht ausreichend gesenkt wurde oder wenn gleichzeitig Nieren oder Herz krank sind, ist die Einnahme von Medikamenten sinnvoll.

Wenn der untere, diastolische Blutdruckwert höher liegt als 115 mm Hg, muss wegen der Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzversagens fast immer mit Medikamenten behandelt werden. Selbsthilfemaßnahmen sollten die Behandlung jedoch immer ergänzen.

Es gibt inzwischen unzählige Medikamente zur Behandlung erhöhten Blutdrucks. Die „Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks“ empfiehlt, nach einem Stufenplan vorzugehen:

 

1. Stufe: Bei Menschen ab etwa dem 60. Lebensjahr beginnt man die Behandlung mit einem harntreibenden Mittel (Diuretikum), bei jüngeren Menschen mit einem Betablocker. Kommt eines der Medikamente aus irgendeinem Grund nicht in Frage, verwendet man bei älteren
Menschen Betablocker und bei jüngeren Menschen Diuretika.

2. Stufe: Wird der Blutdruck mit einem dieser Medikamente nicht ausreichend gesenkt, nimmt man noch ein zweites hinzu. Idealerweise kombiniert man ein Diuretikum mit einem Betablocker und umgekehrt. Ist dies nicht möglich, kann man auch andere Medikamente miteinander kombinieren, z. B. gefäßerweiternde Wirkstoffe, wie Dihydralazin, Prazosin, Methyldopa oder Clonidin, mit einem harntreibenden Mittel. Der Einfachheit halber gibt es inzwischen Medikamente, die bereits fertige Mischungen verschiedener Wirkstoffe enthalten. Dieses ist einer der wenigen Fälle, in denen Kombinationspräparate als sinnvoll bewertet werden.

3. Stufe: Wenn auch zwei verschiedene Wirkstoffe den Blutdruck nicht ausreichend senken, kombiniert man drei verschiedene Medikamente mit unterschiedlicher Wirkungsweise.

 

Betablocker

Diese Mittel vermindern (blockieren) den Einfluss des sympathischen Nervensystems auf Herz und Blutgefäße: Das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt sowohl in Ruhe als auch in Belastungssituationen. Betablocker wirken nicht nur auf Herz und Kreislauf, sondern auch auf andere Organe des Körpers.

Das erklärt die verschiedenen Nebenwirkungen.

Relativ häufig sind Schwindel, Benommenheit, Verlangsamung des Pulses. Betablocker können die Ursache sein für ständig kalte Füße, lebhafte Träume, depressive Verstimmungen, Potenzstörungen und „trockene“ Augen. Der Fettstoffwechsel kann negativ beeinflusst werden. Das heißt, das „gute“ HDL sinkt ab, Triglyzeride steigen an. Inzwischen gibt es unzählige verschiedene Betablocker.

 

Diuretika (Harntreibende Mittel)

Diese Medikamente bewirken, dass die Nieren vermehrt Wasser und Natrium ausscheiden. Dadurch nimmt die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen ab, und der Blutdruck sinkt. Bei längerdauernder Anwendung verringern Diuretika die Spannung der Blutgefäße und senken so ebenfalls den Blutdruck.

Eine Reihe von harntreibenden Mitteln hat die Nebenwirkung, dass die Nieren gleichzeitig sehr viel Kalium ausscheiden. Um dem Körper diesen wichtigen Stoff zu erhalten, werden häufig harntreibende Mittel verschrieben, die das Kalium im Körper zurückhalten (kaliumsparende Diuretika). Es gibt auch Medikamente, die fixe Kombinationen von kaliumsparenden und kaliumausscheidenden Diuretika enthalten. Wenn der Körper zu viel Kalium verloren hat, kann sich das durch ungewöhnliche Müdigkeit, Schwächegefühl in den Beinen, Krämpfe in den Waden, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen. Diuretika können den Fettstoffwechsel beeinträchtigen.

Harntreibende Mittel führen dazu, dass man am Anfang der Behandlung öfter zur Toilette gehen muss. Nach einigen Tagen hört das auf.

 

Kalziumantagonisten

Diese Mittel hemmen die Wirkung von Kalzium in der Muskelwand der Blutgefäße und entspannen und erweitern sie so. Als Folge davon sinkt der Blutdruck.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Herzklopfen, geschwollene Knöchel; manchmal auch Hautausschläge.

Untersuchungen legten den Verdacht nahe, daß die langfristige Einnahme dieser Mittel die Lebenserwartung verringern kann. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, sollten diese Mittel nur verordnet werden, wenn harntreibende Mittel und/oder Betablocker nicht vertragen werden oder sie den Blutdruck nicht ausreichend senken.

 

Alphablocker (Dihydralazin, Prazosin)

Diese Wirkstoffe erweitern die kleinen Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck.

Nebenwirkungen können sein:

Kopfschmerzen, Hitzegefühl und schnellerer Herzschlag. Außerdem hält der Körper vermehrt Salz und Wasser zurück. Deshalb werden diese Medikamente meist mit einem harntreibenden Mittel kombiniert eingenommen. Prazosin kann, da es den Blutdruck sehr stark senkt, am Beginn der Behandlung zu Schwächegefühl. Blässe und Kollaps führen.

 

Reserpin

Diese Substanz sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen (Depressionen, Magengeschwüre usw.) nur. verordnet werden, wenn andere Medikamente nicht in Frage kommen oder nicht ausreichen.

 

Clonidin und Methyldopa

Beide Stoffe ähneln sich in Wirkung und Nebenwirkungen: sie können das Reaktionsvermögen einschränken, einen trockenen Mund verursachen und  zu Potenzstörungen führen. Weil als Nebenwirkung vermehrt Salz und Wasser im Körper zurückgehalten werden, sollten diese Mittel nur in Kombination mit einem harntreibenden Mittel verordnet werden.

 

ACE-Hemmer

Diese Wirkstoffe (Captopril, Enalapril usw.) vermindern die Wirkung des Hormons, das die Blutgefäße eng und damit den Blutdruck hoch hält.

Diese Mittel werden recht gut vertragen, oft tritt Hustenreiz, manchmal treten Hautausschläge und Geschmacksstörungen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Blutbildstörungen und Nierenschäden, sind selten. Um sie zu bemerken, sind regelmäßige Laborkontrollen notwendig.

 

Nebenwirkungen verringern

Etwa drei Wochen lang fühlen sich zu Beginn der Behandlung alle Behandelten schlechter, weil sich ihr Körper erst an den normal niedrigen Blutdruck gewöhnen muss.

Folgende Maßnahmen können die Nebenwirkungen von Medikamenten meist vermeiden oder verringern:

  • Nennen Sie Ärztin oder Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Informieren Sie sie auch über eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten, die Sie früher schon einmal eingenommen haben.
  • Beherzigen Sie die unter „Behandlung ohne Medikamente“ genannten Maßnahmen. Sie kommen dann mit weniger Medikamenten aus.
  • Die Behandlung sollte nach Möglichkeit mit einem Medikament beginnen, das nur einen Wirkstoff enthält.
  • Die Behandlung sollte mit einer möglichst geringen Wirkstoffmenge beginnen, damit sich der Kreislauf langsam anpassen kann. Viele Medikamente entfalten die Wirkung erst nach einigen Tagen.
  • Informieren Sie Ärztin oder Arzt umgehend über Nebenwirkungen.

 

Medikamente absetzen?

Die Hälfte aller Personen mit leicht erhöhtem Blutdruck hat im Laufe eines halben Jahres auch ohne Medikamente wieder normale Werte. Das trifft besonders dann zu, wenn sie den Alkoholkonsum einschränken und Übergewicht abbauen.

Je höher die Blutdruckwerte sind und je länger sie bestehen, um so geringer ist die Chance, daß sich der Blutdruck wieder von selbst normalisiert.

Sind die Blutdruckwerte bei Einnahme eines Medikamentes wieder normal, kann man nach einigen Monaten mit Ärztin oder Arzt absprechen, ob man die Dosis langsam vermindern oder das Medikament absetzen kann. Vielleicht bleibt der Blutdruck dauerhaft niedrig.

 

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Achtung: In der Schwangerschaft gelten niedrigere Blutdruck-Grenzwerte, ab denen behandelt werden sollte. Erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft bedeutet sowohl für die Mutter als auch für das Kind ein gesundheitliches Risiko. Schwangere sollten zunächst versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Häufig sinkt der Blutdruck schon durch körperliche Ruhe, z. B. wenn Sie sich mehrere Stunden am Tag hinlegen.

Sind Medikamente notwendig, sollten entweder Betablocker, Methyldopa oder Dihydralazin verwendet werden, da diese Mittel das Kind nicht schädigen.