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Tinnitus, Geräusche im Ohr, Ursachen, Erkrankungsrisiko

Tinnitus ein Klingen, Pfeifen oder Zischen im Ohr – Geräusche, die andere Personen am selben Ort nicht vernehmen, diese Beschwerden können dauerhaft sein

 

Ursachen

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  • Schädigung durch Lärm oder Explosionen
  • Ohrschmalzpfropf
  • Fremdkörper im äußeren Gehörgang
  • Otosklerose
  • Trommelfellverletzung
  • Kopfverletzung
  • Kreislauferkrankung
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Stress
  • In seltenen Fällen Nebenwirkung von Medikamenten
  • Vergiftung durch Blei, Kohlenmonoxid, Quecksilber
  • Meniersche Erkrankung

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Tinnitus, Geräusche im Ohr, Ursachen, Erkrankungsrisiko

 

Erkrankungsrisiko

Etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland ständig an Ohrgeräuschen. Besonders häufig betroffen sind Lärmgeschädigte und Menschen, die stressbelastet sind.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand kaum möglich – außer man vermeidet generell Hörschäden.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Störung des Wohlbefindens, Schlafprobleme, Depressionen, Ängste, sozialer Rückzug. Tinnitus führt nicht zu Gehörlosigkeit.

Wenn die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit vergehen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Sind die Geräusche im Ohr nicht allzu stark, hilft es manchmal, leise Hintergrundmusik laufen zu lassen. Dazu eignen sich vor allem hochfrequente Streichkonzerte ohne Bässe. Es gibt auch speziell für Tinnitus komponierte Musik – etwa die Klangtherapie nach TOMATIS. Entspannungsübungen können die Beschwerden bessern.

 

Behandlung

Eine allgemeinmedizinische und eine spezielle Ohrenuntersuchung sind unbedingt notwendig, um mögliche Ursachen festzustellen. Bei den meisten Kranken, die an Tinnitus leiden, ist zwar keine Heilung, aber eine bedeutsame Linderung der Beschwerden möglich. Nur akut auftretender Tinnitus ist heilbar. Betroffene müssen in den ersten Stunden oder Tagen mit durchblutungsfördernden Medikamenten behandelt werden.

Haben Ärztin oder Arzt eine Krankheit als Ursache gefunden, muß diese behandelt werden. Medikamente, die als Ursache in Frage kommen, sollten abgesetzt werden. Hören die Ohrgeräusche trotzdem nicht auf, helfen Medikamente wie Betaserc, Sibelium, Vasomotal, Vertirosan.

Die gegen Tinnitus angebotenen Soft-Laserstrahl- oder Sauerstoff-Überdrucktherapien sind meist teuer, in der Wirkung jedoch fragwürdig. Sinnvoller sind psychologische Streßbewältigungsprogramme, wie sie etwa in der HNO-Abteilung an der Universitätsklinik Düsseldorf und an anderen Kliniken angeboten werden. Dabei lernen die Betroffenen in einem Bewältigungstraining mit Hilfe von Yoga, Musik und Gruppengesprächen, sich zu entspannen und besser mit dem »Mann im Ohr« umzugehen.

Falls sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, kann unter Umständen ein sogenannter Tinnitus-Masker helfen. Das ist ein kleiner Apparat, der ähnlich aussieht wie ein Hörgerät und ein Geräusch produziert, das die im Ohr befindlichen Geräusche überdeckt.

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Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media)

Chronische Mittelohrentzündung (Chronische Otitis media) und Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media), Beschwerden, Ursachen, Erkrankungsrisiko

Akute Mittelohrentzündung; Gefühl eines „vollen“ Ohres, gefolgt von pulsierenden Schmerzen, die nachts zunehmen können. Weitere Beschwerden sind Hörstörung und hohes Fieber, bei Kleinkindern manchmal verbunden mit Übelkeit und Erbrechen.

Sehr kleine Kinder können manchmal noch nicht angeben, dass ihnen das Ohr weh tut. Sie schreien dann sehr schrill.

Durch die Entzündung im Mittelohr entsteht Druck, durch den innerhalb von Tagen das Trommelfell einreißt und eitriges, manchmal auch blutiges Sekret aus dem Ohr fließt. Dadurch vermindern sich die Schmerzen augenblicklich. Das Fieber sinkt. In der Heilungsphase hört der Eiterfluss schließlich auf, das Trommelfell verheilt von selbst, und das Gehör normalisiert sich.

 

Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media)

 

Ursachen

Infektion durch Bakterien, meist als Folge einer Virusinfektion der oberen Atemwege (Schnupfen, Erkältung, Masern).

 

Erkrankungsrisiko

Etwa dreieinhalb Millionen Mal im Jahr werden in Deutschland Ärztinnen oder Ärzte wegen akuter Mittelohrentzündung aufgesucht. Die Hälfte aller Kranken sind Kinder im Alter bis zu elf Jahren. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Personen mit Schnupfen, wiederkehrenden Adenoiden, Nasenpolypen, Nasen- und Halsentzündungen und nach Masern, Mumps und Scharlach.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei einer falschen oder verzögerten Behandlung kann die akute Mittelohrentzündung chronisch werden. Ein weiteres Risiko besteht, wenn sich die Infektion auf den Knochen hinter dem Ohr ausbreitet.In diesem Fall ist eine Operation notwendig, bei der der infizierte Knochen zum Großteil entfernt wird.

Eine schwere Komplikation der akuten Mittelohrentzündung ist eine Gehirnhautreizung.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt ?

Sobald wie möglich.

 

Selbsthilfe

Bettruhe, Wärmflasche oder ein in heißes Wasser getauchtes, ausgewrungenes Handtuch auf das Ohr legen, eventuell ein Schmerzmittel einnehmen. Eine Behandlung mit Ohrentropfen ist nicht sinnvoll.

 

Behandlung

Zur Behandlung der Infektion verordnet der Arzt oder die Ärztin in erster Linie Antibiotika zum Schlucken, außerdem Nasentropfen, Antihistaminika und Schmerzmittel.

Während der Heilungsphase muss das Mittelohr über die Tube gut belüftet werden. Dazu wird eventuell mit Hilfe eines Ballons Luft in ein Nasenloch geblasen, während das andere zugehalten wird. Gleichzeitig muß man „Kukkuck“ sagen. Dadurch wird das Gaumensegel angehoben, der Nasen-Rachen-Raum abgeschlossen und Luft in die Tuben gepresst.

Bei stechenden Schmerzen, die durch großen Druck im Mittelohr verursacht werden, muss ein kleiner Schnitt im Trommelfell angebracht werden. Dadurch kann der Eiter ablaufen. Bei Kindern wird dieser Eingriff im Krankenhaus unter Narkose vorgenommen. Das verletzte Trommelfell heilt in ein bis zwei Wochen von selbst.

 

Chronische Mittelohrentzündung (Chronische Otitis media)

 

Beschwerden

Es fließt ständig oder immer wieder eitriger Ausfluß aus dem Ohr, das Hörvermögen ist eingeschränkt. Häufig ist auch das Gefühl, Wasser und Geräusche im Ohr zu haben.

 

Ursachen

Chronische Infektion des Mittelohres mit Bakterien oder Viren.

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung:

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  • Verschleppte oder unsachgemäße Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung.
  • Angeborene Anfälligkeit der Mittelohrschleimhaut.
  • Angeborene oder erworbene Veränderungen im Mittelohr und in der Eustachischen Röhre.
  • Bakterien oder Viren, die schlecht zu bekämpfen sind.

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Erkrankungsrisiko

Chronische Mittelohrentzündungen treten am häufigsten bei Kindern im Alter von ein bis fünf Jahren und bei Erwachsenen ab 40 Jahren auf.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Hörstörungen durch ein Loch im Trommelfell oder Schäden der Gehörknöchelchenkette.

Das eingeschränkte Hörvermögen behindert Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung, so dass sie fälschlicherweise für „tollpatschig“ oder „dumm“ gehalten werden. Als schwere Komplikation von chronischen Mittelohrentzündungen kann sich eine Gehirnhautreizung entwickeln.

 

Vorbeugung

Sachgerechte Behandlung von akuten Mittelohrentzündungen. Sie sollten sobald wie möglich zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Halten Sie die Ohren trocken und sauber. Wischen Sie eitrigen- Ausfluß mit einem sauberen Tuch ab. Vermeiden Sie das Eindringen von Wasser in die Ohren.

 

Behandlung

Reinigung und Austrocknung des Ohres durch alkoholhaltige Ohren tropfen und Einnahme von Antibiotika. Bei Mastoiditis ist eine Operation notwendig. Geschädigte Gehörknöchelchen können durch Prothesen ersetzt werden. In vielen Fällen können sie das Hörvermögen verbessern.

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Kurzsichtigkeit (Myopie), weiter Entferntes wird unscharf

Kurzsichtige können in der Nähe bis zu fünf Metern scharf sehen, weiter Entferntes sehen sie verschwommen, es gibt zwei Arten von Kurzsichtigkeit

Bei Kurzsichtigen entsteht das Bild dessen, was sie in der Ferne betrachten, vor und nicht auf der Netzhaut. Selten ist der Grund dafür eine zu starke Krümmung von Hornhaut und Linse, meist ist der Augapfel aus ungeklärter Ursache zu lang.

Es gibt zwei Arten von Kurzsichtigkeit. Bei der Schulmyopie verstärkt sich die Kurzsichtigkeit in der Jugendzeit bis zum 25. Lebensjahr und bleibt unter -6 Dioptrien. Die zweite Art, die anlagebedingte degenerative Kurzsichtigkeit, tritt nur selten auf. Hierbei schreitet die Dehnung des Augapfels bis ins höhere Alter fort.

 

Kurzsichtigkeit (Myopie), weiter Entferntes wird unscharf

 

 

Risiko

Kurzsichtigkeit kann sich durch körperliche oder seelische Überbelastung, schlechte Beleuchtung und ungünstige Arbeitsbedingungen vorübergehend verstärken. Medikamente, wie Sulfonamide oder Acetazolamid, Prellungen und Blutzuckeranstieg können vorübergehend kurzsichtig machen. Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann Kurzsichtigkeit bleibend verschlechtern.

Die Alterstrübung der Linse verändert das Sehvermögen in Richtung Kurzsichtigkeit. Unter Umständen sehen Weitsichtige dann vorübergehend wieder scharf genug, um ohne Brille lesen zu können.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Kurzsichtige sehen häufig im Dunkeln schlecht („Nachtblindheit“), Sie sollten nächtliche Autofahrten meiden. Durch den langen Augapfel wird die Netzhaut sehr gedehnt. Dadurch treten im Bereich zwischen 6 und 8 Dioptrien Netzhautdefekte häufiger auf. Bei der anlagebedingten Kurzsichtigkeit können Netzhautablösung und – blutung zum Verlust des scharfen Sehens führen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird.

 

Vorbeugung

Vermeiden Sie Nachtarbeit und Arbeit in künstlich erleuchteten Räumen.

Immer sollte,

der Arbeitsplatz nach Bedarf ausgeleuchtet sein.

der Arbeitsabstand genau eingehalten werden: beim Lesen 35 bis 40 Zentimeter, bei Bildschirmarbeit 50 Zentimeter.

Vermeiden Sie Überanstrengung durch zu lange Feinarbeit. Sind die Augen müde, sollten Sie Pausen einlegen, bis Sie sich wieder entspannt fühlen.

Höhergradig Kurzsichtige sollten keine körperliche Schwerstarbeit verrichten, weil das zu Glaskörperblutungen führen könnte.

Da Kurzsichtige meist lichtempfindlich sind, sollten sie bei Sonnenschein Lichtschutzgläser tragen. Brillengläser für Innenräume sollten jedoch nur wenig getönt sein.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie die Lider zusammenkneifen müssen, um in der Ferne scharf zu sehen. Kurzsichtige Kinder merken selbst lange nichts von der Sehschwäche.

Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen helfen eine Netzhautveränderung frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung sollte unbedingt eine Biomikroskopie der Netz- und Aderhaut umfassen. Diese Untersuchung ist nicht allgemein üblich.

 

Selbsthilfe

Bis etwa 0,75 Dioptrien Kurzsichtigkeit empfinden viele Menschen das unscharfe Sehen in der Ferne nicht als störend und tragen keine Brille. Für Teilnehmer am Straßenverkehr ist optimales Sehen jedoch Pflicht – zur eigenen Sicherheit und der der anderen. Entspannung von Körper und Seele entlastet auch die Augen und kann Kurzsichtigkeit mildern. Besonders eignen sich dazu Atemübungen.

 

Behandlung

Eine Brille mit konkav geschliffenen Gläsern korrigiert die Kurzsichtigkeit. Durch sie erscheint alles kleiner, der Raum tiefer, der Boden näher. Beim Blick durch die Randbereiche der Brille werden aus geraden Linien gebogene – je stärker die Kurzsichtigkeit ist, um so mehr. Das Gehirn korrigiert dieses verzerrte Bild allmählich durch Erfahrung. Steigt man jedoch auf
eine größere oder stärkere Brille oder auf Kontaktlinsen um, muss sich das Gehirn erst umstellen. Es kann einige Tage dauern, bis die Beschwerden – ein verbogenes Bild, Kopfweh, Schwindel – wieder vergehen.

Bei Kontaktlinsen gibt es keine Verzerrungen im Randbereich des Bildes. Verordnen Ärztin oder Arzt in Österreich Kontaktlinsen in der Hoffnung, damit eine fortschreitende Kurzsichtigkeit aufzuhalten, übernehmen die Krankenkassen bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr die Kosten. Sonst werden sie ab 7 Dioptrien, in Deutschland ab -8 Dioptrien von den Krankenkassen bezahlt.

 

Kurzsichtigkeit

Normalsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen auf der Netzhaut zusammen. Das Bild ist scharf.

 

 

 

 

 

 

 

Kurzsichtigkeit2

Kurzsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen vor der Netzhaut zusammen. Das Bild ist unscharf.

 

 

 

 

 

 

 

Kurzsichtigkeit

Weitsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen hinter der Netzhaut zusammen. Das Bild ist unscharf.

 

 

 

 

 

 

 

Operationen

 

Radiäre Keratotomie

Das sternförmige Einschneiden der Hornhaut kann bei Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptien etwa 90 Prozent der Operierten ein nahezu normales Sehvermögen bringen. Allerdings schwankt die Sehschärfe, es gibt Probleme durch Narben, die Personen werden sehr lichtempfindlich.

 

Operation mit Excimer-Laser

Der Laser trägt im Zentrum der Hornhaut eine dünne Schicht ab. Dies ist nur bei mäßiger Kurzsichtigkeit erfolgreich, bringt nach der Operation starke Schmerzen und für Monate oder sogar auf Dauer Schleiersehen und verminderte Sehschärfe mit sich.

 

„Lebende Kontaktlinse“ (Epikeratophakie):

Eine aus einer Spenderhornhaut beschliffene „Linse“ wird auf die eigene Hornhaut aufgesetzt und vernäht. Damit können hochgradige Kurzsichtigkeit, Linsenlosigkeit und die extreme Vorwölbung der Hornhaut (Keratokonus) erfolgreich und mit geringen Komplikationen behandelt werden. In Deutschland und Österreich wird diese Operation nur in wenigen Krankenhäusern durchgeführt. Ob das Lasik-Verfahren, bei dem eine Hornhautschicht abgehoben, die darunterliegende Hornhautebene mit Laser abgetragen und der Hornhautdeckel wieder aufgelegt wird, guten Langzeiterfolg sichert, ist noch nicht bekannt. Das Verfahren ist wissenschaftlich noch nicht anerkannt.

Für Eingriffe am gesunden Auge mit dem ausschließlichen Ziel, Brille oder Kontaktlinse loszuwerden, tragen die Kassen die Kosten nicht. Wer eine solche Operation privat bezahlen möchte, muss mit hohen Kosten rechnen. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.

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Schielen, Verborgenes Schielen und Dauerhaftes Schielen

Schielen (Strabismus) ist kein Schönheitsfehler, sondern eine folgenreiche Störung, es gibt verschiedene Formen des Schielens

Auch wenn die Augen nur wenig von der Parallelstellung abweichen, ist das beidäugige Sehen gestört. Etwa vier Prozent der Erwachsenen leiden an Schielfehlstellungen. Vielfach hätte eine frühzeitige Behandlung das verhindern können.

Im Kindesalter ist Schielen der häufigste Sehfehler. Er sollte so bald wie möglich behandelt werden.

 

Schielen, Verborgenes Schielen und Dauerhaftes Schielen

 

Es gibt verschiedene Formen des Schielens:

Die Augen können von der parallelen Stellung nach außen oder nach innen abweichen. Selten stehen die Augen in der Höhe verschieden.

Der Schielwinkel kann immer gleich bleiben. Dabei kann entweder immer ein Auge den Blick führen oder beide dies abwechselnd tun.

Ein Auge kann aus der Normalstellung nur gelegentlich abweichen, das andere führt den Blick.

 

Verborgenes Schielen (Latenter Strabismus, Heterophorie)

 

Beschwerden

Die Augen weichen gelegentlich von der Normalstellung ab, ohne dass man dies bemerkt. Nur wenn man ein Auge abdeckt, kann man sehen, daß es von der Parallelstellung abweicht.

Das kann zu sogenannten asthenopischen Beschwerden führen:

Augenbrennen, rasche Ermüdung beim Lesen, Probleme beim Fixieren, Empfindlichkeit gegen Blendung, Sehen von Doppelbildern, Lidrandentzündung und Kopfschmerzen.

 

Ursachen

Die Augenmuskeln arbeiten nicht synchron. Deshalb „rasten“ die Augen nicht immer zur regelrechten Zusammenarbeit „ein“. Ein Auge weicht etwas (meist nach außen) von der Blickrichtung ab. Das tritt bereits in der Kindheit auf.

 

Risiko

Bei Ermüdung, Erkrankung oder unter Alkoholeinfluß kann verborgenes Schielen sichtbar werden.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Aus dem verborgenen Schielen kann sich dauerhaftes Schielen entwickeln.

 

Vorbeugung

Meiden Sie Alkohol und Überbelastung.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald das Schielen bemerkt wird. Da Eltern und Ärzte das verborgene Schielen oft nicht wichtig nehmen oder übersehen, sollten Augenärzte bei jeder Kontrolluntersuchung das Kind daraufhin untersuchen – insbesondere wenn es Leseschwierigkeiten gibt.

 

Selbsthilfe

Konvergenzübungen. Strecken Sie eine Hand aus, bewegen Sie den Zeigefinger in Richtung Augen, und fixieren Sie ihn möglichst lange. Wiederholen Sie das mehrmals, schließen Sie die Augen, und entspannen Sie sich.

 

Behandlung

Schieltraining kann verborgenes Schielen bei Kindern heilen. Nur wenn die orthoptischen Übungen nicht helfen, sollten Brillen mit Prismengläsern versucht werden. Eingeschliffene Gläser sind besser als aufgeklebte Rillenfolien. Diese Behandlung ist auch bei Erwachsenen möglich.

 

Dauerhaftes Schielen (Manifestes Schielen, Strabismus concomitans)

Gelegentliches Schielen wird bei Kindern oft nur bei seltenen Anlässen beobachtet, doch es ist eine Vorstufe des dauerhaften Schielens.

 

Beschwerden

Der Schönheitsfehler fallt auf. Man sieht nicht räumlich.

 

Ursachen

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  • Angeborene oder durch z. B. Masern, Keuchhusten oder Scharlach erworbene Fusionsschwäche
  • Weitsichtigkeit
  • Seiten ungleiche Brechungsfehler
  • Seelische Krisen
  • Tumoren, Unfalle mit Gehirnerschütterung
  • Augenmuskelschwäche oder -Lähmung
  • Ausfall oder Fehlsteuerung einer Sehbahn
  • Verletzung, einseitige Linsentrübung

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Risiko

Fehlsichtigkeit muss früh behandelt werden, damit sich dauerhaftes Schielen nicht als Folge einstellen kann.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Entweder bleibt das fixierende Auge für immer schwachsichtig, obwohl es keinen organischen Fehler hat, oder der Betroffene „steuert“ die Augen so, daß das rechte oder das linke Auge abwechselnd schauen (anormale Korrespondenz). Bei diesem abwechselnden Schielen bleibt die Sehkraft beider Augen erhalten.

In beiden Fällen ist das räumliche Sehen beeinträchtigt. Das Risiko, das gutsehende Auge bei einem Unfall zu verlieren, steigt auf das Dreifache.

 

Vorbeugung

Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald Schielen bemerkt wird. Bei der Augenuntersuchung der Kinder bis zum fünften Lebensjahr sollten die Eltern auf einer sogenannten Schattenprobe, der Atropin-Skiaskopie, bestehen. Dabei wird in beide Augen vier Tage hindurch zweimal täglich eine O,5 prozentige Atropinlösung getropft. Diese Vorbehandlung lähmt den Linsenmuskel und schaltet die Akkommodation aus. Nur so können Ärztin oder Arzt die Fehlsichtigkeit genau bestimmen und erkennen, daß ein Auge schwachsichtig zu werden droht.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung bei Kindern

Sie erfolgt am besten in der Sehschule, die es an jeder Augenklinik gibt. Erkundigen Sie sich, welches Krankenhaus einen guten Ruf für Schielbehandlung hat. Lassen Sie sich von Augenärztin oder Augenarzt die einzelnen Behandlungsschritte genau erklären. Es gilt, die Sehschwäche und das falsche Programmieren der Netzhaut abzubauen und die richtige Führung beider Augen für die Fern – und Naheinstellung zu erreichen.

Bei etwa jedem dritten schielenden Kind sind zwei oder drei Schieloperationen notwendig, häufig eine Nachbehandlung. Das bedeutet, dass Eltern, Kind und Ärzte gut zusammenarbeiten und viel Geduld aufbringen müssen. Meist lohnt sich die Mühe aber: Der „Schönheitsfehler“ geht zurück, und beiden Augen bleibt die Sehkraft erhalten. Räumliches Sehen kann allerdings nicht immer erreicht werden.

 

Brillen- und Okklusionsbehandlung

Ist frühe Weitsichtigkeit die Ursache des Schielens, muß sie mit einer Brille korrigiert werden. Dies ist bereits im ersten Lebensjahr möglich. Bis auf die Schlafenszeit muß das Kind die Brille immer tragen. Wird sie weggelassen, kann das den Behandlungserfolg zunichte machen.

Bei der anschließenden Okklusionsbehandlung wird abwechselnd eines der beiden Augen verdeckt, das führende Auge länger, das andere kürzer.

 

Dafür wird;

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  • entweder über der Augenhöhle ein Verband mit einem Heftpflaster angeklebt. Er ist luftdurchlässig.
  • oder ein Brillenglas verklebt. Dazu werden je nach Störung verschiedene Folien verwendet.
  • oder ein pupillenerweiterndes Mittel ins Auge getropft.

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Die Okklusionsbehandlung kann Monate und Jahre dauern. Die ärztlich festgesetzten Behandlungszeiten sollten unbedingt eingehalten werden.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die verbesserte Sehkraft neuerlich zum Schielen führt. Eine weitere Behandlung kann das beheben.

Das Schieltraining sollte möglichst von Spezialisten gemeinsam mit dem Kind durchgeführt werden. Heute gelten optomotorische Reizmethoden als bestes Schieltraining. Dabei wird das „gute“ Auge verklebt, das schwachsichtige dazu gebracht, den Bewegungen des „Muskeltrainers“ zu folgen. Schieltraining kann vor oder nach Operationen notwendig sein.

 

Schieloperation

Bei etwa jedem zweiten schielenden Kind muß eine Operation die Fehlstellung der äußeren Augenmuskeln korrigieren. Dabei wird ein Augenmuskel verkürzt oder der andere rückgelagert, so daß sie möglichst gerade stehen. Je nach Störung und Vorbehandlung kann eine solche Operation mehrmals notwendig sein.

Angeborenes Schielen, großer Schielwinkel, Schielen nach außen, Augenzittern und Schielen mit Zwangshaltung des Kopfes werden heute schon etwa ab dem zweiten Lebensjahr operiert. Sonst wartet man bis zum fünften Lebensjahr. Vorher muß einseitiges Schielen in Wechselschielen umgewandelt worden sein. Tritt das Schielen erst später auf, sollte möglichst rasch operiert werden.

 

Behandlung bei Erwachsenen

Eine Kontaktlinse verbessert das räumliche Sehen. Eine Schieloperation ist bei Erwachsenen meist eine rein kosmetische Maßnahme. Dabei besteht das Risiko, daß die Betroffenen nachher doppelt sehen und die Parallelstellung nicht erreicht wird. Die Chancen für gutes Gelingen können nur erfahrene Schieloperateure abschätzen. Wer zur Vorbehandlung Prismen getragen und in der Folge Doppelbilder gesehen hat, sollte auf die Operation verzichten: Die Erfolgschancen sind zu gering.

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Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Ursachen

Was mit einer allergischen Bindehautentzündung beginnt, kann sich später als Heuschnupfen oder Asthma fortsetzen, die Entzündung kann übergreifen

Die Bindehaut wird rot, schwillt an, juckt manchmal, schmerzt und produziert Absonderungen. Beim Aufwachen ist das Auge verklebt.

 

Ursachen

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  • Allergische Reaktion, zum Beispiel auf Pollen oder Augenkosmetika.
  • Belastung durch Reizgase (z. B. Ozon, Dämpfe aus Reinigungs – und Lösungsmitteln, Tabakrauch), vor allem in Kombination mit Kontaktlinsen.
  • Reizung durch Fremdkörper oder UV-Strahlen (auch im Solarium).
  • Infektion mit Bakterien: schleimig-eitrige Absonderung; meist sind beide Augen betroffen.
  • Chlamydien: Sie gelangen durch Schmierkontakt auf das Auge.
  • Viren: wäßrig-schleimige Absonderung. Die Viren befallen zuerst nur ein Auge, erst einige Tage später das zweite. Bei epidemischen Erkrankungen der gesamten Familie, Schulklasse usw. treten zusätzlich Kopfweh, Abgeschlagenheit und Drüsenschwellungen im Kieferbereich auf.

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Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Ursachen

 

Erkrankungsrisiko

Bindehautentzündung ist die häufigste Augenerkrankung. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Anwendung von Kosmetika; bei Besuchen in Schwimmbädern mit unzureichender Hygiene; beim Benutzen schmutziger Handtücher; beim Reiben des erkrankten Auges mit verunreinigten Fingern; bei Solarium- oder Sonnenbädern ohne Schutzbrille.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Entzündung kann auf Horn – und Lederhaut übergreifen.

Was mit einer allergischen Bindehautentzündung beginnt, kann sich später als Heuschnupfen oder Asthma fortsetzen.

 

Vorbeugung

Vermeiden Sie die obengenannten Gefahren.

Wenn die Beschwerden nicht nach drei Tagen von selbst vergehen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Wegen der Gefahr weiterer Infektionen sollten Sie keine „Augenbäder“ oder Teespülungen machen und stets nur Ihr eigenes Handtuch verwenden.

 

Behandlung

Die Ursache muss augenärztlich abgeklärt werden. Allergischen Bindehautentzündungen kann man mit Cromoglidnhaltigen Augentropfen begegnen, die möglichst frühzeitig angewendet werden müssen.

Bakterielle Bindehautentzündungen können mit antibiotikahaltigen Augentropfen und Salben behandelt werden. Sie sollten nur nach augenärztlicher Anweisung angewendet werden. Die wahllose Anwendung von Antibiotika führt immer häufiger zu Pilzerkrankungen am Auge.

Kortisone sollten prinzipiell nicht angewendet werden, solange die Ursache der Bindehautentzündung nicht feststeht. Wenn Herpes-simplex-Viren beteiligt sind, könnte die Hornhaut sonst schweren Schaden nehmen.

Virus bedingte Bindehautentzündung (ausgenommen die durch Herpes-simplex-Viren bedingte) heilt nach einigen Wochen von selbst. Bei dieser Art von Entzündung kann manchmal die Anwendung von Kortisonen für wenige Tage sinnvoll sein. Damit versucht man, das Übergreifen auf die Hornhaut zu verhindern. Eine Behandlung mit Virusmitteln kann ebenfalls versucht werden.

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Weitsichtigkeit (Hyperopie), Nahes sieht man unscharf

Weitsichtigkeit, weit Entferntes sieht man scharf, Nahes unscharf, das Bild entsteht nicht exakt auf der Netzhaut, sondern dahinter

Meistens ist der Augapfel schon bei der Geburt zu kurz. Das Bild entsteht nicht exakt auf der Netzhaut, sondern dahinter. Je nach „Bauplan“ wächst der Augapfel beim Heranwachsen noch in die Länge.

Etwa 55 Prozent der Bevölkerung sind weitsichtig. Aber – sie sind dadurch nicht alle so beeinträchtigt, daß sie eine Brille tragen müssen.

 

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Junge Augen können Weitsichtigkeit ausgleichen. Diese Anstrengung des Linsenmuskels führt rasch zu Ermüdung, Kopfschmerzen, Augenschmerzen und zeitweiligem Einwärtsschielen. Gleicht eine passende Brille dieses nicht rechtzeitig aus, kann das Schielen bestehenbleiben.  In der Folge kann ein Auge an Sehkraft einbüßen. Weitsichtige entwickeln im höheren Alter häufig ein Glaukom.

 

Vorbeugung

Frühzeitige augenärztliche Untersuchung und bei Bedarf Brille oder Kontaktlinse.

 

Wann sollten sie zum Arzt gehen ?

Sobald die obengenannten Beschwerden oder Einwärtsschielen auftreten. Für Kinder ist es wichtig, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen, die augenärztliche Kontrollen vorsehen.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Augenärzte müssen rechtzeitig eine Brille mit konvexen Gläsern anmessen. Sie läßt alles größer und näher erscheinen, den Raum aber flacher. Kontaktlinsenkönnen Weitsichtigkeit korrigieren, beeinflussen aber die Entwicklung der Fehlsichtigkeit nicht. In Deutschland zahlen die Krankenkassen Kontaktlinsen ab +8 Dioptrien, in Österreich ab +6 Dioptrien.

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Fehlsichtigkeit, Alterssichtigkeit der Augen

Fehlsichtigkeit ist keine Krankheit, Abweichungen bis drei Dioptrien sind eine biologische Variante des Normalen, Alterssichtigkeit trifft alle Menschen

Weitsichtigkeit ist weiter verbreitet als Kurzsichtigkeit; Alterssichtigkeit trifft alle Menschen im fünften Lebensjahrzehnt. Ab diesem Alter treten auch Augenerkrankungen häufiger auf. Deshalb ist es sinnvoll, vom vierzigsten Lebensjahr an die Augen alle ein bis zwei Jahre augenärztlich auf Fehlsichtigkeit kontrollieren zu lassen.

Jeder zehnte Erwachsene kann nicht räumlich sehen, weil er die Sehkraft eines Auges weitgehend verloren hat.

Grund ist eine Störung, die sich im Vorschulalter entwickelt, aber nicht rechtzeitig erkannt und behandelt worden ist. Vermeidbar wäre das, wenn Eltern mit ihren Kindern die Früherkennungsuntersuchungen wahrnähmen, zu denen auch augenärztliche Kontrollen gehören.

 

Fehlsichtigkeit, Alterssichtigkeit der Augen

 

Hinweise auf Fehlsichtigkeit

Das Kind klagt über Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit beim Schauen in der Nähe; es schielt einwärts, blinzelt und kneift häufig die Augen zu; es stellt den Kopf beim Sehen schräg, stolpert häufig, stößt an, greift daneben, reibt sich die Augen, trifft mit dem Bleistift eine Linie nicht.

 

Nicht alle Menschen sehen scharf

Das Auge liefert scharfe Bilder, wenn das Verhältnis zwischen seiner Brechkraft und der Achsenlänge ausgewogen ist.

Die Brechkraft ist die Fähigkeit des „optischen Systems“ Auge, einfallende Lichtstrahlen zu bündeln. Sie wird in Dioptrien gemessen.

Eine Dioptrie entspricht der Brechkraft einer Linse, die das Licht einen Meter hinter ihr bündelt. Das Auge kann seine Brechkraft der Entfernung anpassen (Akkommodation): Rückt der fixierte Gegenstand näher, so verengt sich die Pupille, die Linse wölbt sich. Bei schwachem Licht und größerer Entfernung wird die Pupille weiter und die Linse schlaffer.

Stimmt der Abstand von der Hornhautmitte zur Netzhautmitte (Achsenlänge) nicht mit der Brechkraft überein, so fällt der gebündelte Lichtstrahl nicht genau auf die Netzhaut. Vereinigen sich parallel einfallende Lichtstrahlen schon vor der Netzhaut, sieht man weiter entfernte
Gegenstände nur verschwommen: Man ist kurzsichtig. Trifft der gebündelte Strahl hinter der Netzhaut zusammen, spricht man von Weitsichtigkeit.

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Augenbelastungen, müde Augen, trockene Augen

Augenbelastungen, Selbsthilfe bei müden Augen, Selbsthilfe bei trockenen Augen,  Fremdkörper im Auge, oder Bluterguss (blaues Auge)

Augenbelastungen, die Augen sind immer auf Höchstleistung eingestellt, ohne Schaden zu nehmen. Bei Streß und Übermüdung jedoch nimmt die Sehleistung vorübergehend ab.

Gutes Sehen setzt ausreichende Beleuchtung voraus, vor allem bei Feinarbeit und Lesen: Fehlenden Kontrast versucht das Auge durch verstärkte Anpassung (Akkommodation) auszugleichen.

Mit der Zeit können dann die Augen schmerzen. Mit dem Alter steigt der Bedarf nach Licht. Gleichgültig, welche Arbeit jemand tut – am günstigsten ist es, wenn das Licht von hinten in Blickrichtung einfällt und nicht flimmert.

Beim Fernsehen oder bei Computerarbeit sollte der Raum so beleuchtet sein, daß sich das Licht nicht im Bildschirm spiegelt und die Augen nicht blendet.

 

Augenbelastungen

 

Augenbelastungen, Selbsthilfe bei müden Augen

Lassen Sie die Augen regelmäßig überprüfen und Fehlsichtigkeitten korrigieren.

Entspannung hilft müden, brennenden Augen, die schlecht sehen: Legen Sie sich eine Viertelstunde hin, und bedecken Sie die geschlossenen Augen mit den hohlen Händen oder einer warmen Kompresse.

Brillenträgerlnnen entspannt es, wenn sie die Brille beim Lesen absetzen (nicht bei Alterssichtigkeit).

Fixieren Sie einige Minuten einen weit entfernten Punkt.

Massieren Sie mit den Fingerkuppen sanft Stirn, Wangen, Schläfen und Brauenbogen, mit Druck die Nasenwurzel.

 

Augenbelastungen, Selbsthilfe bei trockenen Augen

Überheizte Räume, Tabakrauch, Parfüm und Aerosole bewirken Augenjucken, Augenbrennen und Augenschmerzen, Ozon aus Laserdruckern und Kopierern und der des „Sommersmogs“ dünnen den Tränenfilm der Augen aus. Autogebläse und Klimaanlagen verteilen überdies Staub und Bakterien im Raum. All das trocknet den Tränenfilm aus, der die Augen umspült.

 

  • Stellen Sie – wenn möglich – den Luftstrom ab.
  • Sorgen Sie für Luftfeuchtigkeit, indem Sie in der Heizperiode feuchte Tücher aufhängen. Verwenden Sie keinen elektrischen Luftbefeuchter !
  • Legen Sie Arbeitspausen ein, und blinzeln Sie öfter mit den Lidern.
  • „Künstliche Tränen“ verringern die Beschwerden. Enthalten sie Konservierungsmittel, können sie bei langer Anwendung jedoch das Auge ebenfalls reizen.
  • Keine Spülungen mit Tees. Sie können neuerlich reizen und Infektionen nach sich ziehen.
  • Keine „Weißmacher“ (gefäßverengende Mittel) verwenden; sie trocknen das Auge weiter aus und verstärken die Beschwerden.

 

 

Selbsthilfe bei einem Fremdkörper im Auge

Staubkörner und kleine Fremdkörper werden meist durch die Tränen aus dem Auge hinausgespült. Das kann man unterstützen, indem man sauberes Wasser über das Auge
laufen läßt und den Fremdkörper mit einem Tuch zum inneren Augenwinkel hin wischt. Gelingt dies nicht und schmerzt das Auge nachhaltig, ist wahrscheinlich die Hornhaut verletzt: Sie sollten Augenärztin oder Augenarzt aufsuchen.

 

Selbsthilfe bei einem „blauen Auge“

Ein blaues Auge kann mit kalten Kompressen besänftigt werden. Die Einnahme von Vitamin C und Papaya-Frucht beschleunigt die Heilung des Blutergusses. Gehen die Schmerzen nicht bald zurück, sollten Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Prellungen können das Augeninnere schwer schädigen.

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Augen, Nase, Ohren

Nase, Augen und Ohren, die verschiedenen Krankheiten

Erkrankungen: Augen

Die Erkrankungen der Augen sind entsprechend der Komplexität sehr vielfältig. Erkrankungen der Augenlider, der Augendrüsen, des Tränenorgans, der Bindehaut und des inneren Auges können auftreten. In der Regel sind es bakterielle Entzündungsprozesse die sich vollziehen. Pupillenveränderungen oder Störungen sind ebenfalls möglich. Bei einer Netzhautablösung kommt es zur Ablösung von Netzhaut oder Netzhautanteilen durch Eindringen von Glaskörperflüssigkeit mit Verlust der Sehfähigkeit.

Ohren

 

 

Sehnervenentzündungen können durch Infektionskrankheiten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Verletzungen aber auch bei Multipler Sklerose entstehen.

Der Graue Star , auch Katarakt, besteht in einer Trübung der Augenlinse. Die Pupille ist dabei grau. Er tritt meist beidseitig auf, jedoch das eine Auge stärker als das andere betroffen. Die Sehkraft ist beeinträchtigt, bis hin zum Schattensehen. Auch die Erblindung ist möglich.

Durch hohen Augeninnendruck kommt es zur Schädigung Sehnervs und zum Gesichtsfeldausfall. Diese Erkrankung wird als Glaukom oder Grüner Star bezeichnet. Die Seheinschränkung kann bis zur Erblindung führen. Auch Durchblutungsstörungen im Bereich der Sehnerven können Ursache dafür sein.

Bei Abflusstörungen des Augenwassers kann es zum Glaukomanfall kommen der mit starken Schmerzen verbunden ist und als Notfall mit ärztlicher Hilfe behandelt werden muss.

Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit sind in der Form des Augapfels oder in der Linsenkrümmung begründet und kann durch eine Brille korrigiert werden. Der Brennpunkt der Linse liegt dabei entweder vor oder hinter der Netzhaut.
Die Altersweitsichtigkeit ist begründet im altersbedingten Verlust der Elastizität der Linse, auch hier ist die Korrektur gut möglich.

Zum Schielen kommt es, wenn von der Sehachse abgewichen wird, die Ursache liegt hier in der Augenmuskulatur. Diese Arten der Fehlsichtigkeit sind leicht durch die Gesetze der Optik nachvollziehbar.

 

Klassische Therapie

Die Gabe von Antibiotika gibt in der Regel bei Entzündungen eine gute Hilfe. Fehlstellungen des Auges sind auch durch Operationen ausgleichbar. Der Einsatz von Lasern ist seit vielen Jahren ein anerkanntes Vorgehen.

 

Alternative Therapie

Homöopathie, sowie ein Training der Augenmuskulatur beispielsweise durch Augenyoga hilft Altersweitsichtigkeit vorzubeugen aber auch Muskelschwächen auszugleichen.

 

Erkrankungen: Ohren

Am äußeren Ohr sind es vor allem mechanische oder physikalische Einwirkungen, die Verletzungen bewirken auch Entzündungen sind möglich.

Die Mittelohrentzündung ist sicher die häufigste Erkrankung der Ohren. Diese akute Entzündung der Schleimhaut der Paukenhöhle durch Bakterien oder Viren wird durch Entzündung in Nachbarschaft der Ohren, Verlegung der Ohrtrompete durch Katarrh, aufsteigende Infektion durch eustachsche Röhre oder durch einen Schnupfen kommt es zu dieser Entzündung. Auch ein Defekt des Trommelfelles kann Ursache sein.

Symptome sind unter anderem stechende Schmerzen, Klopfen in den Ohren, Fieber, Kopfschmerzen und Schwerhörigkeit.

Die Menie´rsche Krankheit betrifft das Gleichgewichtsorgan im Innenohr wobei sich dort zu viel Lymphflüssigkeit befindet und die Orientierung im Raum erschwert.

Das Krankheitsbild ist mit immer anfallartig auftretenden sehr starken Dreh – und Schwankschwindelanfälle mit Übelkeit und Erbrechen. Ohrengeräusche und Schwerhörigkeit von mittleren und tiefen Tönen begleiten den Schwindelanfall, welcher Minuten bis Stunden dauern kann.

Tinnitus oder Ohrengeräusche ist eine häufig auftretende Erscheinung unserer Zeit. Die Unterteilung kann in objektiven also nachweisbaren und subjektiven Tinitus erfolgen, wobei die subjektive Ausprägung überwiegt.

Ursache können beispielsweise Erkrankungen des Mittelohres, ein Hörsturz, Lärmeinwirkung, Arteriosklerose oder auch Probleme an der Halswirbelsäule sein. Auch Lärmeinwirkungen, Stress und psychische Einflüsse können Tinitus hervorrufen.

Der Hörsturz ist eine plötzliche, einseitige oder beidseitige Schwerhörigkeit oder gar Ertaubung, welche oft in Verbindung mit Ohrgeräuschen auftritt. Ursache sind Durchblutungsstörungen durch verschiedenste Ursachen.

Das Lärmtrauma tritt in chronischer und akuter Form auf. Durch Lärmeinwirkung werden ab einem gewissen Schalldruck die in der Schnecke befindlichen Haarzellen zerstört. Ab einem Schalldruckpegel von 85 dB je nach Dauer der Einwirkung, Qualität des Lärms, Höhe der Schalldruckspitzen u. individueller Lärmempfindlichkeit treten irreversible Schäden im Innenohr auf.

Bei kurzzeitigen Lärmeinwirkungen beispielsweise einem Knall oder einer Explosion kann es zu reversiblen aber auch irreversiblen also bleibenden Schäden im Gehör kommen.

Innenohrschwerhörigkeit nach kurzem stechender Ohrschmerz kann auf ein Lärmtrauma hinweisen – die Verbindung zu Tinnitus ist gegeben.

Altersschwerhörigkeit: Alterungsprozess, der sich in der Schnecke des Innenohres zeigt und mit Hörverschlechterung auf beiden Seiten v.a. bei hohen Tönen verbunden ist, Nebengeräusche verbunden mit einem verschlechterten Sprachverständnis sind die entsprechenden Symptome. Tinnitus ist ein häufiger Begleiter.

Altersschwerhörigkeit tritt häufig nach dem 55. Lebensjahr ein. Durchblutungsstörungen spielen in diesem Krankheitsgeschehen eine große Rolle.

 

Erkrankungen: Nase

Schnupfen ist eine meist durch Rhinovieren hervorgerufene Entzündung der Nasenschleimhaut, die oft von Bakterien überlagert wird. Chronischer Schnupfen entsteht oft berufsbedingt. Allergische Schnupfen aber auch eine Austrocknung der Nase ist möglich.

 

Klassische Therapie

Eine Reihe von Medikamenten werden in den Apotheken angeboten und verordnet. Die Fernsehwerbung gibt hier ein gutes Spektrum wieder, wobei auch stärkere Medikamente verschreibungspflichtig angeboten werden.

Alternative Methoden

Präventiv sind Kneippsche Anwendungen zu empfehlen. Je nach Stadium des Schnupfens ist Homöopathie eine gute Hilfe, beispielsweise Alium Cepa (Zwiebel) oder Pulsatilla helfen gut. Akupunktur oder Neuraltherapie helfen ebenfalls. Nasenspülungen oder Inhalieren ist auch zu empfehlen.

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Augen, Nase, Ohren

Nase, Augen und Ohren, Aufgaben und Funktionsweise

Hören, riechen, sehen sind die wichtigsten Informationen für alle höheren Lebewesen um sich zu orientieren und zu kommunizieren. Ist eine Funktion defizitär, oder fällt ganz aus, versucht der Körper dies durch Verbesserung der verbleibenden Systeme auszugleichen. Hochspezialisierte Systemkomponenten liefern wichtige Informationen, die dann im Hirn ausgewertet und adäquat vom ganzen Lebewesen beantwortet werden oder ganz einfach ignoriert werden.


Augen


Augen

Der Augapfel liegt in Augenhöhle und hat ca. 24 mm Durchmesser Diese Höhle wird vom knöchernen Schädel gebildet und ist ausgekleidet mit Fettgewebe als Schutz. Der Augapfel wird bewegt durch 6 äußere Augenmuskeln welche die Augen ausrichten. Vor dem Augapfel befinden sich Ober- und Unterlid mit Wimpern als Schutz vor Licht, Schmutz, und Verletzungen.

Drüsen unterstützen die Funktionen der Augen. Die Bindehaut, die Kunjunktiva kleidet die Lider von innen aus, bedeckt den vorderen sichtbaren weißen Abschnitt der sogenannten Lederhaut. Weitere Häute sind die Hornhaut, die Aderhaut.

Der Tränenapparat produziert die Tränenflüssigkeit, eine klare, leicht salzig schmeckende Flüssigkeit mit geringem Eiweißgehalt und antibakteriell wirkenden Anteilen. Die Augenlinse, die der Regulation der Sehschärfe dient, ist über den Ziliarkörper mit den Augenstrukturen verbunden. Die Regenbogenhaut oder Iris dient dem Auge als Blende wie beim Fotoapparat.

Die sich im inneren Auge befindende Netzhaut ermöglicht uns das Sehen und leitet die gewonnenen Bilder an das Hirn weiter. Die Sinneszellen heißen Stäbchen und Zäpfchen, sie wandeln Licht in Nervenimpulse um. Die Stelle des schärfsten Sehens wird gelber Fleck genannte – der blinde Fleck ist die Stelle in der Netzhaut, wo kein Sehen möglich ist. Das Innere des Auges ist mit einer Flüssigkeit gefüllt und wird als Glaskörper bezeichnet.

 

Ohr

Das Äußeres Ohr ist aus zwei Teilen, der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang zusammengesetzt. Die Ohrmuschel besteht aus elastischem Knorpel, nur das Ohrläppchen ist frei von Knorpel. Die Form der Ohrmuschel verursacht eine Verstärkung der Frequenzen zwischen 2-4 kHz und hilft beim Richtungshören.

Der äußere Gehörgang ist leicht s-förmig gekrümmt und ist 3.5 cm lang sowie 5-10 mm weit.

Das Mittelohr besteht aus Trommelfell und Paukenhöhle mit Ohrknöchelchen.

Das Trommelfell ist eine Membran mit dem Durchmesser 1 cm und 0,1 mm Dicke.

Die anschließende Paukenhöhle ist ein spaltförmiger Raum in dem sich die Ohrknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel befinden. Der Hammer ist mit dem Trommelfell verwachsen. Der Steigbügel endet am ovalen Fenster.

Diese Knöchelchenkette vergrößert Vibrationen des Trommelfells bei auftretendem Schalldruck mechanisch. Dadurch entsteht eine Verstärkung um das 22 fache. Diese mechanische Übertragung der Trommelfellschwingungen wird von Muskeln reguliert.

Die Ohrtrompete stellt eine Verbindung zum oberen Rachenraum dar und öffnet sich beim Schlucken, ist sonst geschlossen. Dadurch kommt es zu Luftaustausch und Druckausgleich. Schlucken und Gähnen ist oft die Lösung kleinerer Probleme im Ohr.

Die Warzenfortsatzzellen haben die Aufgabe die Knochenschallleitung zu unterstützen.

Das Innenohr besteht aus dem Labyrinth mit Bogengängen und Schnecke und wird als Cochlea bezeichnet. Es dient als Hörorgan und Gleichgewichtssystem.

Das Gleichgewichtsorgan besteht aus 3 Bogengängen mit Vorhof und Säckchen.

Das Hörorgan, die Schnecke, ist mit Flüssigkeit gefüllt. Ausgangspukt ist das ovalen Fenster. Der Hauptbereich des Hörens liegt beim Menschen bei einer Frequenz zwischen 1.000-4.000 Hz.

Die Schnecke besteht aus einer knöchernen Schnecke und einer häutigen Schnecke. In dieser häutigen Schnecken liegt das eigentliche Hörorgan – das Corti-Organ. Dieses besteht unten aus einer Basilarmembran mit feinen Härchen. Diese werden durch Schallwellen hin und her bewegt. Durch die Bewegung werden Nervenimpulse über den Hörnerv zum Hörzentrum geleitet.

Die Basilarmembran ist nahe des ovalen Fensters schmaler und an Spitze breiter. Je schmaler die Membran, desto höhere Töne werden wahrgenommen.

 

1  Äußeres Ohr

 

2  Mittelohr mit den Gehörknöchelchen

 

3  Innenohr

 

4  Ohrtrompete

 

Nase

Die Nase ist vor allem ein Bestandteil unseres Atmungssystems und in zweiter Linie unser Geruchsorgan. Sie besteht aus einem knöchernen Teil, sowie Knorpel.

Am Dach der Nasenhöhle unter Siebbeinplatte liegt die Riechschleimhaut mit Riechzellen das Riechzentrum.

Die Nasenhöhle ist innen mit Schleimhaut ausgekleidet, die aus mehrreihigem Flimmerepithel mit sogenannten Becherzellen besteht. Diese dienen der Schleimproduktion.

Die Flimmerhärchen bewegen sich und dienen der Vorreinigung, die Schleimhäute zur Anfeuchtung der Luft durch Schleim und zur Erwärmung. Die Riechschleimhaut realisiert die Prüfung und Kontrolle unserer Atemluft auf schädliche Stoffe. Die Nase mit ihren verschiedenen Nasenhöhlen ist Resonanzraum für die Stimme.