Kategorien
Gesundheit Allgemein

Vergiftungen und Verätzungen

Allgemeine Merkmale bei Vergiftungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen im Bauch, Kopfschmerzen

Vergiftungen kommen im Haushalt und vor allem bei kleinen Kindern relativ häufig vor. Deshalb müssen laugen – oder säurehaltige Chemikalien, wie Reinigungsmittel, stets sicher außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Beachten Sie die Verbrauchshinweise auf den Packungen !

 

Vergiftungen

 

Vergiftungen

Allgemeine Merkmale einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen im Bauch, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewußtseinstrübung bis zur Bewußtlosigkeit, Atemstörung bis zum Stillstand, Schockanzeichen, beschleunigter oder verlangsamter Puls sowie Erregungszustände.

 

  • Die Atmung freihalten durch Seitenlage und Überstrecken des Kopfes.
  • Kreislauf – und Herztätigkeit durch flache Lagerung und Herzmassage erhalten.
  • Rettungsdienst rufen.
  • Nächstgelegene Informationszentrale für Vergiftungen kontaktieren. Sie informiert über die weiteren Sofortmaßnahmen.

 

Angaben für einen Giftnotruf:

  • Alter der vergifteten Person.
  • Art und Konzentration des Giftes oder Stoffes.
  • Eingenommene Menge.
  • Zeitpunkt der Einnahme.
  • Anzeichen der Vergiftung.
  • Bereits getroffene Maßnahmen.

 

Erbrechen nach Vergiftungen

  • Bei Vergiftungen durch Medikamente, Alkohol, Pilze oder Beeren kann man versuchen, den Vergifteten künstlich zum Erbrechen zu bringen.Das darf man allerdings nur dann, wenn er klar bei Bewußtsein ist.
  • Wenn Sie das Erbrechen künstlich herbeiführen wollen, lassen Sie die vergiftete Person etwa einen halben Liter warmes Wasser oder Saft trinken (niemals Salzwasser eingeben).
  • Reizen Sie die Rachenhinterwand mit dem Finger oder einem Löffelstil, bis sich die vergiftete Person erbricht.
  • Ein Kind mit dem Kopf nach unten quer über das Knie legen, dabei wird der Bauch zusammengedrückt.
  • Trinken- und Erbrechenlassen so lange wiederholen, bis das Erbrochene klar ist.
  • Bei Benzin – und Petrolvergiftungen sowie bei Säure – und Laugenvergiftungen darf kein Erbrechen herbeigeführt werden. Man darf der vergifteten Person nur allgemeine Hilfe leisten, wenn sie sich übergibt.

 

Verätzungen

Innere Verätzungen entstehen durch Schlucken, äußere durch Hautkontakt mit den Chemikalien. Die häufigsten Gefahrenquellen sind Reinigungsmittel. besonders Toilettenreiniger und Spülmittel für Geschirrspüler, sowie Schädlingsbekämpfungsmittel. Es gibt viele Stoffe und Flüssigkeiten, die gleichzeitig Verätzungen und Vergiftungen hervorrufen.

Beim Verschlucken können in der Speiseröhre tiefe Wunden entstehen, die sich infizieren und die Speiseröhre unter Umständen perforieren.

 

  • Äußerliche Verätzung: Sofort vorsichtig alle Kleidungsstücke entfernen und den verletzten Bereich unter fließendem Wasser spülen. Diese Dauerspülung soll so lange wie möglich dauern. Nehmen Sie das Gefäß des Vergiftungsmittels ins Krankenhaus mit.
  • Innerliche Verätzung: Viel Wasser trinken lassen. Nicht erbrechen lassen, das ätzt von neuem. Keine Milch trinken lassen.
  • Verätzungen der Augen: Bis zur ärztlichen Versorgung sollen die Augen mindestens 20 Minuten lang ständig mit Wasser gespült werden. Gießen Sie dazu aus etwa zehn Zentimeter Höhe bei zurückgeneigtem Kopf vorsichtig Wasser in das Auge hinein. Die Lider müssen auseinander gehalten werden.

 

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Heilgymnastik, Durchführung und Übungen

Heilgymnastik ist immer eine Dauerbehandlung, sie muss unter fachkundiger Anleitung erlernt und später regelmäßig durchgeführt werden

Durch Heilgymnastik kann man andere als die gewohnten Bewegungsmuster erlernen, so dass man krankmachende Bewegungsabläufe in Zukunft vermeiden kann.

Heilgymnastik ist immer eine Dauerbehandlung. Sie muss unter fachkundiger Anleitung erlernt und später regelmäßig durchgeführt werden. Die Übungen sollen 15 bis 30 Minuten dauern und mindestens ein – bis zweimal täglich wiederholt werden. Sie sollten immer am selben Platz ausgeführt und in den Tagesablauf integriert werden. Die günstigste Zeit dafür sind der späte Vormittag und der späte Nachmittag.

Die Ausgangsstellungen richten sich nach der Erkrankung. Als unbelastete Haltung gelten die Rückenlage, die Seitenlage mit einem angezogenen Bein, der Sitz auf einem Hocker, der Vierfüßler Stand auf Händen und Knien und Gymnastik im Wasser, das durch seinen Auftrieb entlastet.

Je nach der Ursache der Bewegungsstörung und den Bedingungen der Patienten werden verschiedene Techniken eingesetzt:

 

Heilgymnastik, Durchführung und Übungen

 

Funktionelles Üben

Sind Gelenke scheinbar „von selbst“ oder durch lange Zeit der Bewegungslosigkeit unbeweglich geworden, üben die Kranken das Beugen und Strecken aktiv, eventuell gegen den Widerstand eines Gewichtes oder gegen den Druck, den die Behandler ausüben.


Mobilisation

Behandler oder Trainerin verschieben die Gelenkflächen in Richtungen, die die Patienten durch eigene Bewegung nicht erreichen können. Bei dieser Behandlungstechnik bleiben die Kranken passiv.

Bettlägrige Patienten, die sich selbst nicht mehr bewegen können, müssen regelmäßig „durch bewegt“ werden, damit die Gelenke nicht versteifen.

 

Haltungsturnen

Bei Verspannung der Rückenmuskulatur und bei Haltungsschäden wird, wenn die akuten Schmerzen abgeklungen sind, meist in Gruppen die sogenannte Rückenschule durchgeführt. Sie beginnt mit Stretching, dann folgen Kräftigungsübungen für die schwachen Muskeln und zuletzt ein Programm, um das Zusammenspiel der Muskeln zu koordinieren.


Atemübungen

Sie verstärken die Bewegung der Wirbelsäule in die gewünschte Richtung. Für Lungen – und Asthmakranke und für Personen, die lernen müssen, das Bronchialsekret abzuhusten, gibt es spezielle Atembehandlungen. Sie sind geeignet, die Dosis der notwendigen Dauermedikamente zu senken.

Da die Atmung eng gekoppelt ist mit der Muskelan – und – entspannung und diese wiederum von Gefühlen beeinflußt sind, haben sich spezielle Behandlungsmethoden für Körper und Seele entwickelt. Sie gehen über das Spüren und das Bewußtwerden des Atems den mit den Muskelverspannungen verbundenen Empfindungen nach.

 

Lähmungsbehandlungen

Wenn bei Querschnittlähmung, nach Unfällen, Schlaganfällen oder Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel der Multiplen Sklerose, Muskeln gelähmt sind, kann ein spezielles Training die Muskulatur optimal fördern, die der Wille noch steuern kann.

Am häufigsten werden dabei Behandlungen nach Bobath oder „PNF“ (Propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation) angewendet. Sie versuchen, durch Wiederholen bestimmter Bewegungsmuster das im Gehirn gelöschte Steuerprogramm neu zu entwickeln.

Physiotherapeuten müssen für diese Behandlungen Spezialausbildungen absolvieren.

 

Anwendung

Beschwerden im Bewegungsapparat sind oft aufunzureichend trainierte oder falsch belastete Muskeln zurückzuführen. Mit Heilgymnastik kann man bei Lähmungen nach Schlaganfällen, Hirnoperationen, Multipler Sklerose oder bei Kindern mit Entwicklungsstörungen Erfolge
erzielen. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder „Rheuma“ behandlung.


Hinweis

Voraussetzung für eine erfolgreiche und schadlose Heilgymnastik ist, daß ausgebildete Experten den richtigen Ablauf der Übungen zeigen und auf mögliche Überforderung hinweisen.

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Erfrierung, Unterkühlung und Elektrischer Schock

Bei leichten Erfrierungen helfen Wechselbäder, bei denen der betroffene Körperteil etwa drei bis vier Minuten in warmes Wasser getaucht wird

 

Unterkühlung

Bei längerem Aufenthalt in kaltem Wasser, in kalter Umgebung oder längerem Liegen im Freien, beispielsweise nach einem Ski – oder Lawinenunfall, kann es zur Unterkühlung kommen. Bei einer Körpertemperatur zwischen 34 und 36 °C äußert sie sich in Kältezittern, Schmerzen in Armen und Beinen und leicht erhöhtem Puls. Sinkt sie unter 34 °C, verliert der Mensch allmählich das Bewußtsein, allerdings ohne Kältezittern und ohne Schmerzen. Unter 27 °C kommt es zu tiefer Bewußtlosigkeit.

  • Bei schweren Unterkühlungen sofort Notarzt rufen.
  • Die unterkühlte Person in einen Raum mit Zimmertemperatur oder an einen windstillen Ort bringen; nasse Kleider entfernen und die Person warm einhüllen.
  • Wenn der Unterkühlte bei Bewußtsein ist, heiße, gezuckerte Getränke eingeben, aber auf keinen Fall Alkohol!
  • Unterkühlte dürfen nicht bewegt, die Gliedmaßen nicht massiert werden. Ruhend erwärmen lassen!
  • Bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen.

 

Erfrierungen

 

Erfrierungen

Bei Frost sowie bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Temperaturen von weniger als + 6 °C können Erfrierungen auftreten. Besonders gefährdet sind Körperstellen, die durch Muskeln und Gewebe wenig geschützt sind, also Zehen, Finger, Nase und Ohren, oder Körperteile, die von der Bekleidung zu stark eingeengt werden, wie zum Beispiel die Füße.

  • Enganliegende Kleidung und Schuhwerk öffnen, und die erfrorenen Körperteile am besten durch Körperwärme erwärmen indem Sie die erfrorenen Hände, Zehen oder Ohren mit der Hand umschließen.
  • Die betroffene Person auffordern, die Gliedmaßen zu bewegen, oder Sie bringen durch Reiben die Zirkulation des Blutes wieder in Gang.
  • Bei leichten Erfrierungen helfen Wechselbäder, bei denen der betroffene Körperteil etwa drei bis vier Minuten in warmes Wasser getaucht wird. Danach etwa eine halbe Minute in kaltes Wasser tauchen.
  • Bei schweren Erfrierungen sollen die Bäder nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

 

Elektrischer Schock

Ein schwerer elektrischer Schock kann Bewußtlosigkeit, Atemstillstand und Kreislaufstillstand verursachen. An der Stelle, an der der Strom in den Körper eingetreten ist, können tiefe Verbrennungswunden entstehen.

  • Stromkreis unterbrechen: Stecker herausziehen oder Sicherung herausnehmen.
  • Wenn dies nicht möglich ist, muß die verletzte Person von den unter Spannung stehenden Teilen getrennt werden.
Achtung,

daß Sie nicht selbst in das Spannungsfeld geraten: Suchen Sie nichtleitendes Material, zum Beispiel trockenes Holz, trockene Kleidung oder dicke Zeitungen, und stellen Sie sich darauf.
  • In dieser „isolierten“ Stellung nichts und niemanden berühren.
  • Versuchen Sie nun, das Opfer an seiner Kleidung aus dem Stromkreis wegzuziehen, oder heben und schieben Sie die Stromquelle mit einem nichtleitenden Gerät weg (trockener Holzbesen oder trockene Holzlatte).
  • Die verunglückte Person in Ruhelage bringen; Puls und Atmung kontrollieren.
  • Bei Bewußtlosigkeit in Seitenlage bringen.
  • Bei Atemstillstand mit der Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen.
  • Bei Kreislaufstillstand mit der Herzmassage beginnen.
  • Schockgefahren bekämpfen und auf jeden Fall den Rettungsdienst rufen lassen.

 

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Homöopathie , Durchführung und Anwendung

Die Homöopathie geht davon aus, dass jedem Menschen eine „Lebenskraft“ mit bestimmter Dynamik und Funktion innewohnt, wird sie gestört, entstehen Krankheiten

Die Homöopathie ist ein in sich geschlossenes Medizinsystem, das Samuel Hahnemann zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgebaut hat und das von dem der üblichen wissenschaftlichen Medizin sehr abweicht.

Die Homöopathie geht davon aus, dass jedem Menschen eine „Lebenskraft“ mit bestimmter Dynamik und Funktion innewohnt. Wird sie gestört, entstehen Krankheiten. Deren Symptome sollen durch homöopathische Arzneimittel beseitigt werden können, weil sie den Körper reizen, seine „verstimmte Lebenskraft“ wieder zu regulieren. Homöopathische Behandlung beruht auf zwei Prinzipien. Eines ist die Prüfung von Arzneimitteln am gesunden Menschen. Dazu testete Hahnemann bei einer ganzen Reihe von Pflanzen und Salzen, wie sie auf gesunde Versuchspersonen wirken. Seine Beobachtungen nannte er „Arzneimittelbilder“. Diese für jede Pflanze und jede Substanz charakteristischen Wirkungen bilden die Grundlage für die „Ähnlichkeitsregel“. Dieses „Simile Prinzip“ besagt, dass eine Arznei ein ähnliches Leiden erregen kann wie das, welches sie heilen soll. Nach dieser Regel wählen homöopathische Behandler die Arzneimittel aus.

Homöopathen setzen die Auszüge von Pflanzen und Substanzen mal konzentriert, mal in extrem starker Verdünnung ein. Die Wirksamkeit soll die abnehmende Konzentration nicht beeinflussen. Im Gegenteil: Manche Homöopathen halten die extrem verdünnten Mittel für wirksamer als die konzentrierteren.

 

Homöopathie, Durchführung und Anwendung

 

Homöopathische Arzneimittel

Sie entstehen aus Konzentraten, die nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellt werden. Sie werden entsprechend den Vorschriften verdünnt. Die Homöopathen sprechen von „potenzieren“, weil sie davon ausgehen, dass das Verschütteln die Wirkung der Mittel steigert.

Die Verdünnungen werden mit „D“, „DH“ oder „X“ bezeichnet, wenn sie im Verhältnis 1: 10 verdünnt werden (Dezimalpotenzen). Dazu wird 1 Teil Ursubstanz mit 9 Teilen Lösungsmittel verschüttelt = D 1 oder 1 DH oder 1 X. Bei „C“ oder „CH“ geschieht die Verdünnung in Hunderterschritten (1 : 100; Centesimalpotenzen). Bei „LM“ wird 1 Teil auf 50 000 Teile verdünnt.

Bis D 6 spricht man von Tiefpotenzen, bis D 12 von mittleren Potenzen, darüber von Hochpotenzen. Homöopathische Arzneimittel mit rezeptpflichtigen Inhaltsstoffen müssen bis D 3 wie andere Arzneimittel auch Wirkung, Nebenwirkungen und Unbedenklichkeit belegen und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden.

Ab D 4 braucht der Hersteller nur Qualität, Unbedenklichkeit und die Herstellung nach dem Homöopathischen Arzneibuch nachzuweisen, damit die Mittel registriert werden. Statt eines Beipackzettels tragen sie auf dem Gefäß den Aufdruck: „Registriertes homöopathisches  Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“, Außerdem gibt es noch Homöopathika, die ohne jegliche Kontrolle von Qualität und Unbedenklichkeit auf dem
Markt sind. Da der Produzent zusichert, von ihnen nicht mehr als 1000 Packungen im Jahr herzustellen, braucht er sie der Aufsichtsbehörde nicht einmal anzuzeigen. Ihre Zahl wird auf zehn – bis zwanzigtausend geschätzt.

 

Durchführung

Vor jeder homöopathischen Behandlung sollte eine schulmedizinische Diagnose klären, ob eine solche Therapie überhaupt angebracht ist.

Eine Homöotherapie beginnt damit, daß die Behandler das individuelle Krankheitsbild ermitteln. Dazu registrieren sie die körperlichen und seelischen Merkmale der Patienten und ermitteln die Grundzüge von Charakter und Verhalten. In Kombination mit den ganz spezifischen Krankheitssymptomen können die Behandler dann das spezifische homöopathische Arzneimittel bestimmen.

Drei unterschiedliche Richtungen haben sich mittlerweile in der Homöopathie etabliert.

Die „klassische Homöopathie“ hält sich weitgehend an die von Hahnemann vorgegebenen Regeln, wie sie oben beschrieben sind.

Die „wissenschaftlich-kritische Homöopathie“ behandelt vornehmlich die erkrankten Organe und verwendet dafür wenig verdünnte Mittel (Tiefpotenzen).

Die „Komplexmittel-Homöopathie“ verwendet fixe Kombinationen mehrerer Einzelmittel, die meist unter dem Namen ihrer Indikationen im Handel sind. Solche fixen Kombinationen widersprechen zwar den Grundlagen der Homöopathie, sie erfüllen jedoch den Wunsch der Verbraucher nach einer Selbstbehandlung mit „etwas Homöopathischem“.

Weitere Diagnose- und Behandlungsverfahren, die manche Behandler anwenden, wie z. B. die Elektroakupunktur, haben mit der Homöopathie Hahnemanns nichts zu tun.

 

Anwendung

Domäne der Homöopathie ist die Behandlung von „Zivilisationskrankheiten“. Über ihre Wirksamkeit bei Befindlichkeitsstörungen, chronischen Funktionsstörungen, Allergien und Abwehrschwäche ist vielfach berichtet worden.

Auch Studien, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sind darunter. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, daß die positiven Effekte auf den verwendeten Arzneimitteln beruhen.

Bei vielen Erkrankungen kann die Homöopathie als Begleitbehandlung dienen.


Hinweis

Homöopathische Behandlung ist nicht grundsätzlich risikolos und nebenwirkungsfrei.

Werden Mittel mit Arsen, Quecksilber, Blei oder Kadmium in Potenzen unter D 8 längere Zeit angewandt, sind chronische Vergiftungen möglich.

Stoffe und Pflanzen, die das Erbgut schädigen oder die Entstehung von Krebs begünstigen, werden in der Homöopathie immer noch verwendet (u.a. Arsenverbindungen, Aristolochia).

Allergieauslösende Pflanzen können etwa bis D 8 empfindliche Menschen gefährden. Besonders problematisch ist das bei injizierten Mitteln, zum Beispiel mit Auszügen  aus Bienen (Apis) oder Kreuzspinnen (Araneus). Die Tiefpotenzen mancher Mittel können akut erkrankte Organe schädigen (z. B. Berberis bei akuter Hepatitis).

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) seit dem 19. Jahrhundert

Rein hergestellte Pflanzeninhaltsstoffe, wie Digitalis oder Atropin, gehören heute zum normalen Arzneischatz in der Pflanzenheilkunde

Pflanzen gehören zu den ältesten Arzneimitteln. Seit dem 19. Jahrhundert wurden in Europa ihre Wirkstoffe isoliert und deren Wirkung erforscht.

Rein hergestellte Pflanzeninhaltsstoffe, wie Digitalis oder Atropin, gehören heute zum normalen Arzneischatz. Für viele Heilpflanzen ist bekannt, welcher Inhaltsstoff Träger der Hauptwirkung ist. Trotzdem gibt es noch viele Pflanzen, die unbestritten wirken, deren Inhaltsstoffe und Wirkung sich einander jedoch noch nicht zuordnen lassen. Manchmal wirkt auch die isolierte Substanz anders als ein Auszug aus der ganzen Pflanze. Offenbar kann die Wirkung der ganzen Pflanze mehr sein als die Summe ihrer Teile.

Pflanzliche Arzneimittel gibt es getrocknet als „Drogen“, aus denen man Tee zubereitet, oder als Fertigpräparate, die die Industrie hergestellt hat. Für solche „Phytopharmaka“ nutzt sie etwa 400 verschiedene Pflanzen.

 

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) seit dem 19. Jahrhundert

 

Durchführung

Tees sind typische Hausmittel. Auch mit pflanzlichen Fertigprodukten, den Phytopharmaka, versuchen viele Menschen, Beschwerden zunächst einmal selbst zu kurieren. Außerdem verschreiben rund 80 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ihren Patienten
regelmäßig Pflanzenmittel. Der Umsatz an Phytopharmaka lag 1994 in Deutschland bei 1,6 Milliarden DM.


Tees

Hierunter versteht man einen wässrigen Auszug aus getrockneten Pflanzenteilen (Blüten, Blättern, Kraut, Hölzern, Rinden, Wurzeln, Früchten, Samen). Seine Zubereitung richtet sich nach den verwendeten Pflanzenteilen.


Aufguss (Infus)

Bei den meisten Blatt-, Blüten- und Krautdrogen und bei stark zerkleinerten Rinden- und Wurzeldrogen wird die vorgeschriebene Menge an Pflanzenteilen in einem Gefäß mit kochendem Wasser übergossen. Gefäß abdecken und fünf bis zehn Minuten stehenlassen. Danach umrühren und abseihen.


Abkochung (Decoct)

Sehr harte Teedrogen, wie Hölzer, Wurzeln und Rinden, werden in der vorgeschriebenen Menge in kaltem Wasser angesetzt. Dann wird das Wasser zum Kochen gebracht und fünf bis zehn Minuten am Kochen gehalten (umrühren!). Nach kurzem Stehen seiht man die festen
Stoffe ab.


Kaltauszug (Mazerat)

Diese Zubereitungsform eignet sich vor allem für schleimhaltige Drogen, wie Eibischwurzel oder Leinsamen. Die vorgeschriebene Menge Pflanzenteile wird mit kaltem Wasser übergossen und bei normaler Raumtemperatur mehrere Stunden stehengelassen. Danach wird abgeseiht. Bei einem Kaltauszug werden Keime und Pilze nicht abgetötet. Dazu müßte man den ab geseihten Tee vor dem Trinken kurz aufkochen.


Fertigtees

Fertig abgepackte Teezubereitungen sind in Apotheken und im Lebensmittelhandel erhältlich, Dabei gibt es unterschiedliche Qualitäten.

 

Teefilterbeutel:

Ein Beutel enthält die für eine Tasse Tee notwendige Menge an Pflanzenmaterial. Die Qualität solcher Fertigtees ist jedoch für Laien nur schwer zu bestimmen. Macht der Hersteller auf der Verpackung gesundheitsbezogene Angaben, zum Beispiel bei Fencheltee „Zur Schleimlösung bei Husten, besonders bei Kleinkindern und Säuglingen“, dann muß der Inhalt gesetzlichen
Standards entsprechen, die eine gewisse Qualität sichern.

Der Aufdruck „Besonders in der Erkältungszeit für Kinder geeignet“ ist keine gesundheitsbezogene Angabe. Hierbei könnte es sich um ein Lebensmittel handeln. Dann braucht von dem wertgebenden Inhaltsstoff des Fenchels, dem ätherischen Öl, nur die Hälfte enthalten zu sein.

 

Instanttees

Sie sind zwar schnell zubereitet, können aber nicht ohne weiteres mit einem selbst aufgebrühten Tee gleichgesetzt werden. Bei der industriellen Herstellung solcher Teezubereitungen können Inhaltsstoffe der Pflanze verlorengehen, andere werden hinzugefügt, damit ein dosierbares Teepulver entsteht. Teegranulat kann bis zu 97 Prozent aus Zucker bestehen. Manche Hersteller verwenden als Granulatbasis auch Zuckeraustauschstoffe. Sinnvoller sind Instanttees aus Sprühextrakt. Diese Herstellungsart erhält die wichtigsten Wirkstoffe besonders gut, und sie enthält etwa 20 Prozent des Drogenextraktes. Instanttees ziehen leicht Feuchtigkeit an und klumpen dann.

 

Alkoholische Auszüge

Viele Pflanzen werden mit Alkohol ausgezogen und dann als Extrakt oder Tinktur eingenommen (Beispiel: Baldriantropfen).


Phytopharmaka

Dieses sind Kunstprodukte aus natürlichen Ausgangsmaterialien, die durch Extraktion, Konzentration, Trocknung oder ähnliche Arbeitsgänge entstanden sind. Diese Produkte können die Erfahrung, die man mit der traditionellen Anwendung von Pflanzenmitteln als Tee oder Tinktur lange Zeit gemacht hat, nicht ohne weiteres für sich beanspruchen, weil die Verarbeitungsschritte Inhaltsstoffe und Wirkungen verändert haben können.

Phytopharmaka müssen ihre Wirkungen und Nebenwirkungen nachweisen, um als Arzneimittel zugelassen zu werden. Allerdings gelten für sie hinsichtlich des Wirksamkeitsnachweises „weichere“ Kriterien als für andere Arzneimittel. Es zählen nicht nur klinische Nachweise, sondern sie dürfen auch die alltägliche Erfahrung, die mit den Mitteln gemacht worden ist, mit einbeziehen. 322 zugelassene Produkte gab es 1996; die anderen etwa 5500 pflanzlichen Fertigarzneimittel sind „Altmedikamente“. Sie waren bereits vor 1976 im Handel und sollen von der Behörde nachträglich zugelassen werden. Den Nachweis ihrer Wirksamkeit und Unbedenklichkeit haben sie bisher jedoch noch nicht erbracht.

 

Anwendung

Pflanzenmittel eignen sich zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und leichten, vorübergehenden Krankheiten, und sie unterstützen die Behandlung von chronischen, psychosomatischen und funktionellen Störungen. Kräuterzubereitungen können helfen, andere Arzneimittel einzusparen, oder sie lindern deren unvermeidliche Nebenwirkungen.

Für 360 Pflanzen hat eine Fachkommission des damaligen Bundesgesundheitsamtes die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Anwendung bei definierten Erkrankungen bestätigt. Bei einer ganzen Reihe anderer Pflanzen blieb es fraglich, ob ihre Anwendung sinnvoll
ist; einige wurden dezidiert negativ beurteilt.

 

Hinweis

  • Aloe, Besenginster, Poleiminze und Teufelskralle dürfen nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden.
  • Beinwell, Huflattich, Kreuzkraut und Pestwurz dürfen nur zeitlich beschränkt angewendet werden. Sie enthalten Pyrrolizidinalkaloide (PA), die nachweislich die Leber schädigen und Krebs auslösen können.
  • Eine Reihe von Veröffentlichungen weist darauf hin, daß anthrachinonhaltige pflanzliche Abführmittel bei Dauergebrauch die Entstehung von Dickdarmkrebs begünstigen können. Mittlerweile mußten die Hersteller von Fertigarzneimitteln darauf entsprechend reagieren.
  • Bei Versuchen mit indischem und mexikanischem Baldrian traten im Tierversuch erbgutverändernde Eigenschaften auf. Inwieweit das auf Menschen übertragbar ist, ist noch unklar.
  • Pflanzen können Allergien auslösen. Es kann ein Hautausschlag auftreten, der schnell wieder abklingt; er kann aber auch chronisch werden. Wer einmal auf eine Pflanze allergisch reagiert hat, muß immer wieder auf ähnliche Reaktionen gefaßt sein. Manche Pflanzen können bereits durch das Einatmen ihres Staubs Asthmaanfälle auslösen.
Kategorien
Gesundheit Allgemein

Verbrennungen, Verbrühungen, Brandwunden und Hitzschlag

Bei größeren Verbrennungen verliert man viel Gewebeflüssigkeit mit Salzen, dieser Flüssigkeitsverlust kann zum Schock führen

 

Sonnenbrand

Kühlen Sie die schmerzenden Hautstellen mit feuchten Umschlägen, und tragen Sie auf die geröteten Stellen eine kühlende Lotion oder Salbe auf.

 

Verbrennungen

 

 

Brandwunden

Bei größeren Verbrennungen verliert man viel Gewebeflüssigkeit mit Salzen. Dieser Flüssigkeitsverlust kann zum Schock führen.

  • Verbrannte Gliedmaßen sofort mit kaltem, sauberem Wasser übergießen oder in kaltes Wasser tauchen. Das kalte Wasser läßt man so lange einwirken, bis die Schmerzen nachlassen.
  • Niemals sogenannte Hausmittel wie Mehl, Speiseöl, Puder, Brandsalben oder ähnliches bei Verbrennungen verwenden. Dadurch verschlimmert sich die Verletzung.
  • Brandblasen auf keinen Fall öffnen.
  • Brandwunden locker in sterile Tücher einschlagen.
  • Bei Verbrennungen im Gesicht sollten Sie die Wunde nicht bedecken.
  • Bei Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten die nasse Kleidung möglichst rasch entfernen.
  • Am Körper angeklebte Kleidungsstücke nicht abreißen. Die sterilen Tücher einfach über die Kleidungsreste wickeln.
  • Die verletzte Person sofort warm einhüllen oder zudecken (Druckstellen vermeiden). Sie darf keine Wärme verlieren.
  • Flüssigkeiten dürfen nur dann verabreicht werden, wenn die betroffene Person keinen Schock, keine Bewußtseinsstörung, keine Gesichtsverbrennungen und keine Verletzungen im Magen-Darm-Bereich hat und frei von Übelkeit ist. Dann ist das schluckweise Trinken von Mineralwasser ohne Kohlensäure am besten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Puls und Atmung regelmäßig kontrollieren.

 

Hitzeerschöpfung

Anzeichen sind auffallende Blässe, Schwäche, kalter Schweiß und Frösteln sowie ein schneller und schwacher Puls bei normaler Körpertemperatur.

  • Die betroffene Person im Schatten flach lagern und zudecken.
  • Das Trinken von Mineralwasser, eventuell etwas gesalzen, kann den Wasser – und Kochsalzverlust ausgleichen.

 

Hitzschlag

Er tritt dann ein, wenn der Körper überwärmt wird. Im Gegensatz zur Hitzeerschöpfung erkennt man den Hitzschlag am hochroten Kopf, heißer, trockener Haut, einem stumpfen Gesichtsausdruck, taumelnden Gang und sehr hoher Körpertemperatur. Der Betroffene kann bewußtlos werden.

  • An einem kühlen Ort mit erhöhtem Oberkörper lagern und die Kleidung weit öffnen.
  • Notarztwagen rufen; es kann Lebensgefahr bestehen.
  • In kaltem Wasser getränkte Tücher auflegen und Luft fächeln.

 

Sonnenstich

Er entsteht durch direkte und starke Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf. Anzeichen für einen Sonnenstich sind ein hochroter, heißer Kopf, kühle Haut, Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, möglicherweise auch Erbrechen und Bewußtseinsschwund. Kleinkinder sind besonders gefährdet. Ihre Haare schützen noch kaum, ihre Schädeldecke ist dünn. Halten sich Kleinkinder länger in der Sonne auf, können sie hohes Fieber bekommen. Dabei werden sie auffallend blaß.

  • Die betroffene Person in den Schatten bringen.
  • Den Kopf erhöht lagern und mit nassen Tüchern kühlen.
  • Bei schweren Symptomen Notarzt rufen.
Kategorien
Gesundheit Allgemein

Wundversorgung, Wunden und Verletzungen

Kleinere Wunden können mit Verbänden versorgt werden, bei größeren Wunden muß die Wundversorgung innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt gemacht werden

Hitze, Kälte, chemische Stoffe, Verletzungen oder operative Eingriffe zerstören die Schutzfunktion der Haut: Keime (Viren, Bakterien und Pilze) können in den Organismus eindringen. Wenn es dem Abwehrsystem des Körpers nicht gelingt, die Eindringlinge, bei Wunden sind das zum Beispiel Staphylokokken oder Salmonellen, wirksam zu bekämpfen, vereitert die Wunde: Es entsteht eine Infektion. Sie kann, wenn sie nicht behandelt wird, zur Blutvergiftung und zu einem septisch-toxischen Schock (Sepsis) mit tödlichem Ausgang führen.

Schutz vor einem eventuell auftretenden Wundstarrkrampf bietet die dreifache Tetanusimpfung. Bei Verletzungen impfen die meisten Ärzte wie selbstverständlich gegen Tetanus. Dies ist aber nur notwendig, wenn die letzte Tetanusimpfung länger als fünf Jahre zurückliegt.

 

Wundversorgung

 

Wann sollten Sie zum Arzt ?

  • Kleinere Wunden können mit Verbänden selbst versorgt werden.
  • Bei größeren Wunden muß die Wundversorgung innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt gemacht werden
  • Alarmsignale einer beginnenden Blutvergiftung sind: Fieber, Kältegefühl. Schüttelfrost, Blässe, Müdigkeit, Appetitverlust und Schwächegefühl. Sofort einen Arzt aufsuchen!

 

Achtung

  • Nie Watte, Zellstoff oder Mullbinden direkt auf eine Wunde legen.
  • Wunden grundsätzlich nicht berühren, nicht auswaschen, nicht mit Desinfektionsmitteln, Puder, Salben oder Sprays behandeln. Nur die Außenränder können mit Wunddesinfektionsmittel ein wenig gesäubert werden, nicht die Wunde selbst! Von dieser Regel gibt es nur zwei Ausnahmen: das Auswaschen von Wunden nach Verätzungen sowie die Wasseranwendung nach Verbrennungen.
  • Größere Fremdkörper dürfen nur mit ärztlicher Hilfe aus einer Wunde entfernt werden.

 

Verbände für die Wundversorgung

Jeder Verband besteht aus einer keimfreien Wundauflage und deren Befestigung. Bei geringfügigen Wunden genügt ein einfaches Pflaster. Bei etwas größeren Wunden wird ein Heftpflasterverband angelegt: Die sterilen Wundauflagen müssen die ganze Wunde bedecken; das Pflaster darf die Wunde nicht berühren.

 

Dreiecktuchverbände für die Wundversorgung

Mit ihnen können die Wundauflagen befestigt werden. So sind Verbände am ganzen Körper möglich. Die Knoten des Tuches dürfen nicht zu fest angezogen sein und sich nicht im Wundbereich befinden.

 

Verbandpäckchen

Die Wundauflage ist beim Verbandpäckchen bereits auf einer Mullbinde befestigt. Achten Sie beim Öffnen der Verpackung und beim Anlegen des Verbandes darauf, daß die Wundauflage keimfrei bleibt.

 

Verbände mit Mullbinde

Mullbinden werden ausschließlich zum Befestigen der sterilen Wundauflage verwendet. Mullbinden dürfen nie direkt auf eine Wunde gelegt werden.

 

Kleine Schürfwunden und Schnittwunden versorgen

Bei kleinen Verletzungen hört die Blutung normalerweise nach wenigen Minuten von allein auf.

  • Die Außenränder der Wunde (nicht die Wunde selbst) können mit einer antiseptischen Flüssigkeit gesäubert werden.
  • Entweder ein Pflaster (= Schnellverband) anlegen oder an der Luft heilen bzw. trocknen lassen.
  • Schnittränder mit Heftpflaster zusammendrücken.
  • Jeder Schnitt, der länger ist als ein Zentimeter, sollte ärztlich untersucht werden, damit genäht oder geheftet werden kann, um Narben zu vermeiden.

 

Wundversorgung von Stichwunden

Wenn Stichwunden durch etwas Schmutziges verursacht wurden, zum Beispiel durch einen rostigen Nagel oder ein Stück Draht, ist die betroffene Person in hohem Maße infektionsgefährdet. Besonders gefährlich sind Wunden in der Umgebung von Gelenken oder Körperhöhlen, weil sie innere Infektionen hervorrufen können.

Als Laie niemals aus der Wunde herausragende Fremdkörper entfernen. Dabei wird fast immer das umliegende Gewebe zusätzlich verletzt.
  • Nur die Umgebung des Fremdkörpers steril abdecken und umpolstern. Die verletzte Person muß danach ins Krankenhaus gebracht werden. Fremdkörper müssen fast immer operativ entfernt werden.

 

Wundversorgung von Kratzwunden und Bißwunden

Die meisten Tierbisse und Insektenstiche in unseren Breiten sind nicht gesundheitsbedrohend. Dennoch sollte nach Kratz – und Bißwunden von Tieren auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Nach solchen Verletzungen besteht immer die Gefahr einer Tetanus-, Gasbrand- und/oder Tollwutinfektion.

Manche Menschen entwickeln nach Insektenbissen oder -stichen schwere allergische Reaktionen (Anaphylaktischer Schock). Dann ist sofortige ärztliche Behandlung und Erste Hilfe nötig.

 

Mückenstiche und Wespenstiche

Juckreiz, Rötung und Schwellung lassen sich durch kühlende Auflagen aus kaltem Wasser, essigsaurer Tonerde oder Isopropylalkohol sowie durch juckreizstillende Mittel mit Antihistaminika zum Auftragen stillen.

 

Bienenstiche und Hornissenstiche

Der zurückgebliebene Stachel muß entfernt werden. Linderung wie bei Mücken – und Wespenstichen.

 

Wundversorgung bei Stich in den Mundraum

Wespen-, Bienen- oder Hornissenstiche können die Mundschleimhäute und die Zunge anschwellen lassen und die Atemwege verlegen. Lutschen Sie sofort und ohne Unterbrechung Eis, und legen Sie kalte Umschläge um den Hals. Bei Atemnot den Rettungsdienst verständigen.

 

Zeckenbiß

Festgesogene Zecken können erbsengroß anschwellen. Früher gebräuchliche Manipulationen mit Klebstoff, Nagellack und dergleichen werden nicht mehr empfohlen.

  • Das Tier mit einer Pinzette entfernen. Es macht nichts, wenn der Kopf steckenbleibt, er fällt nach kurzer Zeit ab.
  • Oder: Die Zecke mit einer glühend gemachten Nadel berühren. Das Tier läßt dann meist von selbst los.
  • Verfärbt sich die BißsteIle Tage oder Wochen später blaurot und breitet sich ringsherum ein roter Ring aus oder tritt Fieber auf, sollten Sie das einem Arzt zeigen (Lyme-Borreliose).
  • Zur Vorbeugung gegen Zeckenbisse ist entsprechend bedeckende Kleidung sinnvoll.

 

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Nasenbluten und Verschlucken bei Kindern, was ist zu tun ?

Bei Nasenbluten aus der inneren Nasenspitze die Nasenflügel dicht unterhalb des Nasenrückens mit Daumen und Zeigefinger zehn Minuten zudrücken.

 

Nasenbluten

Nasenbluten entsteht durch Platzen einer kleinen Ader, meistens im Bereich der Nasenspitze.

 

Was ist zu tun ?

  • Kalter Nackenumschlag.
  • Bei Blutungen aus der inneren Nasenspitze die Nasenflügel dicht unterhalb des Nasenrückens mit Daumen und Zeigefinger zehn Minuten zudrücken.
  • Falsch ist es, die blutende Person flach zu lagern, Wasser aufschnupfen zu lassen oder die Nase mit Watte auszustopfen.

 

Nasenbluten

 

 

 

Verschlucken bei Kindern

Hat sich ein (Klein-) Kind an einem Stück Nahrung oder an einem kleinen Gegenstand verschluckt und kann es nicht heraushusten, muß sofort gehandelt werden.

 

Was ist zu tun ?

  • Kleinkinder mit dem Kopf nach unten auf die Knie legen und auf den Rücken klopfen. Hilft das nicht, ist ärztliche Hilfe notwendig, der Rettungsdienst muß gerufen werden.
  • Bei Atemstillstand sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen. Es ist fast immer möglich, am Fremdkörper vorbei zu beatmen.
  • Nach dem erfolgreichen Entfernen der Blockierung auf jeden Fall Ärztin oder Arzt aufsuchen.

 

 

Atemstillstand bei Kindern

Verschlucken bei KindernBabys unter einem Jahr: Legen Sie es mit dem Kopf nach unten und mit den Beinen nach oben auf Ihren Unterarm, der die Brust des Babys stützt. Schlagen Sie mit der Handwurzel der anderen Hand mehrere Male kräftig, aber nicht allzu fest zwischen die Schulterblätter. Wiederholen, wenn sich die Blockierung nicht löst.

 

 

 

 

 

 

Verschlucken bei KindernBei Kindern zwischen einem und neun Jahren: Setzen Sie sich hin, und legen Sie das Kind mit dem Gesicht nach unten auf Ihren Schoß. Versetzen Sie ihm mehrere kräftige Schläge mit der Handwurzel zwischen die Schulterblätter. Wiederholen, wenn sich die Blockierung nicht löst.

 

 

 

 

 

 

 

Fremdkörper

  • In Mund und Rachen: Oberhalb des Kopfes knien, mit beiden Daumen Unterkiefer abwärts drücken. Ein Daumen drückt die Wange zwischen den Zahnreihen des geöffneten Mundes, die andere Hand tastet Mund und Rachen so tief wie möglich aus und entfernt den Fremdkörper.
  • In der Nase: Freies Nasenloch zuhalten und schneuzen lassen.
  • Im Ohr: Den Gegenstand nur durch Ärztin oder Arzt entfernen lassen.
  • Im Auge: Unterlid nach unten ziehen und Staubkörnchen mit Taschentuchzipfel auftupfen. Quer über das Lid ein Streichholz legen, Lid an den Wimpern nach vorne ziehen und nach oben umklappen. Dabei nach unten schauen lassen und Fremdkörper auftupfen.

 

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Schnupfen vorbeugen: Winterzeit – Schnupfenzeit

Dem Schnupfen vorbeugen, kann man mit gesunder Ernährung, Vitaminen – das ist bekannt meine ich. Auch Sauna wird oft genannt

Wenn auch der Winter in diesem Jahr eher einem fortgesetzten Herbst gleicht, so gibt uns die selten sichtbare und viel zu kurz scheinende Sonne nicht ausreichend Kraft um uns Bakterien und Viren entgegenzustellen. Gerade die Temperaturen um die Null Grad, das nasskalte Umfeld macht uns empfindlich für Schnupfen.

 

Schnupfen

Angeboten werden im Herbst Impfungen gegen bestimmte Grippeviren, die jedes Jahr genau festgelegt werden. Man will damit Grippeepedemien vorbeugen. Diese Impfungen sind für alte und auch kranke Menschen, die viel Kontakt zu anderen haben, zu empfehlen. Natürlich gibt es auch Berufe mit viel Kontakt zu Menschen – auch hier bietet sich eine Impfung an. Nebenwirkungen sin allerdings nicht auszuschließen.

Vorbeugen kann man mit gesunder Ernährung, Vitaminen – das ist bekannt meine ich. Auch Sauna wird oft genannt. Hier gilt aber nicht – je länger im Schwitzraum, desto besser. Man muss schon auf seinen Körper hören und dann die Sauna verlassen wenn es „ungemütlich“ wird. Nach meiner Erfahrung kommt man sonst sehr schnell über die Grenzen des Immunsystems und eine Erkältung stellt sich ein.

Händedesinfektion ist oft ein Thema im professionellen aber auch im privaten Bereich. In Erkältungszeiten muss man nicht jedem die Hand geben. Händedesinfektionsmittel sind relativ aggressiv und schädigen schnell die Haut. Ordentliches und regelmäßiges Händewaschen mit Seife reicht völlig aus.

 

Kategorien
Gesundheit Allgemein

Fünf Säulen der Gesundheit

Sebastian Kneipp entwickelte fünf Säulen der Gesundheit, die noch heute Gültigkeit haben

Sebastian Kneipp kam 1821 in Bayern zur Welt. Als Sohn eines Webers lernte er Arbeit für geringen Lohn, Not und Krankheit schon früh kennen. Obwohl er es nicht leicht hatte, schaffte er den Schritt auf das Gymnasium. Im Jahr 1852 wurde er Priester.

Mehr durch Zufall las er das Buch eines Arztes, welches sich mit Wasserheilung beschäftigte. Selbst an Lungentuberkulose erkrankt, griff er auf dieses angelesene Wissen  zurück. Ein Heilerfolg stellte sich bald bei Ihm ein. So gelang ihm auch seine Mitstudenten zu den Tauchbäder in der eiskalten Donau zu überreden – mit Erfolg. Seit dem entwickelte er eigene Heilansätze mit Wassertherapie und veröffentlichte sein erstes Buch „ Meine Wasserkur“. Das Buch war seinerzeit ein Verkaufsschlager, ist noch heute in gut sortierten Buchhandlungen zu finden.

Die Probleme mit der Ärzteschaft blieben natürlich nicht aus, aber Kneipp ließ sich nicht entmutigen. Er erweiterte seinen Ansatz auf ein umfassendes Gesundheitskonzept welches noch heute Gültigkeit hat. Er entwickelte fünf Säulen der Gesundheit:



1. Säule, Bewegung

Mangelnde Bewegung vor allem auch in Verbindung mit ungesunder Ernährung führt zu Krankheitserscheinungen. Sitzen beispielsweise gilt heute als separater Risikofaktor, genau so wie Alkohol oder Zigarettenkonsum.

Ziel der Bewegung muss es sein, sowohl die Skelettmuskulatur zu stärken, als auch das Kreislaufsystem. Das Bedeutet sowohl Ausdauer, wie beim Joggen oder Walking, als auch Muskelkraft, wie beim Bodybuilding. müssen das Ziel unsere Bewegungsaktivitäten sein.

Keine Zeit dafür zu haben ist ein schlechtes Argument. Man muss sich die Zeit einfach nehmen. Einige Arbeitgeber haben die anstehende Problematik bereits erkannt und bieten während der Arbeitszeit gezielt Bewegungspausen an. Für gesunde Mitarbeiter ist denen die Arbeitszeit nicht zu teuer.

Man tut Dinge vor allem, wenn sie Spaß machen. Jeder muss also für sich selbst die Dinge finden, die für ihn die richtigen oder passenden sind. Hier nur einige Beispiele.

 

Unsere Empfehlung:

  • Herz Kreislauf Training:
  • Spazierengehen
  • Walking
  • Jogging
  • Zumba
  • Airobic
  • Training der Muskelkraft
  • Muskeltraining im Fitnessstudio
  • Gymnastik mit Terrabändern
  • Hometraining mit geeigneten Geräten
  • Spezielles Training unter Nutzung des Eigengewichtes

 

 2. Säule, Ernährung

Ausgewogen und abwechslungsreich soll sie sein unsere Ernährung – aber vor allem auch schmecken. Jeder muss sich auch hier das, auch in die Familie passende, Ernährungskonzept überlegen und umsetzen. Gemüse und Obst, schonend zubereitet, sollte immer dabei sein. Auch Fisch und Fleisch enthält Bestandteile, die für eine gesunde Ernährung wichtig sind.

Spezielle Ernährungskonzepte, wie vegane oder vegetarische oder laktovegetarische Speisenwahl verzichten trotzdem auf tierische Produkte. Interessant ist auch die Trennkost, bei der Eiweiße und Kohlenhydrate nie in einer Mahlzeit gemischt aufgenommen werden dürfen. Obwohl hier keine Abnehmdiät zugrunde liegt, verlieren viele bei Trennkost an Gewicht – nehmen also ab! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält unter www.dge.de konkrete Ernährungs- Regeln bereit.

 

Unsere Empfehlung:

  • Ausgewogene Kost mit hohem Anteil Obst und Gemüse
  • Fleisch und Fisch regelmässig aber mässig

Ernährung Kneipp

 



3. Säule, Wasser

Ob Kneipp-Bäder, Güsse oder Wickel, Wasseranwendungen mit warmen oder kaltem Wasser trainieren die Blutgefässe und stärken das Immunsystem. Der Stoffwechsel wird angeregt und die Durchblutung geseigert.

    Wichtig ist die Reizstärke, also die Temperatur des Wassers im Vergleich zur Körpertemperatur, die Dauer der Wasseranwendung sowie die Grösse und die Lokalisation der behandelten Hautoberfläche.

Je nach Problemstellung und auch Vorlieben sollte man sich bei den Wasseranwendungen beispielsweise vom Physiotherapeuten beraten lassen oder auch auf alte Familienrezepte zurückgreifen.

 

Unsere Empfehlung:

  • Aller 2 Tage Drei Runden im Kneipp Tretbecken dazwischen Pausen
  • oder Drei Armbäder dazwischen Pausen

 

4. Säule, Lebensordnung

Unter dem Begriff Lebensordnung hat Kneipp den Bereich der Work Life Balance in sein Gesundheitskonzept aufgenommen. Diese Balance soll Arbeit, Erholung, Bewegung, Ernährung, Familie und alles was noch zu unserem Leben gehört unter einen Hut bringen. Eine positive Lebenseinstellung, die Fähigkeit mit  Problemen umzugehen und die Kunst Kraft aufzutanken sind Ansprüche der heutigen und auch der Zeit von Sebastian Kneipp. Ein wichtiger Punkt ist die Entspannung, kurz die Fähigkeit von einem hohen Stresslevel in kurzer Zeit wieder herunterzufahren.  Hier muss jeder seinen weg Finden.

 

Unsere Empfehlung:

  • Autogenes Training
  • Muskelrelaxation

 

5. Säule, Heilkräuter

Die Anwendung von Heilkräutern war zu Kneipps Zeiten aus der Notwendigkeit heraus geboren. Ob als Tee, Einreibebalsam oder in Alkohol eingelegt hatte jeder seine Mittelchen, die er aus der Familientradition kannte oder die vom Arzt oder Heilern verordnet wurden. Inzwischen hat die Pharmaindustrie eine ganze Reihe von Medikamenten entwickelt, die Heilpflanzen verdrängt haben. Trotzdem sind einige Planzen noch immer aktuell. Die Kamille beispielsweise hat über die Jahre nie an Wirksamkeit und Attraktivität verloren.

Viele Menschen suchen inzwischen nach Alternativen zur schulmedizinischen Therapie. Angst vor Nebenwirkungen oder die Tatsache, dass Medikamente durch Dauergebrauch unwirksam werden können läuten ein Umdenken ein und lassen Traditionen aufleben.

 

Unsere Empfehlung:

Legen Sie sich ein kleines Reservoir an Teeblätter verschiedener Heilpflanzen an und nutzen Sie die Kenntnisse unserer Großeltern beim Anwenden. z.B. Kamille, Salbei, Frauenmantel, Himbeere, Brennessel