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Osteoporose, Knochenschwund, Abbau der Knochen

Die Faktoren, die den Knochenabbau (Osteoporose) beschleunigen bzw. den Knochenaufbau behindern, begünstigen den Knochenschwund

Mit 35 bis 40 Jahren beginnt der altersbedingte Abbau der Knochen, den niemand verhindern kann. Mit etwa 70 Jahren hat jeder Mensch etwa ein Drittel seiner Knochenmasse verloren. Das ist so lange unerheblich, wie die Knochen in der Lage sind, das Körpergewicht auch bei Belastung zu tragen. Erst wenn durch Knochenbrüche Beschwerden auftreten, ist jemand osteoporosekrank. Quälende Kreuzschmerzen und eine durch Brüche verkrümmte Wirbelsäule, die den sogenannten „Witwenbuckel“ formt, waren lange Zeit das unbeachtete Problem von Frauen. Das änderte sich, als Statistiker die Kosten berechneten, die für die Behandlung von Schenkelhalsbrüchen als Folge der Osteoporose aufgewendet werden müssen. Dieser „volkswirtschaftlichen Bedeutung“ der Osteoporose verdanken viele Frauen vermehrte Forschungsanstrengungen und somit die Chance, vorsorgen und so ihr Alter unbeschwerter erleben zu können.

 

Osteoporose, Knochenschwund, Abbau der Knochen

 

Beschwerden

Zunächst meist leichte Rückenschmerzen, die später stark bis unerträglich werden können, aber manchmal auch wieder vergehen. Manchen Frauen fällt auf, daß sie deutlich kleiner werden, andere müssen in Behandlung, weil sie sich aus nichtigem Anlaß etwas gebrochen haben.


Ursachen

Die Faktoren, die den Knochenabbau beschleunigen bzw. den Knochenaufbau behindern, begünstigen den Knochenschwund.


Dazu gehören:

  • Die altersbedingte Verringerung an Sexualhormonen.
  • Bewegungsarmut.
  • Unzureichende Kalziumaufnahme, beispielsweise nach einer Magenoperation oder bei entzündlichen Darmerkrankungen.
  • Unzureichende Nierenfunktion.
  • Erkrankungen der Nebenschilddrüsen.
  • Langzeitige Einnahme von Kortison.

 

Erkrankungsrisiko bei Frauen

Osteoporose betrifft sie unter anderem deshalb ungleich häufiger als Männer, weil sich mit den Wechseljahren die Produktion der schützenden Östrogene verringert. Doch nicht alle Frauen werden nach dem Wechsel osteoporosekrank. Knapp ein Viertel trägt ein besonderes Risiko. Nur diese „Risikofrauen“ verlieren nach den Wechsel innerhalb weniger Jahre so viel Knochenmasse, daß sie mit etwa 65 unter den Folgen leiden. Bei den anderen Frauen dauert es 20 bis 30 Jahre, bis sie vielleicht die schweren Folgen der Knochenentkalkung zu spüren bekommen. Frauen, die zusätzlich zu den unter „Ursachen“ genannten Faktoren noch folgende Merkmale oder Verhaltensweisen aufweisen, sind stärker Osteoporose-gefährdet:

  • Osteoporose Kranke weibliche Verwandte. Für die Krankheit gibt es eine erbliche Veranlagung.
  • Später Eintritt der Regelblutung, Beginn der Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr.
  • Längere Zeiten, in denen die Periode ausblieb (z.B. bei Leistungssportlerinnen, Magersüchtigen.
  • Kinderlosigkeit.
  • Viel rauchen läßt die Menopause früher eintreten.
  • Graziler Körperbau, sehr schlank. Nach dem Wechsel bildet der Körper aus anderen Sexualhormonen im Fettgewebe Östrogene. Wenig Fett bedeutet weniger Östrogene.
  • Reichlicher und regelmäßiger Alkoholkonsum. Dann kann der Darm Kalzium nur schlecht aufnehmen, außerdem schädigt Alkohol die Knochenzellen.

 

Erkrankungsrisiko bei Männern

Sie sind osteoporosegefährdet, wenn die Wirkung ihrer Geschlechtshormone z. B. durch Medikamente gegen Prostatakrebs ausgeschaltet ist.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Wirbelbrüche: Das trifft etwa eine von 500 Frauen im Jahr. Das Rückenmark bleibt dabei immer unverletzt, eine Querschnittlähmung kann dabei also nicht eintreten. Der durch den Bruch bedingte Schmerz wird oft als „Hexenschuß“ fehlgedeutet und vergeht nach mehreren Wochen wieder. Mehrere durch Brüche zusammengesunkene Wirbelkörper im Bereich der Brustwirbelsäule lassen einen Buckel entstehen. Dadurch verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne, und die Gefahr zu stürzen steigt. Schmerzhafte Muskelverspannungen sind häufig, weil die Muskeln versuchen, die Haltearbeit der immer schwächer werdenden Wirbelsäule zu übernehmen.

Schenkelhalsbrüche: Von amerikanischen Frauen weiß man, dass 15 Prozent im Laufe ihres Lebens einen solchen Bruch erleiden. Ihr Risiko, an den damit verbundenen Folgen zu sterben, ist bis zu fünfmal größer als bei altersgleichen Frauen.

Knochenbrüche jeder Art sind im Alter häufig die Ursache für körperliche Unbeweglichkeit. Damit verlieren diese Menschen oft auch ihre Selbständigkeit.

 

Vorbeugung

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. täglich Gymnastik machen, zweimal wöchentlich schwimmen oder täglich eine halbe Stunde im Schnell schritt gehen.
  • Nehmen Sie täglich mindestens 800 bis 1000 Milligramm Kalzium zu sich. Mit einer vollwertigen Ernährung ist das relativ leicht möglich. 100 Gramm Hartkäse oder ein Liter Milch täglich decken den Bedarf. Für die tägliche Kalziumpille gibt es nur selten einen zwingenden Grund.
  • Vermeiden Sie Kletterpartien, z. B. beim Fensterputzen oder Glühbirnewechseln. Rutschfeste Treppen Beläge und feste Schuhe verhindern Stürze.

 

Vorbeugung mit Medikamenten

Nur Geschlechtshormone haben bisher bewiesen, daß sie die Knochenbruchrate senken können. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, bekommen ein Medikament, das nur Östrogen enthält. Die anderen nehmen zusätzlich noch Gestagen ein. Dabei soll das Gestagen das Risiko verringern, durch die Östrogene einen Gebärmutterschleimhautkrebs zu bekommen. Auch östrogenhaltige Pflaster sind geeignet, einer Osteoporose vorzubeugen.

Nach etwa fünf Jahren sollten Sie die Hormoneinnahme beenden. Bei längerer Östrogeneinnahme steigt das Krebsrisiko so, daß es den Nutzen überwiegt.


Wann sollten Frauen zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie über 40 Jahre alt sind und ständig Rückenschmerzen haben. Wenn Sie auf die Zeit des Wechsels zusteuern und sich entsprechend den oben genannten Faktoren zur Gruppe der „Risikofrauen“ rechnen, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um eine Knochendichtemessung vornehmen zu lassen.


Wann sollten Männer zur Ärztin oder zum Arzt?

Abnehmendes Interesse an Sexualität und Impotenz können darauf hinweisen, daß der Körper nicht genügend Geschlechtshormon bildet. Haben Sie außerdem ständig Rückenschmerzen, sollten Sie das mit Arzt oder Ärztin besprechen.


Knochendichtemessung

Hierfür wird meist das Handgelenk zweimal im Abstand von drei Monaten geröntgt. Das bedeutet eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung. Ergibt die Berechnung aus beiden Messungen, daß eine Frau im Jahr mehr als 3,5 Prozent an Knochenmasse verliert, raten die meisten Gynäkologen, Hormone einzunehmen. Dieses als Grenzwert anzusehen basiert auf einer Übereinkunft der Wissenschaftler. Noch gibt es keine „Normkurven“, die eindeutig und sicher darüber Auskunft geben, ab wann eine vorsorgliche Behandlung mit Östrogenen sinnvoll ist oder nicht.

Knochendichtemessungen werden teilweise harsch kritisiert, weil sich die Ergebnisse der verschiedenen Verfahren nicht miteinander vergleichen lassen und weil zu viele Ärzte ohne ausreichende Qualifikation zu oft solche Messungen durchführen. Lassen Sie die Messungen möglichst immer in demselben Institut, besser noch in der Wechselsprechstunde einer Klinik, durchführen.

 

Selbsthilfe

  • Nur regelmäßige körperliche Bewegung erhält die Knochenmasse. Das gilt auch für diejenigen, die ihrer Osteoporose mit Medikamenten vorbeugen.
  • Kalziumreiche Ernährung.
  • Verzichten Sie auf Fertiglebensmittel: ihr Phosphatgehalt verringert den Kalziumgehalt des Blutes. Alternativmedizinisches, vor allem Pflanzenmittel, mit denen Sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können, hilft nicht gegen Osteoporose.

 

Behandlung

Die Basis einer Osteoporosetherapie sind Hormone. Sie können gemeinsam mit Bewegung und Kalzium den weiteren Knochenabbau stoppen.

 

Fluorid

Die Meinung über seine Wirksamkeit ist uneinheitlich. Es wird empfohlen, Fluoride möglichst unter klinischer Überwachung anzuwenden. Regelmäßige Untersuchungen müssen sicherstellen, daß es den Knochen nicht mehr schadet als nutzt.

Nebenwirkungen: Bei etwa einem Drittel der Kranken wirkt Fluorid nicht. Bei den anderen können noch weiterhin Knochen brechen, weil ihre durch Fluorid aufgebaute Festigkeit relativ gering ist. Bei unnötig hoher Dosierung können die Fußgelenke schmerzhaft anschwellen. Magen und Darm können rebellieren.

 

Kalzitonin

Frauen, die kein Östrogen einnehmen dürfen, können möglicherweise mit Kalzitonin einer Osteoporose vorbeugen. Ist sie bereits eingetreten, verringert auch Kalzitonin die Häufigkeit der Knochenbrüche nicht. Es kann die Schmerzen sehr gut lindern, aber Übelkeit verursachen. Kalzitonin kann als Nasenspray angewendet werden.


Bisphosphonate

Mit Etidronsäure und Alendronat werden Knochenentkalkungen behandelt. Seit 1996 sind diese Substanzen in Deutschland auch zur Behandlung der Osteoporose zugelassen. Die Knochendichte nimmt durch diese Medikamente nachweisbar zu. Es treten weniger Knochenbrüche auf. Ob die Mittel bei Langzeiteinnahme die Mineralisation der Knochen stören können, ist noch nicht sicher.


Kalzium

Kalzium allein kann bei eingetretener Osteoporose die Knochen nicht wieder festigen.

 

Vitamin D

Es wird angezweifelt, dass Vitamin D den Knochenschwund vermindern kann.

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Sklerodermie, Ursachen, Folgen und Komplikationen

Die Ursachen für Sklerodermie sind bisher nicht genau bekannt. An der Krankheit ist das Abwehrsystem im Sinne einer Autoimmunkrankheit beteiligt

In Deutschland gibt es etwa 50 000 Menschen mit Sklerodermie. Frauen erkranken etwa sechsmal häufiger als Männer. Möglicherweise begünstigen Chemikalien die Krankheit (das Tuberkulosemittel Isoniazid; Polyvinylchlorid; Silikatstaub). Bei Frauen mit Silikonimplantaten in der Brust sind Sklerodermien häufiger aufgetreten.

 

Sklerodermie, Ursachen, Folgen und Komplikationen

 

Beschwerden

  • Anzeichen einer Durchblutungsstörung in Fingern und Zehen: bleiche oder bläuliche Verfärbung, Schmerzen.
  • Offene Stellen an den Fingerkuppen.
  • Gelenkschmerzen.
  • Schluckbeschwerden durch Speiseröhrenverengung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust.
  • Die Haut wird derb, glatt und starr. Sie wird immer weniger beweglich und verschiebbar. Dadurch lassen sich die Gelenke schlechter bewegen.
  • Trockener Mund, Bindehautentzündungen, trockene Scheide.
  • Die Zunge lässt sich kaum noch herausstrecken.

 

Ursachen

Sie sind bisher nicht genau bekannt. An der Krankheit ist das Abwehrsystem im Sinne einer Autoimmunkrankheit beteiligt. Das Bindegewebe ist teilweise entzündet; es vermehrt und verdickt sich. Das schädigt vor allem die Haut, die Schleimhaut der oberen Verdauungsorgane, der Lunge und der Nieren.


Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Die Blutgefäße sind entzündet oder verengen sich, bis sie vollständig verschlossen sind.
  • Die Lunge arbeitet nicht mehr richtig: Husten, Atemnot und ungenügende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sind die Folge.
  • Herzmuskelschwäche, weil sich das Gewebe narbig verändert hat.
  • Eine mangelnde Nierendurchblutung kann zum Nierenversagen führen.

Bei Männern verläuft die Krankheit meist ungünstiger als bei Frauen.

 

Vorbeugung

Ist nicht möglich.

Bei mehreren der oben beschriebenen Beschwerden. Mit der Bestimmung von Parametern des Immunsystems können versierte Ärzte die Diagnose früh stellen und die Behandlung daran orientieren, wie schwer der Verlauf dieses Sklerodermietyps wahrscheinlich sein wird.

 

Selbsthilfe

Kälte meiden. Das gilt auch für Speisen und Getränke.

 

Behandlung

Physikalische Behandlungen sind unerlässlich. Besonders wirksam ist Lymphdrainage.

Die ungünstigen Sklerodermie-formen werden trotz der erheblichen Nebenwirkungen mit D-Penicillamin behandelt, weil es den Verlauf bremsen kann. Sonst sollen verschiedene Maßnahmen helfen, die Erscheinungen zu mildern.

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Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenschaden

Hexenschuss: Plötzliche, heftige Kreuzschmerzen, oft beim Bücken, Aufrichten, Drehen, Heben. Beim Husten, Niesen oder Pressen verstärken sich die Schmerzen

Die Muskulatur um die Wirbelsäule herum ist verspannt. Man mag sich kaum noch bewegen und findet keine bequeme Lage.

„Ischias“: Dasselbe an tieferer Stelle im Kreuz. Die Schmerzen strahlen ins Gesäß aus, entlang der Außen – oder Rückseite des Oberschenkels, oft bis in die Waden und hinunter zu Knöchel und Fuß. Lähmungserscheinungen sind möglich.

 

Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenschaden

 

Ursachen

  • Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall. Dabei drückt der herausdrängende gallertige Kern der Bandscheibe auf die aus dem Wirbelkanal austretenden Nerven.
  • Dadurch entstehen Muskelverspannungen. Gefühlsstörungen und Lähmungen, Fehlhaltungen.

 

Erkrankungsrisiko

Möglicherweise altert der Bandscheibenring aufgrund einer angeborenen Bindegewebeschwäche vorzeitig und wird „mürbe“. Jede Form von körperlicher und seelischer Überlastung über lange Zeit führt zu Verspannungen, die den Bandscheiben nicht zuträglich sind.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Um sich zu schonen, nehmen die Betroffenen eine Haltung ein, die die Muskeln noch mehr beansprucht. Drückt die Bandscheibe über längere Zeit auf einen Nerv, kann ihn das dauerhaft schädigen.

 

Vorbeugung

  • Die für sich richtige Mischung zwischen Anspannung und Entspannung herausfinden und danach leben.
  • Rückenschonende Bedingungen am Arbeitsplatz und ausgleichende Bewegung.
  • Rücken – und Bauchmuskulatur kräftigen.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

  • Sofort: Wenn Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Wenn die Schmerzen trotz Selbsthilfemaßnahmen unerträglich bleiben.
  • Wenn die Schmerzen nach einem Monat noch nicht deutlich abgeklungen sind oder immer wiederkehren.

 

Selbsthilfe

Entspannung jeder Art: Bettruhe, feuchte Wärme, Bäder, Entspannungsübungen


Behandlung

„Hexenschuss“ und „Ischias“ sind immer Signale des Körpers, besser achtzugeben auf das Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung. Wenn Sie glauben, sich Muße meistens „nicht leisten zu können“, sollten Sie das mit Fachleuten besprechen.

 

Physikalische Behandlung

  • Massagen
  • Fangopackungen. Nachdem die akuten Beschwerden abgeklungen sind:
  • Rückenschule
  • Akupunktur
  • Neuraltherapie
  • Behandlung nach Feldenkrais

 

Medikamente

Um den akuten Schmerz zu lindern: Schmerzmittel. Manchmal spritzen Ärzte ein Mittel, das die Nerven betäubt (z. B. Prokain). Es sollte jedoch nur eingesetzt werden, um den Schmerz-
Verspannungs-Kreislauf zu unterbrechen.


Operation

Drückt die Bandscheibe so auf die Nerven im Wirbelkanal, daß Lähmungen auftreten, wird sie möglichst bald entfernt. Sonst wartet man ab, ob eine mehrwöchige Behandlung keine Besserung bringt und ob sich der Vorfall mehrfach wiederholt. Nur bei etwa zehn Prozent der Patienten müssen bandscheibenbedingte Beschwerden operiert werden.

Vor einer Operation muß durch Computertomografie, Magnetresonanztomografie oder Myelografie einwandfrei nachgewiesen sein, daß tatsächlich ein Bandscheibenvorfall die Ursache der Beschwerden ist. Zwei Drittel der Operierten sind hinterher beschwerdefrei, der Rest plagt sich weiterhin mit Schmerzen. In einigen Fällen verschlechtert sich der Zustand durch die Operation.

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Skoliose, seitliche Wirbelsäulenverkrümmung

Als Skoliose bezeichnet man eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule (Wirbelsäulenverkrümmung), mit gleichzeitiger Verdrehung um die Längsachse

Zwei bis vier von hundert Menschen haben eine seitliche Wirbelsäulenverkrümmung, aber nur bei zwei bis vier von hundert dieser Menschen muss diese als Skoliose behandelt werden. Meist fällt die Skoliose mit etwa 13 bis 14 Jahren auf. Mädchen sind etwa viermal häufiger betroffen als Jungen. Ist das Wachstum abgeschlossen, verlangsamt sich die Wirbelsäulenverkrümmung. Manchmal kommt sie auch zum Stillstand.

Kinder aus einer Familie mit einem Skoliosekranken haben ein größeres Risiko, diese Krankheit zu bekommen.

 

Skoliose, seitliche Wirbelsäulenverkrümmung

 

Beschwerden

Meist sehen die anderen die Verbiegung, zum Beispiel beim Kleiderkauf. Erst bei fortgeschrittener Krankheit wird die seitliche Wirbelsäulenverkrümmung sichtbar:

  • Eine Hüftseite springt stärker hervor.
  • Eine Schulter (meist die rechte) steht etwas hoch. Das Schulterblatt steht ab.
  • Beugen sich die Betroffenen nach vorne, sieht man von
    hinten, daß sich eine Rückenhälfte nach hinten vorwölbt (Rippenbuckel oder Lendenwulst).

 

Ursachen

Die meisten Skoliosen entstehen aus unbekannter Ursache. Nur selten sind Lähmungen oder angeborene Fehlstellungen die Ursache.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Schmerzen.
  • Der Brustkorb kann sich verbiegen und die Herz- und Lungenfunktion beeinträchtigen.
  • Die Betroffenen leiden sehr unter ihrem verformten Körper (Buckel). Fast die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer bleiben unverheiratet. Arbeitslosigkeit und Invalidität trifft Skoliosekranke erheblich öfter als Gesunde.

 

Vorbeugung

Rechtzeitiges Erkennen ist die beste Vorbeugung. Kinder mit einer leichten Skoliose sollten halbjährlich von Orthopäden auf eine eventuelle Verschlechterung hin kontrolliert werden.


Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie die oben genannten Zeichen bemerken. Wenig erfahrenen Ärzte können Röntgenbilder leicht eine Skoliose vortäuschen. Besonders Kinder, die während der Aufnahme kaum völlig stillstehen, weisen dann eine scheinbar verbogene Wirbelsäule auf. Eine Verdrehung um die Längsachse fehlt in solchem Fall allerdings immer.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.


Behandlung

Liegt eine leichte Skoliose (unter 20°) vor, die sich nachgewiesenermaßen verschlechtert, sollte ein Stützkorsett (Orthese) getragen werden. Setzt bei einem Kind mit einer Skoliose über 30° ein Wachsstumsschub ein, sollte die Verschlechterung nicht erst abgewartet werden, sondern das Stützkorsett gleich angepaßt werden. Es drängt die Wirbelsäule durch Druck und Zug in die gewünschte Richtung. Krankengymnastische Übungen unterstützen diese Behandlung.

Wie lange die Orthese getragen werden muss, richtet sich danach, wie schwer die Erkrankung ist und in welchem Alter die Behandlung begonnen wurde. Meistens liegt die tägliche Tragedauer zwischen 14 und 23 Stunden. Die Behandlung dauert bis zum Abschluß des Wachstums. Bei Mädchen ist das mit etwa 15 Jahren der Fall, bei Jungen etwa zwei Jahre später.

Probleme: Die Orthesen drücken, behindern und sind unter modischer Kleidung kaum zu verstecken. Es ist sehr schwer, aktive, junge Menschen in einen solchen Panzer zu zwingen. Sie haben keine Beschwerden und können das, was unbehandelt auf sie zukommen kann, kaum ermessen.

Erfolg: Bei vielen gelingt es, eine Verschlechterung und damit eine Operation zu vermeiden.

 

Operation

Bei Skoliosen über 50° ist zu erwarten, dass die Verkrümmungen zunehmen. Sie sollten möglichst operiert werden, bevor sich der Körper extrem verformt hat, körperliche Beschwerden eingetreten sind und die psychischen Belastungen das Leben der Betroffenen schon sehr beeinträchtigt haben.

Die Skoliose-Operation ist eine „große“ Operation. Dazu werden in den betroffenen Wirbelsäulenteil zwei Stäbe eingezogen. Ferner wird die Wirbelsäule gezielt veranlaßt, so zu verwachsen, daß sie an dieser Stelle unbeweglich wird. Nach der Operation müssen die Betroffenen für etwa ein Jahr ein Gips- oder Kunststoffkorsett tragen, damit die
operierte Stelle ungestört versteifen kann. Bei neueren Operationsverfahren erübrigt sich manchmal das Korsett.

Ergebnis: Die Krümmung der Wirbelsäule wird durchschnittlich um etwa die Hälfte verringert.

Risiken: Außer den üblichen Operationsrisiken durch Narkose, Bluttransfusionen und Infektionen kommt das Risiko von Nervenschädigungen hinzu (bei 0,3 bis 0,8 Prozent der Operierten), deren schwerste Form eine Querschnittlähmung sein kann.

Besonders bei einer Verdrehung der Lendenwirbelsäule kann auch von vorne – also durch den Bauchraum hindurch – operiert werden. Die Korrekturergebnisse sind besser, die Operation selbst aber noch aufwendiger. Querschnittlähmungen sind seltener.

Während der Behandlung mit den speziellen Stützkorsetts und nach einer Operation haben die Betroffenen ein Recht auf Anerkennung als vermindert Erwerbsfähiger, bis ihre angemessene Belastbarkeit wiederhergestellt ist.

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Arthrose, Abnutzungs – oder Verschleißerscheinung

Arthrose ist die typische Abnutzungs – oder Verschleißerscheinung, wenn für lange Zeit die Belastung der Gelenke größer war als ihre Belastbarkeit


Beschwerden

  • Gelenkschmerzen, die bei Bewegung langsam nachlassen, aber nach längerer Belastung wieder auftreten.
  • Geschwollene Gelenke.
  • Knötchen an den Mittel – oder Endgelenken der Finger.
  • Schmerzen beim Drücken aufs Gelenk.
  • Sie werden unbeweglicher.

 

Arthrose, Abnutzungs - oder Verschleißerscheinung

 

Ursachen

„Verschleiß“ als Ursache erscheint einleuchtend. Wer sein Leben lang schwer gearbeitet hat, darf „abgenutzte“ Gelenke haben. Und doch plagt nicht alle Schwerarbeiter im Ruhestand „das Rheuma“. Sicher fördert die Angst vor einer möglichen Unselbständigkeit die Entwicklung der Krankheit. Auch ständige Traurigkeit, Mut – und Hoffnungslosigkeit verschlimmern die Gelenkbeschwerden.


Folgende Bedingungen beschleunigen den Gelenkverschleiß:

  • Fehlstellungen im Skelett: X- oder O-Beine, Hüftluxationen.
  • Unbehandelte Meniskusverletzungen.
  • Schlecht verheilte Knochenbrüche.
  • Leistungssport.
  • Deutliches Übergewicht für lange Zeit.

 

Erkrankungsrisiko

Ab dem 50. Lebensjahr hat die Hälfte der Menschen arthrotisch veränderte Gelenke. Doch in bestimmten Berufen steigt das Erkrankungsrisiko deutlich an, so zum Beispiel das der Kniegelenkarthrose bei Dachdeckern, Bergleuten (46 Prozent) und Büroangestellten (24 Prozent). Bei Fliesenlegern und Steinmetzen ist sie sogar als Berufskrankheit anerkannt. Das gleiche gilt für die Arthrose des Ellenbogengelenks bei Bauarbeitern, die ständig einen Presslufthammer bedienen.

Eine entsprechende Anerkennung fehlt jedoch immer noch für die Arthrosen von Putz- und Hausfrauen. Hüftarthrose haben 43 Prozent der Bergleute, 28 Prozent derjenigen, die Lasten tragen müssen, aber nur sechs Prozent der Büroangestellten.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei ständiger Überbelastung wird der Knorpel schlecht ernährt. Er wird rau und fasert auf. Abriebteilchen reizen die Gelenkinnenhaut. Sie entzündet sich. Das Gelenk wird nicht mehr ausreichend geschmiert. Entzündungszellen sondern Stoffe ab, die den Knorpel auflösen.
Wegen der Schmerzen bewegen sich die Betroffenen nicht mehr ausreichend, die Muskulatur verkümmert, und der Knorpel wird noch schlechter ernährt.

Bei Kniegelenkarthrose verformen sich die Beine leicht x – oder o-förmig. Schwere Deformierungen wie bei der chronischen Polyarthritis braucht man bei Arthrose allerdings nicht zu befürchten.

 

Vorbeugung

Regelmäßige Bewegung, die alle Gelenke gleichmäßig belastet, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Langlauf. Auch die regelmäßigen täglichen zehn Gymnastikminuten halten beweglich.

Wenn die Beschwerden Sie ernsthaft beeinträchtigen, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

  • Geben Sie sich morgens Zeit für Ihre „Anlaufphase“.
  • Sorgen Sie im Tagesverlauf für Pausen.
  • Vermeiden Sie lang anhaltende einseitige Körperhaltungen und Bewegungen.
  • Übergewicht abbauen.
  • Geeignete Sportarten: Schwimmen, Radfahren.
  • Schuhe mit weichen Sohlen schonen die Beingelenke.
  • Bei Hüftgelenkarthrose: Benutzen Sie auf der gesunden Seite einen Handstock.

 

Behandlung

Regelmäßige, angemessene Bewegung kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen. Nur so bekommt der Knorpel die notwendigen Nährstoffe.


Physikalische Therapie

Geeignet sind: Wärme, Hochfrequenzstrom, Infrarotlicht, Ultraschall, Packungen, Massage, Heilgymnastik.


Behandlung mit Medikamenten

Salben können die Schmerzen lindern. Nichtsteroidale Antirheumatika halten die Schmerzen erträglich, besonders vor den Übungen. Kortison ist bei Arthrosen praktisch nie notwendig.


Operationen

Operationen, die Fehlstellungen korrigieren, können Gelenke oftmals noch lange funktionsfähig erhalten. Ständig schmerzende und die Beweglichkeit beeinträchtigende Hüftgelenke können auch bei älteren Menschen noch durch ein Kunstgelenk ersetzt werden.

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Rheuma, mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen

Für Rheuma gibt es kein Behandlungsschema, Ihr Arzt muß mit Ihnen gemeinsam herausfinden, wie Sie Ihre Schmerzen im Moment am besten lindern

„Das wird wohl Rheuma sein“, denken viele, wenn es beim Bewegen irgendwo weh tut. Gliederreißen, Muskelschmerzen, rote, geschwollene, schmerzhafte Gelenke, ein steifes Knie, Rückenschmerzen – all das sind Beschwerden der Krankheiten aus dem „rheumatischen Formenkreis“. „Rheuma“ umfaßt mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen. Sie haben unterschiedliche Ursachen und müssen oft unterschiedlich behandelt werden. Ihnen ist eines gemeinsam: Sie betreffen die Gelenke und/oder das Bindegewebe.

 

Rheuma, mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen

 

Man unterscheidet folgende Rheumaarten:

Entzündliches Rheuma: Chronische Polyarthritis , Bechterewsche Krankheit, rheumatisches Fieber und Lupus erythematodes.

Degeneratives Rheuma.

Weichteil rheumatismus. Muskeln, Bänder, Sehnen und Schleimbeutel sind schmerzhaft verändert.

Gicht.

 

Die Suche nach den „richtigen“ Ärzten

zu wenig für eine bedarfsgerechte Versorgung. Nur wenige haben sich als Rheumatologen in der Praxis niedergelassen. In Österreich sind die Verhältnisse ähnlich. Da ist es kein Wunder, daß ein Fünftel bis die Hälfte aller Gelenkentzündungen mindestens ein halbes Jahr lang verkannt werden. Doch nur eine richtige Diagnose ermöglicht eine erfolgreiche Behandlung.

Vielfach unterbleibt die rechtzeitige Überweisung in die Rheuma-Ambulanz einer großen Klinik. Diese sollten Sie jedoch unbedingt einfordern, wenn Sie Zweifel haben, ob Sie angemessen betreut werden.

 

Allgemeines zur Behandlung von rheumatischen Krankheiten

Für Rheuma gibt es kein Behandlungsschema. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin muß mit Ihnengemeinsam herausfinden, wie Sie Ihre Schmerzen im Moment am besten lindern, aber auch, wie Sie Ihre Beweglichkeit erhalten können. Entscheidend ist dabei nicht nur Ihr körperlicher Zustand, sondern auch, wie wohl Sie sich mit Ihrem Behandlungskonzept fühlen. Nur wer eine verordnete Heilgymnastik akzeptiert, wird sie auch ein Leben lang durchhalten.

 

Ernährung bei Rheuma

Striktes Fasten unterdrückt die Aktivität des Immunsystems. Menschen mit chronischer Polyarthritis können davon kurzzeitig profitieren. Eine laktovegetabile Ernährung hat sogar langfristig positive Effekte auf Rheuma. Eine Gicht-Behandlung schließt immer die Ernährung mit ein.


Physikalische Therapie

Basis jeder Rheuma-Behandlung ist Bewegung. Es ist besser, vorher mit Medikamenten die Schmerzen zu lindern als auf Bewegung zu verzichten. Dennoch sollte die Schmerzgrenze nicht überschritten werden. Physikalische Therapie regt das Gewebe z. B. durch Wärme, Kälte oder elektrische Ströme an. Massagen sind besonders wohltuend.

Nach der Zeit des passiven „Sich-pflegen-Lassens“ ist es jedoch erforderlich, selbst aktiv zu werden. Heilgymnastinnen sollten Ihnen Ihr persönliches Übungsprogramm zusammenstellen und es mit Ihnen einüben. Ihre Aufgabe ist es dann, das Programm regelmäßig durchzuführen, um sich so beweglich und unabhängig zu halten.


Ergotherapie

Hier lernen Sie Arbeitsweisen, die Ihnen den Alltag erleichtern, und Beschäftigungen, mit denen Sie erfahren, was Sie trotz Rheuma noch alles können.

 

Behandlung mit Medikamenten

Eine Rheuma-Behandlung erfordert eine langfristige Planung. Die Ärzte müssen die momentanen Schmerzen lindern, sollten aber „steigerungsfähig“ bleiben. Zudem dürfen Ihnen die verordneten Medikamente langfristig nicht mehr als unvermeidlich schaden.


Salben

Rheumasalben mit hautreizenden Wirkstoffen sind eine besondere Form der Wärmebehandlung. Sie ist angebracht, wenn die Gelenke chronisch verändert, aber nicht akut entzündet sind.

 

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Dazu gehören Arzneistoffe, die gleichzeitig Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und die Schwellungen verringern. Ihre Anwendung ist sinnvoll, wenn

  • Sie starke Schmerzen haben und die physikalische Behandlung allein nicht ausreicht.
  • Sie ohne diese Hilfe die notwendige Bewegung nicht machen können.
  • Bei einer chronischen Polyarthritis die Basismedikamente noch nicht voll wirken.

Nichtsteroidale Antirheumatika wirken nicht bei allen Menschen gleich. Möglicherweise müssen Sie unter ärztlicher Anleitung verschiedene ausprobieren, bis Sie das für Sie am besten geeignete Mittel herausgefunden haben.


Allgemein gilt für die Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika:

  • Nur erprobte Substanzen verwenden, deren Nebenwirkungen seit langem bekannt sind.
  • Substanzen wählen, die nur kurze Zeit wirken. Bei langwirkenden Substanzen ist die Gefahr unerwünschter Wirkungen sehr groß. Das gilt besonders für Menschen ab etwa 60 Jahre.
  • So kurz wie möglich behandeln.
  • Verschiedene nichtsteroidale Antirheumatika nicht miteinander kombinieren. Gemeinsam wirken sie nicht stärker, aber die Gefahr von Nebenwirkungen nimmt zu.
  • Keine Kombinationspräparate verwenden.

 

Tabletten, Zäpfchen, Spritzen, Salben

Nichtsteroidale Antirheumatika werden im allgemeinen geschluckt. Wer dabei Magenbeschwerden verspürt, kann versuchen, ob er Zäpfchen besser verträgt. Sicher ist das allerdings nicht, da der Wirkstoff vom Darm aus ins Blut übergeht und so überall wirkt. Nichtsteroidale Antirheumatika sollten nicht gespritzt werden: sie wirken nicht schneller als geschluckt, haben aber gravierende Nebenwirkungen.

Nichtsteroidale Antirheumatika gibt es auch zur äußerlichen Anwendung. Wirkungen und Nebenwirkungen sind gering, entsprechend der Menge an Substanz, die von der Haut ins Blut übergeht. Die Haut selbst allerdings reagiert auf diese Einreibemittel häufig mit Allergien.

 

Spritzen ins Gelenk (Intraartikuläre Injektionen)

Nur bei erfahrenen Ärzten, deren Arbeit Sie voll vertrauen, sollten Sie dem Vorschlag zustimmen, Kortison ins Gelenk hineinzuspritzen. Diese Injektionen werden von vielen Ärzten ungleich häufiger durchgeführt, als sie notwendig sind. Eine Spritze ins Gelenk kann angebracht sein, wenn ein Gelenk unerträglich schmerzt, sonst die allgemeine Behandlung aber ausreicht. Eine solche Injektion birgt immer die Gefahr, das Gelenk zu infizieren. Bei einer von 10 000 derartigen Injektionen ist das der Fall. Für jeden 13. Infizierten endet das tödlich.

Und je älter die Betroffenen sind, desto mehr sterben an den Folgen einer Gelenkinfektion. Außerdem könnte bei einer solchen Injektion der Knochen zerstört werden. Das Gelenk wird dann steif. Um dem vorzubeugen, sollten Ärzte eine solche Injektion wie eine Operation
durchführen. Entzündungszeichen können sie nur dann frühzeitig feststellen, wenn sie sich das Gelenk mindestens fünf Tage lang täglich anschauen.

 

Operationen

Bei Rheuma sind zwei Arten von Operationen wichtig: die Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovektomie) und der Austausch von Gelenken.


Entfernung der Gelenkinnenhaut

Die Synovektomie ist vor allem im Frühstadium sinnvoll. Die Gelenkinnenhaut wird entfernt, damit die Entzündung das Gelenk nicht weiter zerstört. Die Operation wird bei örtlicher Betäubung während einer Gelenkspiegelung durchgeführt.

Erfolg: Etwa jedes fünfte Gelenk muss innerhalb von zehn Jahren erneut operiert werden.

 

Künstliche Gelenke

Rheuma, mehr als hundert verschiedene KrankheitsformenKein Material ist so belastbar wie natürlicher Knorpel und Knochen. Darum sollten Sie mit Ärzten das Für und Wider eines Gelenkaustauschs sorgfältig abwägen. Bedenken Sie vor der Operation:

Das Kunstgelenk ist nur begrenzt (beim Hüftgelenk etwa zehn bis fünfzehn Jahre) haltbar. Durch die Bewegung wird ständig Material abgerieben, so dass sich die Prothese zu lockern beginnt.

Es ist nur begrenzt belastbar.

Wenn die Operation misslingt oder sich das Gelenk später lockert, kann es nicht immer ersetzt werden.

Die Operation ist mit einem relativ großen Infektionsrisiko verbunden (1 bis 4 Prozent).

 

Künstliches Hüftgelenk

Kopf und Pfanne des Hüftgelenks werden gegen Elemente aus Edelmetall, Kunststoff oder Keramik ausgetauscht. Seit die Krankenhäuser nach „Fallpauschalen“ abrechnen müssen, bestimmt auch der Preis die Auswahl mit. Die Ersatzteile werden entweder „zementiert“ oder
„unzementiert“ verankert.

Bei der zementierten Prothese verbindet ein Kunststoffgemisch Prothese und Knochen miteinander.

 

Das hat folgende Vorteile:

  • Die Prothese sitzt sofort fest und ist bald nach der Operation belastbar.
  • Mit dieser Prothese hat man fast 30 Jahre Erfahrung. Der Nachteil: Zementierte Prothesen halten nur zehn bis zwanzig Jahre.

 

Zementierte Prothesen sind angebracht, wenn

  • Sie älter sind als 60 Jahre.
  • Sie schnell wieder auf den Beinen sein müssen.
  • Anzeichen einer Osteoporose vorliegen.
  • Sie nicht mehr berufstätig sein müssen.

Erfolg: Nach zehn Jahren war bei 90 Prozent der Nachuntersuchten die zementierte Prothese noch voll funktionstüchtig.

 

Unzementierte Prothesen haben eine strukturierte Oberfläche, die die Knochen reizt, mit ihnen zu verwachsen. Sie sind angebracht, wenn

  • Sie jünger sind als etwa 60 Jahre.
  • gesunde Knochen haben.
  • zusichern können, daß Sie das Gelenk weder durch Arbeit noch durch Sport überlasten werden.

Erfolg: Die Hoffnung, daß diese Prothesen länger halten als die zementierten, hat sich nicht erfüllt. Unzementierte Prothesen brechen deutlich häufiger als die anderen.

 

Verhalten nach der Operation

  • Krankengymnastik spielt die wichtigste Rolle, um wieder auf die Beine zu kommen. Trainieren Sie Ihre Muskulatur mit den Übungen, die Sie gelernt haben.
  • Geeignete Sportarten: Rückenschwimmen, Radfahren, Gehen.
  • Ungeeignet sind Sportarten mit ruckartigen Bewegungen (Tennis, Squash, Abfahrtslauf, Sprungsportarten).
  • Verzichten Sie mindestens zwei Monate aufs Auto fahren. Wurde das rechte Hüftgelenk ersetzt, sollten Sie ein halbes Jahr pausieren. Vorher haben Sie noch nicht genügend Kraft zum Bremsen.

 

Künstliches Kniegelenk

Knieprothesen sind wesentlich komplizierter herzustellen und einzusetzen als Hüftprothesen. Die Haltbarkeit der Prothesen wird sehr unterschiedlich beurteilt.


Künstliches Hüftgelenk

Künstliche Gelenke an Schulter, Arm, Hand und Fuß Sie sind schwierig einzusetzen, die Erfahrungen damit sind gering. Es ist sehr ungewiß, ob Sie nach einer solchen Operation beweglicher sind.

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Rücken und Wirbelsäule

Gicht ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung

Die Gicht ist eine Wohlstandskrankheit, bei der sich in den Gelenken Harnsäurekristalle ablagern

Gichtanfall, meist an der großen Zehe oder dem Knie: Das Gelenk schwillt an, wird rot und schmerzt unerträglich.

Die Anlage, diese Stoffwechselerkrankung zu entwickeln, ist erblich. Die Nieren scheiden die im Körper gebildete Harnsäure nicht in ausreichender Menge aus, so daß ihre Konzentration im Blut ansteigt.

 

Gicht

 

Erkrankungsrisiko

Während der Kriegsjahre gab es kaum Gichtkranke. Heute haben schon zwei Prozent der 18 – bis 20 jährigen Männer einen erhöhten Harnsäurespiegel, acht Prozent der Männer im mittleren Alter; drei von hundert Männern bekommen bis zum 65. Lebensjahr Gicht. Frauen sind von Gicht weniger betroffen.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmender Harnsäure-Konzentration im Blut. Diese wird beeinflußt durch

  • reichliche fett – und fleischreiche Ernährung.
  • Alkohol.
  • Medikamente wie Isoniazid (bei Tuberkulose), Furosemid und Etacrynsäure (beide zur Entwässerung).

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ab einer Konzentration von 9 Milligramm in 100 Milliliter Blut kristallisiert Harnsäure aus. Tut sie das in den Gelenken, ist die Folge ein Gichtanfall. Unbehandelt kann er Tage und Wochen andauern. Bei etwa einem Fünftel der Betroffenen wird die Gicht ohne vorherige Anzeichen chronisch. Sie greift den Knorpel an und kann so die Gelenke zerstören. Gichtknoten kommen in Knorpel, Knochen, Sehnenscheiden, Haut und Nieren vor. Sie entstehen, wenn das Gewebe die Harnsäurekristalle einkapselt. Bei mehr als 70 Prozent der Gichtkranken entwickelt sich daraus ein Nierenschaden.

 

Vorbeugung

Übergewicht vermeiden und den Anteil an Fett in der Ernährung unter 30 Prozent halten.

Wenn der erste Gichtanfall aufgetreten ist, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

  • Purinarme Ernährung.
  • Eine Gewichtabnahme von sieben bis neun Kilogramm senkt den Harnsäurespiegel um 2 mg/ 100 ml.
  • Viel Mineralwasser mit geringem Mineralstoffanteil trinken.

 

Gichtkranke sollten verzichten auf

  • Alkohol
  • Fleisch
  • Geflügel
  • Innereien
  • Hering
  • Sardellen
  • Ölsardinen
  • Hülsenfrüchte
  • Spinat
  • Blumenkohl (Karfiol)
  • Spargel
  • Pilze
  • scharfe Gewürze
  • Mayonnaise, Remoulade
  • Produkte, wie Suppen, Wurst usw., die aus Fleisch oder Geflügel hergestellt sind.

 

Behandlung des akuten Gichtanfalls

Die Gelenke mit kalten Umschlägen oder Eispackungen kühlen. Ärztin oder Arzt rufen.  Im Wiederholungsfall: Das Medikament, das für diesen Fall verordnet wurde, nach Vorschrift einnehmen.

 

Dauerbehandlung

Dazu dienen Arzneimittel, die entweder die Bildung von Harnsäure weitgehend verhindern (Allopurinol) oder die die Ausscheidung von Harnsäure erhöhen (Benzbromaron). Mit Medikamenten sollten Sie Ihre Gicht nur behandeln, wenn

  • Sie nicht übergewichtig sind, sich purinarm ernähren und trotzdem mehr als 9 mg Harnsäure in 100 ml Blut haben.
  • zusätzlich zu dem erhöhten Harnsäurewert auch noch der Blutdruck erhöht ist.
  • Sie zusätzlich zu dem erhöhten Harnsäurewert noch Nierensteine haben.
  • mehrfach Gichtanfälle aufgetreten sind.

 

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Rücken und Wirbelsäule

Rückenschmerzen mit Übungen vorbeugen

Rückenschmerzen mit Übungen vorbeugen, Rückenschmerzen entstehen nicht nur bei körperlichen Schäden, sondern auch seelische Einflüsse spielen eine Rolle

Fragt man viele Menschen, ob sie schon jemals in ihrem Leben Rückenschmerzen gehabt haben, so antwortet die deutliche Mehrheit mit ja. Fragt man die Menschen, die Rückenschmerzen nicht kennen, warum das bei Ihnen so ist, so kommt als Antwort – sie wissen es nicht.

Aus der Medizin weiß man, es gibt Menschen mit ganz offensichtlichen Schäden an der Wirbelsäule, die auch im Röntgen nachweisbar sind. Aber ein Teil davon hat keinerlei Schmerzen und Probleme. Umgekehrt gibt es viele Menschen mit Rückenschmerzen, bei denen die körperliche Ursache nicht nachweisbar ist.

Rückenschmerzen entstehen also nicht nur bei körperlichen Schäden oder Mängeln, sondern auch seelische Einflüsse spielen eine Rolle.

Auf jeden Fall sind Rückenschmerzen und Gliederschmerzen eine Volkskrankheit mit Auswirkungen auf das gesamte soziale System aber vor allem Auswirkungen auf die Lebensqualität jedes einzelnen.

Die Ursachen und die Art der Schmerzen sind unterschiedlich und konkrete Hilfen für Ihre persönliche Gesundheit lassen sich schwerlich formulieren, jedoch sind 3 Fakten besonders zu beachten:

 

Rückenschmerzen mit Übungen vorbeugen

 

 

 

  • Bewegungsapparat

Der gesamte Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen, also Knochen, Muskeln und Bindegewebsstrukturen, ist für Bewegung ausgelegt und regeneriert sich aus einem Wechsel aus Be- und Entlastung heraus.
Also der gesamte Körper braucht Bewegung,  die im Hirn und im Rückenmark gesteuert wird und durch die Muskeln umgesetzt wird.

Unsere Muskeln sind ausschließlich in der Lage, sich aktiv zusammenzuziehen. Das heißt, um eine kontrollierte Bewegung auszuführen, gehören immer mindestens zwei Muskelgruppen zur Ausführung. Ein „Spieler“ und ein Gegenspieler. Man sieht das sehr gut am Oberarm : der Biceps-Muskel, der sich vorn am Oberarmknochen befindet bringt den Arm von der Geradeausstellung in den Winkel. Die gleiche Bewegung zurück wird durch den Triceps Muskel, hinten am Oberarm, bewältigt. (sie können das unter Belastung z.B mit einer Literflasche Wasser sehr gut an sich selbst testen, indem Sie die Anwinkelung ausführen und dabei mit der anderen Hand fühlen, wie hart der jeweilige Muskel wird) Belastung ist nur möglich, wenn beide Muskeln gleichstark sind.

Man kann sich unser Muskelsystem wie die Takelage eines Segelschiffes vorstellen, die nur intakt bleibt, wenn alle Taue die richtige Länge und Stärke haben.

Beim Rücken sind die Gegenspieler die Rückenmuskulatur und die Bauchmuskulatur. Muskel kann man durch Belastung trainieren.

Hierbei kann die Physiotherapie zwar helfen, doch ein Leben ohne Rückenschmerzen bedarf eines gewissen Maßes an aktivem Training und Bewegung. Das ist oft nur in begrenztem Masse möglich. Übungen zum Bewegungstraining werden in den Medien und sicher auch von Ihrer Krankenkasse empfohlen, teilweise auch direkt vom Arzt.

Unser Vorschlag sind so genannte isometrische Spannungsübungen. Übungen bei denen keine oder nur geringe Bewegung ausgeführt wird, sondern nur eine Anspannung vollzogen werden soll.

 

Übung 1 Halsmuskulatur

Die Hand wird, wie im Bild zu sehen, positioniert und dem Widerstand der Hand wird der Kopf entgegengepresst. Hand und Kopf bleiben in Ihrer Position. Spannung halten und bis sieben zählen. Die Übung ist ausgezeichnet geeignet und kann auch bei leichten Schmerzen ausgeführt werden. Den Anpressdruck bestimmen Sie, evtl. in Absprache mit dem Arzt. Übung bitte täglich oder aller zwei Tage ausführen.

 

Rückenschmerzen

Übung 2 Rückenmuskulatur

Legen Sie sich flach auf den Boden. Der Rücken zeigt nach oben. Beine und Arme werden gleichzeitig angehoben, sodass sie den Boden nicht mehr berühren. Spannung halten und bis sieben zählen. Wichtig ist das Beine und Arme nicht am Boden sind, der Abstand zum Boden kann gering (1cm) bleiben.

 

Rückenschmerzen

 

Übung 3 Bauchmuskulatur

Legen Sie sich flach auf den Boden. Der Bauch zeigt nach oben. Beine und Arme werden gleichzeitig entsprechend Bild angehoben. Spannung halten und bis sieben zählen. Wichtig ist das Beine und Arme nicht am Boden sind, der Abstand zum Boden .kann gering (1cm) bleiben.

 

Rückenschmerzen

 

2. Schmerzen

Rückenschmerzen können sehr unterschiedlich sein und verschiedene Ursachen haben vom Hexenschuss bis Nackenschmerzen ist vieles möglich und in ganz unterschiedlichem Masse vom Betroffenen zu ertragen. Mit oder ohne ärztliche Hilfe verschwinden diese Schmerzen wieder und treten später wieder auf, manchmal auch nicht. Rückenschmerzen in Verbindung mit Lähmungserscheinungen, Fieber oder Atemproblemen  sollten Sie allerdings beim Arzt abklären lassen, auch wenn starke Schmerzen mehr als drei Tage bleiben.

Generell gilt, dass Schmerzen durch Medikamente gut bekämpft werden können. Wobei dies keine Dauerlösung sein sollte. Ein bestimmtes Maß an Schmerz ist in Abhängigkeit von den persönlichen Voraussetzungen, unter dem Gesichtspunkt des baldigen Abklingens auch ertragbar. Unser Körper ist durchaus in der Lage kleinere Schäden selbst zu „reparieren“.

Schmerzen können auch ohne körperliche Schäden auftreten, besonders die Wirbelsäule ist von dieser Tatsache betroffen.

 

3. Rücken und Psyche

Der Rücken ist der Spiegel der Seele, so sagt man. Wer Sorgen hat, der hat nicht nur Likör (laut Wilhelm Busch), der hat oft auch Rückenschmerzen. Vielleicht haben Sie das auch schon registriert.

Meistens sind diese Schmerzen auf einen bestimmten Teil der Wirbelsäule konzentriert, oft ist es die untere Lendenwirbelsäule oder die Halswirbelsäule. Wir erkennen diese Schmerzen wieder und sagen schnell: ich hab wieder „meinen“ Rückenschmerz.

Es bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus, dieses führt über vorgebahnte Nervenstrukturen ohne Umwege zum Vollschmerz, auch wenn eigentlich nur ein kleiner Schmerz verspürt worden wäre. Es kommt dadurch zu schwer zu lösenden Krampfzuständen und einer entsprechenden Potenzierung des Schmerzes. Dazu können dann übrigens auch Schmerzen führen, die ursächlich dem Rücken gar nicht zugeordnet werden können.

Es gilt diesem Schmerzgedächtnis zu entgehen.

Die eine Möglichkeit besteht darin, die Rückenschmerzen als gegeben hinzunehmen und zu warten, bis diese wieder vergehen. Sicher klingt das zu einfach, und nicht zu realisieren – aber die Devise muss lauten : nicht überbewerten und nicht in die Schmerzen hineinsteigern. Schmerzmittel können dabei durchaus hilfreich sein.

Eine gute Methode aus der Alternativmedizin ist ein spezielles Akupunkturverfahren, welches hilft das Schmerzgedächtnis zu löschen.

 

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Die Verschiedenen Krankheiten am Bewegungsapparat

Erkrankungen am Bewegungsapparat

Angeborene Erkrankungen

Verschiedene Erbkrankheiten am Bewegungsapparat wirken sich auf die Konsistenz der Knochen aus, beispielsweise die Glasknochenkrankheit. Bei diesen Krankheiten ist eine Heilung nicht möglich. Symptome können bekämpft werden, trotzdem bleiben für die Bewältigung des täglichen Lebens gravierende Einschränkungen.

Die Verschiedenen Krankheiten am Bewegungsapparat



Erworbene Erkrankunkungen

Osteoporose

Eine der am weitesten verbreiteten generelle Erkrankung am Bewegungsapparat ist die Osteoporose. Es handelt sich hierbei um eine Verringerung der Knochendichte. Ein über das altersübliche Maß hinausgehender Verlust an Knochenmasse mit erhöhtem Knochenbruchrisiko charakterisiert diese Erkrankung. Ohne Überlastung entstehen Frakturen.

Ab dem 50. Lebensjahr ist diese Krankheit von Bedeutung. Wobei mehr Frauen daran erkranken, das Verhältnis weiblich: männlich beträgt 8:1. Bei Osteoporose spielen familiäre Häufungen, Hungerzustände in der Vergangenheit, Östrogenmangel und nicht zuletzt geringe körperliche Aktivität eine Rolle.

 

Rachitis

Ist eine Störung der Mineralisation des wachsenden kindlichen Skeletts. Mangelernährung aber auch vegane Ernährung ungenügendes Sonnenlicht aber auch Nierenerkrankungen wirken hier. Ein markantes Zeichen ist der Glockenthorax beim Säugling. Neben vielen weiteren Erscheinungen am Slelett ist ein allgemeiner Minderwuchs Kennzeichen der Krankheit.

 

Osteomalazie

Ist die Rachitis der Erwachsenen. Vitamin D Mangel spielt hierbei die Hauptrolle.

 

Knochennekrosen

Durchblutungsstörungen des Knochengewebes vor allem im Knie und Hüftbereich mit entsprechenden Auswirkungen vor allem an den Gelenken selbst.

 

Infektionserkrankungen der Knochen

Diese resultieren oft aus sportlichen Überlastungen oder resultieren aus einer im Kindesalter erworbenen Osteomyelitis.

 

Brüche/Frakturen

Frakturen entstehen in der Regel durch Gewalteinwirkung und trennen mindestens zwei Fragmente voneinander. Ist die Trennung nicht komplett liegt eine Fissur vor. Spontanfrakturen, also Brüche ohne nachvollziehbarem Grund treten bei vorgeschädigten Knochenstrukturen auf.

Grünholzfrakturen treten bei Kindern auf, hier bleibt trotz Bruch die äußere Knochenhaut intakt und die Heilung geht schnell von statten.

Offene Brüche, also Knochenbrüche die die Hautoberfläche durchdringen sind vor allem wegen der Infektionsgefahr kritisch zu bewerten und bedürfen fachkundiger Hilfe.

 

Sonstige Folgen von Krafteinwirkungen

Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Verrenkungen sind weitere Verletzungen am Bewegungsapparat. Muskelzerrungen, Muskelrupturen und Sehnenverletzungen z. B. Achillessehnenrupturen und Bänderverletzungen z.B. im Kniebereich sind oft Folgen von Unfällen.

 

Erkrankungen der Wirbelsäule

Man spricht auch davon, dass die Wirbelsäule der Spiegel der Seele ist. Obwohl Schäden an der Wirbelsäule über Röntgenverfahren gut nachweisbar sind, sind die Auswirkungen auf das tägliche Leben von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Verschiedene Erkrankungen der Wirbelsäule bestehen in einer vom Normalzustand abweichenden Form.

Veränderungen an den Wirbeln an sich, beispielsweise durch Überlastung, sind weitere krankhafte Veränderungen.

Bandscheibenbedingte Erkrankungen sind oft besonders schmerzhaft, wie beispielsweise der Hexenschuss, wo durch eine verschobene Bandscheibe Druck auf den Nervenkanal ausgeübt wird. Diese wirkt sich in Form von Schmerz und Bewegungseinschränkung auf den Menschen aus.

Schleudertraumen werden mit Verletzungen in Zusammenhang mit Unfällen oft diagnostiziert.

 

Erkrankungen der Hüfte und der Kniee

Diese Art von Erkrankung ist eine „Volkskrankheit“, die mit viel Schmerzen verbunden ist. Arthrose ist die Bezeichnung für diese Verschleißerkrankungen. Oft ist die OP und der Wechsel des entsprechenden Gelenkes scheinbar der einzige Ausweg. Bei Arthritis liegt eine Gelenkentzündung vor. Gleiche Erscheinungen treten an Armen und Schultern auf.

 

Knochentumore

Treten relativ selten auf sind aber in Zusammenhang mit anderen Tumoren beispielsweise Brust oder Prostata von Bedeutung.

 

Rheuma

Viele Rheuma – Erkrankungen sind nicht auf Bewegungsapparat beschränkt und betreffen auch innere Organe, Augen und Haut. Es kommt zu Veränderungen an Knorpeln und Zwischenwirbelscheiben. Damit verbundene Schmerzen Funktionsbehinderungen, Steifigkeit, Deformierung und systematische Organmanifestation führen zu gravierenden Einschnitten ins Leben der Betroffenen.

 

Sonstige Erkrankungen

Sehnenscheidenentzündung, Schleimbeutelentzündung, Tennisellenbogen schneller Finger, Schultersteife und andere mehr sind weitere Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, welche sowohl aus Überbelastung aber auch durch Minderbelastung entstehen.

Das Karpaltunnelsyndrom ist momentan eine oft diagnostizierte und auch operierte Schädigung im Hand Arm Bereich. Myogellosen sind Verhärtungen der Muskulatur. Beides sind Erkrankungen, welche mit der Arbeit am Computerbildschirm in Zusammenhang gebracht werden.

 

Klassische Therapie

Zur Diagnose von knöchernen veränderungen ist das Röntgen ob in Einzelaufnahme oder als Computertomogramm das Mittel der Wahl. Für den Bereich der Weichteile ist das Magnetresonanztomogramm (MRT) besonders geeignet.

Unterschiedlichste Therapieformen für den Bewegungsapparat werden je nach Erkrankung angewandt. Eine OP ist immer ein gravierender Eingiff, der vom Patienten abgewogen werden sollte.

 

Alternative Therapie

Prinzipiell ist der Menschliche Körper auf Bewegung ausgelegt. Das Muskel, Bänder und Sehnensystem hält das knöcherne Gerüst wie die Takelage eines Schiffes in seiner Form und so Schmerzen und Probleme von uns weg. Knochen, besonders die Gelenke benötigen regelmäßige Druckbelastungen um sich regenerieren zu können. Die Bandscheiben nehmen, wie ein Schwamm im Liegen Ernährungsflüssigkeit auf und geben diese im Stehen, also unter Druck mit Abbauprodukten wieder ab.

So funktioniert die Ernährung der Scheiben. Bei den meisten der o.g. Erkrankungen liegt die Therapie vor Allem in der Bewegung und im gleichmässigen Muskelaufbau oder Erhalt.

Eine Pflanze, die von jeher für unseren Bewegungsapparat gute Wirkung zeigt ist das Beinwell. Akupunktur kann bei Verspannungen gut helfen und Schmerzstrukturen aufheben.

 

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Bewegungsapparat, Aufbau und Funktion

Bewegungsapparat:Der Aufbau und die Funktionen unseres knöchernen Stützsystems

Der Aufbau unseres knöchernen Stützsystems (Bewegungsapparat) besteht aus einer ganzen Reihe verschiedener Knochen. Die insgesamt ca. 200 Teile dieses Systems bestehen aus platten Knochen, wie beispielsweise den Schädelknochen oder dem Schulterblatt. Kurze Knochen, welche meist würfelartig gestaltet sind, befinden sich in den Hand oder den Fußwurzelknochen.

Lufthaltige Knochen, wie das Mastoid im Kopfbereich bewahren vor unnötigem Ballast. Ein Sesambein ist ein in eine Sehne einglagertes Knochenstück, wie es beispielsweise bei der Kniescheibe vorkommt. Diese Konstruktion vermeidet das reiben von Sehnen und Muskeln auf Knochen. Um besonders geformten Knochen handelt es beispielsweise bei den Wirbeln.

Das Skelett lässt sich einteilen in Stammskelett und Gliedmaßenskelett.

Die Wirbelsäule mit Ihren 24 Wirbeln, der Schädel und die 12 Rippenpaare, welche zusammen mit dem Brustbein den Brustkorb bilden sind das Stammskelett.

Schulter, Arme und Hand als Schultergürtel und der Beckengürtel mit Hüftbein, Sitzbein, Schambein, sowie Beine und Fuß bilden das Gliedmassenskelett.

Veränderungen an einem Teil des Skeletts ziehen oft weitere Veränderungen nach sich,  so wirkt sich eine Verletzung des Beines beispielsweise auch bei entsprechender Dauer auf die Wirbelsäule aus.

Bewegungsapparat



Schädel

Der Hirnschädel dient als Aufbewahrungs- und Schutzsystem für das Gehirn. Plattenknochen sind hier über Nähte miteinander verbunden.

 

Bewegungsapparat Schädel von Oben

 

 

 

 

Der Gesichtsschädel ist komplizierter gestaltet. Er besteht aus Augen-, Nasen- und Mundhöhle, dem Zungenbein und den Gehörknöchelchen. Ober und  Unterkiefer sind die weiteren Bestandteile mit vielen kleinen Funktionseinheiten sowie Austrittspunkten für Nerven. Im Inneren befinden sich  Schädelgruben.

 

Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht neben Ihren 24 aufwendig gestalteten und gelenkartig miteinander verbundenen Wirbeln noch aus Kreuzbein und Steißbein als unterer Abschluss.

Bewegungsapparat

 

 

Halswirbelsäule

 

Brustwirbelsäule

 

 

Lendenwirbelsäule

Kreuzbein und Steißbein

 

 

 

 

 

Die Aufteilung in 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel und 5 Lendenwirbel spiegelt Funktion und Anordnung wieder. Kreuz und Steißbein bestehen aus verkümmerten und verschmolzenen Wirbeln.

Die Form der Wirbel ist weitgehend identisch, von oben nach unten werden die Wirbel größer und stabiler, in der Mitte der Wirbel befindet sich ein Loch. Durch dieses Loch werden Nervenstränge geleitet. Gelenke vervollständigen die Wirbel.

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich außer im Halsbereich sogenannte Bandscheiben, faserige Scheiben mit einem Gallertkern in der Mitte, die Bandscheiben.

 

Bewegungsapparat Typische Wirbelform

 

 

 

 

Während die Lendenwirbelsäule eher kompakt aufgebaut ist, besteht die Halswirbelsäule aus eher  filigranen Wirbelkörpern. Die Wirbellöcher sind im  Verhältnis recht groß und entsprechen der Anzahl und dem Volumen der durchgeführten Nervenstränge.

Die Nervenstränge laufen vom Kopf zu den Körperregionen und zurück. Die Nerven zur Versorgung der Arme beispielsweise treten im Halsbereich aus,  die für das Herz zuständigen Nerven im Brustwirbelsäulenbereich. Somit reduziert sich die Zahl der Nerven und das Wirbelloch kann kleiner  werden.

 

Bewegungsapparat

Anzahl der Nerven im Wirbelsäulenkanal reduziert sich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Becken

Die Bestandteile des Beckens sind das Kreuzbein, welches auch der Wirbelsäule zugerechnet wird, sowie 2 Hüftbeine.  Die Hüftbeine wiederum bestehen aus Darmbein, Schambein und Sitzbein.

Das Ileosakralgelenk befindet sich zwischen Kreuzbein und Darmbein und ist oft eine schwer zu erkennende Problemstelle.

Das Hüftbein bildet die Hüftgelenkpfanne, die Verbindung zu den Beinen aus.

 

Brust

Die Brust besteht aus 12 Rippenpaaren und dem Brustbein. Davon sind 7 echte Rippen über das Brustbein miteinander verbunden. Die restlichen Rippen  liegen frei bzw. sind mit oberen Rippen verbunden.

 

Schultergürtel

Schlüsselbein und Schulterblatt bilden den Schultergürtel vom Bewegungsapparat. Das Schlüsselbein hat nur eine Verbindung zum Brustbein und damit zur Wirbelsäule  über das  Sternoclaviculargelenk, liegt ansonsten relativ frei.  Viele starke Bänder stützten das Schlüsselbein und in schränken die Bewegungen ein.  Das Schulterblatt ist ein dreieckiger Plattenknochen.

 

Arme

Oberarmknochen, die Unterarmknochen Elle und Speiche sowie die Handwurzelknochen bilden den knöcherne Teil unserer Arme. Diese sind über das  Schultergelenk mit dem Schulterblatt verbunden. Das Ellenbogengelenk realisiert die Verbindung von Oberarmknochen mit Elle und Speiche.

Der Aufbau der Hand ist kompliziert. Nur so sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten der menschlichen Hand realisierbar. Dazu gehören 8  Handwurzelknochen, 5 Mittelhandknochen und 14 Fingeglieder. Verschiedene Gelenke geben der Hand die nötige Flexibilität.

 

Beine

Ähnlich der Arme, besteht das Bein aus einem Oberschenkelknochen, den Unterschenkelknochen Schienbein und Wadenbein sowie dem Fuß. Das Schienbein  bildet die Innenknöchel, das Wadenbein die Aussenknöchel. Über das Sprungbein besteht die Verbindung zum Fuß. Dieser besteht aus 7  Fußwurzrelknochen, 5 Mittelfußknochen und 14 Zehenglieder. Ein Längsgewölbe und ein Quergewölbe geben Flexibilität und mildern Stöße ab.

 

Gelenke

Eine Wesentliche Rolle bei der Bewegung spielen die Gelenke. Diese sind aufgrund ihres teilweise sehr komplizierten Aufbaus besonders anfällig.  Kugelgelenk z.B. Hüftgelenk, Eigelenk z.B. Handgelenk, Sattelgelenk z.B. Daumenwurzelgelenk, Scharniergelenk z.B. Ellenbogengelenk und  Zapfengelenk z.B das Gelenk zwischen Elle und Speiche sind die Bezeichnungen für die verschiedenen Gelenkarten.

Das beweglichste Kugelgelenk ist das Schultergelenk, da es in der Gelenkpfanne nur durch Muskeln fixiert ist, währen andere Gelenke auch durch  Bänder fixiert sind.

 

Muskulatur

Um den knöchernen Teil vom Bewegungsapparat in Bewegung zu setzen bedarf es der Muskulatur.  Diese fungiert weiter als Wärmebildner und  Wärmeregulator. Die sogenannte Muskelpumpe dient der Verbesserung der Blutzirkulation indem sie den venösen Rückfluss des Blutes z.B. bei  langem Stehen unterstützt.

Ein Muskel an sich kann sich nur kontrahieren, also zusammenziehen. Prinzipiell ist unsere Skelettmuskulatur so aufgebaut, dass sich immer zwei  Muskeln oder Muskelgruppen gegenläufig kontrahieren. Am Ellenbogen beispielsweise sorgt der Ellenbogenbeuger (Bizeps) für das Anwinkeln des  Armes und der Strecker (Trizeps) für das Ausstrecken. Im Zusammenspiel dieser Antagonisten wird die Bewegung des Armes gesteuert.

 

Funktion

Die Wirbelsäule hat in erster Linie eine Stützfunktion. Die Wirbel sind gegeneinander verschieblich und geben dadurch Flexibilität. Die doppelte  S- Form und die Bandscheiben sorgen für ein Federungssystem. Die Wirbelsäule umschließt und schützt das Rückenmark bzw. diese Nervenbahnen. Sie trägt den Kopf, bildet die Verbindung zu unteren Extremitäten und den  Rippen und ist Ursprung und Ansatz der Rückenmuskulatur.

Funktionsstörungen im Bewegungsapparat ziehen Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen nach sich. Störungen an der Wirbelsäule sind in den meisten Fällen mit Störungen der Nervenleitung verbunden und äußern sich oft in Schmerzen ausserhalb der Wirbelsäule selbst.