Blutarmut: Eisenmangel-Anämie, Ursachen und Beschwerden

Die wesentlichsten Ursachen, Beschwerden, Folgen, Komplikationen,  Vorbeugung und Behandlung für Blutarmut: Eisenmangel-Anämie

Eisen ist lebensnotwendig. Im Körper einer erwachsenen Frau befinden sich etwa 35 mg Eisen pro kg Körpergewicht, im Körper eines Mannes etwa 50 mg pro kg Körpergewicht. 60 bis 70 Prozent des im Körper enthaltenen Eisens ist im roten Blutfarbstoff gebunden, der Rest wird in der Leber, der Milz und im Knochenmark gespeichert.

 

Blutarmut: Eisenmangel-Anämie[adrotate banner=“10″]



Die wesentlichsten Ursachen für Eisenmangel sind

  • Schwerer Blutverlust, z. B. aufgrund von starken Regelblutungen, Gastritis, Geschwüren oder Krebs im Magen-Darm-Bereich, Hämorrhoiden, Bandwürmern. Medikamente wie Azetylsalizylsäure (z. B. Aspirin [D/Ö]), Rheumamittel wie Indometazin (z. B. Amuno [D), Indocin [Ö], Indomet ratiopharm [D]), Hochdruckmittel wie Reserpin (z. B. in Brinerdin [Ö], Briserin [D]), Sexualhormone, Krebsmittel und Kortison können Blutungen verursachen, die zu Eisenmangel-Anämie führen.
  • Eisenarme Ernährung kann besonders bei Kleinkindern ein Problem sein und bei Erwachsenen, die eine spezielle Diät einhalten müssen.
  • Der Magen-Darm- Trakt ist, z. B. nach einer Magenoperation, nicht in der Lage, Eisen aufzunehmen.

 

Beschwerden

Leichte Ermüdbarkeit, innere Unruhe, Blässe, trockene Haut, verstärkter Haarausfall, spröde, brüchige Fingernägel, Einrisse der Nasenschleimhaut.

 

Erkrankungsrisiko

In den Industrieländern haben etwa jedes dritte Kind und jede zehnte Frau Eisenmangel. Fraue in der Schwangerschaft haben einen erhöhten Eisenbedarf.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Eisenmangel-Anämie schwächt den Körper, ist normalerweise aber nicht lebensgefährlich.


Vorbeugung

Die übliche Nahrung deckt den Eisenbedarf. Eisen aus tierischer Nahrung kann der Körper etwa 10 – bis 20 mal besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlicher Nahrung. Gute „Eisenlieferanten“ sind Fisch und Fleisch. Vegetarierinnen müssen keinen Eisenmangel befürchten, wenn sie ausreichend Milchprodukte, grüne Blattgemüse und Vollkorngetreide essen.

 

Wenn Sie aufgrund der Beschwerden den Verdacht haben, daß Sie an Eisenmangel leiden, sollten Sie zum Arzt gehen. Selbsthilfe, ist bei bereits bestehendem Eisenmangel nicht möglich.

 

Behandlung

Bei unzureichender Eisenzufuhr braucht der Körper zunächst das gespeicherte Eisen auf. Erst wenn diese Reserve erschöpft ist und die Bildung des roten Blutfarbstoffs beeinträchtigt ist, spricht man von Anämie. Eisenmangel wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt.

Die Behandlung hat zwei Ziele:

  • Die Ursache des Eisenmangels beseitigen.
  • Den Eisenbestand auffüllen.

Bei Einnahme von Eisentabletten dauert es etwa zwei Monate, bis der Eisengehalt des Blutes wieder normal ist. Bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind, dauert es mindestens sechs Monate.

Eisenmangel behandelt man am besten mit Medikamenten, die zweiwertiges Eisen enthalten.  

 

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft weist darauf hin, daß Kombinationspräparate von Eisen mit Vitaminen und Metallen überflüssig und meist teuer  sind. Auch andere Zusätze sind nicht sinnvoll. Eisenmedikamente, die mit Verzögerung im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden (sogenannte Depotpräparate),  sind ebenfalls nicht zweckmäßig. Alle Eisenpräparate können gelegentlich Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung verursachen. Nehmen Sie die Medikamente entweder eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen mit
einem halben Glas Wasser ein. Schwarzer Stuhlgang ist bei Einnahme von Eisenpräparaten normal.

 

Blutgruppen

Blut ist nicht beliebig von Person zu Person austauschbar. Würde man einem Menschen wahllos das Blut eines anderen einspritzen, bestünde die Gefahr einer allergischen Reaktion. Blut enthält Stoffe (Antigene), die mit gegen sie gerichteten Stoffen (Antikörpen eines anderen Blutes reagieren können. Dadurch verklumpt das Blut (Agglutination). Um das zu verhindern, wird das Blut untersucht, ob und welche Antigene es enthält.

Man unterscheidet vier verschiedene Antigen-Eigenschaften, die allgemein als Blutgruppen bezeichnet werden: A, B, AB und 0. In Mitteleuropa haben etwa 45 Prozent der Menschen Blutgruppe A, knapp 40 Prozent Blutgruppe 0, etwa 10 Prozent Blutgruppe B und etwa 5 Prozent Blutgruppe AB. Blut der Gruppe 0 darf jeder Mensch, unabhängig von seiner Blutgruppe, erhalten. Menschen mit Blutgruppe AB vertragen Blut jeder anderen Spendergruppe. Heutzutage wird jedoch grundsätzlich nur gruppengleiches Blut übertragen.

Zusätzlich zu diesem AB0-Blutgruppensystem gibt es noch die sogenannten Rhesusfaktoren als weitere Antikörper im Blut. Man unterscheidet zwischen Rhesus-positivem und Rhesus-negativem Blut. Transfusionen dürfen nur mit Rhesus-gleichartigem Blut durchgeführt werden. Während der Schwangerschaft können ungleiche Rhesusfaktoren von Mutter und Kind Probleme bereiten

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