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Blut, Immunsystem

Bluterkrankheit (Hämophilie) im Blut fehlt der Blutfaktor VIII

In etwa 75 Prozent der Fälle ist die Bluterkrankheit vererbt, die Anlage zur Bluterkrankheit können sowohl Frauen als auch Männer an ihre Kinder weitergeben

Die Beschwerden treten normalerweise schon in der Kindheit auf: Bereits das Krabbeln kann Blutergüsse an Knien und Ellenbogen verursachen, Schnittwunden und Verletzungen bluten sehr lange, Stürze können zu inneren Blutungen, angeschwollenen Gliedern und Schmerzen in Gelenken führen.

 

Bluterkrankheit (Hämophilie) im Blut fehlt der Blutfaktor VIII

 

Ursachen

Im Blut fehlt der sogenannte Blutfaktor VIII, der für die Blutgerinnung notwendig ist. In etwa 75 Prozent aller Fälle ist die Bluterkrankheit vererbt. Die Anlage zur Bluterkrankheit können sowohl Frauen als auch Männer an ihre Kinder weitergeben. Bluterkrank werden jedoch fast ausschließlich Männer.

 

Erkrankungsrisiko

Bluter in der Verwandtschaft können darauf hinweisen, daß auch andere das Gen in ihren Erbanlagen tragen. Frauen oder Männer, die solche Verwandte haben und sich Kinder wünschen, können sich bei einer genetischen Beratungsstelle darüber informieren, wie groß die Chance ist, ein gesundes Kind zu bekommen. Die Krankheit wird nicht mit Sicherheit auf das Kind übertragen. Ob das Kind Bluter sein wird, läßt sich im Frühstadium der Schwangerschaft feststellen.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Behandlungsmöglichkeiten haben die Gefahr von Lähmungen oder frühzeitigem Tod erheblich verringert. Größere Verletzungen können allerdings lebensgefährlich sein. Das Leben als Bluter ist durch die ständig drohende Gefahr und die fortwährende Abhängigkeit von ärztlicher Betreuung sowohl für die Betroffenen als auch ihre Familie eine große Belastung.

 

Vorbeugung

Bei Verletzungen kann eine rechtzeitige Injektion von Faktor-VIII-Präparaten verhindern, daß die Gelenke dauerhaft Schaden nehmen.

Sobald Sie den Verdacht haben, daß die Blutgerinnung Ihres Kindes gestört ist, sollten sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Gefährliche Sportarten meiden. Keine Medikamente einnehmen, die die Blutungsgefahrerhöhen (z. B. Mittel mit Azetylsalizylsäure wie Aspirin). Meist lernen die

Betroffenen, in welchen Situationen, wie und in welcher Menge sie sich die Faktor-VIII-Präparate selbst injizieren können.

 

Behandlung

Bei ernsthaften Blutungen müssen Arzt oder Ärztin so bald wie möglich ein Mittel mit Blutfaktor VIII infundieren. Je nachdem, wie stark die Blutung ist, kann es notwendig sein, diese Infusion in den nächsten fünf bis zehn Tagen mehrmals zu wiederholen.

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(Thrombopenie) Mangel an Blutplättchen

Manchmal bildet der Körper im Anschluß an eine Infektion oder aus noch nicht bekannten Gründen Abwehrstoffe, die die Blutplättchen abbauen(Thrombopenie)

Hautausschlag in Form von kleinen, hell – oder dunkelroten Punkten. Diese Punkte markieren winzige Blutungen unter der Haut. Der Ausschlag kann überall am Körper auftreten, meist beginnt er jedoch an den Beinen. Häufig treten Nasenblutungen und Blutungen unter der Haut auf. Außerdem dauern Blutungen nach Verletzungen länger als normal.

 

(Thrombopenie) Mangel an Blutplättchen

 

Ursachen

Manchmal bildet der Körper im Anschluss an eine Infektion oder aus bisher noch nicht bekannten Gründen Abwehrstoffe, die die Blutplättchen abbauen. Als Nebenwirkung von Krebsbehandlungen und im Gefolge von Leukämie vermindert sich die Zahl der Blutplättchen ebenfalls oft.

Fast alle Medikamente können als seltene Nebenwirkung zu einem Mangel an Blutplättchen führen.

 

Erkrankungsrisiko

Es steigt bei den genannten Ursachen.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ohne Behandlung können schwere innere Blutungen tödlich enden. Gelegentlich können Gehirnblutungen Lähmungen verursachen.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

Sobald die beschriebenen Beschwerden auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Vielleicht setzt die Ärztin oder der Arzt alle nicht lebensnotwendigen Medikamente ab, da die Thrombopenie eine Nebenwirkung von Medikamenten sein könnte. Wenn der Blutzerfall aufkörpereigenen Abwehrstoffen beruht, wird die Ärztin oder der Arzt versuchen, mit Kortison die Zerstörung der Blutplättchen zu verhindern. Dadurch bessern sich die Krankheitszeichen innerhalb weniger Wochen oder verschwinden ganz. Bessert sich der Zustand nicht, werden große Mengen Immunglobuline gespritzt oder die Milz wird operativ entfernt (Splenektomie).

Falls das Knochenmark nicht genügend Blutplättchen produzieren kann, müssen sie dem Körper mittels Transfusionen zugeführt werden.

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Blut, Immunsystem

Organe des Immunsystems, Blutgerinnungssystem

Organe des Immunsystems, die Zellen des Immunsystems finden sich überall im Körper, in manchen Organen sind sie jedoch besonders konzentriert:

Die Zellen des Immunsystems finden sich überall im Körper. In manchen Organen sind sie jedoch besonders konzentriert: in den Lymphknoten, in der Milz, im Knochenmark, im Thymus, im Lymphgewebe des Magen-Darm-Bereichs (Blinddarm) und der Atemwege (Mandeln). Zum Immunsystem im weitesten Sinn gehören auch das Blutgerinnungssystem, die Haut und die Schleimhaut.

 

Organe des Immunsystems

 

Thymus

Der Thymus, bei den Tieren Bries genannt, liegt hinter dem Brustbein. Er nimmt bis zur Pubertät an Größe zu und beginnt dann kontinuierlich zu schrumpfen. Seine Aufgaben für die Immunabwehr erfüllt der Thymus aber dennoch. Die Thymusdrüse hat eine zentrale Funktion bei der Entwicklung und Organisation der Abwehr. In ihm wird eine bestimmte Gruppe von weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten, auf ihre Abwehraufgaben im Körper vorbereitet.


Lymphknoten

Diese bohnenförmigen oder runden Gewebe“knoten“ messen im Durchmesser zwischen einem und 25 Millimetern. Man kann sie zum Beispiel in den Achseln, in der Leiste, am Hals und an vielen anderen Stellen des Körpers tasten. Auch die Mandeln und der Blinddarm gehören zu den lymphatischen Geweben. Bei Infektionen oder Entzündungen können sie sich stark vergrößern. Lymphknoten wirken als Filter für Fremdkörper und Abbauprodukte und sind zentrale Stellen der Lymphzirkulation.


Milz

Die Milz ist Teil des Immunsystems. Als solcher ist sie unter anderem an der Bildung von Lymphozyten beteiligt. Daneben hat sie aber auch eine Reihe von anderen Funktionen. So filtert sie zum Beispiel das Blut oder baut die roten Blutkörperchen ab.

 

Blutgerinnungssystem

Wenn sich die Abwehrzellen mit Krankheitskeimen auseinandersetzen, werden im Gewebe Enzyme freigesetzt. Sie aktivieren das Blutgerinnungssystem, und der Körper versucht, das „Kampfgebiet“ einzugrenzen – er zieht eine Art Absperriegel um dieses Gewebe.


Haut und Schleimhaut

Die Haut, die unseren Körper umhüllt, verwehrt als erste Barriere fremden Organismen den Zutritt zum Körper. Einen zusätzlichen Schutz bieten Milchsäure und Fettsäuren im Schweiß und Talg, die für ein saures Milieu auf der Haut sorgen, in dem Keime schlecht gedeihen.

Die großen Körperöffnungen – Mund, Nase, Augen, Harnröhrenöffnung, After, Scheide – sind durch weitere Barrieren geschützt. Von Haut oder Schleimhäuten abgesonderte Sekrete sollen verhindern, daß sich Angreifer anklammern und weiter ins Körperinnere vordringen können. Außerdem werden eingedrungene fremde Zellen durch Husten, Niesen und durch die kontinuierliche Bewegung der obersten Schleimhautzellen wieder nach außen transportiert.

Eine ähnliche Funktion haben Tränen, Speichel und Urin, die zudem bakterientötende Bestandteile enthalten: Im Magensaft befindet sich Säure, Sperma enthält Spermine und Zink; Tränen, Nasensekret und Speichel enthalten das Enzym Lysozym.

Eine unverzichtbare Schutzfunktion üben auch die Bakterien aus, die auf der Körperoberfläche siedeln. Sie verhindern durch das Milieu, das sie mit ihrem Stoffwechsel schaffen, daß andere Keime (z. B. Pilze) dort Platz greifen können.

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Blut, Immunsystem

Arbeit des Immunsystems und Abwehrsystems

Arbeit des Immunsystems, sogenannte „Freßzellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“

Im Abwehrsystem, mit dem sich der Körper gegen Fremdes wehrt, gibt es zwei grundverschiedene Elemente: Die Immunabwehr, die durch Zellen vermittelt wird, und die, die auf der Wirkung von Substanzen beruht, die im Immunsystem gebildet wurden.

 

Arbeit des Immunsystems, Abwehrsystem

 

Phagozytose

Sogenannte „Fresszellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“. Diese Fresszellen, die aus dem Knochenmark stammen und zu den weißen Blutkörperchen gehören, heißen Granulozyten und Makrophagen.

Die Granulozyten haben eine Lebensdauer von zwei bis drei Tagen. Sie halten sich besonders im Blut auf, finden sich aber auch häufig in entzündetem Gewebe. Sie bekämpfen vor allem eiterbildende Bakterien.

Die langlebigen Makrophagen sitzen vorwiegend in Lunge, Leber, Milz, Lymphknoten. Man findet sie aber auch im Bindegewebe und an den kleinen Blutgefäßen. Makrophagen bekämpfen vor allem Mikroorganismen, die sich im Innern von Körperzellen verborgen halten.
Sobald der Preßvorgang beginnt, wird eine Reihe von chemischen Vorgängen in Gang gesetzt.

 

Komplementsystem

Dieses Verteidigungssystem, das teilweise in der Leber produziert wird, umfasst etwa zwanzig verschiedene Eiweiße, die in einem komplizierten Zusammenspiel mit zunehmender Kraft auf eingedrungene Feinde reagieren.

Das Komplementsystem hat im Rahmen der Abwehr im wesentlichen drei Aufgaben:

  • Zusammenarbeit mit den Fresszellen. Verschiedene Teile des Komplementsystems lagern sich an die feindlichen Zellen an, um den Fresszellen das Aufspüren und Andocken zu erleichtern.
  • Einzelne Faktoren des Komplementsystems (z. B. Histamin) bewirken, dass sich die kleinen Blutgefäße erweitern und körpereigene Abwehrstoffe die Wände passieren können – die Haut rötet sich und schwillt an.
  • Manche Komplementbestandteile schädigen die Zellwand des Eindringlings so stark, dass dieses zum Tod der Zelle führt.
  • Ist alles Fremde beseitigt, limitiert das Komplementsystem seine Arbeit selbst. Ohne diesen Mechanismus würde der Körper Schaden nehmen.

 

Immunmodulatoren

Registriert der Körper eine Infektion oder Gewebeschädigung, produziert er blitzschnell und in großer Menge sogenannte Immunmodulatoren, die mit dem Komplementsystem zusammenarbeiten. Zu den Immunmodulatoren gehören Stoffe, wie Interleukin -1 und -2, Fibrinogen, Faktor B usw.

Interleukin-1 beispielsweise erhöht die Abwehrbereitschaft der T – und B-Lymphozyten. Es veranlasst eine Erhöhung der Körpertemperatur (Fieber), wodurch Keime schneller absterben.

 

Interferone

Diese körpereigenen Eiweiße richten ihre Kraft speziell gegen Viren. Sie werden von T-Lymphozyten und anderen Zellen produziert. Mittlerweile können Interferone gentechnisch hergestellt und als Medikamente eingesetzt werden.

Körperzellen, die von einem Virus angegriffen werden, beginnen, Interferon zu produzieren. Dieses lagert sich dann an benachbarte, nicht infizierte Zellen an und bildet so eine Art Schutzwall vor dem Virus. Interferone können darüberhinaus auch die Aktivität anderer Abwehrzellen beeinflussen.


Killer-Zellen

Bei den „natürlichen Killer-Zellen“ handelt es sich um große weiße Blutkörperchen, die auf die Abwehr von Viren und Krebszellen spezialisiert sind. Verschiedene Interferone arbeiten mit den „natürlichen Killer-Zellen“ eng zusammen und verstärken deren Abwehrwirkung.

 

Spezifisches Immunsystem

Dieses zweite Element der körpereigenen Abwehr besteht aus T – und B-Lymphozyten. Es ist zum Zeitpunkt der Geburt nur in Ansätzen vorhanden und entwickelt sich erst in der Auseinandersetzung mit fremden Zellen. Im Körper des erwachsenen Menschen kursieren etwa 1000 Milliarden solcher Verteidigungszellen, von denen rund eine Milliarde täglich erneuert wird. Lymphozyten durchwandern ständig den Körper. Ihre bevorzugten Aufenthaltsorte sind die Milz, die Lymphknoten und die Lymphgewebe des Darms.

Sowohl T- als auch B-Lymphozyten können Informationen über die Fremdlinge speichern, mit denen sie sich einmal auseinandergesetzt haben. Taucht irgendwann einmal die gleiche Art Fremdling erneut auf, sorgen diese „Gedächtniszellen“ dafür, dass unverzüglich die volle Abwehrkraft parat steht – der Körper ist gegen diese speziellen Keime immun geworden. Eine solche Immunität entwickelt sich gegen die meisten Kinderkrankheiten – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken usw. -, wenn man die Krankheit durchgemacht hat oder nach einer entsprechenden Impfung.

 

B-Lymphozyten

Sie entstehen im Knochenmark und wandern von dort zu den peripheren Lymphzonen (Magen-Darm-Bereich, Atemwege, Urogenitaltrakt), wo sie im Kontakt mit fremden Zellen (Antigenen) einen Lernprozess mitmachen und zu langlebigen Zellen umgewandelt werden.

B-Lymphozyten tragen an ihrer Oberfläche etwa 100000 sogenannte Antikörper(Immunglobuline), die an die Körperflüssigkeiten abgegeben werden können. Antikörper erkennen körperfremde und schädliche körpereigene Zellen (z. B. Krebszellen) und können sie im Zusammenspiel mit den anderen Einheiten des Immunsystems vernichten.

Jeder Antikörper passt zu einer einzigen Art von fremden Zellen – ähnlich wie ein Schlüssel nur in ein Schloss passt. Da es aber Millionen verschiedener Fremdzellen gibt, müssen im Körper ebenso viele verschiedene Antikörper vorhanden sein, bzw. der Körper muss solche passenden Antikörper produzieren können.

Wird eine fremde Zelle als „bekannt“ identifiziert, beginnen alle B-Lymphozyten, die Träger der speziellen Antikörper sind, unentwegt so lange und in so großer Zahl (2000 pro Sekunde) Antikörper zu produzieren, bis der Feind wirksam bekämpft werden kann. Das dauert meist einige Tage – in dieser Zeit fühlt man sich krank.

 

Jeder Antikörper verfügt über folgende Fähigkeiten:

  • Er kann zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen unterscheiden.
  • Er kann feindliche Zellen (Antigene) erkennen.
  • Er kann sich an Antigene anklammern.
  • Er kann das Komplementsystem zu Hilfe rufen.
  • Er kann Fresszellen herbeirufen.

Krankhaft veränderte Körperzellen werden von Antikörpern genauso wie fremde Zellen behandelt.

 

T-Lymphozyten

Diese Zellen stammen ebenfalls aus dem Knochenmark, erhalten ihre Immunkompetenz jedoch in der Thymusdrüse. Sie sind darauf spezialisiert, Fremdes zu bekämpfen, das sich in körpereigene Zellen eingeschlichen hat. Solche Fremdlinge sind vor allem Viren, die sich ohne die Hilfe anderer Zellen gar nicht vermehren können. T-Lymphozyten finden sich im Lymphsystem des Körpers, halten sich jedoch vorwiegend in den peripheren Lymphgeweben auf.

Eine bestimmte Untergruppe dieser Verteidiger – T-Helferzellen genannt – ist darauf spezialisiert, verkleidete Feinde aufzuspüren, sie mit einer Art „Todeskuss“ zu markieren und so den „Kollegen“ die Möglichkeit zu verschaffen, sie zu vernichten. T-Helferzellen können mit  Hilfe von Interleukinen außerdem Killerzellen aktivieren.

Eine weitere Untergruppe von T-Lymphozyten sammelt und speichert Informationen über den Feind. Ähnlich wie B-Lymphozyten werden auch die T-Lymphozyten durch Kontakt mit dem Antigen aktiviert und über Zellteilung zu „Waffenfabriken“ umfunktioniert.

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Gestörtes Immunsystem, Autoimmunkrankheiten

Gestörtes Immunsystem, wenn das Immunsystem die Fähigkeit verliert, zwischen eigenen und fremden Zellen, gesunden und kranken Körperzellen zu unterscheiden

Immer, wenn ein Mensch krank wird, ist die Abwehrleistung des Immunsystems überfordert gewesen. Doch manche Krankheiten betreffen ganz spezifisch das Abwehrsystem.

Autoimmunkrankheiten: Wenn das Immunsystem die Fähigkeit verliert, zwischen eigenen und fremden Zellen, zwischen gesunden und kranken Körperzellen zu unterscheiden, beginnt es plötzlich, gesunde eigene Zellen anzugreifen. In der Folge treten Krankheiten auf, die als „Autoimmunkrankheiten“ bezeichnet werden – vom griechischen „autos“ für „selbst“: Rheumatoide Arthritis, Sklerodermie, Lupus erythematodes, Typ-I-Diabetes, Basedowsche Krankheit, Myasthenia gravis, Multiple Sklerose und andere.

Die selbstzerstörerische Kraft von Autoimmunkrankheiten kann nur durch Eingriffe von außen gebremst werden. Dazu dienen hochwirksame Medikamente, wie Kortisone, Immunsuppressiva, Interferone und Interleukine. Bei einer Reihe von Autoimmunkrankheiten haben sich unterstützende psychotherapeutische Interventionen als sehr hilfreich erwiesen.

 

Gestörtes Immunsystem, Autoimmunkrankheiten

 

Allergien

Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Körpers nach wiederholtem Kontakt mit einem fremden Stoff, wie Blütenpollen, Medikamenten, Tierhaaren, Chemikalien usw. Die extrem starke Abwehrreaktion kann sich lokal in Form von Hautentzündungen zeigen, als Schleimhautentzündung wie beim Asthma oder als Erkrankung des ganzen Körpers, wie bei einer Penizillinallergie.


Immundefekte

Wenn dem Körper nicht genügend effiziente Abwehrzellen zur Verfügung stehen, bezeichnet man dies als Immundefekt. Die Ursache dafür kann angeboren oder erworben sein. Krankheiten wie Aids, Leukämie, nephrotisches Syndrom usw. und Behandlungen, zum Beispiel mit Krebsmitteln oder eine Strahlentherapie, aber auch Verbrennungen können zu Immundefekten führen.


Immuntherapien

Von einem starken Immunsystem erhofft man sich, daß es Krankheiten effizient abwehrt. Mit verschiedenen Mitteln und Methoden wird versucht, das Immunsystem zu stärken.

 

Immunstärkung, Immunmodulation

Früher nannte man dies „Abhärtung“. Der Zweck ist ein Training des Immunsystems mit Hilfe von Kälte, Wärme, Bädern, Sauna, Höhenklima, Bewegung, Sport, Ernährung, Entspannung, Fasten, diversen Pflanzenmitteln, Bakterienmitteln zum Schlucken oder Spritzen, geringfügigen Verletzungen (Baunscheidtverfahren) und anderes mehr.

Eine neue Forschungsrichtung, die Psychoneuroimmunologie, beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen psychischem Zustand und Immunsystem. Bis jetzt gibt es allerdings noch zu wenig handfeste Untersuchungsergebnisse, um konkrete Aussagen oder gar Empfehlungen abgeben zu können.

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Blut, Immunsystem

Leukämie, Leukämien (Blutkrebs) Anzeichen, Ursachen

Vier Arten von Leukämie: Akute lymphatische Leukämie (ALL), Akute myeloische Leukämie (AML), Chronisch-lymphatische Leukämie, Chronisch-myeloische Leukämie

Erste Anzeichen: Müdigkeit, Leistungsschwäche. Atemnot, Gewichtsverlust, Infektionen, besonders von Mund und Hals, Fieber, Nachtschweiß, Knochen- und Gelenkschmerzen, Lippen- und Mundgeschwüre. Später kommen Haut- und Schleimhautblutungen, Lymphknotenschwellungen, Milz- und Lebervergrößerungen hinzu.

 

Leukämie, Leukämien (Blutkrebs) Anzeichen, Ursachen

 

Beschwerden bei Chronischen Leukämien

Sie verursachen häufig lange keine Beschwerden und werden zufällig durch eine Blutuntersuchung entdeckt.

Erste Anzeichen: Appetitmangel, Gewichtverlust. Außerdem meist Fieber, nächtliche Schweißausbrüche, eine vergrößerte Milz, die man als Schwellung im linken oberen Bauch spürt, und Anzeichen von Blutarmut: blasse Hautfarbe, allgemeine Schwächezustände.

 

Ursachen

Unbekannte Veränderungen im Erbgut führen zu einer unkontrollierten Vermehrung der

weißen Blutzellen im Knochenmark. Diese werden ins Blut ausgeschwemmt. Nachgewiesen ist als Ursache für Leukämien eine erhöhte Strahlenbelastung, wie sie zum Beispiel nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl auftrat, und die Einwirkung von Benzol, z.B. aus Benzindämpfen. Deutliche Hinweise gibt es auf die leukämieverursachende Wirkung von Dioxin.

 

Erkrankungsrisiko für Akute Leukämien

Bei jüngeren Menschen, vor allem bei Kindern, tritt die Akute lymphatische Leukämie häufiger auf, bei älteren die Akute myeloische Leukämie.

 

Erkrankungsrisiko für Chronische Leukämien

Sie treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Die chronisch-lymphatische Form betrifft Männer zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Die chronisch-myeloische Form trifft Frauen und Männer etwa gleich häufig.

 

Folgen und Komplikationen der Akuten Leukämien

Unbehandelt kann die Krankheit innerhalb kurzer Zeit tödlich enden. Mit Behandlung haben Kinder sehr gute Heilungschancen. Gegenwärtig können etwa 70 von 100 Kindern mit akuter Leukämie geheilt werden. Bei Erwachsenen ist es immerhin möglich, etwa 20 bis 40 Prozent zu heilen bzw. eine mehrjährige beschwerdefreie Überlebenszeit zu erreichen.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen der Chronisch-lymphatischen Leukämie

Nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind, beträgt die mittlere Überlebenszeit etwa sieben Jahre. Aufgrund der verringerten Abwehrkräfte des Körpers sind Infektionen häufig. Sie sind die häufigste Todesursache.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen der Chronisch-myeloischen Leukämie

Nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind, beträgt die mittlere Überlebenszeit drei bis vier Jahre.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Beim Verdacht, leukämiekrank zu sein.

 

Selbsthilfe

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

 

Behandlung der Akuten Leukämien

Die Behandlung findet immer im Krankenhaus statt, möglichst in dafür spezialisierten Zentren. Sie besteht vornehmlich im Verabreichen von Krebsmedikamenten (Zytostatika), welche die Leukämie-Zellen zerstören. Sowohl Krankheit als auch Behandlung verursachen eine starke Infektionsanfälligkeit und Blutungsneigung, so daß außerdem Antibiotika und Transfusionen mit Blutkörperchen und Blutplättchen notwendig sind.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht darin, Knochenmark zu transplantieren. In bestimmten Fällen kann man den Erkrankten vor der Behandlung mit Zytostatika das Knochenmark entnehmen, es „reinigen“ und nach der Behandlung wieder einpflanzen. Damit erhält man den Erkrankten die Funktionen des Knochenmarks bei der Blutbildung und Krankheitsabwehr.

 

Behandlung der Chronisch-lymphatischen Leukämie

Bei einer zufällig entdeckten Leukämie, die keine Beschwerden macht, sind nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Viele Betroffene leben damit jahrelang ohne Beschwerden.

Wenn sich Schwellungen von Lymphknoten, Milz oder Leber, eine zu niedrige Zahl von Blutplättchen, Fieber, Gewichtsverlust oder Anzeichen von Blutmangel (Anämie) bemerkbar machen, wird eine Behandlung mit Krebsmedikamenten notwendig. Eine vergrößerte Milz oder vergrößerte Lymphknoten können mit Strahlen verkleinert werden. Bei Blutarmut sind Bluttransfusionen und bei Infektionen Antibiotika notwendig.

 

Behandlung der Chronisch-myeloischen Leukämie

Das Ziel der Behandlung ist bei den meisten Kranken, die Beschwerden zu lindern und das Blutbild zu normalisieren. Behandelt wird vornehmlich mit Krebsmedikamenten, die ambulant im Krankenhaus infundiert werden. Manchmal werden auch Strahlen eingesetzt. Bei Blutarmut sind Bluttransfusionen notwendig.

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Blutarmut: Hämolytische Anämie, Beschwerden und Ursachen

Blutarmut: Hämolytische Anämie, Beschwerden, Blässe, Müdigkeit, Atemlosigkeit, Herzklopfen oder Herzflattern, besonders bei Anstrengungen

Manchmal färbt sich die Haut gelblich, und der Urin erscheint dunkler als normal. Dauert die Erkrankung länger an, können Gallensteine entstehen.

 

 

Ursachen

  • Vererbung. Dann beginnen die Beschwerden bereits mit der Geburt oder kurz danach.
  • Infektionskrankheiten. Sogenannte Autoimmune Hämolytische Anämie, bei der der Körper aus bisher nicht geklärter Ursache Antikörper gegen die eigenen Blutkörperchen bildet.
  • Chemikalien oder Medikamente (Azetylsalizylsäure, z. B. Aspirin; Sulfonamide und andere Antibiotika) können als Nebenwirkung bei speziell veranlagten Personen plötzlich eine hämolytische Anämie auslösen.
  • Nach Bluttransfusionen, wenn der Körper Antikörper gegen die fremden rotenBlutkörperchen produziert.
  • Nach einer Operation, bei der k ünstliche Herzklappen eingesetzt wurden.
  • Nach Schlangenbissen.

 

Erkrankungsrisiko

Es steigt bei den unter Ursachen angeführten Faktoren.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Erkrankung verläuft selten tödlich, ist manchmal jedoch schwierig zu behandeln.

 

Vorbeugung

Verursachende Chemikalien meiden.

Bei Verdacht auf Blutarmut: Hämolytische Anämie, sollten Sie sofort zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Die Art der Behandlung hängt von der Ursache der Erkrankung ab. Ist sie eine Arzneimittelnebenwirkung, müssen alle in Frage kommenden Medikamente abgesetzt werden. Wer beruflich mit Chemikalien zu tun hat, die die Krankheit verursachen können, sollte nach Möglichkeit den Arbeitsplatz wechseln.

Wenn die Erkrankung durch Antikörper verursacht ist, müssen Arzt oder Ärztin versuchen, ihre Bildung und Wirkung durch Medikamente einzudämmen.

Besonders dann, wenn die Erkrankung vererbt ist, kann die Entfernung der Milz die Krankheit spürbar bessern oder sogar zur Normalisierung führen.

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Blut, Immunsystem

Blutarmut: Perniziöse-Anämie, Beschwerden und Ursachen

Mit abwechslungsreicher Ernährung kann man einer Blutarmut: Perniziöse-Anämie nur vorbeugen, wenn der Körper ausreichend Intrinsic Factor zur Verfügung hat

Die Ursache ist meist ein Vitamin-B12-Mangel. Mangel an Folsäure ist selten. Weil die jeweiligen Behandlungen sehr verschieden sind, muß der Arzt oder die Ärztin die Ursache abklären.

Beschwerden: Blässe, leicht gebliche Haut und Augen, Appetitlosigkeit, Leistungsminderung. Magen – und Verdauungsbeschwerden. Gelegentlich sind Mundschleimhaut und Zunge entzündet. Bei langdauerndem Vitamin-B12-Mangel können neurologische Beschwerden auftreten, z. B. Schwierigkeiten beim Gehen, Verlust des Lagesinns und des Vibrationsempfindens in den Gliedmaßen.

 

Blutarmut: Perniziöse Anämie

 

Vitamin-B12-Mangel

Damit der Körper Vitamin B12 aus der Nahrung aufnehmen kann, ist ein Transportstoff (Intrinsic Factor) notwendig, den die Magenschleimhaut bildet. Ist davon nicht genügend vorhanden, z. B. nach teilweiser Entfernung des Magens oder bei einem krankhaften Schwund der Magenschleimhaut, kann der Körper nicht ausreichend Vitamin B12 aufnehmen.

 

Folsäuremangel

Er ist sehr selten. Manchmal kommt er bei unzureichend ernährten Alkoholsüchtigen vor.

Erkrankungsrisiko

Es steigt nach teilweiser oder vollständiger Entfernung von Magen oder Dünndarm, bei schweren Darmkrankheiten, mit zunehmendem Alter, bei Alkoholismus, bei Menschen, die sich lange Zeit sehr einseitig ernähren.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Eine behandelte Perniziöse Anämie verursacht keine bleibenden Schäden. Unbehandelt kann sie zu Rückenmarkschäden und damit zu dauerhaften neurologischen Ausfällen führen.

Vorbeugung

Mit abwechslungsreicher Ernährung kann man einer Perniziösen Anämie nur vorbeugen, wenn der Körper ausreichend Intrinsic Factor als Transportmittel für Vitamin B12 zur Verfügung hat. Vitamin B12 ist in Fleisch, Fisch, Milch, Eigelb – und-Käse enthalten. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten kein Vitamin BI2 – mit Ausnahme von milchsauer vergorenen Gemüsen wie zum Beispiel Sauerkraut.

 

Sobald Sie den Verdacht haben, an einem Vitamin B12 – oder Folsäuremangel zu leiden, sollten Sie zum Arzt gehen. Falls jemand in Ihrer Verwandtschaft bereits eine Perniziöse Anämie hat, sollten Sie dies dem Arzt oder der Ärztin mitteilen.

 

Selbsthilfe

Ist bei bestehendem Vitamin-B12-Mangel nicht möglich. Einem geringen Folsäuremangel kann man durch veränderte Eßgewohnheiten begegnen.

Behandlung

Fehlt das Transportmittel, muß der Arzt Vitamin B12 spritzen. Geschlucktes Vitamin B12 würde ungenutzt wieder ausgeschieden. Zu Beginn der Behandlung sind meist mehrere Spritzen pro Woche notwendig, später meist nur noch einmal im Monat. Diese Behandlung muß meist bis ans Lebensende fortgesetzt werden. Folsäuremangel wird durch eine veränderte Ernährung und durch zusätzliche Einnahme von Folsäuretabletten bzw. Folsäureinjektionen behandelt.

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Blutarmut: Eisenmangel-Anämie, Ursachen und Beschwerden

Die wesentlichsten Ursachen, Beschwerden, Folgen, Komplikationen,  Vorbeugung und Behandlung für Blutarmut: Eisenmangel-Anämie

Eisen ist lebensnotwendig. Im Körper einer erwachsenen Frau befinden sich etwa 35 mg Eisen pro kg Körpergewicht, im Körper eines Mannes etwa 50 mg pro kg Körpergewicht. 60 bis 70 Prozent des im Körper enthaltenen Eisens ist im roten Blutfarbstoff gebunden, der Rest wird in der Leber, der Milz und im Knochenmark gespeichert.

 

Blutarmut: Eisenmangel-Anämie



Die wesentlichsten Ursachen für Eisenmangel sind

  • Schwerer Blutverlust, z. B. aufgrund von starken Regelblutungen, Gastritis, Geschwüren oder Krebs im Magen-Darm-Bereich, Hämorrhoiden, Bandwürmern. Medikamente wie Azetylsalizylsäure (z. B. Aspirin [D/Ö]), Rheumamittel wie Indometazin (z. B. Amuno [D), Indocin [Ö], Indomet ratiopharm [D]), Hochdruckmittel wie Reserpin (z. B. in Brinerdin [Ö], Briserin [D]), Sexualhormone, Krebsmittel und Kortison können Blutungen verursachen, die zu Eisenmangel-Anämie führen.
  • Eisenarme Ernährung kann besonders bei Kleinkindern ein Problem sein und bei Erwachsenen, die eine spezielle Diät einhalten müssen.
  • Der Magen-Darm- Trakt ist, z. B. nach einer Magenoperation, nicht in der Lage, Eisen aufzunehmen.

 

Beschwerden

Leichte Ermüdbarkeit, innere Unruhe, Blässe, trockene Haut, verstärkter Haarausfall, spröde, brüchige Fingernägel, Einrisse der Nasenschleimhaut.

 

Erkrankungsrisiko

In den Industrieländern haben etwa jedes dritte Kind und jede zehnte Frau Eisenmangel. Fraue in der Schwangerschaft haben einen erhöhten Eisenbedarf.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Eisenmangel-Anämie schwächt den Körper, ist normalerweise aber nicht lebensgefährlich.


Vorbeugung

Die übliche Nahrung deckt den Eisenbedarf. Eisen aus tierischer Nahrung kann der Körper etwa 10 – bis 20 mal besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlicher Nahrung. Gute „Eisenlieferanten“ sind Fisch und Fleisch. Vegetarierinnen müssen keinen Eisenmangel befürchten, wenn sie ausreichend Milchprodukte, grüne Blattgemüse und Vollkorngetreide essen.

 

Wenn Sie aufgrund der Beschwerden den Verdacht haben, daß Sie an Eisenmangel leiden, sollten Sie zum Arzt gehen. Selbsthilfe, ist bei bereits bestehendem Eisenmangel nicht möglich.

 

Behandlung

Bei unzureichender Eisenzufuhr braucht der Körper zunächst das gespeicherte Eisen auf. Erst wenn diese Reserve erschöpft ist und die Bildung des roten Blutfarbstoffs beeinträchtigt ist, spricht man von Anämie. Eisenmangel wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt.

Die Behandlung hat zwei Ziele:

  • Die Ursache des Eisenmangels beseitigen.
  • Den Eisenbestand auffüllen.

Bei Einnahme von Eisentabletten dauert es etwa zwei Monate, bis der Eisengehalt des Blutes wieder normal ist. Bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind, dauert es mindestens sechs Monate.

Eisenmangel behandelt man am besten mit Medikamenten, die zweiwertiges Eisen enthalten.  

 

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft weist darauf hin, daß Kombinationspräparate von Eisen mit Vitaminen und Metallen überflüssig und meist teuer  sind. Auch andere Zusätze sind nicht sinnvoll. Eisenmedikamente, die mit Verzögerung im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden (sogenannte Depotpräparate),  sind ebenfalls nicht zweckmäßig. Alle Eisenpräparate können gelegentlich Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung verursachen. Nehmen Sie die Medikamente entweder eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen mit
einem halben Glas Wasser ein. Schwarzer Stuhlgang ist bei Einnahme von Eisenpräparaten normal.

 

Blutgruppen

Blut ist nicht beliebig von Person zu Person austauschbar. Würde man einem Menschen wahllos das Blut eines anderen einspritzen, bestünde die Gefahr einer allergischen Reaktion. Blut enthält Stoffe (Antigene), die mit gegen sie gerichteten Stoffen (Antikörpen eines anderen Blutes reagieren können. Dadurch verklumpt das Blut (Agglutination). Um das zu verhindern, wird das Blut untersucht, ob und welche Antigene es enthält.

Man unterscheidet vier verschiedene Antigen-Eigenschaften, die allgemein als Blutgruppen bezeichnet werden: A, B, AB und 0. In Mitteleuropa haben etwa 45 Prozent der Menschen Blutgruppe A, knapp 40 Prozent Blutgruppe 0, etwa 10 Prozent Blutgruppe B und etwa 5 Prozent Blutgruppe AB. Blut der Gruppe 0 darf jeder Mensch, unabhängig von seiner Blutgruppe, erhalten. Menschen mit Blutgruppe AB vertragen Blut jeder anderen Spendergruppe. Heutzutage wird jedoch grundsätzlich nur gruppengleiches Blut übertragen.

Zusätzlich zu diesem AB0-Blutgruppensystem gibt es noch die sogenannten Rhesusfaktoren als weitere Antikörper im Blut. Man unterscheidet zwischen Rhesus-positivem und Rhesus-negativem Blut. Transfusionen dürfen nur mit Rhesus-gleichartigem Blut durchgeführt werden. Während der Schwangerschaft können ungleiche Rhesusfaktoren von Mutter und Kind Probleme bereiten

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Blut, Immunsystem

Blut, Immunsystem und Lymphsystem

Um seinen vielfältigen Aufgaben effektiv nachkommen zu können hat das Blut eine sehr anspruchsvolle Zusammensetzung. Diese besteht aus Plasma als flüssiger Anteil und Blutzellen als zellulärer Bestandteil. Der flüssige Teil macht dabei mehr als die Hälfte aus.

Blut

 

 

Blut, Blutbildung, Immunsystem und Lymphsystem, Funktonsweise und Aufbau

Die Blutbildung erfolgt beim Embryo in den Markhöhlen aller Knochen, Leber, Milz, Thymus und nach Geburt nur noch im Knochenmark. Nicht mehr alle Knochen sind dann zur Blutbildung in der Lage , nur noch im Schädel, in Rippen und Brustbein, den Wirbelkörper, im Becken, in Abschnitten der Oberarm/Oberschenkelknochen kann diese Funktion ausgeführt werden. Eine Ausnahme besteht. Lymphozyten entwickeln sich auch in den lymphatischen Organen Milz, Thymus und Lymphknoten.

Das Blutplasma, also der flüssige Anteil, besteht zum größten Teil aus Wasser. Darin gelöst sind Proteine, Nährstoffe, Sauerstoff, Kohlendioxyd, Elektrolyte, Spurenelemente, Vitamine, Harnstoff und Kreatinin.

Die Blutzellen setzen sich aus Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten zusammen.

Die Bluteiweiße oder Proteine haben neben der Aufgabe Wasser zu binden noch Abwehrfunktionen und Transportfunktionen zu erfüllen. Bei Blutanalysen im Labor werden die Bluteiweiße oft zur Diagnose genutzt, beispielsweise der IgE oder IgGWert.

Generell entwickeln sich alle Blutkörperchen in mehreren Schritten aus den gleichen pluripotenten Stammzellen.

Die fertigen Erythrozyten bestehen aus Farbstoff und Eisen sowie Eiweiß. Diese sind verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut. Sie haben eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen.

 

  • Die Thrombozyten sind flache Scheiben, welche die Blutgerinnung und Blutstillung realisieren.
  • Die Leukozyten sind weiße Blutkörperchen, welche der Abwehr durch Antikörperbildung oder Phagozytose also Auffressen und Zerstören von Krankheitserregern dienen. Die Leukozyten sind mit der wichtigste Teil unseres Immunsystems und bestehen zu 25-40% aus Lymphozyten, zu 60% aus Granulozyten und Monozyten.

 

 

Im Jahr 1901 entdeckte Landsteiner die 4 Blutgruppen. Im Serum befinden sich Antikörper gegen die jeweils anderen Blutgruppenantigene und damit kann Blutsübertragung nur unter Berücksichtigung der Gruppen erfolgen. Der Rhesusfaktor hat ähnliche Bedeutung.

 

Funktion

Die Aufgabe des Blutes bestehen vor Allem in der Transportfunktion. Nährstoffe (Glukose, Aminosäuren, Fettsäuren), Sauerstoff, CO2, Vitamine, Hormone, Wirkstoffe, Mineralstoffe, Medikamente, Abbauprodukte (Kreatinin – Muskel, Harnstoff – Eiweiß, Harnsäure – Purine) werden aufgenommen und an ihre Zielorte transportiert.

Weitere Funktionen bestehen in der Abwehr von Infekten, der Mitwirkung bei Entzündungen, Blutstillung und Blutgerinnung

Die Wärmeregulation durch das Blut geht von der Leber aus welche die höchste Körpertemperatur hat (+ 1-2 Grad), es realisiert den Transport der Körperwärme in andere Körperorgane.

Die Aufrechterhaltung der Homöostase, des Gleichgewichtszustandes des Körpers, erfolgt durch Regulation des Elektrolythaushaltes.

Der ph-Wert liegt im Normalfall bei 7,37-7,43. Die Aufrechterhaltung erfolgt über ionisierbare Aminosäuren, den Bikarbonatpuffer sowie das Hämoglobin. Der osmotischer Druck wird aufrecht erhalten.

Das Blut hilft die Tätigkeit der Organe aufeinander abzustimmen, dies gelingt vor allem  durch Hormone

Eine  Eiweißreserve (200g gelöste Eiweiße im Blut) hilft Ernährungsmängel zu kompensieren

Bei Gefäßwanddefekten dichtet das Blut durch Fähigkeit der Gerinnung ab. Die Thrombozyten haben dabei die Schlüsselfunktion.

 

Blut1   Lymphozyt 

2   Freßzelle

3   Blutplättchen

4   Erythrozyten

 

 

 

 

 



Blutbild

Viele diagnostische Hinweise ergeben sich aus dem Blutbild. Die Abweichung von den „Normalwerten“ lässt durchaus Schlüsse zu. Sehr gute Aussagen über den Gesundheitszustand sind aus dem Blutbild ableitbar, und die mögliche Schädigung durch diese Untersuchungsmethode ist vergleichsweise gering. Labore haben Routinelisten zur Erfassung der Werte.

Einige charakteristische Werte Normalwerte sind (aufgeführte Erkrankungen sind Beispiele) :

Blutsenkungsgeschwindigkeit

(Messung der Geschwindigkeit, mit der die festen Bestandteile des Blutes in einem senkrecht stehenden Messröhrchen in einer bestimmten Zeit absinken)

 

Frauen:             6 – 11 mm nach 1 Stunde (NHP <= 25 mm)

                        6 – 20 mm nach 2 Stunden

Männer:            3 –  8 mm nach 1 Stunde (NHP <=15 mm)

                        5 – 18 mm nach 2 Stunden

 

Erhöht bei Sichelzellanämie, Herzinsuffizienz, Allergien, Lebererkrankungen,

Erniedrigt bei entzündliche Erkrankungen wie Gallenblasenentzündung, Tuberkulose, Magengeschwür, Infektionskrankheiten, Anämien, Tumorerkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

 

Erythrozytenzahl (Erys)

 

 Frauen:            4,0 – 5,4 Mio/mm3

 Männer:           4,6 – 6,3 Mio/mm3

 

Erhöht bei Polyzythämie, Krebs, O2-Mangel, Herzfehler, Lungenerkrankungen. Vermindert bei Anämie, Blutungen

 

Hämoglobin (Hb)

 

 Frauen:              12 – 16 g/dl

 Männer:             14 – 18 g/dl

 

Erhöht bei O2-Mangel, Krebs, Wassermangel, Polyglobulie, pernizöse Anämie

Erniedrigt bei Eisenmangelanämie, Schwangerschaft

 

Hämatokrit (HK) (prozentualer Anteil der zellulären Bestandteile am Blutvolumen)

 

 Frauen:            37 – 48  %

 Männer:           40 – 52 %

 

Erhöht bei Polyzythämie, Wassermangel, massiver Diarrhö Erniedrigt bei Anämie, Hyperhydratation

 

Weitere Werte:

 

  • Leukozyten        4-10/nl = 4.800-10.000/ml bzw. mm3
  • Thrombozyten    150.000 – 400.000/mm3

 

Darüber hinaus gibt es noch viele bestimmbare Parameter, die auch von den Möglichkeiten der einzelnen Labore abhängen.

 

Erkrankungen

Anämien

Bei allen Anämien erfolgt aus verschiedenen Gründen eine verminderte Bildung von Erythrozyten und/oder Hämoglobin und/oder Hämatokrit. Häufige  Vertreter dieser primären aber meist sekundären Erkrankung sind Eisenmangelanämie, Folsäuremangelanämie, Vitamin B12 Mangel-Anämie, aplastische Anämie, renale Anämie und Anämie durch Blutverlust,

 

allgemeine klinische Symptome:

 

Symptome der Haut- und Schleimhäute sind Blässe, hellere Schleimhäute und Augenbindehäute

Das Herz-Kreislaufsystem reagiert unter anderem  mit Tachykardie, systolische Herzgeräusch, Herzinsuffizienz, Hyperthrophie, Ödembildung und Vergrößerung des Abstandes zwischen systolischem und asystolischem Blutdruck – der Blutdruckamplitude.

 

Polyglobulie

Bei einer vermehrten Bildung von Erythrozyten spricht man von Polyglobulie. Der Hämatokritwert ist dabei gestiegen.  Sauerstoffunterversorgung ist meist die Ursache.

Dieser Effekt tritt auch bei Aufenthalt in großen Höhen auf.

Bei Blutdoping wird darauf zurückgegriffen.

 

Symptome:

Rotblaue Hautfarbe, Kreislaufbeschwerden (Fließgeschwindigkeit ist erniedrigt, das Blut ist „dicker“) Kopfschmerzen, Angina pectoris, Epistaxis (Nasenbluten) auch Ohrensausen, also Tinnitus, und Bluthochdruck sowie Thrombosen können entstehen.

 

Polycythämie (Polycythämia vera)

Ist eine bösartige Erkrankung deren Ursache unbekannt ist. Es kommt zur vermehrten  Bildung aller 3 Blutzellenreihen (Erythrozyten, Leukozyten , Thrombozyten), wobei die Vermehrung der Erythrozytenzahl überwiegt und deren Sauerstoffbindungsfähigkeit abnimmt.

 

Symptome:

Rötung von Gesicht und Extremitäten. Die Folgen des Sauerstoffmangels sind kardiale Beschwerden – Angina pectoris, Tachykardie, Kreislaufbeschwerden Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Müdigkeit, Sehstörungen, Blutungen, Nasenbluten. Bei bei körperlicher Belastung färben sich die Lippen blau. Die Gefahr von Thrombosen besteht.

 

Maligne Lymphome

Bösartige Erkrankungen, von Lymphknoten oder lymphatischem Gewebe ausgehend werden als maligne Lymphome bezeichnet. Der bekannteste Vertrete ist die Hodgkinsche Krankheit. Circa 1800 Menschen im durchschnittlichen Alter von 40 Jahren erkranken Jährlich. Schmerzlose Vergrößerungen der Lymphknoten charakterisieren die Krankheit.

Ähnliche Symptome Prägen die Non-Hodgkin Krankheit an der ungefähr 12000 Menschen Erkranken. Das Durchschnittsalter liegt höher, bei 60 Jahren.

 

Bluterkrankheit

Eine hämorrhagische Diathese entsteht durch Störungen der Gerinnung. Dabei sind meist Gerinnungsfaktoren in ihrer Wirkung gestört. Eine andere Ursache ist die aus verschiedenen Gründen im Körper reduzierte Zahl der Thrombozyten.

Die Blutungsstärke steht hier nicht im Verhältnis zum Auslöser, beispielsweise einer Verletzung bzw. Wunde.