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Krampfadern, Behandlung, Ursachen und Vorbeugung

Vermutlich spielen bei der Bildung von Krampfadern (Varizen) Erbfaktoren eine Rolle, meistens sind sie vornehmlich ein kosmetisches Problem

Sichtbare, geschwollene, geschlängelte Venen, meist an den Beinen. Manchmal mit Schmerzen verbunden. Menschen mit Krampfadern haben oft schon nach kurzem Stehen oder nach dem Einkaufen geschwollene, müde Füße. Am Ende des Tages scheinen die Schuhe zu eng zu sein. Bei Frauen verstärken sich diese Beschwerden meist einige Tage vor der Menstruation.

Bei starken Krampfadern kann sich durch die eingeschränkte Blutzirkulation die Haut bräunlich verfärben, meist in der Nähe der Knöchel.

 

Krampfadern, Behandlung, Ursachen und Vorbeugung

 

Ursachen

Das Blut fließt nicht allein deshalb vom Körper zum Herzen zurück, weil das Herz pumpt. Das Blut in den Venen wird auch dadurch zum Herzen zurückgepreßt, dass sich die Muskeln zusammenziehen. Damit das Blut dabei nicht in die falsche Richtung fließt, haben die Venen ventilartige Klappen. Wenn diese Klappen aus irgendeinem Grund nicht richtig funktionieren, wird ein Teil des Blutes, das zum Herzen fließen soll, in die Venen gepresst, die auf der Oberfläche der Muskeln liegen. Weil die Venen im Gegensatz zu den Arterien nur eine relativ dünne Muskelschicht haben, dehnen sie sich aus und schlängeln sich: Eine Krampfader ist entstanden.

 

Vermutlich spielen bei der Bildung von Krampfadern Erbfaktoren eine Rolle. Eine große Körperstatur, wenig körperliche Bewegung, Übergewicht, überwiegend stehende oder sitzende Arbeit und Ernährung mit wenig Ballaststoffen tragen wahrscheinlich zur Entstehung bei.

 

Erkrankungsrisiko

Es steigt mit zunehmendem Alter. Frauen sind von Krampfadern häufiger betroffen als Männer.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Meistens sind Krampfadern vornehmlich ein kosmetisches Problem: Die bläulich geschlängelten Linien entlang der Beine empfinden viele Menschen als unansehnlich. Bei ausgeprägten Krampfadern kann sich die Haut an den Beinen bräunlich verfärben. Ekzeme, Unterschenkelgeschwüre, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe der Beine (Ödeme) und Venenthrombosen sind möglich.

 

Vorbeugung

Das Risiko, Krampfadern zu bekommen, kann man möglicherweise durch folgende Maßnahmen verringern:

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  • Ballaststoffreiche Kost.
  • Normalgewicht einhalten.
  • Ausreichende Bewegung.
  • Längeres Stillstehen vermeiden.
  • So oft wie möglich die Füße hochlagern.

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Wenn Sie die Krampfadern entfernen lassen wollen oder wenn die Beschwerden unangenehm sind. Suchen Sie Ärztin oder Arzt auf und sobald es aus Krampfadern oder Unterschenkelgeschwüren blutet.

 

Selbsthilfe

Zusätzlich zu den unter Vorbeugung genannten Maßnahmen:

Tragen Sie jeden Tag und ganztägig elastische Strümpfe. Es müssen allerdings Zweizug-Kompressionsstrümpfe der Klasse II sein, wie es sie im Sanitätshaus gibt. Normale „Stützstrümpfe“ haben keine ausreichende Wirkung. Ziehen Sie die Strümpfe an, bevor Sie aus dem Bett steigen.

 

Krampfadern 1Gesunde Vene mit funktionierenden Venen klappen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krampfadern 2Krampfadern bei schadhaften Venen klappen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Behandlung

Die Beine mit Venenmitteln einzureiben oder »Venentonika einzunehmen, bessert die Krampfadern nicht.

 

Es gibt nur zwei sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten:

 

Verödung oder Herausziehen der Venen. In beiden Fällen sollten Sie nach dem Eingriff etwa drei bis sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe tragen und sich so viel wie möglich bewegen. Die Funktion der verödeten oder herausgezogenen Venen übernehmen die noch vorhandenen Venen. Auch nach der Operation können erneut Krampfadern entstehen.

 

Venen veröden (Sklerosierung)

Krampfadern werden vor allem dann verödet, wenn die kleinen Hautvenen (Spinnenvenen) oder neben den großen Hautvenen auch die Seitenäste erweitert sind. Zur Verödung ist kein Krankenhausaufenthalt notwendig. Frauen sollten wegen der Gefahr von Thrombosen mindestens sechs Wochen vor dem Eingriff keine Pille einnehmen.

 

Zur Verödung wird in die leere Vene ein Mittel eingespritzt, das eine Venenentzündung erzeugt. Dann wird das Bein bandagiert. Dadurch werden die Venen zusammengedrückt und verkleben. Die Bandagen müssen Sie etwa drei Wochen tragen. Wichtig ist, dass Sie in dieser Zeit Ihre normalen Aktivitäten fortsetzen und viel zu Fuß gehen. Sollen an bei den Beinen Krampfadern verödet werden, geschieht dies an verschiedenen Tagen.

 

Risiken: Wenn Arzt oder Ärztin versehentlich neben die Vene spritzen, können schmerzhafte Entzündungen der Unterhaut und Geschwüre entstehen. In manchen Fällen kann sich die Haut vorübergehend bräunlich verfärben. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen. Durchschnittlich endet eine von 10 000 Verödungen tödlich.

 

Operation (Strippen)

Wenn beide großen Venen des Beins zu Krampfadern geworden sind, ist ihre operative Entfernung die sicherste Behandlung. Dazu ist ein Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche notwendig.

 

Zunächst werden Ärztin oder Arzt mit Ultraschall oder einer Röntgenuntersuchung (Phlebografie) kontrollieren, ob die tiefen Beinvenen durchgängig sind. Dazu spritzen sie ein Kontrastmittel in die Vene am Fußrücken.

 

Haben die vorausgegangenen Untersuchungen die Durchgängigkeit bestätigt, machen Ärztin oder Arzt unter Vollnarkose kleine Einschnitte am Fußknöchel, an der Kniekehle und in der Leistenbeuge. Dann ziehen sie die Venen heraus.

 

Ein Druckverband verhindert nach der Operation stärkere Blutungen. Damit sich keine Blutgerinnsel bilden, sollten Sie möglichst noch am Operationstag aufstehen und umhergehen.

 

Risiken: Bei etwa zwanzig von hundert Operierten werden die Hautnerven im Bereich der Knöchel verletzt. Dann kann die betroffene Stelle gefühllos werden. Starke Blutungen, Infektionen, Verletzungen von Schlagadern oder tiefen Oberschenkelvenen kommen selten vor.

 

Im Durchschnitt tritt bei einer von 5000 Operationen ein tödlicher Zwischenfall auf.

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Tiefe Venenentzündung (Tiefe Venenthrombose)

Eine Tiefe Venenentzündung tritt vor allem nach schweren Verletzungen und großen Operationen auf, jeder dritte Patient über 40 ist davon betroffen

Wade oder Schenkel schwellen an und schmerzen, die Haut ist bläulich oder rötlich verfärbt. Die entzündete Vene kann man nicht sehen und meist nicht tasten. Manchmal spürt man bei Druck auf die Rückseite des Unterschenkels einen harten Strang in der Tiefe. In den tiefen Beinvenen sind Blutpfropfen (Thromben) entstanden. Das blockiert den Rückfluss des Blutes.

 

Tiefe Venenentzündung (Tiefe Venenthrombose)

 

Erkrankungsrisiko

Etwa 90 Prozent aller Venenthrombosen betreffen Beine und Becken, etwa vier Prozent Arme und Schultern. Der Rest verteilt sich auf den übrigen Körper.

Tiefe Venenthrombosen treten vor allem nach schweren Verletzungen und großen Operationen auf. Jeder dritte Patient, der älter ist als 40 Jahre und sich einer großen Operation unterzieht, ist davon betroffen.

Auch längere Reisen in Bus, Auto oder Flugzeug können durch mangelnde Bewegung tiefe Venenentzündungen verursachen.

Folgende Faktoren erhöhen ebenfalls das Risiko, dass Thrombosen entstehen:

Krebserkrankungen und Diabetes, Herzschwäche, Übergewicht, Krampfadern, Schwangerschaft, Herzinfarkt, Querschnittlähmung, Rauchen. Auch ein Gipsverband der Beine erhöht das Risiko. Es gibt außerdem eine angeborene Gerinnungsstörung (AT Ill-Mangel), die vermehrt zu Thrombosen führt.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ein Blutpfropf aus einer Unterschenkelvene wird mit dem Blutstrom in immer größeren Venen – zunächst in die Beckenvene, dann in die untere Hohlvene – zum Herzen geschwemmt. Das Herz pumpt das Blut in die Lungenschlagader. Weil sich vom Herzen weg die Schlagadern immer weiter verengen, bleibt der Blutpfropfen irgendwo in einer Arterie stecken und verstopft das Gefäß. Das damit versorgte Lungengewebe ist plötzlich von der Blutzufuhr abgeschnitten. Es ist eine Lungenembolie entstanden. Diese lebensgefährliche Erkrankung ist das größte Risiko beim Auftreten von tiefen Venenthrombosen.

 

Vorbeugung

Wegen der Gefahr von lebensbedrohlichen Lungenembolien ist die Vorbeugung besonders wichtig:

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  • Frauen über 35 sollten – vor allem, wenn sie rauchen – andere Verhütungsmethoden als die Pille verwenden.
  • Hören Sie auf zu rauchen.
  • Wer längere Zeit bettlägerig ist, sollte immer wieder die Beinmuskeln anspannen und die Knöchel und Zehen bewegen, um die Blutzirkulation anzuregen.
  • Bei akuter Thrombosegefahr, zum Beispiel nach Operationen oder für die Dauer eines Gipsverbandes, wird das gerinnungshemmende Medikament Heparin gespritzt. Dieses zu spritzen, können Patient oder Patientin auch selbst erlernen.
  • Dauert die Behandlung länger, verordnet die Ärztin oder der Arzt sogenannte Cumarinderivate zum Schlucken. Sie wirken erst nach ein bis zwei Tagen.

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Sobald die beschriebenen Beschwerden auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Tiefe Venenentzündung 1

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Eine akute tiefe Venenthrombose muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Dort werden die Beine hochgelagert, und die Behandlung mit dem Medikament Heparin beginnt.

Bereits vorhandene Blutpfropfen versucht man, mit Arzneimitteln wie Urokinase und Streptokinase aufzulösen.

Ist das betroffene Bein abgeschwollen, müssen Kompressionsstrümpfe getragen werden, um Schmerzen, Hautverfärbungen, erneute Beinschwellungen und Geschwüre zu vermeiden.

In manchen Fällen muss der Thrombus operativ entfernt werden.

Um zu verhindern, dass sich die Thrombose wiederholt, muss man meist mehrere Monate lang gerinnungshemmende Mittel schlucken.

Während dieser Zeit müssen regelmäßige Bestimmungen der Gerinnungsfähigkeit des Blutes dafür sorgen, dass die Kranken nicht durch unerwünschte Blutungen gefährdet
werden.

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Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis)

Eine Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis) ist meist ungefährlich, Venen entzünden sich meist durch Infektionen oder Verletzungen

Spannungsschmerzen in den Muskeln der Unterschenkel; geschwollene Beine; in schweren Fällen Rötungen, Juckreiz und eine harte, schnurartige Schwellung im Bereich der betroffenen Vene; manchmal leichtes Fieber. Im Bereich von Krampfadern entwickelt sich eine Venenentzündung besonders leicht.

 

Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis)

 

Ursachen

Venen entzünden sich meist durch Infektionen oder Verletzungen. Die Entzündung stört den Blutfluß durch die Vene. Als Folge können Blutklumpen (Thromben) entstehen und sich an den Wänden der entzündeten Venen festsetzen. Mediziner nennen dies Thrombophlebitis.

 

Das Erkrankungsrisiko steigt

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  • Bei Krampfadern.
  • Durch Verletzung von Venen durch Injektionen, Infusionen oder Katheter.
  • Bei einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes, die zum Beispiel durch die Pille oder bestimmte Krebsarten verursacht werden kann.
  • Durch Blutstauungen nach der Geburt, nach Operationen oder bei langer Bettlägrigkeit bei chronischen Erkrankungen.

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Mögliche Folgen und Komplikationen

Eine Oberflächliche Venenentzündung ist meist ungefährlich.

 

Vorbeugung

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  • Normalgewicht halten.
  • Ausreichende Bewegung.
  • So oft wie möglich die Füße hochlagern.
  • Ballaststoffreiche Kost.
  • Bei langen Autofahrten viele Pausen machen, bei Flug – oder Bahnreisen immer wieder aufstehen und herumgehen. Viel trinken, damit sich das Blut nicht verdickt.

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Sobald Sie die beschriebenen Beschwerden haben, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Wer von Fachpersonal angepasste Kompressionsstrümpfe hat, sollte sie anziehen und viel herumgehen. Falsch angelegte Bandagen können jedoch mehr schaden als nutzen. Die Schmerzen können Sie mit Azetylsalizylsäure sinnvoll lindern.

Schmerzende Stellen nicht massieren, außer Arzt oder Ärztin hätten es Ihnen ausdrücklich angeraten. Massieren kann dazu führen, dass sich ein Blutpfropfen (Thrombus) löst und eine Embolie verursacht.

 

Behandlung

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  • Kompressionsverband.
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten. Bei sachgerechter Behandlung verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Wochen.

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Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich, die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung

Niedriger Blutdruck ist nicht immer spürbar, wenn er keine Beschwerden macht, ist er fast ein Glücksfall, da Menschen mit niedrigem Blutdruck eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung haben.

Die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung morgens beim Aufstehen oder Herzrasen und Herzstolpern. Allgemeine Hinweise auf zu niedrigen Blutdruck können sein: Schweißausbrüche, Kältegefühl. Wetterfühligkeit, Schlafstörungen, morgendliche Antriebsschwäche, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Neigung zu Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen.

Bei Kindern kann sich zu niedriger Blutdruck in Appetitlosigkeit beim Frühstück, Bauch – oder Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit äußern.

 

Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

 

Ursachen

Die Störungen kommen durch eine schlechte Blutverteilung im Körper zustande. Im venösen Bereich, also den Gefäßen, die das Blut zum Herzen zurückleiten, befindet sich etwa 85 Prozent des gesamten Blutes. Bei Menschen mit zu niedrigem Blutdruck sackt ein Großteil des Blutes in die Venen der Beine ab, und kurzfristig fließt zu wenig Blut zum Herzen zurück.

 

Mögliche Ursachen für niedrigen Blutdruck:

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  • Er kann konstitutionell bedingt sein: Große, schlanke Menschen haben leicht niedrigen Blutdruck.
  • Psychische Belastungen, die mit Erschöpfung und Resignation verbunden sind, können den Blutdruck absenken.
  • Blut- und/oder Flüssigkeitsverlust (durch Erbrechen, innere Blutungen, Durchfall).
  • Verschiedene Herz- und Kreislauferkrankungen.
  • Längere Bettlägerigkeit.
  • Infektionskrankheiten.
  • Neurologische Erkrankungen.
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. harntreibende Mittel, Medikamente gegen Bluthochdruck, Angina pectoris, Psychosen und Depressionen).

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Erkrankungsrisiko

Etwa 2,5 Millionen Bundesbürger haben zu niedrigen Blutdruck. Im angelsächsischen Sprachraum wird Hypotonie als German disease, als „deutsche Krankheit“, bezeichnet. Dort misst man diesen Beschwerden keinen Krankheitswert zu wie bei uns.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich. Allerdings kann der Schwindel Stürze begünstigen, die besonders bei älteren Menschen schwere Verletzungen nach sich ziehen können.

Bei Schwangeren kann niedriger Blutdruck das Geburtsgewicht des Kindes vermindern.

 

Vorbeugung

 

Folgende Maßnahmen verbessern den Kreislauf:

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  • Ausreichender, erholsamer Schlaf
  • Wechselduschen (heiß/kalt)
  • Sportliche Betätigung
  • Morgens langsam den Tag beginnen

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Wenn Sie unter den Beschwerden sehr leiden und Selbsthilfemaßnahmen nichts nutzen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfiehlt als wichtigste therapeutische Maßnahme ein intensives Trainingsprogramm: Wassertreten, Kneippgüsse, Wechsel duschen, Atemgymnastik und regelmäßige sportliche Betätigung. Schwimmen ist eine der besten Sportarten für den Kreislauf.

 

Sinnvoll sind außerdem folgende Maßnahmen:

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  • Nehmen Sie sich morgens Zeit beim Aufstehen.
  • Eine Tasse Kaffee oder Schwarztee ist ein bewährtes Mittel, um den Blutdruck zu heben.
  • Machen Sie nach dem Essen einen Spaziergang.
  • Trinken Sie etwa 6 bis 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag.

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Behandlung

Ärztin oder Arzt sollten zunächst nach der Ursache der Beschwerden suchen und eventuell andere Krankheiten (Infektionskrankheiten, Herzerkrankungen usw.) behandeln.

Nur wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, sind zusätzlich Medikamente gegen niedrigen Blutdruck für kurze Zeit sinnvoll. Sie können die anderen Maßnahmen keinesfalls ersetzen. Unter Umständen können sie den Zustand sogar verschlechtern.

Vor der Verordnung von Medikamenten sollten Ärztin oder Arzt klären, um welche Art von niedrigem Blutdruck es sich handelt. Hierzu dient der Schellong-Test: Nach einer Zeit des Liegens muss man aufstehen und bekommt Puls und Blutdruck während des ruhigen Stehens gemessen.

 

Je nachdem Ergebnis sind folgende Medikamente sinnvoll:

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  • Wenn der obere und der untere Blutdruckwert abfällt und das Herz nicht schneller schlägt, werden sogenannte Sympathomimetika verwendet. Diese Mittel verengen die Blutgefäße in Armen und Beinen.
  • Wenn der obere Blutdruckwert abfällt, gleichzeitig der untere ansteigt und außerdem das Herz schneller schlägt, ist der Wirkstoff Dihydroergotamin sinnvoll. Dieses Mittel erhöht die Spannkraft der Venen, wird jedoch erst nach einigen Tagen wirksam.
  • In bestimmten Fällen kann eine Kombination Etilefrin und DHE sinnvoll sein.

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Die deutsche Transparenz-Kommission beurteilt andere Wirkstoffe als „ohne erkennbaren Nutzen“. Dazu gehören Vitamine, Adenosin, Nikotinsäure, Aminopikolin, Sparteinsulfat, Weißdorn (Crategus), Melisse und Salizylsäure.

Hinweis: Mittel gegen niedrigen Blutdruck sollten Sie nicht länger als einige Wochen einnehmen.

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Lungenentzündung, Erkrankungsrisiko und Ursachen

Eine Lungenentzündung (Pneunomie), kann von Bakterien, Viren, aber auch von Pilzen, chemischen Reizstoffen oder eingeatmeten Fremdkörpern ausgelöst werden

Je nachdem, welche Erreger die Lungenentzündung verursacht haben, sind die Beschwerden unterschiedlich. Sehr häufig verbindet sich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Glieder- und Kopfschmerzen. Der Husten ist meist trocken und schmerzhaft. Im abgehusteten
Schleim können sich Blutspuren finden. Bei einer schweren Lungenentzündung atmet man immer sehr schnell. Die Patienten bekommen auch dann schlecht Luft, wenn sie flach liegen. Als Anzeichen für den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel bläulich
verfärben.

 

Lungenentzündung, Erkrankungsrisiko und Ursachen

 

Ursachen

Eine Lungenentzündung kann von Bakterien und Viren, aber auch von Pilzen, chemischen Reizstoffen (z. B. Benzin) oder eingeatmeten Fremdkörpern (z. B. Essensbissen)
ausgelöst werden. Es entzünden sich die feinsten Teile des Lungengewebes. Davon können beide Lungenflügel oder nur ein Teil des Lungenlappens betroffen sein.


Das Erkrankungsrisiko steigt

  • Bei Kindern unter zwei bis drei Jahren.
  • Für Kinder in Raucherhaushalten.
  • Bei sehr alten Menschen.
  • Bei Rauchern.
  • Bei Menschen, deren körpereigene Abwehr besonders geschwächt ist.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei einem ansonsten gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung üblicherweise im Lauf von zwei bis drei Wochen ohne negative Folgen, wenn sie mit Antibiotika behandelt wird. Allerdings fühlen sich viele Erkrankte noch einige Wochen lang abgeschlagen und schwach. Bei sehr alten oder geschwächten Menschen oder bei Patienten, die bereits an einer anderen schweren Erkrankung leiden, kann eine Lungenentzündung durch seltene, besonders schwer zu behandelnde Krankheitserreger hervorgerufen werden und in manchen Fällen lebensgefährlich sein.

 

Lungenerguß, Lungenabszeß, Rippenfellentzündung

Manchmal sind bei einer Lungenentzündung auch die feinen Häute entzündet, die zwischen Lunge und Brustkorb liegen (Rippenfellentzündung). Zwischen den Lungenhäuten kann sich Flüssigkeit ansammeln. Dieser Lungenerguß drückt auf die Lunge und erschwert die Atmung. Um das Atmen zu erleichtern oder den Krankheitserreger festzustellen, muss manchmal etwas von dieser Flüssigkeit entnommen werden.

Wurde die Lungenentzündung durch einen eingeatmeten Fremdkörper oder durch Bakterien ausgelöst, kann sich die eitrige Entzündung abkapseln. Es entsteht ein Lungenabszeß.

 

Vorbeugung

Sinnvolle allgemein vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht.


Wann Sie zum Arzt gehen sollten

  • Wenn Husten und hohes Fieber länger als zwei Tage anhalten.
  • Wenn Atmen und Husten Schmerzen verursachen.
  • Wenn sich im abgehusteten Schleim braune Spuren (altes Blut) finden.

 

Sofort sollten Sie Ärztin oder Arzt aufsuchen,

  • wenn sich der Atem auch in Ruhelage beschleunigt oder Atemnot auftritt.

Die Ärztin oder der Arzt kann vielfach durch Abhören und Beklopfen der Lungen feststellen, ob es sich um eine Lungenentzündung handelt. Manchmal muss auch eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Die Untersuchung von Blut und Schleim kann Hinweise auf den Krankheitserreger geben. Selbsthilfe ist nicht möglich.


Behandlung

Eine Lungenentzündung wird fast immer mit Antibiotika behandelt. Haben Viren die Erkrankung ausgelöst, können Antibiotika dagegen zwar nichts ausrichten, doch sie können einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien vorbeugen. Bei einer Entzündung, die große Teile der Lunge erfasst hat, ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Die Medikamente werden dann direkt ins Blut in fundiert. Möglicherweise muss auch mit Sauerstoff angereicherte Luft eingeatmet werden.

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Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

Hoher Blutdruck verursacht kaum Beschwerden, Kopfschmerzen, Herzklopfen und allgemeines Unwohlsein treten nur auf wenn der Blutdruck extrem stark erhöht ist

Das Messen des Blutdrucks gehört zur ärztlichen Routine. Meist wird erhöhter Blutdruck zufällig festgestellt.

Nur bei etwa fünf bis zehn von hundert Kranken lässt sich die Ursache des erhöhten Blutdrucks finden. Meist handelt es sich um Nieren-, Drüsen- oder Herzkrankheiten. In der Fachsprache heißt dieses sekundäre Hypertonie.

Eine oft unbeachtete Ursache von erhöhtem Blutdruck ist die Nebenwirkung von Medikamenten, die den Wirkstoff Phenylpropanolamin (= DL-Norephedrin) enthalten. Er ist Bestandteil zahlreicher rezeptfrei erhältlicher Schnupfenmittel. Besonders gefährdet ist, wer solche Medikamente mit Kaffee oder koffeinhaltigen Aufputschmitteln wie Percoffedrinol einnimmt. Der untere Blutdruckwert kann dadurch bei gesunden Personen auf 105 mm Hg
und mehr ansteigen.

Bei 90 bis 95 von hundert Erkrankten ist nicht bekannt, warum ihr Blutdruck erhöht ist. Fachleute sprechen in diesem Fall von essentieller oder primärer Hypertonie.

Fachleute, die die gegenseitige Beeinflussung von Seele und Körper anerkennen, wissen, dass der Blutdruck auch dann erhöht sein kann, wenn Menschen das für sie richtige Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung nicht herstellen können. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist die Überfunktion des Nebennierenmarks.

 

Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

 

Erkrankungsrisiko

Mit zunehmendem Alter vergrößert sich das Risiko, dass der Blutdruck ansteigt: Bis zum 35. Lebensjahr ist etwa jeder Zehnte davon betroffen, ab 65 etwa jeder Vierte. Nur etwa jeder achte Mensch mit Bluthochdruck wird so behandelt, dass seine Blutdruckwerte wieder im Normalbereich liegen.

Verschiedene Untersuchungen bestätigten, dass eine Reihe von Faktoren die Entstehung von primärem Bluthochdruck begünstigen:

  • Übergewichtige Menschen haben doppelt so häufig Bluthochdruck wie normalgewichtige.
  • Bei manchen Menschen, nicht bei allen, steigt der Blutdruck durch hohen Salzkonsum.
  • Alkohol ist eine „Kalorienbombe“ und verursacht langfristig Stoffwechselveränderungen, die zu Übergewicht und Bluthochdruck führen können.
  • Zu wenig körperliche Aktivität kann die Entstehung von Übergewicht begünstigen und in der Folge zu Bluthochdruck führen.
  • Personen mit Diabetes haben häufiger Bluthochdruck.
  • Durch kurzfristige Belastungen steigt der Blutdruck für kurze Zeit. Es ist jedoch umstritten, ob Stress langfristig Blutdrucksteigerungen verursacht.
  • Ein ständig hoher Geräuschpegel, etwa durch Tiefflieger, Straßenverkehr und Lärm am Arbeitsplatz, ist offenbar mitverantwortlich für die Entstehung von erhöhtem Blutdruck.
  • Aus Untersuchungen an Zwillingen schließen Forscher, dass Vererbung bei der Entstehung von Bluthochdruck eine gewisse Rolle spielt.
  • Unzählige Arzneimittel können als Nebenwirkung den Blutdruck erhöhen, z. B. die „Pille“, manche Hustenmittel, Kortison, Augentropfen. Schnupfenmittel usw. Das gleiche gilt für den Verzehr großer Mengen Lakritze.

 

Hoher Blutdruck, Mögliche Folgen und Komplikationen

Wenn der Blutdruck über längere Zeit erhöht ist, steigt das Risiko, einen Gehirnschlag. Herzerkrankungen, Nierenleiden, Augenschäden und Gefäßschäden zu erleiden. Damit sinkt die Lebenserwartung. Dies vor allem dann, wenn noch andere belastende Faktoren, wie Rauchen, Übergewicht, hoher Cholesteringehalt des Blutes, Bewegungsmangel usw., hinzukommen.

 

Vorbeugung, Hoher Blutdruck

  • Übergewicht abbauen.
  • Regelmäßig Sport treiben. Günstig sind Ausdauersportarten, wie Skilanglauf Dauerlauf (Jogging), Radfahren und Wandern.
  • Für ausreichenden und erholsamen Schlaf sorgen, Überforderungen beseitigen, Lärmquellen vermindern oder beseitigen.

 

Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte ein erhöhter Blutdruck möglichst frühzeitig behandelt werden. Ob der Blutdruck erhöht ist, zeigen Messungen in der Arztpraxis oder in der Apotheke.

 

Blutdruck messen

Üblicherweise wird der Blutdruck folgendermaßen gemessen: Man legt eine Gummimanschette an den Oberarm und pumpt sie auf, bis die Schlagader kein Blut mehr durchlässt. Wenn durch Luftablassen der Druck vermindert wird, kann das Herz ab einem bestimmten Zeitpunkt das Blut wieder durch die zusammengedrückte Arterie pressen. Mit einem Stethoskop werden die Geräusche der Arterie (Korotkoff-Geräusche) in der Ellenbeuge abgehört:

  • Das erste hörbare Geräusch ist der obere (systolische) Wert. Er wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Diese Welle ist auch als Pulsschlag am Handgelenk spürbar.
  • Das Verschwinden des Geräusches markiert den unteren (diastolischen) Wert. Er wird gemessen, wenn das Herz erschlafft und sich wieder mit Blut füllt.

Der Blutdruck wird üblicherweise so angegeben: 140/90 mm Hg (Millimeter Quecksilber – das bezeichnet die Verschiebung der Quecksilbersäule durch den jeweiligen Druck). Für die Beurteilung des Blutdrucks wird sowohl der obere als auch der untere Wert herangezogen. Der untere (diastolische) Wert ist jedoch bedeutsamer. Der Blutdruck schwankt innerhalb eines Tages erheblich je nachdem, ob man schläft, Sport treibt oder nervlichen Belastungen ausgesetzt ist.

Von erhöhtem Blutdruck spricht man erst dann, wenn bei mehreren Blutdruckmessungen in Ruhe an verschiedenen Tagen der obere (systolische) Wert höher ist als 160 und der untere (diastolische) Wert höher als 95. Werte zwischen 140/90 und 160/95 bezeichnet man als grenzwertig (borderline).

 

Falsche Messungen

Aus verschiedenen Untersuchungen weiß man, dass bei Blutdruckmessungen häufig Fehler gemacht werden. Meist entstehen Messfehler durch:

  • Nervosität und Anspannung der Patienten während der Blutdruckmessung in der Praxis. Dadurch steigt der Blutdruck automatisch. Einen annähernd „richtigen“ Wert erhält man bei Selbstmessungen oder wenn Arzt oder Ärztin über einen Zeitraum von zehn Minuten drei bis vier Messungen vornehmen und nur die letzte Messung bewerten.
  • Bei Personen mit dicken Oberarmen werden oft zu schmale und zu kurze Manschetten benutzt. Damit wird der Blutdruck fälschlicherweise um zehn bis 15 mm Hg zu hoch gemessen.
  • Bei starren, verdickten Blutgefäßwänden kann der tatsächliche Blutdruckwert viel niedriger sein als der gemessene Wert. Ob das der Fall ist, kann man feststellen, indem man beim Aufpumpen der Blutdruckmanschette den Puls am Handgelenk fühlt. Wenn der Druck in der Manschette den oberen (systolischen) Blutdruckwert übersteigt, spürt man normalerweise weder den Puls noch das Blutgefäß. Ist die Blutgefäßwand hingegen starr und verdickt, spürt man zwar keinen Puls mehr, aber immer noch das Blutgefäß. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass der gemessene Blutdruckwert um zehn bis 60 mm Hg zu hoch liegt.
  • Bei älteren Menschen kann der Blutdruck im Sitzen erhöht und im Stehen normal sein. Bei älteren Menschen sollte deshalb immer auch der Blutdruck im Stehen gemessen werden.
  • Bei der Messtechnik sind viele Fehler möglich: Man kann das Stethoskop an der falschen Stelle aufsetzen, die Luft zu schnell aus der Manschette entweichen lassen, Fehler beim Hören oder Ablesen machen oder schlechte Messgeräte benutzen.

 

Selbsthilfe

Wenn Ärztin oder Arzt erhöhten Blutdruck festgestellt haben, ist es überlegenswert, ob man sich ein Gerät zur Selbstmessung anschafft. Möglicherweise zeigen die Messungen in entspannter Atmosphäre, dass der Blutdruck normal ist. Dann ist keine Behandlung nötig.

Bei Menschen, die ihren hohen Blutdruck mit Medikamenten senken, hilft die Selbstmessung, die Behandlung zu kontrollieren. Dennoch sollten sie die Dosis der eingenommenen Medikamente nicht eigenmächtig verändern.

In Deutschland zahlen die Krankenkassen ein Blutdruckmeßgerät, wenn es ärztlich verordnet wurde. In Österreich übernimmt die Krankenkasse meist die Kosten, wenn man vor dem Kauf mit einem Verordnungsschein von Fachärzten zur Krankenkasse geht.

 

Blutdruck-Selbstmessung

  • Lassen Sie sich beim Kauf des Gerätes bzw. von Ärztin oder Arzt die Technik des Messens genau erklären.
  • Messen Sie nach fünf bis zehn Minuten Ruhe im Sitzen und im Stehen.
  • Messen Sie möglichst vormittags zwischen acht und zehn Uhr und immer dann, wenn Sie sich nicht wohl fühlen.
  • Messen Sie immer an demselben Arm.
  • Benutzen Sie eine Manschette, die dem Armumfang angepasst ist. Bei normalen Oberarmen ist eine Manschettenbreite von 13 bis 14 cm und eine Länge von 50 cm angebracht; bei dicken Oberarmen sollte sie 18 cm breit sein.
  • Legen Sie die Manschette etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Armbeuge an.
  • Pumpen Sie die Manschette um etwa 30 mm Hg über den zu erwartenden oberen Blutdruckwert auf (= etwa 170 mm Hg).
  • Halten Sie den Arm ruhig.
  • Lassen Sie die Luft so ab, dass der Druck pro Sekunde um 2 bis 3 mm Hg sinkt.
  • Bevor Sie die Messung wiederholen, warten Sie mindestens eine Minute, und entlüften Sie die Manschette vollständig.
  • Schreiben Sie die gemessenen Werte auf. Fügen Sie Datum, Uhrzeit, Situation wie Liegen, Sitzen usw. und besondere Belastungen hinzu.
  • Wenn Sie kein automatisches Gerät verwenden und selbst immer wieder andere Wertemessen, als andere Personen dies bei Ihnen tun, kann es vielleicht daran liegen, dass Ihr Hörvermögen eingeschränkt ist.

 

Behandlung ohne Medikamente

Bei dem Großteil der Hochdruck-Betroffenen ist der Blutdruck lediglich leicht erhöt (diastolische Werte zwischen 90 und 105 mm Hg). Fast alle seriösen Fachleute empfehlen dann als erste Maßnahme eine Behandlung ohne Medikamente. Das bedeutet:

  • Übergewicht abbauen.
  • Viel lachen. Denn Situationen, die zum Lachen reizen, sind entspannt, und das trägt dazu bei, dass der Blutdruck sinkt. Eine ebenfalls entspannende Wirkung hat es, sich ein Haustier zu halten.
  • Alkoholkonsum einschränken. Manchmal normalisiert sich der Blutdruck dadurch wieder; auch das Abnehmen wird leichter.
  • Sich sportlich betätigen.
  • Entspannungstechniken erlernen und regelmäßig durchführen.
  • Lebensweise überdenken: Für ausreichende und erholsame Nachtruhe sorgen, wenn möglich Überforderungen beseitigen.
  • Medikamente, die den Blutdruck steigern können, wenn möglich absetzen: die „Pille“, Rheumamittel, Kortison, Aufputschmittel, manche Nasentropfen und Appetitzügler.
  • Rauchen einstellen: Rauchen gefährdet Herz und Kreislaufviel mehr als hoher Blutdruck, obwohl es den Blutdruck nur wenig steigert.
  • Kaffee, Tee, Kakao und Cola sind – in Maßen genossen – auch bei Bluthochdruck erlaubt.

Die früher oft empfohlene Salz arme Ernährung hat sich bei Durchsicht der Untersuchungsergebnisse als nahezu wirkungslos herausgestellt. Sie wird nur noch älteren Blutdruck-Kranken angeraten.

 

Behandlung mit Medikamenten

Erst wenn die Behandlung ohne Medikamente erfolglos geblieben ist, der Blutdruck nicht ausreichend gesenkt wurde oder wenn gleichzeitig Nieren oder Herz krank sind, ist die Einnahme von Medikamenten sinnvoll.

Wenn der untere, diastolische Blutdruckwert höher liegt als 115 mm Hg, muss wegen der Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzversagens fast immer mit Medikamenten behandelt werden. Selbsthilfemaßnahmen sollten die Behandlung jedoch immer ergänzen.

Es gibt inzwischen unzählige Medikamente zur Behandlung erhöhten Blutdrucks. Die „Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks“ empfiehlt, nach einem Stufenplan vorzugehen:

 

1. Stufe: Bei Menschen ab etwa dem 60. Lebensjahr beginnt man die Behandlung mit einem harntreibenden Mittel (Diuretikum), bei jüngeren Menschen mit einem Betablocker. Kommt eines der Medikamente aus irgendeinem Grund nicht in Frage, verwendet man bei älteren
Menschen Betablocker und bei jüngeren Menschen Diuretika.

2. Stufe: Wird der Blutdruck mit einem dieser Medikamente nicht ausreichend gesenkt, nimmt man noch ein zweites hinzu. Idealerweise kombiniert man ein Diuretikum mit einem Betablocker und umgekehrt. Ist dies nicht möglich, kann man auch andere Medikamente miteinander kombinieren, z. B. gefäßerweiternde Wirkstoffe, wie Dihydralazin, Prazosin, Methyldopa oder Clonidin, mit einem harntreibenden Mittel. Der Einfachheit halber gibt es inzwischen Medikamente, die bereits fertige Mischungen verschiedener Wirkstoffe enthalten. Dieses ist einer der wenigen Fälle, in denen Kombinationspräparate als sinnvoll bewertet werden.

3. Stufe: Wenn auch zwei verschiedene Wirkstoffe den Blutdruck nicht ausreichend senken, kombiniert man drei verschiedene Medikamente mit unterschiedlicher Wirkungsweise.

 

Betablocker

Diese Mittel vermindern (blockieren) den Einfluss des sympathischen Nervensystems auf Herz und Blutgefäße: Das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt sowohl in Ruhe als auch in Belastungssituationen. Betablocker wirken nicht nur auf Herz und Kreislauf, sondern auch auf andere Organe des Körpers.

Das erklärt die verschiedenen Nebenwirkungen.

Relativ häufig sind Schwindel, Benommenheit, Verlangsamung des Pulses. Betablocker können die Ursache sein für ständig kalte Füße, lebhafte Träume, depressive Verstimmungen, Potenzstörungen und „trockene“ Augen. Der Fettstoffwechsel kann negativ beeinflusst werden. Das heißt, das „gute“ HDL sinkt ab, Triglyzeride steigen an. Inzwischen gibt es unzählige verschiedene Betablocker.

 

Diuretika (Harntreibende Mittel)

Diese Medikamente bewirken, dass die Nieren vermehrt Wasser und Natrium ausscheiden. Dadurch nimmt die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen ab, und der Blutdruck sinkt. Bei längerdauernder Anwendung verringern Diuretika die Spannung der Blutgefäße und senken so ebenfalls den Blutdruck.

Eine Reihe von harntreibenden Mitteln hat die Nebenwirkung, dass die Nieren gleichzeitig sehr viel Kalium ausscheiden. Um dem Körper diesen wichtigen Stoff zu erhalten, werden häufig harntreibende Mittel verschrieben, die das Kalium im Körper zurückhalten (kaliumsparende Diuretika). Es gibt auch Medikamente, die fixe Kombinationen von kaliumsparenden und kaliumausscheidenden Diuretika enthalten. Wenn der Körper zu viel Kalium verloren hat, kann sich das durch ungewöhnliche Müdigkeit, Schwächegefühl in den Beinen, Krämpfe in den Waden, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen. Diuretika können den Fettstoffwechsel beeinträchtigen.

Harntreibende Mittel führen dazu, dass man am Anfang der Behandlung öfter zur Toilette gehen muss. Nach einigen Tagen hört das auf.

 

Kalziumantagonisten

Diese Mittel hemmen die Wirkung von Kalzium in der Muskelwand der Blutgefäße und entspannen und erweitern sie so. Als Folge davon sinkt der Blutdruck.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Herzklopfen, geschwollene Knöchel; manchmal auch Hautausschläge.

Untersuchungen legten den Verdacht nahe, daß die langfristige Einnahme dieser Mittel die Lebenserwartung verringern kann. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, sollten diese Mittel nur verordnet werden, wenn harntreibende Mittel und/oder Betablocker nicht vertragen werden oder sie den Blutdruck nicht ausreichend senken.

 

Alphablocker (Dihydralazin, Prazosin)

Diese Wirkstoffe erweitern die kleinen Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck.

Nebenwirkungen können sein:

Kopfschmerzen, Hitzegefühl und schnellerer Herzschlag. Außerdem hält der Körper vermehrt Salz und Wasser zurück. Deshalb werden diese Medikamente meist mit einem harntreibenden Mittel kombiniert eingenommen. Prazosin kann, da es den Blutdruck sehr stark senkt, am Beginn der Behandlung zu Schwächegefühl. Blässe und Kollaps führen.

 

Reserpin

Diese Substanz sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen (Depressionen, Magengeschwüre usw.) nur. verordnet werden, wenn andere Medikamente nicht in Frage kommen oder nicht ausreichen.

 

Clonidin und Methyldopa

Beide Stoffe ähneln sich in Wirkung und Nebenwirkungen: sie können das Reaktionsvermögen einschränken, einen trockenen Mund verursachen und  zu Potenzstörungen führen. Weil als Nebenwirkung vermehrt Salz und Wasser im Körper zurückgehalten werden, sollten diese Mittel nur in Kombination mit einem harntreibenden Mittel verordnet werden.

 

ACE-Hemmer

Diese Wirkstoffe (Captopril, Enalapril usw.) vermindern die Wirkung des Hormons, das die Blutgefäße eng und damit den Blutdruck hoch hält.

Diese Mittel werden recht gut vertragen, oft tritt Hustenreiz, manchmal treten Hautausschläge und Geschmacksstörungen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Blutbildstörungen und Nierenschäden, sind selten. Um sie zu bemerken, sind regelmäßige Laborkontrollen notwendig.

 

Nebenwirkungen verringern

Etwa drei Wochen lang fühlen sich zu Beginn der Behandlung alle Behandelten schlechter, weil sich ihr Körper erst an den normal niedrigen Blutdruck gewöhnen muss.

Folgende Maßnahmen können die Nebenwirkungen von Medikamenten meist vermeiden oder verringern:

  • Nennen Sie Ärztin oder Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Informieren Sie sie auch über eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten, die Sie früher schon einmal eingenommen haben.
  • Beherzigen Sie die unter „Behandlung ohne Medikamente“ genannten Maßnahmen. Sie kommen dann mit weniger Medikamenten aus.
  • Die Behandlung sollte nach Möglichkeit mit einem Medikament beginnen, das nur einen Wirkstoff enthält.
  • Die Behandlung sollte mit einer möglichst geringen Wirkstoffmenge beginnen, damit sich der Kreislauf langsam anpassen kann. Viele Medikamente entfalten die Wirkung erst nach einigen Tagen.
  • Informieren Sie Ärztin oder Arzt umgehend über Nebenwirkungen.

 

Medikamente absetzen?

Die Hälfte aller Personen mit leicht erhöhtem Blutdruck hat im Laufe eines halben Jahres auch ohne Medikamente wieder normale Werte. Das trifft besonders dann zu, wenn sie den Alkoholkonsum einschränken und Übergewicht abbauen.

Je höher die Blutdruckwerte sind und je länger sie bestehen, um so geringer ist die Chance, daß sich der Blutdruck wieder von selbst normalisiert.

Sind die Blutdruckwerte bei Einnahme eines Medikamentes wieder normal, kann man nach einigen Monaten mit Ärztin oder Arzt absprechen, ob man die Dosis langsam vermindern oder das Medikament absetzen kann. Vielleicht bleibt der Blutdruck dauerhaft niedrig.

 

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Achtung: In der Schwangerschaft gelten niedrigere Blutdruck-Grenzwerte, ab denen behandelt werden sollte. Erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft bedeutet sowohl für die Mutter als auch für das Kind ein gesundheitliches Risiko. Schwangere sollten zunächst versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Häufig sinkt der Blutdruck schon durch körperliche Ruhe, z. B. wenn Sie sich mehrere Stunden am Tag hinlegen.

Sind Medikamente notwendig, sollten entweder Betablocker, Methyldopa oder Dihydralazin verwendet werden, da diese Mittel das Kind nicht schädigen.

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Kreislauf, Lunge, Herz

Herzinfarkt, Ursachen, Erkrankungsrisiko und Vorbeugung

Für etwa 85 Prozent der Menschen endet ein Herzinfarkt tödlich , bei den Überlebenden bleibt ein Teil des Herzmuskelgewebes für immer geschädigt

Ein akuter Herzinfarkt verursacht meist ähnliche Beschwerden wie ein Angina-pectoris-Anfall: Atembeklemmungen und tiefe, dumpfe Schmerzen in der Brustmitte, die sich zum Hals, Kinn, Rücken und auf die Arme ausbreiten können; Todesangst; kalter Schweiß; rasender Puls.

Bei etwa einem Fünftel der Betroffenen „maskiert“ sich ein Herzinfarkt jedoch: plötzliche Bewußtlosigkeit mit Erbrechen, aber ohne Schmerzen; unklare Beschwerden im oberen Bauchbereich oder eine unerklärliche Atemnot; leichter Druck in der Brustmitte, verbunden mit unerklärlichen Schmerzen in einem Arm oder im Kiefer. Im Gegensatz zur Angina pectoris vergehen die Beschwerden eines Herzinfarkts nicht, wenn man eine Nitroglyzerin-Kapsel einnimmt. Auch nach einigen Minuten Ruhe lassen sie nicht nach.

Ein Herzinfarkt kann auch im Zustand der Ruhe auftreten. Die meisten Infarkte ereignen sich am frühen Vormittag.

 

Herzinfarkt

 

Ursachen

Ein Herzinfarkt hat dieselbe Ursache wie eine Angina pectoris: Die Blutversorgung und damit die Sauerstoffzufuhr des Herzmuskels ist unzureichend. Das ist dann der Fall, wenn die Herzkranzarterien wegen Arteriosklerose zu stark verengt sind. Oft ist der letzte Auslöser für den Infarkt ein Blutpfropf an der Engstelle. Der Unterschied zur Angina pectoris besteht darin, daß beim Infarkt die Sauerstoffnot eines Muskelbereichs so groß ist, daß das Gewebe abstirbt, wenn es nicht gelingt, innerhalb von etwa sechs Stunden das verengte Gefäß zu eröffnen.

 

Erkrankungsrisiko

In Deutschland erleiden jährlich mehr als eine halbe Million Menschen einen Herzinfarkt. In Österreich sterben jedes Jahr rund 10 000 Personen an einem Herzinfarkt. Bei den unter 50jährigen erleiden mehr Männer als Frauen einen Herzinfarkt. Da Frauen aber im Durchschnitt älter werden als Männer, liegt die Gesamtzahl der Herzinfarkte bei Frauen über der der Männer. Zudem hat die Infarkthäufigkeit bei Männern in den vergangeneu Jahren um 18 Prozent abgenommen, während sie bei den Frauen leicht angestiegen ist.

Weil man Frauen jahrzehntelang zu Unrecht als wenig infarktgefährdet ansah, hat man ihr Risiko weitgehend vernachlässigt. Erst in letzter Zeit haben Fachleute begonnen, bei den entsprechenden Beschwerden auch bei Frauen einen Infarkt in die Diagnoseüberlegungen mit einzubeziehen.

 

Folgendes erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden:

  • Rauchen steigert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um das zwei – bis fünffache.
  • Erhöhter Blutdruck
  • Diabetes
  • Zu viel Fettstoffe im Blut
  • Gicht
  • Außerdem vermutet man, daß Personen, die übergewichtig sind, und solche, die ihre Arbeits – und Lebensbedingungen ständig als sehr belastend empfinden, ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, einen Herzinfarkt zu erleiden

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Für etwa 85 Prozent der Menschen endet ein Herzinfarkt tödlich. Bei den Überlebenden bleibt ein Teil des Herzmuskelgewebes für immer geschädigt. Das bedeutet, daß das Herz nur vermindert belastbar und seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Regelmäßiges körperliches Training kann die Leistungsfähigkeit jedoch wieder steigern.

Weil aber die „Verkalkung“ der Blutgefäße mit zunehmendem Alter fortschreitet, besteht die Gefahr eines neuerlichen Herzinfarkts. Entsprechende Vorbeugung kann dieses Risiko verringern.

 

Vorbeugung

  • Hören Sie auf zu rauchen. Wer es schafft, das Rauchen für mehr als zwei Jahre aufzugeben, hat
    wieder dasselbe Risiko wie jemand, der nie geraucht hat.
  • Übergewicht abbauen.
  • Bluthochdruck unbedingt behandeln.
  • Zu hohen Cholesterinspiegel senken.
  • Körperliche Bewegung, besonders Laufen. Dieses allerdings erst, nachdem Arzt oder Ärztin Sie genau untersucht haben.
  • Nichts essen, was schwer im Magen liegt.
  • Vermeiden Sie psychischen Streß, plötzliche Anstrengungen und plötzlichen starken Temperaturwechsel.
  • Gestalten Sie Ihr Leben so, daß Sie das für Sie angemessene Gleichgewicht von Spannung und Entspannung halten.

 

Entstehung eines Herzinfarktes

 

HerzinfarktDas Blut fließt durch das offene Gefäß

 

 

 

 

 

 

 

 

HerzinfarktVerengung im Gefäß behindert den Blutfluß

 

 

 

 

 

 

 

 

HerzinfarktEin Thrombus verschließt das Gefäß:

Ein Teil des Herzens wird nicht mehr durchblutet

 

 

 

 

 

 

 

Ein Herzinfarkt kann in jeder Situation auftreten: im Theater, zu Hause, beim Tennisspielen usw. Die meisten Menschen sterben innerhalb der ersten Stunde, nachdem sie die ersten Beschwerden bemerkt haben. Das bedeutet, daß die erste Stunde über die Chance entscheidet, einen Herzinfarkt zu überleben.

Lassen Sie sich bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort ins Krankenhaus fahren. Jeder zweite Herzinfarkt-Patient, der stirbt, könnte bei sofortiger richtiger medizinischer Hilfe überleben.


Selbsthilfe

Die wichtigste und häufig lebensrettende Maßnahme ist, unverzüglich einen Krankenwagen zu rufen. Das ist jedoch nur möglich, wenn Betroffene oder Angehörige die Anzeichen eines Herzinfarktes erkennen können. Nur dann verstreicht die wertvolle Zeit nicht ungenutzt. Wer vermutet, daß er einen Herzinfarkt hat, sollte sich sofort hinlegen und jede Anstrengung und Aufregung vermeiden. Schlucken Sie eine Tablette Aspirin.

Behandlung

Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, wird die Herztätigkeit technisch überwacht. Gespritzte oder infundierte Medikamente sollen die Schmerzen verringern, die Todesangst nehmen, das Herz entlasten und Rhythmusstörungen ausgleichen.

Innerhalb der ersten Stunden nach dem Auftreten der Beschwerden können Fachleute noch versuchen, die Blutpfropfen in den Gefäßen mit Medikamenten aufzulösen. Damit ließe sich der Schaden am Herzmuskel begrenzen. Die meisten Herzinfarkt-Betroffenen leiden nach einigen Tagen an Depressionen, die ebenfalls behandelt werden sollten.

Wer längere Zeit bettlägerig ist, hat ein erhöhtes Risiko, eine Lungenembolie zu erleiden. Um das zu verhindern, wird der Gerinnungshemmet Heparin gespritzt.

Bypass-Operation

Eine Bypass-Operation nach einem Herzinfarkt kann unter Umständen die Lebenserwartung verlängern. Ob sie sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Herzkranzgefäße ab.


Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus

Der Krankenhausaufenthalt dauert meist etwa zwei bis drei Wochen. Direkt anschließend folgt meist ein mehrwöchiger Aufenthalt in einem Rehabilitationszentrum, wo die körperlichen Aktivitäten gezielt gesteigert werden. Eine solche Kur sollten auch Frauen einfordern, für die Untersuchungen belegen, daß ihnen deutlich seltener als Männern eine solche Rehabilitation angeboten wird. Das Rehabilitationsprogramm hängt vom Alter, vom Ausmaß der Schädigung, von eventuellen Rhythmusstörungen, von einer eventuell bestehenden Herzschwäche, von der beruflichen Situation und von den persönlichen Vorstellungen ab.

Wenn möglich, sollten Sie sich einer sogenannten „ambulanten Herzgruppe“anschließen. Es gibt davon inzwischen mehr als tausend. Adressen können Sie an den Herzabteilungen (Kardiologie) der Krankenhäuser erfragen.

Wenn das Herz etwa sechs Wochen nach einem überstandenen Infarkt wieder gut arbeitet, kann man meist wieder ein normales Leben führen. Um weitere Infarkte zu verhindern, ist es jedoch unbedingt notwendig, alle Vorbeugemaßnahmen zu beachten. Wer sich daran hält, hat gute Chancen, das Leben weiterhin genießen zu können. Vermeiden Sie für drei bis vier Wochen nach dem Herzinfarkt sexuelle Aktivitäten. Alkohol ist in geringen Mengen erlaubt.


Medikamente zur Verhinderung weiterer Infarkte

Aspirin: Viele Fachleute empfehlen, täglich Aspirin einzunehmen, um weitere Infarkte zu verhindern. Der Nutzen dieser Behandlung ist jedoch umstritten. Ihr Nachteil liegt in der häufigen Magenunverträglichkeit. Allerdings reicht für den Schutz des Herzens eine Tablette Aspirin aus.

Gerinnungshemmende Mittel, wie Coumadin, Marcumar oder Sintrom: Ob diese Medikamente einem Herzinfarkt vorbeugen können, ist in der Medizin seit Jahrzehnten umstritten. Unbestritten ist allerdings, daß Gerinnungshemmer als Nebenwirkung schwere Blutungen verursachen können. Die Einnahme ist sicher dann sinnvoll, wenn sich an der Herzinnenwand im Bereich des Infarktes Blutgerinnsel ablagern. Dieses kann man durch eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens feststellen.

Betablocker: Verschiedene Untersuchungen zeigen, daß Betablocker die Überlebensrate erhöhen.

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Kreislauf, Lunge, Herz

Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Lunge und Atemwege

Erkrankungen der Lunge und der Atemwege wirken sich in hohem Maße auf die körperliche Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Fast 90% aller Erkrankungen der Atemwege sind obstruktiver Art, bestehen also in Verlegungen und Verstopfungen der Atemwege. Schwellung der Bronchialschleimhaut, Absonderung von sehr viel Schleim, Konstriktion oder Zusammenziehung der kleinen Bronchien führen zu Luftnot aber beispielsweise auch Adipositas wirkt negativ sich auf das Atmungssystem aus.

Als Diffussionsstörungen (gestörter Sauerstoffaustausch), Perfusionsstörungen (Lungendurchblutung gestört) oder auch Verteilungsstörungen (unterschiedlich belüftete Lungenbezirke) bezeichnet man Probleme direkt an der Lunge.

 

Lunge



Einatmen eines Fremdkörpers

Das Einatmen eines Fremdkörpers äußert sich in Husten, Atemnot bis zur Bewusstseinsstörung, Kräftige Schläge zwischen die Schulter, manuelle Entfernung des Objektes oder auch ein spezieller Griff (Heimlich-Handgriff) schaffen in der Regel Abhilfe.

 

 

Rhinitis (Schnupfen)

Die Schleimhaut schwillt und über Niesen und laufendes Sekret kommt es zur Verlegung der Atemwege und zu einem Krankheitsgefühl. Erreger sind Rhinovieren.

 

Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Eine Nasennebenhöhlenentzündung entsteht oft in Folge eines Schupfens und betrifft die Nasennebenhöhlen. Bei Kindern ist oft das Siebbein betroffen (über der Nase) beim Erwachsenen die Kiefernhöhle.

 

Pharyngitis (Rachenschleimentzündung) und Laryngitis (Kehlkopfentzündung)

Bakterien oder und Viren führen zu Entzündungen des Kehlkopfes und des Rachens. Oft sind sie Begleiterscheinungen von Infekten der Nasen, Nasennebenhöhle, Tonsillen. Auch toxische Einflüsse sind möglich.

Pseudokrupp und Epiglotitis sind zum Teil kritische Formen von Kehlkopfentzündungen und betreffen speziell den Kehlkopfdeckel

 

Bronchitis (Entzündung der Bronchialschleimhaut)

Viren, Chemische Reize, teilweise auch das Aufpfropfen von Bakterien oder Pilze auf virale Erkrankungen können zur Entzündung der Bronchialschleimhaut führen, also der Luftstränge, die zwischen Luftröhre und Lunge liegen. Husten, Schleim und Schmerzen in der Brust sind die Folge.

 

Bronchiolitis (Entzündung der Bronchiolen)

Diese Erkrankung der kleinen luftzuführenden Gefäße, direkt an der Lunge, ist eine schwere, oft lebensbedrohende Erkrankung die viral oder toxisch verursacht sein kann.

Sie bedarf in der Regel einer Intensivtherapie.

 

Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen(COPD)

COPD sind relativ häufig in der deutschen Krankenstatistik zu finden. Chronisch obstruktive Bronchitis, obstruktive Lungenemphysem und Asthma Bronchiale sind die typischen Vertreter. COPD ist eine Gruppenbezeichnung von bestimmten Lungenerkrankungen.

 

Lungenemphysem

Unter dieser Erkrankung versteht man die Überdehnung des Lungengewebes mit unwiderruflicher Zerstörung der Alveolen und Alveolarwände, dies ist eine typische Alterserscheinung. Als Folge von Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, Narbenemphysem aber auch als Folge einer LungenOP durch Überdehnung entsteht das sekundäre Lungenemphysem. Chronische Atemnot ist Begleiter dieser Krankheit.

 

Asthma Bronchiale

Das Asthma ist eine Anfallsleiden welches ca, 5% der Erwachsenen betrifft. Es tritt in Form der Verengung der kleinen Bronchiolen zu Tage. Diese anfallsweise Atemnot durch ganz oder teilweise reversible, also rückbildbare, Atemwegsobstruktion auf dem Boden einer Entzündung und eines überreagierenden Bronchialsystems führt zu den bekannten Erscheinungen. Ein sogenannter expiratorischer Stridor, ein Hustenreiz mit deutlich verlängerter Ausatemphase stellt sich ein. Der Anfall dauert Minuten bis Stunden und endet durch kräftiges Husten mit Schleimauswurf.

Auslöser für die Anfälle sind in unserer Umwelt aber auch in uns selbst vorhanden. Auch psychische Einflüsse lösen diese oft gravierenden Hustenanfälle aus.

 

Lungenfibrosen

Jedes Gewebe besteht aus einem Funktionsgewebe und einem Bindegewebe welches Struktur und Festigkeit verleiht. Bildet sich das Funktionsgewebe beispielsweise in Folge einer Entzündung zurück, spricht man von einer Fibrose. Dies bedeutet, bei Einer lungenfibrose gesteht zwar die Lunge an sich weiter, aber die Möglichkeiten Sauerstoff in das Blut aufzunehmen sind reduziert.

 

Pneumokoniosen

Das Einatmen anorganischer Stäube kann zu einer Pneumokoniose führen. Bekannteste Vertreter sind die Silikose und die Asbestose. Beide werden in Deutschland bei entsprechender Arbeitsgeschichte (Exposition) auf dem Dosisprinzip als Berufskrankheit anerkannt. Die Asbestose geht häufig mit einem Bronchialkarzinom Einher.

 

Allergische Alveolitis

Diese chronisch entzündliche Lungenerkrankung entsteht durch Inhalation organischer Substanzen. Oft ist sie beruflich erworben und führt unbehandelt zu irreversibler Lungenfibrose.

 

Pneumonien (Lungenentzündung)

Aus verschiedenen Ursachen heraus kann eine Lungenentzündung entstehen. Diese akute oder chronische Entzündung des Funktionsgewebes der Lunge ist eine der häufigsten Todesursachen.

Husten, Fieber, Auswurf und Schmerzen bei der Atmung charakterisieren diese Erkrankung. Meist sind Bakterien die nachweisbaren Erreger.

 

Mukoviszidose

Diese Erbkrankheit ist eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen.

Dabei produzieren Drüsen große Mengen an zähem Schleim, der nicht nur die Lunge in Ihrer Funktion behindert.

Diese Erkrankung ist mit einer verringerten Lebenserwartung verbunden.

 

Tuberkulose (TBC)

Diese bakterielle Erkrankung spielte bis zur Einführung der Antibiotika eine große Rolle im Krankheitsgeschehen. Die Erstinfektion verläuft meist fast symptomlos. In der Lunge bildet sich ein Primärherd, welcher verkapselt in der Lunge zurückbleibt, aber die Erreger über Jahre hinweg erhalten kann.

Bei schlechter Abwehrlage im Körper kann diese Verkapselung aufbrechen, die TBC wird dann ansteckend durch das erfolgte Abhusten. Sie kann sich an anderen Organen manifestieren und führt dadurch zu teilweise gravierenden Folgen.

Durch den laxen Umgang mit Antibiotika sind inzwischen TBC Erreger entstanden, welche resistent sind.

 

Pleuritis

Unter einer Pleuritis versteht man die entzündliche Veränderung der Pleurablätter (Rippen- und Lungenfell). Sie entsteht meist sekundär beispielsweise bei Pneumonie, Lungen Tuberkulose, Lungeninfarkt, Lungen oder Pleuratumor, Herzinfarkt und Bauchspeicheldrüsenentzündung.

 

Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)

Eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen ist der Lungenkrebs. Rauchen, Radioaktive Gase oder auch verschiedene chemische Stoffe oder Stäube können zu Lungenkrebs führen. Bösartige Zellbildungen im Bereich der Bronchien oder Bronchiolen, die oft viel zu spät bemerkt werden sind charakteristisch für Lungenkrebs.

 

Klassische Therapie

Abhorchen, Klopfen und Röntgen sind die am meisten genutzten Diagnostikverfahren im Bereich Lunge und Atmungssystem. Antibiotika spielen in der Behandlung eine große Rolle.

 

Alternative Behandlungsmethoden

Homöopathie und alles was zur Stärkung des Immunsystems beiträgt hilft im Bereich der Erkrankungen des Atemapparates. Genaueres hängt sehr stark von der Diagnose ab.

Oft sind hier Alternative Methoden nur als Ergänzung zur klassischen Therapie angezeigt.

 

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Kreislauf, Lunge, Herz

Das Herz und seine Herzkrankheiten

Erkrankungen des Herzens, Herzkrankheiten

Entzündung des Herzens

Endokarditis, Pericarditis und Myokarditis sind Entzündungen am Herz die durch bestimmte Bakterien oft Streptokokken aber auch Viren hervorgerufen werden. Als Folge bakterieller Erkrankungen beispielsweise Scharlach oder Erkrankung anderer Organe oder Entzündung von Zähnen entstehen oft gravierende gesundheitliche Beschwerden, die auch zum Tod führen können. Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt deutlich ab.

Die Herzklappen werden oft in Mitleidenschaft gezogen oder andere Teile des Herzens. Bei einer solchen Entzündung empfiehlt es sich körperliche Anstrengungen unbedingt zu meiden.

Klappenfehler

Oft als Folgen einer Entzündung des Herzens, aber auch angeboren sind die Klappen , die allein durch den Blutfluss bewegt werden nicht mehr voll Fuktionsfähig. Das bedeutet das aus der jeweiligen Kammer ausgeworfene Blut fließt teilweise in die Kammer zurück oder die nicht komplett öffenbare Klappe lässt nicht genügen Blut durch strömen. Oft können solche Fehler über lange Zeit kompensiert werden und treten dann plötzlich bei Belastung auf.

 

Herzkrankheiten


Herzinsuffizienz

Unter dem Begriff Herzmuskelschwäche versteht man das Unvermögen des Herzens das zur Versorgung des Körpers erforderliche Blutvolumen zu fördern.

Die Auswurfleistung nimmt als Folge einer oder mehrer Herzerkrankungen ab.

Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Krankheit, sondern klinisches Syndrom mit unterschiedlichsten Ursachen. Meist ist sie die Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Man teilt diese Erkrankung in vier Stadien ein, wobei das Stadium vier nur durch eine Transplantation ausgeglichen werden kann.

Auch bei bestimmten Erkrankungen der Lunge bestehen Auswirkungen auf die Funktion des Herzens infolge eines Rückstaus.

 

Koronare Herzkrankheiten

Wenn die Herzkranzgefäße nicht mehr in der Lage sind den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen spricht man von Koronare Herzkrankheiten.

Es besteht ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot und eine Herzinsuffizienz entsteht. Angina pectoris, Herzinfarkt, und ischämische Herzmuskelschädigung mit Herzinsuffizienz durch Mangeldurchblutung der Koronarien stehen für solche Herzkrankheiten.

Erkennungszeichen dieser Herzkrankheiten  ist oft der Schmerz im linken Arm bis in den kleinen Finger hinein.

 

Herzrhythmusstörungen

Eine krankhaft veränderte Herzschlagfolge wird als Herzrhythmusstörung bezeichnet. Störung der Herzfrequenz (Brady/Tachykardie) oder der Regelmäßigkeit des Herzschlags (Arrhythmie) kann krankhaft sein ist aber auch bei Gesunden möglich. Ursachen können Störung in Erregungsbildung oder –leitung sein oder

Erkrankungen der Herzhäute. Auch ein Herzinfarkt hat solche Auswirkungen.

Das EKG ist ein einfach abzuleitender Indikator für diese Problematik.

 

Klassische Therapie

Die bereitstehenden Diagnostikverfahren für Herz – Kreislauf sind mannigfaltig und effizient. Ob Röntgen mit oder ohne Kontrastmittel, EKG, Ultraschall oder auch ganz banal horchen mit dem Stethoskop oder tasten – eine treffsichere Diagnostik ist gut möglich. Ergänzung bringen Erkenntnisse aus der Labordiagnostik.

Die abgeleitete Therapie wird schon schwieriger. Probleme entstehen nicht nur durch die Nebenwirkungen von Medikamenten sondern auch durch die Kombination von Medikamenten.

Liegen Entzündungsprozesse vor, wird auf Antibiotika zurückgegriffen.

Mit Herzglykosiden zur Herzstärkung, Antiarrhythmika zur Pulsregulierung, Betablockern zur Blutdruckregulierung oder Calciumantagonisten zur Blutdrucksenkung stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung mit unterschiedlichen Nebenwirkungen. Nitroglycerin hat eine Sofortwirkung und ACE Hemmer beeinflussen indirekt über die Niere den Blutdruck.

Je nach Stadium der Erkrankung werden auch ein Herzschrittmacher eingesetzt, auch mit einem Defibrilator, also einer eigenen Wiederbelebungseinheit.

 

Alternative Heilmethoden

Falls Sport als Heilmethode gezählt werden kann, so kann man präventiv sehr viel damit erreichen. Vor allem Ausdauersportarten sind günstig.

Psychische Einflüsse beispielsweise auf den Blutdruck können durch Yoga oder Entspannungsübungen reduziert werden.

Homöopathie ist je nach Erkrankung eine gute Methode ohne große Nebenwirkunken Gesundheit zurückzugeben.

 

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Kreislauf, Lunge, Herz

Aufbau von Herz und Lunge

Die Funktionseinheiten und der Aufbau von Herz und Lunge

Die Lunge

Die Lunge ist  der wichtigste Teil unseres Atmungssystems. Dieses besteht neben der Lunge aus der Nase, dem Rachen den Stirn und Kieferhöhlen, dem Kehlkopf und der in die Bronchien mündenden Luftröhre. Die aus zwei Flügeln bestehende Lunge liegt wie eine offene Weste unterhalb des Schlüsselbeins bis zum Bauch. Die 2-4 Liter Volumen werden zum Luftaustausch genutzt.  Ca. 300 Millionen Lungenbläschen sind der eigentlicher Ort des Gasaustausches. Aufgeklappt wäre das eine Fläche von ca. 70-140 m². Das Brustfell  überzieht die Lungenflügel als eine hauchdünne Hülle und schließt diese ein.

Herz


Das Herz

Aufbau

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, welches ungefähr 1-1,5 x faustgroß ist. Es hat eine Kegelform, deren Spitze zeigt nach links unten und vorne.  Die Spitze ragt nahe an Brustwand, daher ist der Herzspitzenstoß als Herzschlag tastbar.

Die Funktionseinheiten Lunge, Thymus, Zwerchfell, Speiseröhre , Aorta liegen unmittelbar neben dem Herzen.

Eine Herzscheidewand teilt das Herz in eine rechte und eine linke Hälfte. Die gesamte Wand besteht aus drei Schichten.

Ein Kammer und Klappensystem ermöglicht dem Herzen eine Pumpfunktion wahrzunehmen. Zwei Vorhöfe und zwei Kammern helfen das Blut mit wenig Sauerstoff zur Lunge und dann mit viel Sauerstoff in den Körper zu transportieren.

Das Herz selber hat eine eigene Blutversorgung, die Koronararterien. Nervenknoten geben die Frequenz vor, sie tragen die Bezeichnung Sinusknoten und Atrio-Ventrikular Knoten.

 

Funktion

Das Herz kontrahiert sich mit einer durchschnittlichen Frequenz von 70-80 Schlägen in der Minute und entspannt sich danach wieder. Sauerstoffarmes, venöses Blut gelangt aus der unteren und oberen Hohlvene zusammen mit dem venösen Blut aus den Herzkranzgefäßen in den rechten Vorhof. Es fließt durch die Trikuspidalklappe in die rechte Kammer oder rechten Ventrikel. Von dort wird es durch die Pulmonalklappe über die Lungenarterie  in Lungenflügel gepumpt. Die Anreicherung mit Sauerstoff in der Lunge beträgt (4 %). Über 4 Lungenvenen gelangt das Blut in den linken Vorhof.

Die Mitralklappe öffnet und schließt dessen Verbindung zur linken Kammer. Das Blut fließt dann durch den Vorhof in die Kammer und wird  durch die Aortenklappe in Aorta gepresst.

Die vier Klappen haben alle die gleiche Funktion: sich beim Pumpvorgang zu öffnen und danach, in der Entspannung, wieder zu schließen um einen Rückfluss des Blutes zu verhindern.

Rund 1/20 des gesamten gepumpten Blutes ca. 300 ml/Min dient der Versorgung  selbst. Die Herzkranzarterien, welche das Herz wie Kranz  umschließen, entspringen als erster Abgang aus Aorta. Das Herz erregt sich selbst, wird also nicht zentral durch das Hirn gesteuert sonder nur reguliert. Der Sinusknoten ist dabei der Taktgeber, welcher verzögert den Atrio-Ventikular-Knoten anregt. Von dort wird die Erregung bis zur Herzspitze befördert.

Die Erregungsausbreitung im Herzen betrifft sehr viele Muskeln und folgt dem Alles oder Nichts Prinzip. Aus diesem Grund ist die Erregungsleitung am Herzen relativ einfach an der Körperoberfläche als Spannungsverlauf zu messen. Sie gibt als Elektrokardiogramm (EKG) wichtige Auskunft über die Herzfunktion.

 

 1   Obere Hohlvene

 2   Aorta

 3   Lungenarterie

 4   Lungenvenen

 5   Linker Vorhof

 6   Mitralklappe

 7   Taschenklappen

 8   Linke Herzkammer

 9   Rechte Herzkammer

10  Untere Hohlvene

11  Trikuspidalklappe

12  Rechter Vorhof

13   Semilunarklappen