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Nervensystem, Psychologie

Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen

Persönlichkeitsstörungen

Bei diesen Störungen sind bestimmte Verhaltensweisen in besonderer Art ausgeprägt und entsprechen nicht mehr der Norm unserer Gesellschaft. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen können zum Teil damit rechnen nicht mehr im sozialen Gefüge unserer Mitmenschen ohne Akzeptanz Zu verlieren.

 

Persönlichkeitsstörungen

 

Paranoide Persönlichkeitsstörungen

Die Neigung Handlungen anderer Personen als absichtliche Bedrohung zu interpretieren steckt hinter diesen Persönlichkeitsstörungen.

Diese Persönlichkeitsstörungen sind geprägt durch ein intensives Misstrauen anderen gegenüber, Reizbarkeit bis hin zu Steitsucht und nur begrenzten Humor. Menschen, die an einer paranoiden Störung leiden sind oft sehr eifersüchtig und besitzen ein hohes Selbswertgefühl.

 

Weitere Persönlichkeitsstörungen sind unter anderem:

  •  Schizoide Persönlichkeitsstörung
  • Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
  • Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
  • Depressive Persönlichkeitsstörung
  • Narzistische Persönlichkeitsstörung
  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung
  • Borderline Persönlichkeitsstörung
  • Abhängige Persönlichkeitsstörung

Pyromanie, also der innere Zwang zum Feuerlegen und Kleptomanie, der Zwang zu Stehlen sind abnorme Gewohnheiten genauso wie Kaufzwang oder Stalking.

 

Verhaltensstörungen

Sucht

In unserer Gesellschaft spielt die Sucht eine große Rolle. Man unterscheidet stoffgebundene Sucht und stoffungebundene Sucht. Beim Betroffenen besteht der übermächtige Wunsch eine bestimmte Substanz einzunehmen oder gewisse Handlungen auszuführen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Männer und Frauen leiden gleichermassen an Suchterkrankungen. Der Alkohol macht dabei fast dreiviertel aller Süchte aus. An zweiter Stelle folgt die sogenannte Polytoxikomanie, also die Sucht mehrere entsprechende Soffe gleichzeitig aufzunehmen, beispielsweise Alkohol und Tabletten. Sucht ist mit einem psychisches Drängen nach dem Suchtmittel, aber auch physischen Erscheinugen verbunden, den Entzugserscheinungen.

Langfristige Auswirkungen bestehen in sozialen Folgen, Verhaltensänderungen, Psychosen und körperlichen Spätfolgen, wie Leberzirrhose.

 

Illegale Drogen und deren Symptome und Merkmale:

Morphium, Heroin, Methadon

Diese Stoffe unterliegen dem Beteubungsmittelgesetz und bewirken einen Rauschzustand mit starker Euphorie. Das Selbstbewußtsein wird dabei deutlich gesteigert. Lässt die Wirkung der Droge nach, fällt der Betroffene in Apathie, also Teilnahmslosigkeit.

Wie bemerkt ein Aussenstehender, dass diese Drogen genommen wurden? Ein Markantes Kennzeichen sind die verengten Pupillen. Rötung im Gesicht, Hautjucken und Benommenheit sind weitere Merkmale. Diese Stoffe besitzen ein starkes Suchtpotential. Es kommt zur physischen und psychischen Abhängigkeit (Persönlichkeitsstörungen) und zu entsprechenden Entzugssymptomen wie Muskelkrämpfe Erbrechen und Schwitzen. Diese Erscheinungen können über Wochen andauern.

 

Canabis

Am häufigsten von allen Drogen wird Canabis eingenommen. Dieser aus Hanfpflanzen gewonnene Stoff wird geraucht oder gegessen und hat den Höhepunkt seiner Wirkung nach 20 bis 30 Minuten. Die Wirkung schafft eine heitere Euphorie, welche 2-3 Stunden anhalten kann. Das Erleben von Raum und Zeit ändert sich, die Wahrnehmungsfähigkeit wird gesteigert und es kommt zu Denkstörungen.

Im Gegensatz zum Heroin sind bei diesem Stoff die Pupillen geweitet. Die Abhängigkeit ist in erster Linie eine psychische. Entzug ist verbunden mit Reizbarkeit und Ängstlichkeit.

 

Kokain

Die Kokapflanze wächst in Peru, Ihre Wirksoffe wurden chemisch nachgebildet und so sind die sogenannten Amphetamine entstanden, wie Speed, Crystal und Ice. Diese Stoffe bewirken Euphorie, Wachheit und Wohlbefinden. Hungergefühle und Müdigkeit werden verdrängt.

Geweitete Pupillen und schlechte Grundstimmung verbunden mit starkem Hungergefühl charakterisieren die Entzugserscheinungen.

 

Weitere Abhängigkeiten

Mit den Momentanen technischen Möglichkeiten entstehen in immer kürzeren Zeitabständen neue Drogen, die oft im Internet unter unauffälliger Bezeichnung verkauft werden. Wird diese Droge in irgendeiner Weise auffällig im strafrechtlichen Sinne wird das Produkt kurzfristig wieder aus dem Verkehr gezogen.

Synthetisches Mutterkorn, Lacke, Benzin Äther auch die so genannten KO Tropfen haben weiterhin Bedeutung.

Medikamentenabhängigkeit oft auch in Zusammenhang mit anderen Stoffen z.B. Alkohol stellt ebenfalls ein Problem dar.

Tabakabhängigkeit ist ein bekanntes gesamtgesellschaftliches Problem, in Hinblick auf die gravierenden gesellschaftlichen und persönlichen Probleme.

 

Alkoholsucht

Ab wann ist man eigentlich alkoholsüchtig wird oft gefragt, gemeint ist wie viel kann ich trinken um nicht als Alkoholiker zu gelten. Wie bei allen Drogen dann, wenn es Ohne Alkohol nicht mehr geht, der Betroffene die Kontrolle über den Alkoholkonsum verliert und das betrifft zumindest zeitweise 5% der erwachsenen Bevölkerung.

Das Trinkverhalten kann in 5 Stufen eingeteilt werden und reicht vom Gelegenheitstrinker der ohne Kontrollverlauf den Alkohol konsumiert bis Quartalstrinker, der den Vollrausch anstrebt und tagelang im Rausch bleiben kann.

Bei Alkoholentzug treten Symptome auf, die im günstigen Fall innerhalb 3-7 Tagen wieder wegfallen. Professionelle Hilfe ist dabei ein Erfolgsfaktor.

Das Delirium tremens ist ein durch Entzug bei 5-10% der Betroffenen auftretender lebensgefährlicher Zustand mit Bewusstseinsstörungen, Desorientierung und Haluzinationen. Die berühmten weißen Mäuse werden hier also scheinbar zur Realität. Ein Epileptischer Anfall kann der Einstieg in das Delir sein.

Woran erkennt man nun den Alkoholiker? Säufernase, Hautrötungen, Potenzstörungen und die oft kaschierte Fahne sind nach außen wahrgenommene Merkmale.

Körperliche Folgen können sein Fettleber, Magenentzündungen, Blutdruckprobleme, zitternde Gliedmassen bis hin zu krankhaften Gehirnveränderungen. Der Alkoholismus bringt auch unter Umständen soziale Folgen mit sich die das Familienleben negativ beeinflussen oder gar zerstören.

 

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Nervensystem, Psychologie

Essstörungen oder Magersucht

Essstörungen/Magersucht

Anorexia nervosa

Diese meist Mädchen in der Pubertät betreffende Magersucht ist eine psychogene Essstörung. Die Einstellung zur Nahrungsaufnahme wird verändert, die Körperwahrnehmung ist gestört, es besteht große Angst vor Übergewicht und der Betroffene selbst verleugnet diese Krankheit. Die Nahrungsverweigerung hat vielfältige negative Auswirkungen auf den Körper. In der Regel sind solche Menschen besonders aktiv und Leistungsbereit.

 

Magersucht

Menschen, die an Magersucht leiden erkennt man an einer deutlichen Abmagerung, einem fehlenden oder gestörten Krankheitsbewusstsein. Sie essen nur ungern in der Öffentlichkeit oder einer Gruppe.

 

Bulemie

An Ess-Brechsucht oder Magersucht leiden Menschen bevorzugt im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Diese Anfälle sind meist aus negativen Gedanken und Gefühlen heraus aber auch aus innerer Lehre und Langeweile zustande gekommen. Lady Diana war eine bekannte Persönlichkeit, welche offensichtlich an dieser Erkrankung litt.

Markante Kennzeichen für Bulemie sind diese Fressanfälle, die gut vorbereitet sind und zum Lebensmittelpunkt werden. Sie sind verbunden mit der Angst dick zu werden. Neben dem Erbrechen werden oft noch Medikamente, wie Appetitzügler und Abführmittel genommen. Das Essen erfolgt jedoch meist heimlich und die betroffene Person schämt sich dafür.

Schlechte Zähne und gelbe Fingerkuppen entstehen durch das selbst herbeigeführte Erbrechen und den entsprechenden Kontakt mit dem stark sauren Mageninhalt, der die Magensäure enthält.

Als Therapie bietet sich die Psychotherapie an. Auch Hypnose werden Möglichkeiten der Besserung zugeschrieben. Auf jeden Fall soll das Problem durch nahe stehende Menschen deutlich angesprochen werden, sobald diese es feststellen.

 

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Nervensystem, Psychologie

Psychische und Physische Nervenkrankheiten

Erkrankungen, Nervenkrankheiten

In dem komplexen System unserer Nerven sind eine Reihe von Erkrankungen (Nervenkrankheiten) möglich, die vor allem auf die nicht erfolgte oder modifizierte Weiterleitung von Nervenimpulsen beruhen. Meist sind es mechanische Schädigungen oder Folgen von mechanischem Druck die sich auswirken. Aber auch der Mangel an Blutversorgung spielt eine Rolle ebenso wie Autoimmunprozesse. Diese Prozesse sind charakterisiert von Reaktionen des Körpers gegen sich selbst. Entzündlich Prozesse im Verlauf von Infektionserkrankungen oder auch Vergiftungen wirken ebenfalls.

Die zwei bekanntesten Vertreter von Erkrankungen des Nervensystems an sich sind die Multiple Sklerose und die Nervenkrankheiten des Ischiasnervs als „Volkserkrankung“.

 

Nervenkrankheiten

 

 

 


Multiple Sklerose

Eine der bekanntesten Nervenkrankheiten ist die Multiple Sklerose oder MS, eine entzündliche Erkrankung des ZNS. Die weiße Substanz geht dabei verloren und wird durch die Glia, diese Nervenisolationsschicht ersetzt. Die Folgen und Verläufe sind sehr unterschiedlich. Der Beginn dieser Nervenkrankheiten ist oft das sehen von Doppelbildern, da durch die Störungen der Nervenleitbahnen unterschiedliche Nervenleitgeschwindigkeiten entstehen.


Ischiassyndrom

Durch Kompression oder Reizung der Nervenwurzel dieses Nervs beispielsweise durch eine vorgewölbte Bandscheibe oder andere Veränderungen an der Wirbelsäule, wie Tumore des Beckens, Wirbelgleiten (Sponylolisthesis), Verrenkung der Wirbelsäule oder der Beckengelenke, Verkühlungen, Erkältungen oder durch Schwangerschaft kommt es zu Schmerzen bis zu Lähmungen im Verlauf dieser  Nervenkrankheiten im Hüften und Beinbereich.

 

Klassische Therapie

Für die Diagnostik dieser Nervenkrankheiten stehen mittlerer Weile verschiedenste effektive Methoden zur Verfügung. Die Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit, das Elektroenzephalogramm EEG oder auch die Kernspinntomographie (MRT) sind Vertreter von technischen Verfahren der Test von Reflexen und verschiedene vor allem mechanische Testverfahren geben ebenfalls gute Ansätze für Therapien dieser Nervenkrankheiten.

Oft ist auch hier die OP das Mittel Wahl.

Nervenkrankheiten, Alternative Methoden

Da es sich häufig um mechanische Ein- und Auswirkungen handelt, ist die Physiotherapie mit ihren unterschiedlichsten Formen hier ein Mittel der Wahl. Bei Autoimmunprozessen kann ein guter Homöopath unter Umständen zumindest Linderung schaffen bei diesen Nervenkrankheiten.

 

Psychologie / Psychiatrie

Das Nervensystem stellt, wenn man so will, die organischen und strukturellen Voraussetzungen für unsere Persönlichkeit dar. Welche verschiedensten Abweichungen von der Normalität es gibt, hängt von vielen Faktoren ab. Wobei was normal ist, bestimmt unsere Gesellschaft. Diese ist mittlerer Weile hier durchaus toleranter geworden, als die unserer Vorväter.

Unser Gesundheitsbegriff ist in der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO festgeschrieben, welche schon seit 1946 einen Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden fordert. Sicher ist das ein Traum, der schwer zu realisieren und noch schwerer als Dauerzustand haltbar ist – schön wäre es auf jeden Fall ein solches Wohlbefinden zu besitzen.

Psychisch gesund ist man dann, wenn man die WHO Kriterien in der Lage ist zu erfüllen, dabei den Alltag meistern kann, seine Ziele verfolgen kann und das eigene Wirken Sinn hat. Der Kontakt zur Realität darf keine erheblichen Störungen aufweisen.

Die Akzeptanz von psychischen Nervenkrankheiten in der Gesellschaft ist noch sehr gering. Wobei in den letzten Jahren schon eine gewisse Enttabuisierung eingetreten ist. Das Burnout hat dabei einen entscheidenden Einfluss gehabt, denn es ist die erste psychische „Erkrankung“ die in den Medien und in der Gesellschaft akzeptiert ist und mit einem positiven Image der betroffenen Person verknüpft werden kann.

Die Psyche des Menschen ist schwer zu bewerten, Messungen wie z.B. der Nervenleitgeschwindigkeit bringen hier wenig. Wir haben es mit sogenannten weichen Faktoren zu tun. Die Erkrankungen selbst, die schwer zu diagnostizieren sind, sind schwer abzugrenzen und gehen teilweise in andere Nervenkrankheiten oder Störungen über.

 

Generell kann man psychische Erkrankungen in drei Kategorien einteilen.

  • organische Psychosen
  • endogene Psychosen
  • Variationen der normalen Psyche

 

Organische Psychosen

Für diese Art von Nervenkrankheiten liegt eine organische oder körperlich begründete Ursache für die Entstehung der Psychose vor. Beispielsweise ist das Gehirn geschädigt oder andere Nervenkrankheiten mit Auswirkungen auf das Gehirn rufen psychische Erkrankungen hervor.

Primäre Ursachen sind direkte Schädigungen des Gehirns. Hier kann ein Trauma, beispielsweise ein schwerer Autounfall sich auswirken, aber auch ein Tumor, der auf das Gehirn drückt oder eine Hirnhautentzündung mit gravierenden Ausmaßen eine Rolle spielen.

Bei sekundären Ursachen ist das Gehirn selbst nicht geschädigt, wird aber durch andere Organe oder Gifte in Mitleidenschaft gezogen z.B. durch Alkohol, Drogen, Medikamente, Leberkoma (Hirnschädigung durch Ammoniak), Nierenkoma, Fehlfunktion der Schilddrüse, Nebennierenerkrankung, Hypophysenminderfunktion aber auch durch Diabetes und andere gefäßverändernde Prozesse können Psychosen entstehen.

Organische Psychosen können sowohl reversibel, also akut, als auch chronisch sein also als ständiger Begleiter auftreten. Ein bekannter Vertreter ist das HOPS und weiterhin das Delir.

 

Hirnorganisches Psychosyndrom (HOPS)

Das HOPS oder auch OPS kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. In seiner akuten Form gilt es als rückbildungsfähig, wie beispielsweise beim Delirium oder einem Schädelhirntrauma.

Vertreter der chronischen OPSe sind die Demenz und Symptome nach einem langen Koma.

 

Delirium

Es handelt sich hierbei um eine ausgeprägte akute Bewusstseinsstörung, die einher geht mit zeitlicher und örtlicher Desorientiertheit. Die Ursachen sind vielfältig, Alkoholentzug bei Abhängigen kann eine Ursache sein. Diese Verwirrtheit dauert unbehandelt 3-20 Tage. Es kommt zu Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen und psychomotorischer Unruhe, sowie zum Dämmerzustand. Halluzination und wahnähnliche Erlebnisse prägen den Verlauf der auch Gedächtnisverlust beinhaltet.

Körperlich vegetative Symptome z.B. Kreislaufschwäche, Krämpfe, Fieber, Zittern, Tachykardie, Hypertonie bis hin zum Koma begleiten. Es besteht unter Umständen Lebensgefahr.


Demenz

Die Demenz ist ein erworbener Intelligenzdefekt, bei dem früher vorhandene intellektuelle Fähigkeiten verlustig gehen. Störung des Gedächtnisses und die Beeinträchtigung mindestens eines weiteren neuropsychologischen Teilbereichs, wie Störungen des Lesens und Schreibens, Orientierungsstörungen oder Störung im Sprachverständnis müssen vorhanden sein. Daraus ergibt eine damit verbundene Einschränkung der Lebensführung. Diese Erscheinungen sollen für mindestens 6 Monate vorhanden sein, um von einer Demenz sprechen zu müssen.

Der bekannteste und häufigste Vertreter ist die Demenz vom Alzheimertyp. Diese betrifft ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland und macht ca. 50 -75 % der Demenzen aus.

Der Verlauf ist fortschreitend, verschlechternd und zu Beginn schleichend. Es kommt zu einer Rückbildung im Gehirn, Ansammlungen von Proteinen im Gehirn verdrängen die eigentliche Hirnstrukturen. Sinnzusammenhänge werden nicht mehr erfasst, die Merkfähigkeit ist gestört, besonders das Kurzzeitgedächtnis. Desorientiertheit hinsichtlich Zeit und Ort, sowie Antriebsstörung führen im Endeffekt zu Persönlichkeitsveränderungen.

Auch gefäßbedingte, vaskuläre, Demenzen können bei Minderversorgung des Hirns mit Blut auftreten, beispielsweise nach Infarkten aber auch infolge von Gefäßzerstörungen in der Folge von Diabetes.

Nach bestimmten Erkrankungen, wie Parkinson oder der Creutzfeld Jacob Krankheit, ein Verwandter von BSE, können ebenfalls Demenzen auftreten.

 

Endogene Psychosen

Sind die eigentlichen Geistes- und Gemütskrankheiten. Sie kommend von innen, es ist keine Ursache erkennbar, und sind körperlich nicht begründbar. Die Ursachen dürften hauptsächlich in den Genen festgelegt sein. Verschiedene psychosoziale Faktoren oder auch organische und biochemische Einflüsse führen zum Krankheitsbild. Depression und Schizophrenie sind die bekanntesten Vertreter.

 

Schizophrenie

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine schwere Störung der Gesamtpersönlichkeit mit Verlust der Ordnung, gestörter Wahrnehmung und Beeinträchtigung der Identität. Die intellektuellen Fähigkeiten bleiben in der Regel erhalten. Um die 1 % der Bevölkerung erkrankt mindestens einmal im Leben an einer schizophrenen Psychose. Die Schizophrenie tritt in allen Gesellschaftsschichten auf, das Haupterkrankungsalter liegt bei 15.-30 Jahren, aber auch früher.

Es kommt zu einer Spaltung zwischen Denken, Emotionen und Verhalten. Das Denken wird zusammenhanglos und unlogisch. Krankhafte Inhalte, falsche Beurteilungen der Realität, Wahnstimmungen beeinträchtigen das Leben.

Halluzinationen, also Sinnestäuschungen treten auf. Deren Formen können beispielswise akustischer Natur sein: kommentierende Stimmen, oder auch dialogisierende Stimmen stellen sich ein. Bei optischen Halluzinationen sehen die Betroffenen beispielswise nicht vorhandene Personen, Szenen oder Gegenstände. Geruchs, Geschmacks oder Körpereindrücke die real nicht existieren werden wahrgenommen.

Ein weiteres Merkmal sind sogenannte Ich- Störungen. Der Erkrankte fühlt sich von außen gesteuert. Es kommt zu einer Depersonalisation, dabei wird die eigene Peron als fremd und verändert erlebt. Die Person hat den Eindruck ihre Gedanken werden von anderen gelesen.

 

Variationen der normalen Psyche

Während endogene Psychosen und organische Psychosen mehr oder wenig körperlich bedingt sind, werden diese Abweichungen von der „Normalität“ im Laufe des „er“Lebens erworben. Viele dieser Erscheinungen und Erkrankungen beruhen auf Dingen, die wir in der Kindheit erlebt haben und vor dem 16. Lebensjahr.

 

Belastungsreaktionen

Die in zeitlicher Nähe sich vollziehende abnorme Reaktion auf ein schweres Erlebnis, wie Naturkatastrophe, Folter oder Krieg wird als psychische Belastungsreaktion bezeichnet. Die akute Variante vollzieht sich innerhalb von Minuten bis einer Stunde nach dem Erlebnis und kann üblicherweise bis 48 Stunden dauern.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) liegt dann vor, wenn nach einem längeren Zeitraum von bis zu 6 Monaten das schwere Erlebnis noch nicht verkraftet wurde und abnorme Dinge wahrgenommen werden. Das markanteste Zeichen der PTBS sind so genannte Intrusionen.

Unter Intrusonen versteht man das Auftreten von Wahrnehmungen des Betroffenen von Bildern, Geräuschen, Gerüchen oder Berührungseindrücken, die in Zusammenhang mit dem schweren Erlebnis stehen.

Diese treten plötzliche und unabhängig von den Dingen, die man gerade tut auf und nicht nur im Schlaf.

Die Belastungsreaktionen zeigen sich beim Betroffenen durch das Gefühl emotionaler Taubheit. Rückzug und Abkapselung in Kombination mit Selbstvorwürfen sind kennzeichnend. Dinge und Situationen im direkten Vorfeld zum belastenden Erlebnis werden bewusst vermieden. Dieses Vermeidungsverhalten betrifft beispielsweise zu diesem Zeitpunkt getragene Kleidung, zurückgelegte Wege oder die Tätigkeit während des Erlebnisses.

 

Zwangsstörung

Ungefähr drei Prozent unserer Bevölkerung leiden an solchen Zwängen. Dieses Verhalten ist schwer zu unterdrücken und der Betroffene fühlt sich schlecht, wenn er dem Zwang nicht folgen kann.

Waschzwang, Kontrollzwang, Putzzwang, Wiederholungszwang auch der Sammelzwang (Messi) sind einige Vertreter von solchen Zwängen.

Psychotherapie in Kombination mit Medikamenten kann die Zwänge reduzieren.

Belastungsreaktionen können andere psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Angststörungen nach sich ziehen.

 

Neurotische Depression

Diese chronisch depressive Verstimmung hat in der Regel einen geringeren Ausprägungsgrad als die endogene Depression. Auslöser kann eine Belastungssituation sein, oft ist es der Verlust einer Person. Eigene Missgeschicke werden vom Betroffenen schlecht toleriert, eine große Versagensangst prägt diesen Menschen.

Geprägt sind neurotisch depressive Menschen von Traurigkeit, niedrigen Selbstwertgefühl und einer geringen Belastbarkeit. Im Gegensatz zur endogenen Depression liegt hier ein Abendtief vor, verbunden mir Einschlafstörungen.

Die Krankheit verläuft über Jahre hinweg, oft kommt es zu körperlichen Störungen und Erinnerungsproblemen.

Antidepressiva und Psychotherapie sind die klassischen Behandlungsmethoden dieser Nervenkrankheiten. Bei leichteren Fällen kann beispielsweise Johanniskraut als Alternative helfen.

 

Konversionsneurose

Diese Nervenkrankheiten sind dadurch charakterisiert, dass seelische Konflikte in eine körperliche Symptomatik umgelenkt werden. Schmerzzustände aller Art, Krampfanfälle selbst Lähmungen bis hin zu Blindheit und Taubheit sind möglich. Diese Menschen wollen von ihren wahren Gefühlen ablenken und wandeln diese deshalb in eine körperliche Problematik um.

 

Hypochondrie

Die übermäßige Angst an einer schweren Erkrankung zu leiden tritt meist in der zweiten lebenshälfte auf. Der ständige Wechsel der behandelnden Ärzte ist ein Merkmal.

 

Dissoziative Störungen

Dr. Jackhill und Mister Hyde ist ein Synonym dafür, dass Menschen 2 völlig unterschiedliche Persönlichkeitzustände einnehmen können. Auch die Trennung von Gefühl und logischem Denken ist ein Beispiel für dissuziative Störungen (Nervenkrankheiten).

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Nervensystem, Psychologie

Nervensystem, Struktur und Funktion

Nirgendwo ist auf dem Gebiet der Erkrankungen das Wissen in der Gesellschaft so niedrig wie auf dem Gebiet des Nervensystems und der Psychologie. Vorurteile prägen das Halbwissen vieler Menschen. Fakten werden oft vermischt und führen zu falschen Schlüssen. Politisch wird dieses Thema oft angesprochen. Die Krankenstatistik zeigt dynamische Anstiege im Krankheitsgeschehen. Psychische Erkrankungen schlagen mit mehr als 30 Kranktagen pro Krankheitsfall zu Buche.

Burnout ist für viele Menschen der Anlass erstmalig zum entsprechenden Fachmann, also zum Psychologen oder Psychiater zu gehen und sich behandeln zu lassen – oft ist dann aber eine andere psychisch Erkrankung zu behandeln. Burnout hat das Krankheitsgeschehen in den Industrieländer verändert.

Unklar ist vielen auch die Beantwortung der Frage, wo gehe ich mit Nervenproblemen oder psychischen Problemen hin, um mir helfen zu lassen.

 

 

 


Wer behandelt was, wer darf was verordnen?

Neurologe: Er prüft und repariert die Hardware, wie die Computerfreaks sagen würden. Dieser Arzt hat eine medizinische Ausbildung und beschäftigt sich mit den Nervenbahnen und Nervenzellen des Menschen.

Psychiater: Dieser ausgebildete Arzt ist spezialisiert auf psychische Erkrankungen.

Arzt mit Ausbildung zur Psychotherapie: Fachärzte verschiedener Ausbildung beispielsweise Allgemeinmediziner und Internisten können Ausbildungen mit psychotherapeutischen Inhalten absolvieren und anwenden.

Alle Ärzte dürfen Medikamente verordnen, krankschreiben und Kuren verordnen. Eingeschränkt wird dies nur durch die Zulassung von Krankenkassen.

Psychologe : Diplom Psychologen mit der entsprechenden Ausbildung sind als Psychologische Psychotherapeuten zugelassen. Sie dürfen keine Medikamente verschreiben, keine Kuren verordnen und nicht krankschreiben – aber Psychotherapie ausüben.

Bei akuten Problemen kann man sich an Krankenhäuser wenden, die eine Psychatrie betreiben und eine psychiatrische Ambulanz besitzen. Bei Selbstmorddrohungen ist die Polizei kurzfristiger Ansprechpartner.

 

Nervensystem

Aufbau

Das Nervensystem besteht aus 2 Klassen von Zellen. Das sind Nervenzellen (Neuronen), die eigentliche Funktionseinheiten des Nervensystems und Glia-Zellen einem Bindegewebe. Dieses dient dem Schutz, der Isolierung, und der besseren Impulsleitung. Es hat weiter eine Stütz-, Ernährungs- immunbiologische Funktion.

Die Nervenzellen bestehen aus Dendriten, den zuführende Zellfortsätzen. Diese nehmen Reize auf. Die Reizweiterleitung erfolgt über das Axon, das an einer Synapse endet.

Die Synapse dient der Reizübermittlung an andere Zellen und kann am Muskel, einem anderen Nerv oder an Drüsen enden.

Nervenzelle,NervensystemNervenzelle mit Glia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Das Gesamte Nervensystem ist aus den Nervenzellen aufgebaut und zieht sich durch den gesamten Körper.

Das Zentrale Nervensystem, unser Steuersystem, besteht aus Gehirn und Rückenmark und wird ergänzt durch das periphere Nervensystem. Man unterteilt weiter in ein willkürliches Nervensystem welches eine bewusste Steuerungfunktion z.B. an der Skelettmuskulatur hat und ein unwillkürliches, vegetatives Nervensystem. Dieses hat zwei Hauptnerven, den Sympathicus und Parasympathicus, welche innere Organe, Drüsen und die Muskulatur der Organe, die glatte Muskulatur steuert.

 

Gehirn

Das Gehirn ist ganz einfach ausgedrückt eine Ansammlung von Nervengewebe im inneren der Schädelhöhle. Das Gewicht beträgt ca. 1, 5 kg. Das Gehirn setzt sich zusammen aus Großhirn, Zwischenhirn, Kleinhirn, Mittelhirn und Hirnstamm.

Das Großhirn ist Sitz des Bewusstseins, alles was wir bewusst wahrnehmen sollen, muss das Großhirn erreichen. Es besteht aus grauer und weißer Substanz, wobei die graue Substanz die eigentliche Informationsverarbeitung übernimmt. Furchen unterteilen das Großhirn in zwei Hälften oder Hemisphären und vier Lappen. Die linke Hemisphäre prägt Sprache, Zahlenkenntnis, abstraktes und logisches Denken. Die rechte Hemisphäre ist verantwortlich für Kreativität, künstlerische Begabung, Einsicht und Vorstellungskraft.

Das Zwischenhirn ist die Schaltstelle zwischen Großhirn und Hirnstamm. Es besteht im wesentlichen aus dem Thalamus und Hypothalamus, Der Hypothalamus ist das übergeordnetes Koordinationszentrum des vegetativen Nervensystems und des Hormonsystems.

Das Kleinhirn ist der zweitgrößter Teil des Hirns und befindet sich unter dem Großhirn hinter den Hirnstamm. Es unterteilt sich in zwei Hälften, welche miteinander Verbunden sind. Während das Großhirn motorische Bewegungen in Gang setzt, koordiniert das Kleinhirn dieFeinabstimmung der Bewegungen, den Muskeltonus, die Körperhaltung, Zielmotorik, Gleichgewicht sowie motorisches Lernen beispielsweise zum Klavier spielen oder Schreibmaschine schreiben, und speichert Bewegungsabläufe, wie Schwimmen und Rad fahren.

Der Hirnstamm besteht aus dem verlängerten Rückenmark der sogenannten Medulla oblongata, der Brücke und dem Mittelhirn

Das Mittelhirn ist der kleinster Hirnteil, es dient dem Informationsaustausch zwischen Rückenmark und den oberen Hirnteilen.

Die Brücke verbindet Großhirn und Kleinhirn mit Nervenbahnen.

Das verlängerte Rückenmark verbindet das Rückenmark mit dem Gehirn an sich.

Von besonderer Bedeutung im Hirn ist das Limbische System. Diese funktionelle Einheit aus Strukturen von Groß-, Zwischen-, Mittelhirn verkörpert unser „altes“ Hirn oder emotionales Hirn. Hier werden Emotionen, wie Furcht, Wut, Aggression oder sexuelle Wünsche gebildet.

Das Rückenmark ist der Teil des zentralen Nervensystems, welcher im Rückenmarkskanal unserer Wirbelsäule verläuft. Es verläuft vom Schädel bis zum Kreuzbein der Wirbelsäule. Das Rückenmark ist 1cm dick und 40-50 cm lang. 31 Spinalnerven treten paarig aus der Wirbelsäule aus.

 

 

Halswirbelsäule

 

Brustwirbelsäule

 

 

Lendenwirbelsäule

Kreuzbein und Steißbein

 

 

 

 

 

 

Das Rückenmark besteht wie das Gehirn aus weißer und grauer Substanz. Die graue Substanz bezeichnet die Nervenzellen an sich, die weiße die Nervenfasern, die zur Reizweiterleitung dienen.

Das Rückenmark enthält sowohl ableitende als auch zuführende Bahnen für das Gehirn, leitet also Informationen an das Gehirn weiter und gibt auch nach der zentralen Verarbeitung die Entsprechenden „Konsequenzen“ an die Erfolgsorgane zurück.

Es besteht auch die Möglichkeit auf der Ebene des Rückenmarks kleine Vorgänge selbst zu Steuern, wie beispielsweise den Kniesehnenreflex. Über diese Reflexe ist es gut möglich Schädigungen der Wirbelsäule, die sich auf das Nervensystem auswirken zu lokalisieren.

Das periphere Nervensystem ist die Summe aller Nervenzellen und Nervenansammlungen. Es stellt also die Verbindung des zentralen Nervensystems mit dem Körper dar. Daneben wirkt noch das sogenannte endokrine System, also das der Hormone und weiterer Botenstoffe über das Blut.

Das willkürliche und das unwillkürliche Nervensystem das mit bzw. ohne unser Bewusstsein gesteuert wird. Der Sympatikus ist dabei der aktive Teil des Nervensystems, der Flucht oder Kampf möglich machen soll. Der Parasympatikus steuert die inneren Organe und den Blutkreislauf, der Vagusnerv ist dessen größter Nerv.

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Nervensystem, Psychologie

Burnout – eine ansteckende Krankheit?

Ausgebrannt ? – ein Fallbeispiel

Arnold Klein (Name geändert – die Redaktion), 39 Jahre, arbeitet seit 12 Jahren in einem Landratsamt. Er ist dort als stellvertretender Fachdienstsleiter im Gesundheitsamt tätig. Es eilt ihm der Ruf voraus, dass er sich auf seinem Fachgebiet überall gut auskennt und dass er sich bei jeder ihm übertragenen Aufgabe stark engagiert. Man schätzt ihn als freundlich und hilfsbereit und er hat immer neue Ideen. Seine Kollegen unterstützt er sehr, übernimmt unter Umständen sogar Teile derer Arbeitsaufgaben. Krank ist er eigentlich nie. Wenn man so will – eine Stütze des Fachdienstes.

In letzter Zeit treffen diese ganzen Eigenschaften aber kaum noch auf ihn zu. Abgesehen von schon dem zweiten krankheitsbedingten Ausfall im laufenden Halbjahr sieht man ihn im Landratsamt kaum noch. Er verlässt sein Zimmer selten, nicht einmal zum Mittagessen in der Kantine lässt er sich mehr blicken. Von neuen Ideen keine Spur. Er wirkt ängstlich und macht anscheinend nur noch absolut das Nötigste.

Sollte es bei einem von Ihren Mitarbeitern oder Kollegen ähnliche Veränderungen geben, sollten sie aufmerksam werden. Möglicherweise liegt ein Burnout Syndrom vor.

Burnout

 

 


1974 das Entstehungsjahr

Im Jahr 1974 schrieb ein Amerikanischer Psychoanalytiker, Herbert Freudenberger, einen Aufsatz zum Thema Burnout Syndrom. Er hatte aus eigener Erfahrung heraus psychische und psychosomatische Folgen einer Arbeitsüberlastung zusammengetragen und unter dem Begriff des Burnout – Syndroms zusammengefasst. 1976 formulierte dann eine amerikanische Psychologin Corinna Maslach einen Fragebogen zu dieser Thematik.

Zu diesem Zeitpunkt begann die Existenz dieser Symptomatic, welche am Anfang vor allem Menschen die in Sozialberufen (Krankenschwester, Arzt) tätig sind, zugedacht war. Später wurde sie dann auch in anderen Berufen erkannt. Seit dem hat Burnout seinen Weg durch die industrialisierte Welt gemacht.

Eine anerkannte Krankheit an sich ist dieses Syndrom allerdings bis heute nicht, oft wird hier vom Arzt eine Depression diagnostiziert. Mir ist nicht bekannt, wann das Burnout Syndrom in Deutschland „angekommen“ ist, allerdings habe ich das Gefühl, dass in den letzten fünf Jahren ein Überzeichnen dieser Welle vorzufinden ist. Mittlerer Weile scheint es zum „Guten Ton“ zu gehören, ausgebrannt zu sein. Umso schwerer haben es dadurch natürlich die wirklich Betroffenen. Obwohl, wenn man Kriterien und Betroffenenkreis genauer betrachtet, kaum Verwechslungen möglich sind.


Burnout trifft oft die Besten

Burnout trifft oft die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diejenigen, die ein hohes persönliches Engagement im täglichen Umgang mit anderen Menschen zeigen, scheinen im besonderen Maße gefährdet. Der hohe Anspruch an sich selbst, der Wunsch im Job gut und erfolgreich zu sein, führt unter bestimmten Bedingungen zum Abrutschen in das ausgebrannt sein. So wie auch in den Siebziger Jahren beschrieben, ist es vor allem die Sensibilität für Mitmenschen und Situationen, welche die Menschen für diese Erscheinung verwundbar macht. Ethisches Verantwortungsgefühl welches mehr als wünschenswert bei allen Menschen ist, schwingt ebenfalls als kritischer Faktor mit. Ebenso wirkt sich schlechte Abgrenzungsfähigkeit aus.

Wenn diese Menschen, die eigentlichen „Macher“ im Unternehmen oder in der Verwaltung, sich völlig anders als gewöhnlich verhalten, sollte man aufmerksam werden und Hilfe, sowie Unterstützung anbieten. Kennzeichen sind z.B. Klagen über Arbeitsunlust und Überforderung, sowie eine negative Grundeinstellung, wie Dienst nach Vorschrift. Hatte eine Person früher immer neue Ideen und Anregungen für Projekte und diese fehlen plötzlich, ist ein weiteres Anzeichen gegeben. Ein Widerstand für Veränderungen hat sich entwickelt.

 

Folgeerscheinungen

sind dann immer geringerer Kontakt zu Kollegen, vermehrte krankheits-bedingte Ausfallzeiten möglicherweise bis hin zur „inneren Kündigung“.

Persönliche Stabilität beste Prävention

Wie kommt es nun aber zum Burnout? Angenommen auf Arbeit hat sich am Stress – und Aufgabenpotential nichts geändert, kann es trotzdem zu diesem Syndrom kommen? Auf jeden Fall – denn es sind vier Hauptfaktoren, die unser tägliches Sein bestimmen.

  • Faktoren am Arbeitsplatz
  • Privatleben wie Partnerschaft und Beziehungen
  • Persönlichkeit und Grundhaltung
  • Gesundheit, körperliche Fitness

Anhand der Aufzählung sind meines Erachtens die Zusammenhänge recht gut nachzuvollziehen. Beispielsweise leidet das Privatleben in der Regel, wenn Probleme auf der Arbeit nicht mehr zu bewältigen scheinen, umgekehrt ist es allerdings auch der Fall. Ist also das Privatleben, beispielsweise durch Probleme mit dem Partner oder den Kindern, schwierig geworden, ist es schwer auf Arbeit seine volle Leistung zu bringen. Ähnliche Auswirkungen zeigen Gesundheit und Fitness, fehlen diese wirkt es sich auf Arbeit und Privatleben aus. Auch hier gilt natürlich auch der umgekehrte Weg: Probleme auf Arbeit und Privatleben wirken, vielleicht zeitversetzt, auf die Gesundheit.

Über allen steht die Persönlichkeit und die positive oder negative Grundhaltung, die wiederum auf die restlichen drei Bereiche einen direkten Einfluss hat. Das Burnout entwickelt sich also aus dem Zusammenspiel der Faktoren, ein erhöhtes Arbeitaufkommen kann also zum Burnout führen, wenn die anderen Faktoren die erhöhte Belastung nicht mehr abfedern können.

Daraus ergibt sich ein wichtiger Schluss – wer seine Arbeitsaufgaben dauerhaft gut erfüllen will, muss immer gleichzeitig etwas für seine persönliche(n) Beziehung(en), seine Gesundheit und für seine Grundeinstellung tun.


Merkmale und Wege

Welche Merkmale erhärten den Verdacht auf ein Burnout:

körperliche Erschöpfung

: konstante Übermüdung und Lustlosigkeit, innerlich angetrieben, psychosomatische Beschwerden (Schwitzen, Herzklopfen, Kopfweh, Rückenschmerzen, Impotenz)

emotionale Erschöpfung

: keine Belastbarkeit, reizbar, den Tränen nahe, keine Distanz

keine Fähigkeit mehr, Aufgaben zu planen.

Schlafstörungen nicht abschalten können, auch in der Freizeit an den Beruf denken

Auf einmal ist jedenfalls alles zuviel, es kommt zur völligen Entmutigung: „Ich schaffe es doch nicht“. Der Weg dorthin ist vielleicht nicht weit, er geht aber über mehrere Stationen. Für den Vorgesetzten oder die Person selber sind die Anzeichen erkennbar. Der Weg aus der Situation heraus ist umso schwerer, je größer die emotionale und körperliche Erschöpfung ist. Wie man den Weg geht, und wo man sich Hilfe holt, ist unterschiedlich – völlig ohne Fremde Hilfe geht es allerdings wahrscheinlich nicht.


Burnout – wie danach weiter ?

Angenommen, die Burnout – Krise ist überwunden, wie soll es weitergehen?  Der erfolgreiche Einstieg erfolgt durch verständnisvolle Vorgesetzte. Den Anfang macht man am besten über eine Anpassung des Arbeitspensums. Das heißt auf keinen Fall die Arbeit auf nahe Null zu reduzieren, das richtige Einstiegsmaß ist individuell verschieden.

Hilfe kann auch beispielsweise ein betriebliches Wiedereingliederungsmanagement nach SGB IX geben. Von der eigenen Seite ist es notwendig dazu zu stehen, dass man eine Krise hatte. Eine Überdenkung oder auch Veränderung der inneren Einstellung ist ebenfalls hilfreich.

Wird die Leistung dann stufenweise aufgebaut, steht einem erfolgreichen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nichts mehr im Wege.

Soweit sollte es allerdings gar nicht erst kommen. Vorher die Zeichen beachten, das ist sowohl für Arbeitgeber – als auch Arbeitnehmer wichtig. Diese Zeichen erkennen zu können eine Aufgabe der innerbetrieblichen Fortbildung