Gicht ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung

Die Gicht ist eine Wohlstandskrankheit, bei der sich in den Gelenken Harnsäurekristalle ablagern

Gichtanfall, meist an der großen Zehe oder dem Knie: Das Gelenk schwillt an, wird rot und schmerzt unerträglich.

Die Anlage, diese Stoffwechselerkrankung zu entwickeln, ist erblich. Die Nieren scheiden die im Körper gebildete Harnsäure nicht in ausreichender Menge aus, so daß ihre Konzentration im Blut ansteigt.

 

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Erkrankungsrisiko

Während der Kriegsjahre gab es kaum Gichtkranke. Heute haben schon zwei Prozent der 18 – bis 20 jährigen Männer einen erhöhten Harnsäurespiegel, acht Prozent der Männer im mittleren Alter; drei von hundert Männern bekommen bis zum 65. Lebensjahr Gicht. Frauen sind von Gicht weniger betroffen.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmender Harnsäure-Konzentration im Blut. Diese wird beeinflußt durch

  • reichliche fett – und fleischreiche Ernährung.
  • Alkohol.
  • Medikamente wie Isoniazid (bei Tuberkulose), Furosemid und Etacrynsäure (beide zur Entwässerung).

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ab einer Konzentration von 9 Milligramm in 100 Milliliter Blut kristallisiert Harnsäure aus. Tut sie das in den Gelenken, ist die Folge ein Gichtanfall. Unbehandelt kann er Tage und Wochen andauern. Bei etwa einem Fünftel der Betroffenen wird die Gicht ohne vorherige Anzeichen chronisch. Sie greift den Knorpel an und kann so die Gelenke zerstören. Gichtknoten kommen in Knorpel, Knochen, Sehnenscheiden, Haut und Nieren vor. Sie entstehen, wenn das Gewebe die Harnsäurekristalle einkapselt. Bei mehr als 70 Prozent der Gichtkranken entwickelt sich daraus ein Nierenschaden.

 

Vorbeugung

Übergewicht vermeiden und den Anteil an Fett in der Ernährung unter 30 Prozent halten.

Wenn der erste Gichtanfall aufgetreten ist, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

  • Purinarme Ernährung.
  • Eine Gewichtabnahme von sieben bis neun Kilogramm senkt den Harnsäurespiegel um 2 mg/ 100 ml.
  • Viel Mineralwasser mit geringem Mineralstoffanteil trinken.

 

Gichtkranke sollten verzichten auf

  • Alkohol
  • Fleisch
  • Geflügel
  • Innereien
  • Hering
  • Sardellen
  • Ölsardinen
  • Hülsenfrüchte
  • Spinat
  • Blumenkohl (Karfiol)
  • Spargel
  • Pilze
  • scharfe Gewürze
  • Mayonnaise, Remoulade
  • Produkte, wie Suppen, Wurst usw., die aus Fleisch oder Geflügel hergestellt sind.

 

Behandlung des akuten Gichtanfalls

Die Gelenke mit kalten Umschlägen oder Eispackungen kühlen. Ärztin oder Arzt rufen.  Im Wiederholungsfall: Das Medikament, das für diesen Fall verordnet wurde, nach Vorschrift einnehmen.

 

Dauerbehandlung

Dazu dienen Arzneimittel, die entweder die Bildung von Harnsäure weitgehend verhindern (Allopurinol) oder die die Ausscheidung von Harnsäure erhöhen (Benzbromaron). Mit Medikamenten sollten Sie Ihre Gicht nur behandeln, wenn

  • Sie nicht übergewichtig sind, sich purinarm ernähren und trotzdem mehr als 9 mg Harnsäure in 100 ml Blut haben.
  • zusätzlich zu dem erhöhten Harnsäurewert auch noch der Blutdruck erhöht ist.
  • Sie zusätzlich zu dem erhöhten Harnsäurewert noch Nierensteine haben.
  • mehrfach Gichtanfälle aufgetreten sind.

 

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