Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

Artikel von gesundheitssinne in Kreislauf, Lunge, Herz

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich, die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung

Niedriger Blutdruck ist nicht immer spürbar, wenn er keine Beschwerden macht, ist er fast ein Glücksfall, da Menschen mit niedrigem Blutdruck eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung haben.

Die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung morgens beim Aufstehen oder Herzrasen und Herzstolpern. Allgemeine Hinweise auf zu niedrigen Blutdruck können sein: Schweißausbrüche, Kältegefühl. Wetterfühligkeit, Schlafstörungen, morgendliche Antriebsschwäche, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Neigung zu Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen.

Bei Kindern kann sich zu niedriger Blutdruck in Appetitlosigkeit beim Frühstück, Bauch – oder Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit äußern.

 

Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

 

Ursachen

Die Störungen kommen durch eine schlechte Blutverteilung im Körper zustande. Im venösen Bereich, also den Gefäßen, die das Blut zum Herzen zurückleiten, befindet sich etwa 85 Prozent des gesamten Blutes. Bei Menschen mit zu niedrigem Blutdruck sackt ein Großteil des Blutes in die Venen der Beine ab, und kurzfristig fließt zu wenig Blut zum Herzen zurück.

 

Mögliche Ursachen für niedrigen Blutdruck:

  • Er kann konstitutionell bedingt sein: Große, schlanke Menschen haben leicht niedrigen Blutdruck.
  • Psychische Belastungen, die mit Erschöpfung und Resignation verbunden sind, können den Blutdruck absenken.
  • Blut- und/oder Flüssigkeitsverlust (durch Erbrechen, innere Blutungen, Durchfall).
  • Verschiedene Herz- und Kreislauferkrankungen.
  • Längere Bettlägerigkeit.
  • Infektionskrankheiten.
  • Neurologische Erkrankungen.
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. harntreibende Mittel, Medikamente gegen Bluthochdruck, Angina pectoris, Psychosen und Depressionen).

 

Erkrankungsrisiko

Etwa 2,5 Millionen Bundesbürger haben zu niedrigen Blutdruck. Im angelsächsischen Sprachraum wird Hypotonie als German disease, als „deutsche Krankheit“, bezeichnet. Dort misst man diesen Beschwerden keinen Krankheitswert zu wie bei uns.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich. Allerdings kann der Schwindel Stürze begünstigen, die besonders bei älteren Menschen schwere Verletzungen nach sich ziehen können.

Bei Schwangeren kann niedriger Blutdruck das Geburtsgewicht des Kindes vermindern.

 

Vorbeugung

 

Folgende Maßnahmen verbessern den Kreislauf:

  • Ausreichender, erholsamer Schlaf
  • Wechselduschen (heiß/kalt)
  • Sportliche Betätigung
  • Morgens langsam den Tag beginnen

 

Wenn Sie unter den Beschwerden sehr leiden und Selbsthilfemaßnahmen nichts nutzen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfiehlt als wichtigste therapeutische Maßnahme ein intensives Trainingsprogramm: Wassertreten, Kneippgüsse, Wechsel duschen, Atemgymnastik und regelmäßige sportliche Betätigung. Schwimmen ist eine der besten Sportarten für den Kreislauf.

 

Sinnvoll sind außerdem folgende Maßnahmen:

  • Nehmen Sie sich morgens Zeit beim Aufstehen.
  • Eine Tasse Kaffee oder Schwarztee ist ein bewährtes Mittel, um den Blutdruck zu heben.
  • Machen Sie nach dem Essen einen Spaziergang.
  • Trinken Sie etwa 6 bis 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag.

 

Behandlung

Ärztin oder Arzt sollten zunächst nach der Ursache der Beschwerden suchen und eventuell andere Krankheiten (Infektionskrankheiten, Herzerkrankungen usw.) behandeln.

Nur wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, sind zusätzlich Medikamente gegen niedrigen Blutdruck für kurze Zeit sinnvoll. Sie können die anderen Maßnahmen keinesfalls ersetzen. Unter Umständen können sie den Zustand sogar verschlechtern.

Vor der Verordnung von Medikamenten sollten Ärztin oder Arzt klären, um welche Art von niedrigem Blutdruck es sich handelt. Hierzu dient der Schellong-Test: Nach einer Zeit des Liegens muss man aufstehen und bekommt Puls und Blutdruck während des ruhigen Stehens gemessen.

 

Je nachdem Ergebnis sind folgende Medikamente sinnvoll:

  • Wenn der obere und der untere Blutdruckwert abfällt und das Herz nicht schneller schlägt, werden sogenannte Sympathomimetika verwendet. Diese Mittel verengen die Blutgefäße in Armen und Beinen.
  • Wenn der obere Blutdruckwert abfällt, gleichzeitig der untere ansteigt und außerdem das Herz schneller schlägt, ist der Wirkstoff Dihydroergotamin sinnvoll. Dieses Mittel erhöht die Spannkraft der Venen, wird jedoch erst nach einigen Tagen wirksam.
  • In bestimmten Fällen kann eine Kombination Etilefrin und DHE sinnvoll sein.

Die deutsche Transparenz-Kommission beurteilt andere Wirkstoffe als „ohne erkennbaren Nutzen“. Dazu gehören Vitamine, Adenosin, Nikotinsäure, Aminopikolin, Sparteinsulfat, Weißdorn (Crategus), Melisse und Salizylsäure.

Hinweis: Mittel gegen niedrigen Blutdruck sollten Sie nicht länger als einige Wochen einnehmen.