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Krampfadern, Behandlung, Ursachen und Vorbeugung

Vermutlich spielen bei der Bildung von Krampfadern (Varizen) Erbfaktoren eine Rolle, meistens sind sie vornehmlich ein kosmetisches Problem

Sichtbare, geschwollene, geschlängelte Venen, meist an den Beinen. Manchmal mit Schmerzen verbunden. Menschen mit Krampfadern haben oft schon nach kurzem Stehen oder nach dem Einkaufen geschwollene, müde Füße. Am Ende des Tages scheinen die Schuhe zu eng zu sein. Bei Frauen verstärken sich diese Beschwerden meist einige Tage vor der Menstruation.

Bei starken Krampfadern kann sich durch die eingeschränkte Blutzirkulation die Haut bräunlich verfärben, meist in der Nähe der Knöchel.

 

Krampfadern, Behandlung, Ursachen und Vorbeugung

 

Ursachen

Das Blut fließt nicht allein deshalb vom Körper zum Herzen zurück, weil das Herz pumpt. Das Blut in den Venen wird auch dadurch zum Herzen zurückgepreßt, dass sich die Muskeln zusammenziehen. Damit das Blut dabei nicht in die falsche Richtung fließt, haben die Venen ventilartige Klappen. Wenn diese Klappen aus irgendeinem Grund nicht richtig funktionieren, wird ein Teil des Blutes, das zum Herzen fließen soll, in die Venen gepresst, die auf der Oberfläche der Muskeln liegen. Weil die Venen im Gegensatz zu den Arterien nur eine relativ dünne Muskelschicht haben, dehnen sie sich aus und schlängeln sich: Eine Krampfader ist entstanden.

 

Vermutlich spielen bei der Bildung von Krampfadern Erbfaktoren eine Rolle. Eine große Körperstatur, wenig körperliche Bewegung, Übergewicht, überwiegend stehende oder sitzende Arbeit und Ernährung mit wenig Ballaststoffen tragen wahrscheinlich zur Entstehung bei.

 

Erkrankungsrisiko

Es steigt mit zunehmendem Alter. Frauen sind von Krampfadern häufiger betroffen als Männer.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Meistens sind Krampfadern vornehmlich ein kosmetisches Problem: Die bläulich geschlängelten Linien entlang der Beine empfinden viele Menschen als unansehnlich. Bei ausgeprägten Krampfadern kann sich die Haut an den Beinen bräunlich verfärben. Ekzeme, Unterschenkelgeschwüre, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe der Beine (Ödeme) und Venenthrombosen sind möglich.

 

Vorbeugung

Das Risiko, Krampfadern zu bekommen, kann man möglicherweise durch folgende Maßnahmen verringern:

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  • Ballaststoffreiche Kost.
  • Normalgewicht einhalten.
  • Ausreichende Bewegung.
  • Längeres Stillstehen vermeiden.
  • So oft wie möglich die Füße hochlagern.

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Wenn Sie die Krampfadern entfernen lassen wollen oder wenn die Beschwerden unangenehm sind. Suchen Sie Ärztin oder Arzt auf und sobald es aus Krampfadern oder Unterschenkelgeschwüren blutet.

 

Selbsthilfe

Zusätzlich zu den unter Vorbeugung genannten Maßnahmen:

Tragen Sie jeden Tag und ganztägig elastische Strümpfe. Es müssen allerdings Zweizug-Kompressionsstrümpfe der Klasse II sein, wie es sie im Sanitätshaus gibt. Normale „Stützstrümpfe“ haben keine ausreichende Wirkung. Ziehen Sie die Strümpfe an, bevor Sie aus dem Bett steigen.

 

Krampfadern 1Gesunde Vene mit funktionierenden Venen klappen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krampfadern 2Krampfadern bei schadhaften Venen klappen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Behandlung

Die Beine mit Venenmitteln einzureiben oder »Venentonika einzunehmen, bessert die Krampfadern nicht.

 

Es gibt nur zwei sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten:

 

Verödung oder Herausziehen der Venen. In beiden Fällen sollten Sie nach dem Eingriff etwa drei bis sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe tragen und sich so viel wie möglich bewegen. Die Funktion der verödeten oder herausgezogenen Venen übernehmen die noch vorhandenen Venen. Auch nach der Operation können erneut Krampfadern entstehen.

 

Venen veröden (Sklerosierung)

Krampfadern werden vor allem dann verödet, wenn die kleinen Hautvenen (Spinnenvenen) oder neben den großen Hautvenen auch die Seitenäste erweitert sind. Zur Verödung ist kein Krankenhausaufenthalt notwendig. Frauen sollten wegen der Gefahr von Thrombosen mindestens sechs Wochen vor dem Eingriff keine Pille einnehmen.

 

Zur Verödung wird in die leere Vene ein Mittel eingespritzt, das eine Venenentzündung erzeugt. Dann wird das Bein bandagiert. Dadurch werden die Venen zusammengedrückt und verkleben. Die Bandagen müssen Sie etwa drei Wochen tragen. Wichtig ist, dass Sie in dieser Zeit Ihre normalen Aktivitäten fortsetzen und viel zu Fuß gehen. Sollen an bei den Beinen Krampfadern verödet werden, geschieht dies an verschiedenen Tagen.

 

Risiken: Wenn Arzt oder Ärztin versehentlich neben die Vene spritzen, können schmerzhafte Entzündungen der Unterhaut und Geschwüre entstehen. In manchen Fällen kann sich die Haut vorübergehend bräunlich verfärben. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen. Durchschnittlich endet eine von 10 000 Verödungen tödlich.

 

Operation (Strippen)

Wenn beide großen Venen des Beins zu Krampfadern geworden sind, ist ihre operative Entfernung die sicherste Behandlung. Dazu ist ein Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche notwendig.

 

Zunächst werden Ärztin oder Arzt mit Ultraschall oder einer Röntgenuntersuchung (Phlebografie) kontrollieren, ob die tiefen Beinvenen durchgängig sind. Dazu spritzen sie ein Kontrastmittel in die Vene am Fußrücken.

 

Haben die vorausgegangenen Untersuchungen die Durchgängigkeit bestätigt, machen Ärztin oder Arzt unter Vollnarkose kleine Einschnitte am Fußknöchel, an der Kniekehle und in der Leistenbeuge. Dann ziehen sie die Venen heraus.

 

Ein Druckverband verhindert nach der Operation stärkere Blutungen. Damit sich keine Blutgerinnsel bilden, sollten Sie möglichst noch am Operationstag aufstehen und umhergehen.

 

Risiken: Bei etwa zwanzig von hundert Operierten werden die Hautnerven im Bereich der Knöchel verletzt. Dann kann die betroffene Stelle gefühllos werden. Starke Blutungen, Infektionen, Verletzungen von Schlagadern oder tiefen Oberschenkelvenen kommen selten vor.

 

Im Durchschnitt tritt bei einer von 5000 Operationen ein tödlicher Zwischenfall auf.

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Tiefe Venenentzündung (Tiefe Venenthrombose)

Eine Tiefe Venenentzündung tritt vor allem nach schweren Verletzungen und großen Operationen auf, jeder dritte Patient über 40 ist davon betroffen

Wade oder Schenkel schwellen an und schmerzen, die Haut ist bläulich oder rötlich verfärbt. Die entzündete Vene kann man nicht sehen und meist nicht tasten. Manchmal spürt man bei Druck auf die Rückseite des Unterschenkels einen harten Strang in der Tiefe. In den tiefen Beinvenen sind Blutpfropfen (Thromben) entstanden. Das blockiert den Rückfluss des Blutes.

 

Tiefe Venenentzündung (Tiefe Venenthrombose)

 

Erkrankungsrisiko

Etwa 90 Prozent aller Venenthrombosen betreffen Beine und Becken, etwa vier Prozent Arme und Schultern. Der Rest verteilt sich auf den übrigen Körper.

Tiefe Venenthrombosen treten vor allem nach schweren Verletzungen und großen Operationen auf. Jeder dritte Patient, der älter ist als 40 Jahre und sich einer großen Operation unterzieht, ist davon betroffen.

Auch längere Reisen in Bus, Auto oder Flugzeug können durch mangelnde Bewegung tiefe Venenentzündungen verursachen.

Folgende Faktoren erhöhen ebenfalls das Risiko, dass Thrombosen entstehen:

Krebserkrankungen und Diabetes, Herzschwäche, Übergewicht, Krampfadern, Schwangerschaft, Herzinfarkt, Querschnittlähmung, Rauchen. Auch ein Gipsverband der Beine erhöht das Risiko. Es gibt außerdem eine angeborene Gerinnungsstörung (AT Ill-Mangel), die vermehrt zu Thrombosen führt.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ein Blutpfropf aus einer Unterschenkelvene wird mit dem Blutstrom in immer größeren Venen – zunächst in die Beckenvene, dann in die untere Hohlvene – zum Herzen geschwemmt. Das Herz pumpt das Blut in die Lungenschlagader. Weil sich vom Herzen weg die Schlagadern immer weiter verengen, bleibt der Blutpfropfen irgendwo in einer Arterie stecken und verstopft das Gefäß. Das damit versorgte Lungengewebe ist plötzlich von der Blutzufuhr abgeschnitten. Es ist eine Lungenembolie entstanden. Diese lebensgefährliche Erkrankung ist das größte Risiko beim Auftreten von tiefen Venenthrombosen.

 

Vorbeugung

Wegen der Gefahr von lebensbedrohlichen Lungenembolien ist die Vorbeugung besonders wichtig:

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  • Frauen über 35 sollten – vor allem, wenn sie rauchen – andere Verhütungsmethoden als die Pille verwenden.
  • Hören Sie auf zu rauchen.
  • Wer längere Zeit bettlägerig ist, sollte immer wieder die Beinmuskeln anspannen und die Knöchel und Zehen bewegen, um die Blutzirkulation anzuregen.
  • Bei akuter Thrombosegefahr, zum Beispiel nach Operationen oder für die Dauer eines Gipsverbandes, wird das gerinnungshemmende Medikament Heparin gespritzt. Dieses zu spritzen, können Patient oder Patientin auch selbst erlernen.
  • Dauert die Behandlung länger, verordnet die Ärztin oder der Arzt sogenannte Cumarinderivate zum Schlucken. Sie wirken erst nach ein bis zwei Tagen.

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Sobald die beschriebenen Beschwerden auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Tiefe Venenentzündung 1

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Eine akute tiefe Venenthrombose muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Dort werden die Beine hochgelagert, und die Behandlung mit dem Medikament Heparin beginnt.

Bereits vorhandene Blutpfropfen versucht man, mit Arzneimitteln wie Urokinase und Streptokinase aufzulösen.

Ist das betroffene Bein abgeschwollen, müssen Kompressionsstrümpfe getragen werden, um Schmerzen, Hautverfärbungen, erneute Beinschwellungen und Geschwüre zu vermeiden.

In manchen Fällen muss der Thrombus operativ entfernt werden.

Um zu verhindern, dass sich die Thrombose wiederholt, muss man meist mehrere Monate lang gerinnungshemmende Mittel schlucken.

Während dieser Zeit müssen regelmäßige Bestimmungen der Gerinnungsfähigkeit des Blutes dafür sorgen, dass die Kranken nicht durch unerwünschte Blutungen gefährdet
werden.

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Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis)

Eine Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis) ist meist ungefährlich, Venen entzünden sich meist durch Infektionen oder Verletzungen

Spannungsschmerzen in den Muskeln der Unterschenkel; geschwollene Beine; in schweren Fällen Rötungen, Juckreiz und eine harte, schnurartige Schwellung im Bereich der betroffenen Vene; manchmal leichtes Fieber. Im Bereich von Krampfadern entwickelt sich eine Venenentzündung besonders leicht.

 

Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis)

 

Ursachen

Venen entzünden sich meist durch Infektionen oder Verletzungen. Die Entzündung stört den Blutfluß durch die Vene. Als Folge können Blutklumpen (Thromben) entstehen und sich an den Wänden der entzündeten Venen festsetzen. Mediziner nennen dies Thrombophlebitis.

 

Das Erkrankungsrisiko steigt

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  • Bei Krampfadern.
  • Durch Verletzung von Venen durch Injektionen, Infusionen oder Katheter.
  • Bei einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes, die zum Beispiel durch die Pille oder bestimmte Krebsarten verursacht werden kann.
  • Durch Blutstauungen nach der Geburt, nach Operationen oder bei langer Bettlägrigkeit bei chronischen Erkrankungen.

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Mögliche Folgen und Komplikationen

Eine Oberflächliche Venenentzündung ist meist ungefährlich.

 

Vorbeugung

[unordered_list style=’arrow‘]

  • Normalgewicht halten.
  • Ausreichende Bewegung.
  • So oft wie möglich die Füße hochlagern.
  • Ballaststoffreiche Kost.
  • Bei langen Autofahrten viele Pausen machen, bei Flug – oder Bahnreisen immer wieder aufstehen und herumgehen. Viel trinken, damit sich das Blut nicht verdickt.

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Sobald Sie die beschriebenen Beschwerden haben, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Wer von Fachpersonal angepasste Kompressionsstrümpfe hat, sollte sie anziehen und viel herumgehen. Falsch angelegte Bandagen können jedoch mehr schaden als nutzen. Die Schmerzen können Sie mit Azetylsalizylsäure sinnvoll lindern.

Schmerzende Stellen nicht massieren, außer Arzt oder Ärztin hätten es Ihnen ausdrücklich angeraten. Massieren kann dazu führen, dass sich ein Blutpfropfen (Thrombus) löst und eine Embolie verursacht.

 

Behandlung

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  • Kompressionsverband.
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten. Bei sachgerechter Behandlung verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Wochen.

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Kreislauf, Lunge, Herz

Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich, die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung

Niedriger Blutdruck ist nicht immer spürbar, wenn er keine Beschwerden macht, ist er fast ein Glücksfall, da Menschen mit niedrigem Blutdruck eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung haben.

Die häufigsten Beschwerden sind Schwindel und Kollaps Neigung morgens beim Aufstehen oder Herzrasen und Herzstolpern. Allgemeine Hinweise auf zu niedrigen Blutdruck können sein: Schweißausbrüche, Kältegefühl. Wetterfühligkeit, Schlafstörungen, morgendliche Antriebsschwäche, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Neigung zu Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen.

Bei Kindern kann sich zu niedriger Blutdruck in Appetitlosigkeit beim Frühstück, Bauch – oder Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit äußern.

 

Niedriger Blutdruck, (Hypotonie) nicht immer spürbar

 

Ursachen

Die Störungen kommen durch eine schlechte Blutverteilung im Körper zustande. Im venösen Bereich, also den Gefäßen, die das Blut zum Herzen zurückleiten, befindet sich etwa 85 Prozent des gesamten Blutes. Bei Menschen mit zu niedrigem Blutdruck sackt ein Großteil des Blutes in die Venen der Beine ab, und kurzfristig fließt zu wenig Blut zum Herzen zurück.

 

Mögliche Ursachen für niedrigen Blutdruck:

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  • Er kann konstitutionell bedingt sein: Große, schlanke Menschen haben leicht niedrigen Blutdruck.
  • Psychische Belastungen, die mit Erschöpfung und Resignation verbunden sind, können den Blutdruck absenken.
  • Blut- und/oder Flüssigkeitsverlust (durch Erbrechen, innere Blutungen, Durchfall).
  • Verschiedene Herz- und Kreislauferkrankungen.
  • Längere Bettlägerigkeit.
  • Infektionskrankheiten.
  • Neurologische Erkrankungen.
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. harntreibende Mittel, Medikamente gegen Bluthochdruck, Angina pectoris, Psychosen und Depressionen).

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Erkrankungsrisiko

Etwa 2,5 Millionen Bundesbürger haben zu niedrigen Blutdruck. Im angelsächsischen Sprachraum wird Hypotonie als German disease, als „deutsche Krankheit“, bezeichnet. Dort misst man diesen Beschwerden keinen Krankheitswert zu wie bei uns.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Niedriger Blutdruck kann zwar unangenehm sein, ist jedoch fast immer ungefährlich. Allerdings kann der Schwindel Stürze begünstigen, die besonders bei älteren Menschen schwere Verletzungen nach sich ziehen können.

Bei Schwangeren kann niedriger Blutdruck das Geburtsgewicht des Kindes vermindern.

 

Vorbeugung

 

Folgende Maßnahmen verbessern den Kreislauf:

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  • Ausreichender, erholsamer Schlaf
  • Wechselduschen (heiß/kalt)
  • Sportliche Betätigung
  • Morgens langsam den Tag beginnen

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Wenn Sie unter den Beschwerden sehr leiden und Selbsthilfemaßnahmen nichts nutzen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfiehlt als wichtigste therapeutische Maßnahme ein intensives Trainingsprogramm: Wassertreten, Kneippgüsse, Wechsel duschen, Atemgymnastik und regelmäßige sportliche Betätigung. Schwimmen ist eine der besten Sportarten für den Kreislauf.

 

Sinnvoll sind außerdem folgende Maßnahmen:

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  • Nehmen Sie sich morgens Zeit beim Aufstehen.
  • Eine Tasse Kaffee oder Schwarztee ist ein bewährtes Mittel, um den Blutdruck zu heben.
  • Machen Sie nach dem Essen einen Spaziergang.
  • Trinken Sie etwa 6 bis 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag.

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Behandlung

Ärztin oder Arzt sollten zunächst nach der Ursache der Beschwerden suchen und eventuell andere Krankheiten (Infektionskrankheiten, Herzerkrankungen usw.) behandeln.

Nur wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, sind zusätzlich Medikamente gegen niedrigen Blutdruck für kurze Zeit sinnvoll. Sie können die anderen Maßnahmen keinesfalls ersetzen. Unter Umständen können sie den Zustand sogar verschlechtern.

Vor der Verordnung von Medikamenten sollten Ärztin oder Arzt klären, um welche Art von niedrigem Blutdruck es sich handelt. Hierzu dient der Schellong-Test: Nach einer Zeit des Liegens muss man aufstehen und bekommt Puls und Blutdruck während des ruhigen Stehens gemessen.

 

Je nachdem Ergebnis sind folgende Medikamente sinnvoll:

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  • Wenn der obere und der untere Blutdruckwert abfällt und das Herz nicht schneller schlägt, werden sogenannte Sympathomimetika verwendet. Diese Mittel verengen die Blutgefäße in Armen und Beinen.
  • Wenn der obere Blutdruckwert abfällt, gleichzeitig der untere ansteigt und außerdem das Herz schneller schlägt, ist der Wirkstoff Dihydroergotamin sinnvoll. Dieses Mittel erhöht die Spannkraft der Venen, wird jedoch erst nach einigen Tagen wirksam.
  • In bestimmten Fällen kann eine Kombination Etilefrin und DHE sinnvoll sein.

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Die deutsche Transparenz-Kommission beurteilt andere Wirkstoffe als „ohne erkennbaren Nutzen“. Dazu gehören Vitamine, Adenosin, Nikotinsäure, Aminopikolin, Sparteinsulfat, Weißdorn (Crategus), Melisse und Salizylsäure.

Hinweis: Mittel gegen niedrigen Blutdruck sollten Sie nicht länger als einige Wochen einnehmen.

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Schwangerschaft, Kinder

Geburt, Phasen der Geburt und Geburtsvorbereitung

Der Beginn der Geburt kündigt sich meist durch ziehende Schmerzen im Rücken an, diese ersten Anzeichen können wieder aufhören

Am besten fangen Sie im siebten Monat Ihrer Schwangerschaft mit einer gezielten Geburtsvorbereitung an. Der Aufwand lohnt sich. Zahlreiche Studien belegen, dass es bei gut vorbereiteten Frauen seltener zu Frühgeburten und Schwangerschaftshochdruck kommt, dass die Geburt sich verkürzt, weniger Schmerzmittel gebraucht werden und geburtshilfliche Operationen weniger häufig sind. Welche Methode der Vorbereitung Sie wählen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie sich gut begleitet fühlen und das Angebot Ihren Bedürfnissen entspricht.

 

Geburt, Phasen der Geburt und Geburtsvorbereitung

 

Was eine Geburtsvorbereitungsgruppe bieten soll:

  • Gespräche über Fragen, Ängste, Sorgen, mögliche geburtshilfliche Eingriffe, veränderte Lebensumstände, gesunde Ernährung usw.
  • Gymnastik zur Lockerung Ihres Körpers, damit er für die Anstrengungen der Geburt gut trainiert ist.
  • Entspannungsmethoden und Atemtechniken. Auch hier ist es nicht wichtig, dass Sie sich an eine bestimmte Technik halten. Finden Sie heraus, womit Sie sich wohlfühlen.

 

Die Geburt

Die Geburt Ihres Kindes ist ein Erlebnis, das Sie nach Ihren eigenen Wünschen gestalten sollten. Mit oder ohne Partner, technisch oder sanft, natürlich oder mit medizinischen Hilfsmitteln – Sie können weitgehend selbst entscheiden, wo und wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen möchten. Inzwischen gibt es in vielen Städten ein vielfältiges Angebot. Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig informieren und wissen, was Sie wollen. Es ist schwer, erst mit beginnenden Wehen seine Wünsche durchzusetzen.

 

Wahl des Orts

Der beste und damit auch der sicherste Ort, Ihr Kind zur Welt zu bringen, ist der Platz, an dem Sie sich am wohlsten fühlen. Ob das im Krankenhaus ist, ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis oder zu Hause, können nur Sie selbst (und eventuell Ihr Partner) entscheiden. Es gibt wenige Einschränkungen, die Ihnen keine freie Wahl lassen.

 

Geburt im Krankenhaus

Die meisten Kinder kommen im Krankenhaus zur Welt. Die Qualität der geburtshilflichen Abteilungen ist allerdings so unterschiedlich, daß es sich lohnt, einen Vergleich zu ziehen.

Haben Sie keine Hemmungen, genaue Fragen zu stellen. Es geht um Ihr Geburtserlebnis.

 

Ambulante Geburt

Wenn Sie mit Ihrem Baby möglichst schnell wieder nach Hause möchten, dann eignet sich für Sie eine Geburt in Krankenhäusern, privaten Entbindungsheimen oder Arzt-Praxen, die darauf eingestellt sind, Mutter und Kind wenige Stunden nach der Entbindung zu entlassen.

Manche Krankenhäuser erlauben den Frauen inzwischen, Ihre eigene Hebamme mitzubringen. Falls es in Ihrer Nähe keine Möglichkeit zu einer ambulanten Geburt gibt, können Sie immer noch – sofern es Ihnen und Ihrem Kind gut geht – das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen. In jedem Fall brauchen Sie eine Hebamme, die Sie zu Hause nachbetreut.

 

Hausgeburt

In den Niederlanden wird ein Drittel aller Kinder zu Hause geboren. Bei uns kommt nur eines von hundert Babys in der vertrauten Umgebung seiner neuen Familie zur Welt. Dabei ist eine gut vorbereitete Hausgeburt genauso sicher wie eine Entbindung im Krankenhaus, wenn Sie einige wichtige Punkte beachten:

  • Eine Hausgeburt eignet sich nur dann für Sie, wenn Sie vollkommen gesund sind und eine komplikationslose Geburt erwarten dürfen.
  • Sie müssen sich mit Ihrer Entscheidung wohl und sicher fühlen.
  • Sie brauchen eine gute Geburtsvorbereitung.
  • Die Hebamme ist Ihre Hauptbezugsperson während der Geburt. Finden Sie eine, der Sie vertrauen, und die Sie noch zehn Tage nach der Geburt betreut.
  • Der Transport ins nächste Krankenhaus darf nicht länger als 20 Minuten dauern.

 

Unterstützung bei der Geburt

Überlegen Sie sich gut, wen Sie bei Ihrem großen Ereignis dabeihaben wollen, wer Sie am besten unterstützen kann.

Die meisten Frauen schätzen es, wenn in ihrer „schweren Stunde“ der Partner dabei ist. Aber vielleicht gibt es keinen Partner, oder er fühlt sich der Situation nicht gewachsen. Dann ist es besonders wichtig, dass Sie sich mit der Frage des passenden Beistands auseinandersetzen.

Sie tun sich nichts Gutes, wenn Sie jemanden nur deshalb dazu bitten, weil Sie ihm damit einen Gefallen tun wollen. Schließlich geht es um Sie und Ihr Baby! Ideal ist es, wenn Sie Ärztin, Arzt und Hebamme schon vor der Geburt kennenlernen können. In großen Krankenhäusern mit wechselnden Diensten ist das allerdings meistens schwierig.


Phasen der Geburt

Eröffnungsphase

Der Beginn der Geburt kündigt sich meist durch ziehende Schmerzen im Rücken an. Diese ersten Anzeichen können wieder aufhören oder sich in unregelmäßigen Abständen über Stunden und Tage hinziehen.

Wenn die Geburt näher rückt, drücken die oberen und seitlichen Muskeln der Gebärmutter immer regelmäßiger auf das Baby und schieben es dadurch in Richtung Muttermund. Solange Ihre Wehen im Abstand von 10 bis 20 Minuten kommen, können Sie zu Hause bleiben, wenn
Sie sich wohl fühlen, Entspannung in der vertrauten Umgebung kann Ihre Eröffnungszeit verkürzen. Wie lange Ihr Baby braucht, um sich seinen Weg zu bahnen, ist nicht genau zu bestimmen.

Manchmal genügen sechs Stunden, beim ersten Kind kann es aber auch 16 Stunden dauern, bis der Muttermund zur Geburt bereit ist.

Falls Sie Ihr erstes Kind erwarten, fürchten Sie sich nicht, dass Sie zu spät ins Krankenhaus fahren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Sie bis zur Geburt noch mindestens drei bis vier Stunden Zeit haben.

 

Fahren Sie ins Krankenhaus oder verständigen Sie Ärztin, Arzt und/oder Hebamme, wenn

  • die Wehen regelmäßig alle fünf Minuten auftreten.
  • die Fruchtblase gesprungen ist (Blasensprung). Sie müssen sich rasch hinlegen (nicht mehr duschen oder einpacken) und, falls Sie keine Hausgeburt geplant haben, sich liegend ins Krankenhaus bringen lassen. Es könnte sonst passieren, dass die Nabelschnur beim Abfließen des Fruchtwassers in die Scheide gespült wird und die Atmung des Babys behindert wird. Wenn Ärztin oder Arzt durch eine Untersuchung festgestellt haben, dass die Nabelschnur nicht vorgefallen ist und der Kopf die Scheide abdichtet, dürfen Sie sofort wieder aufstehen.
  • Sie ungewöhnliche Schmerzen haben, die nicht wie Wehen in regelmäßigen Abständen kommen und wieder abklingen.
  • Blutungen auftreten, die nicht durch das Lösen des gallertartigen Schleimpfropfens, der die Gebärmutter bis zur Geburt verschließt, verursacht werden.

 

Übergangsphase

Der Muttermund ist jetzt vollständig eröffnet, die Wehen kommen in kurzen, oft unregelmäßigen Abständen und sind meistens sehr schmerzhaft. Wahrscheinlich spüren Sie schon einen heftigen Drang zu pressen, sollen ihm aber noch nicht nachgeben. Diese üblicherweise kurze Phase der Geburt wird von fast allen Frauen als unangenehm empfunden.


Die letzte Geburtsphase

Jetzt ist es Zeit, dass Sie Ihrem Baby durch Pressen ans Licht der Welt helfen. Jahrzehntelang wurden Frauen dazu angeleitet, tief Luft zu holen und mit großer Anstrengung das Kind herauszudrücken. Besser ist es meist, wenn Sie Ihren eigenen Rhythmus finden.

Es hat sich gezeigt, dass die meisten Frauen, die nicht gezwungen werden, einer bestimmten Technik zu folgen, kürzer pressen und längere Pausen machen, als üblicherweise vom Krankenhauspersonal angeordnet wird. In diesen Pausen können Sie sich erholen, und Ihr Baby wird besser mit Sauerstoff versorgt.

Die in vielen Krankenhäusern noch immer übliche Rückenlage der Frauen erschwert die Geburt. Einfacher und schonender sind Gebärhaltungen, bei denen der Druck des kindlichen Kopfes hilft, den Muttermund aufzudehnen.

Einige Zeit nach der Geburt wird mit der letzten Wehe der Mutterkuchen (Plazenta) geboren. Ob die Nachgeburt nach 15 Minuten oder nach einer Stunde kommt, ist nicht von Bedeutung, solange keine Gebärmutterblutung auftritt.

 

Abnabeln

In vielen Krankenhäusern ist es immer noch üblich, die Nabelschnur eines gesunden Babys sofort nach der Geburt zu durchtrennen. Es gibt keinen medizinischen Grund dafür. Im Gegenteil: Für das Baby ist es einfacher, sich an die Lebensbedingungen außerhalb des Mutterleibes anzupassen, wenn zum Schock der Geburt nicht fast gleichzeitig der Schock der Abnabelung hinzukommt.

Besonders wichtig wäre diese sanfte Behandlung für Kinder in schlechtem Zustand (zum Beispiel Frühgeborene). Das erfordert allerdings ein Umdenken in der Krankenhausroutine.

Derzeit werden fast überall kranke oder schwache Säuglinge sofort abgenabelt und zu den entsprechenden Notfalleinrichtungen gebracht. Besser wäre es, die Geräte zum nicht abgenabelten Säugling zu bringen. Wesentlich ist allerdings, dass das Neugeborene tiefer
als der Mutterkuchen gelagert wird, damit das Blut zu ihm fließen kann.

Nur bei ganz seltenen Bluterkrankungen und bei einer Rhesusunverträglichkeit von Mutter und Kind ist eine sofortige Abnabelung notwendig.

 

Die ersten Stunden nach der Geburt

Nehmen Sie sich Zeit für das Wunder. Ihr Baby ist da und braucht Ruhe und Geborgenheit. Nicht immer wird in Krankenhäusern darauf Rücksicht genommen. Oft werden Neugeborene nach kurzer Zeit gemessen, gewogen und untersucht. Dabei gibt es keinen Grund, ein gesundes Kind nach der Geburt von seiner Mutter (den Eltern) zu trennen. Alle Erst-Untersuchungen nach dem sogenannten „Apgar-Score“, die Aufschluss über Aussehen, Atmung, Herzfrequenz, Reflexe und Muskelaktivität geben, sind auch möglich, während das Neugeborene auf dem Bauch oder im Arm der Mutter liegt. Alle anderen Untersuchungen können nach ein paar Stunden gemacht werden.

Wehren Sie sich, wenn Ihr Kind sofort gewaschen und angezogen wird, weil es unterkühlen könnte. Sie sind der beste Wärmespender für das Baby. Alles, was Sie brauchen, ist eine Decke. Jetzt sollten Sie das Kind auch zum ersten Mal an die Brust legen. Es lernt sofort zu saugen.

Die Vormilch, die es dabei bekommt, ist besonders nahrhaft. Vielleicht möchte Ihr Partner das Baby baden, während Sie sich ausruhen.

Wählen Sie ein Krankenhaus, das den ersten Kontakt der neuen Familie respektiert.

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Augen, Nase, Ohren

Tinnitus, Geräusche im Ohr, Ursachen, Erkrankungsrisiko

Tinnitus ein Klingen, Pfeifen oder Zischen im Ohr – Geräusche, die andere Personen am selben Ort nicht vernehmen, diese Beschwerden können dauerhaft sein

 

Ursachen

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  • Schädigung durch Lärm oder Explosionen
  • Ohrschmalzpfropf
  • Fremdkörper im äußeren Gehörgang
  • Otosklerose
  • Trommelfellverletzung
  • Kopfverletzung
  • Kreislauferkrankung
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Stress
  • In seltenen Fällen Nebenwirkung von Medikamenten
  • Vergiftung durch Blei, Kohlenmonoxid, Quecksilber
  • Meniersche Erkrankung

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Tinnitus, Geräusche im Ohr, Ursachen, Erkrankungsrisiko

 

Erkrankungsrisiko

Etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland ständig an Ohrgeräuschen. Besonders häufig betroffen sind Lärmgeschädigte und Menschen, die stressbelastet sind.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand kaum möglich – außer man vermeidet generell Hörschäden.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Störung des Wohlbefindens, Schlafprobleme, Depressionen, Ängste, sozialer Rückzug. Tinnitus führt nicht zu Gehörlosigkeit.

Wenn die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit vergehen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Sind die Geräusche im Ohr nicht allzu stark, hilft es manchmal, leise Hintergrundmusik laufen zu lassen. Dazu eignen sich vor allem hochfrequente Streichkonzerte ohne Bässe. Es gibt auch speziell für Tinnitus komponierte Musik – etwa die Klangtherapie nach TOMATIS. Entspannungsübungen können die Beschwerden bessern.

 

Behandlung

Eine allgemeinmedizinische und eine spezielle Ohrenuntersuchung sind unbedingt notwendig, um mögliche Ursachen festzustellen. Bei den meisten Kranken, die an Tinnitus leiden, ist zwar keine Heilung, aber eine bedeutsame Linderung der Beschwerden möglich. Nur akut auftretender Tinnitus ist heilbar. Betroffene müssen in den ersten Stunden oder Tagen mit durchblutungsfördernden Medikamenten behandelt werden.

Haben Ärztin oder Arzt eine Krankheit als Ursache gefunden, muß diese behandelt werden. Medikamente, die als Ursache in Frage kommen, sollten abgesetzt werden. Hören die Ohrgeräusche trotzdem nicht auf, helfen Medikamente wie Betaserc, Sibelium, Vasomotal, Vertirosan.

Die gegen Tinnitus angebotenen Soft-Laserstrahl- oder Sauerstoff-Überdrucktherapien sind meist teuer, in der Wirkung jedoch fragwürdig. Sinnvoller sind psychologische Streßbewältigungsprogramme, wie sie etwa in der HNO-Abteilung an der Universitätsklinik Düsseldorf und an anderen Kliniken angeboten werden. Dabei lernen die Betroffenen in einem Bewältigungstraining mit Hilfe von Yoga, Musik und Gruppengesprächen, sich zu entspannen und besser mit dem »Mann im Ohr« umzugehen.

Falls sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, kann unter Umständen ein sogenannter Tinnitus-Masker helfen. Das ist ein kleiner Apparat, der ähnlich aussieht wie ein Hörgerät und ein Geräusch produziert, das die im Ohr befindlichen Geräusche überdeckt.

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Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media)

Chronische Mittelohrentzündung (Chronische Otitis media) und Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media), Beschwerden, Ursachen, Erkrankungsrisiko

Akute Mittelohrentzündung; Gefühl eines „vollen“ Ohres, gefolgt von pulsierenden Schmerzen, die nachts zunehmen können. Weitere Beschwerden sind Hörstörung und hohes Fieber, bei Kleinkindern manchmal verbunden mit Übelkeit und Erbrechen.

Sehr kleine Kinder können manchmal noch nicht angeben, dass ihnen das Ohr weh tut. Sie schreien dann sehr schrill.

Durch die Entzündung im Mittelohr entsteht Druck, durch den innerhalb von Tagen das Trommelfell einreißt und eitriges, manchmal auch blutiges Sekret aus dem Ohr fließt. Dadurch vermindern sich die Schmerzen augenblicklich. Das Fieber sinkt. In der Heilungsphase hört der Eiterfluss schließlich auf, das Trommelfell verheilt von selbst, und das Gehör normalisiert sich.

 

Akute Mittelohrentzündung (Akute Otitis media)

 

Ursachen

Infektion durch Bakterien, meist als Folge einer Virusinfektion der oberen Atemwege (Schnupfen, Erkältung, Masern).

 

Erkrankungsrisiko

Etwa dreieinhalb Millionen Mal im Jahr werden in Deutschland Ärztinnen oder Ärzte wegen akuter Mittelohrentzündung aufgesucht. Die Hälfte aller Kranken sind Kinder im Alter bis zu elf Jahren. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Personen mit Schnupfen, wiederkehrenden Adenoiden, Nasenpolypen, Nasen- und Halsentzündungen und nach Masern, Mumps und Scharlach.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei einer falschen oder verzögerten Behandlung kann die akute Mittelohrentzündung chronisch werden. Ein weiteres Risiko besteht, wenn sich die Infektion auf den Knochen hinter dem Ohr ausbreitet.In diesem Fall ist eine Operation notwendig, bei der der infizierte Knochen zum Großteil entfernt wird.

Eine schwere Komplikation der akuten Mittelohrentzündung ist eine Gehirnhautreizung.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt ?

Sobald wie möglich.

 

Selbsthilfe

Bettruhe, Wärmflasche oder ein in heißes Wasser getauchtes, ausgewrungenes Handtuch auf das Ohr legen, eventuell ein Schmerzmittel einnehmen. Eine Behandlung mit Ohrentropfen ist nicht sinnvoll.

 

Behandlung

Zur Behandlung der Infektion verordnet der Arzt oder die Ärztin in erster Linie Antibiotika zum Schlucken, außerdem Nasentropfen, Antihistaminika und Schmerzmittel.

Während der Heilungsphase muss das Mittelohr über die Tube gut belüftet werden. Dazu wird eventuell mit Hilfe eines Ballons Luft in ein Nasenloch geblasen, während das andere zugehalten wird. Gleichzeitig muß man „Kukkuck“ sagen. Dadurch wird das Gaumensegel angehoben, der Nasen-Rachen-Raum abgeschlossen und Luft in die Tuben gepresst.

Bei stechenden Schmerzen, die durch großen Druck im Mittelohr verursacht werden, muss ein kleiner Schnitt im Trommelfell angebracht werden. Dadurch kann der Eiter ablaufen. Bei Kindern wird dieser Eingriff im Krankenhaus unter Narkose vorgenommen. Das verletzte Trommelfell heilt in ein bis zwei Wochen von selbst.

 

Chronische Mittelohrentzündung (Chronische Otitis media)

 

Beschwerden

Es fließt ständig oder immer wieder eitriger Ausfluß aus dem Ohr, das Hörvermögen ist eingeschränkt. Häufig ist auch das Gefühl, Wasser und Geräusche im Ohr zu haben.

 

Ursachen

Chronische Infektion des Mittelohres mit Bakterien oder Viren.

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung:

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  • Verschleppte oder unsachgemäße Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung.
  • Angeborene Anfälligkeit der Mittelohrschleimhaut.
  • Angeborene oder erworbene Veränderungen im Mittelohr und in der Eustachischen Röhre.
  • Bakterien oder Viren, die schlecht zu bekämpfen sind.

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Erkrankungsrisiko

Chronische Mittelohrentzündungen treten am häufigsten bei Kindern im Alter von ein bis fünf Jahren und bei Erwachsenen ab 40 Jahren auf.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Hörstörungen durch ein Loch im Trommelfell oder Schäden der Gehörknöchelchenkette.

Das eingeschränkte Hörvermögen behindert Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung, so dass sie fälschlicherweise für „tollpatschig“ oder „dumm“ gehalten werden. Als schwere Komplikation von chronischen Mittelohrentzündungen kann sich eine Gehirnhautreizung entwickeln.

 

Vorbeugung

Sachgerechte Behandlung von akuten Mittelohrentzündungen. Sie sollten sobald wie möglich zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Halten Sie die Ohren trocken und sauber. Wischen Sie eitrigen- Ausfluß mit einem sauberen Tuch ab. Vermeiden Sie das Eindringen von Wasser in die Ohren.

 

Behandlung

Reinigung und Austrocknung des Ohres durch alkoholhaltige Ohren tropfen und Einnahme von Antibiotika. Bei Mastoiditis ist eine Operation notwendig. Geschädigte Gehörknöchelchen können durch Prothesen ersetzt werden. In vielen Fällen können sie das Hörvermögen verbessern.

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Schwangerschaft, Kinder

Geburtslage des Kindes, Schädellage, Beckenendlage

Ungefähr 94 Prozent der Babys werden mit dem Kopf zuerst geboren. Diese Geburtslage ist ideal für Mutter und Kind, weil der Kopf den Weg bahnen kann

In den ersten Monaten kann das Baby sich im Bauch noch frei bewegen. Doch dann wird es zunehmend enger in der Gebärmutter. Um die 32. Woche haben 90 Prozent der Kinder ihre endgültige Geburtslage eingenommen. Die restlichen zehn Prozent „überlegen“ sich noch bis zur 37. Woche, wie sie zur Welt kommen möchten, und einige verändern sogar noch kurz vor der Geburt ihre Lage oder werden mit verschiedenen Techniken dabei unterstützt.

 

Geburtslage des Kindes, Schädellage, Beckenendlage

 

Schädellage

Ungefähr 94 Prozent der Babys werden mit dem Kopf zuerst geboren. Diese Geburtslage ist ideal für Mutter und Kind, weil der Kopf den Weg bahnen kann und die Scheide sich leichter dehnt.

 

Beckenendlage (Steißlage)

Die Angst vieler Frauen (und Ärztinnen) vor der Steißlage ist unbegründet. Das Risiko für Mutter und Kind ist durch diese Geburtslage nur leicht erhöht. Der schmale Körper muß sich zuerst den Weg bahnen, die Geburt dauert meistens länger. Die häufig geübte Praxis, zur „Sicherheit“ einen Kaiserschnitt zu machen, ist falsch. Das Risiko für das Kind wird durch den Kaiserschnitt nur in genau definierten Fällen vermindert. Manchmal gelingt es auch, das Kind zu wenden. Machen Sie aber auf keinen Fall Versuche ohne Anleitung durch die Hebamme, Ärztin oder Arzt.

 

 

Geburtslagen

 

SchädellageSchädellage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GesichtslageGesichtslage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BeckenendlageBeckenendlage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „indische Brücke“

Bauch und Becken werden täglich zweimal zehn Minuten lang in etwa 25 bis 30 Zentimeter Höhe gelagert. Kopf und Beine sollen möglichst entspannt nach unten hängen. Die Bauchdecke wird dadurch straff gespannt. Eine unangenehme Haltung für Mutter und Kind. Angeblich ist das auch der Grund, warum sich einige Kinder umdrehen: sie finden diese Position zu unbequem.


Die „sanfte Wende“

Hierbei handelt es sich um eine neue Methode, das Kind zur Umkehr zu bewegen. Manchmal führen körperliche und seelische Anspannung zu Verspannungen, die so stark sind, daß das Kind sich nicht mehr drehen kann. Gespräche, Massagen und gezielte Übungen sollen das Gewebe lockern, damit sich das Baby drehen kann.


Die „äußere Wende“

Hier versuchen Ärztin oder Arzt mit beiden Händen von außen, das Kind zu drehen. Der Versuch kann riskant sein (z. B. wenn die Nabelschnur zu kurz ist) und muß mit großer Vorsicht von erfahrenen Geburtshelferinnen gemacht werden.


Querlage

Nur 0,5 Prozent aller Kinder liegen zum Geburtstermin in Querlage. Eine Geburt ist nur mit Kaiserschnitt möglich. Wie bei der Beckenendlage können auch hier Ärztin, Arzt oder Hebamme versuchen, das Kind zu drehen. In jedem Fall sollten Sie und Ihre Geburtshelfer respektieren, wenn Ihr Baby sich nicht wenden möchte.

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Augen, Nase, Ohren

Kurzsichtigkeit (Myopie), weiter Entferntes wird unscharf

Kurzsichtige können in der Nähe bis zu fünf Metern scharf sehen, weiter Entferntes sehen sie verschwommen, es gibt zwei Arten von Kurzsichtigkeit

Bei Kurzsichtigen entsteht das Bild dessen, was sie in der Ferne betrachten, vor und nicht auf der Netzhaut. Selten ist der Grund dafür eine zu starke Krümmung von Hornhaut und Linse, meist ist der Augapfel aus ungeklärter Ursache zu lang.

Es gibt zwei Arten von Kurzsichtigkeit. Bei der Schulmyopie verstärkt sich die Kurzsichtigkeit in der Jugendzeit bis zum 25. Lebensjahr und bleibt unter -6 Dioptrien. Die zweite Art, die anlagebedingte degenerative Kurzsichtigkeit, tritt nur selten auf. Hierbei schreitet die Dehnung des Augapfels bis ins höhere Alter fort.

 

Kurzsichtigkeit (Myopie), weiter Entferntes wird unscharf

 

 

Risiko

Kurzsichtigkeit kann sich durch körperliche oder seelische Überbelastung, schlechte Beleuchtung und ungünstige Arbeitsbedingungen vorübergehend verstärken. Medikamente, wie Sulfonamide oder Acetazolamid, Prellungen und Blutzuckeranstieg können vorübergehend kurzsichtig machen. Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann Kurzsichtigkeit bleibend verschlechtern.

Die Alterstrübung der Linse verändert das Sehvermögen in Richtung Kurzsichtigkeit. Unter Umständen sehen Weitsichtige dann vorübergehend wieder scharf genug, um ohne Brille lesen zu können.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Kurzsichtige sehen häufig im Dunkeln schlecht („Nachtblindheit“), Sie sollten nächtliche Autofahrten meiden. Durch den langen Augapfel wird die Netzhaut sehr gedehnt. Dadurch treten im Bereich zwischen 6 und 8 Dioptrien Netzhautdefekte häufiger auf. Bei der anlagebedingten Kurzsichtigkeit können Netzhautablösung und – blutung zum Verlust des scharfen Sehens führen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird.

 

Vorbeugung

Vermeiden Sie Nachtarbeit und Arbeit in künstlich erleuchteten Räumen.

Immer sollte,

der Arbeitsplatz nach Bedarf ausgeleuchtet sein.

der Arbeitsabstand genau eingehalten werden: beim Lesen 35 bis 40 Zentimeter, bei Bildschirmarbeit 50 Zentimeter.

Vermeiden Sie Überanstrengung durch zu lange Feinarbeit. Sind die Augen müde, sollten Sie Pausen einlegen, bis Sie sich wieder entspannt fühlen.

Höhergradig Kurzsichtige sollten keine körperliche Schwerstarbeit verrichten, weil das zu Glaskörperblutungen führen könnte.

Da Kurzsichtige meist lichtempfindlich sind, sollten sie bei Sonnenschein Lichtschutzgläser tragen. Brillengläser für Innenräume sollten jedoch nur wenig getönt sein.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie die Lider zusammenkneifen müssen, um in der Ferne scharf zu sehen. Kurzsichtige Kinder merken selbst lange nichts von der Sehschwäche.

Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen helfen eine Netzhautveränderung frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung sollte unbedingt eine Biomikroskopie der Netz- und Aderhaut umfassen. Diese Untersuchung ist nicht allgemein üblich.

 

Selbsthilfe

Bis etwa 0,75 Dioptrien Kurzsichtigkeit empfinden viele Menschen das unscharfe Sehen in der Ferne nicht als störend und tragen keine Brille. Für Teilnehmer am Straßenverkehr ist optimales Sehen jedoch Pflicht – zur eigenen Sicherheit und der der anderen. Entspannung von Körper und Seele entlastet auch die Augen und kann Kurzsichtigkeit mildern. Besonders eignen sich dazu Atemübungen.

 

Behandlung

Eine Brille mit konkav geschliffenen Gläsern korrigiert die Kurzsichtigkeit. Durch sie erscheint alles kleiner, der Raum tiefer, der Boden näher. Beim Blick durch die Randbereiche der Brille werden aus geraden Linien gebogene – je stärker die Kurzsichtigkeit ist, um so mehr. Das Gehirn korrigiert dieses verzerrte Bild allmählich durch Erfahrung. Steigt man jedoch auf
eine größere oder stärkere Brille oder auf Kontaktlinsen um, muss sich das Gehirn erst umstellen. Es kann einige Tage dauern, bis die Beschwerden – ein verbogenes Bild, Kopfweh, Schwindel – wieder vergehen.

Bei Kontaktlinsen gibt es keine Verzerrungen im Randbereich des Bildes. Verordnen Ärztin oder Arzt in Österreich Kontaktlinsen in der Hoffnung, damit eine fortschreitende Kurzsichtigkeit aufzuhalten, übernehmen die Krankenkassen bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr die Kosten. Sonst werden sie ab 7 Dioptrien, in Deutschland ab -8 Dioptrien von den Krankenkassen bezahlt.

 

Kurzsichtigkeit

Normalsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen auf der Netzhaut zusammen. Das Bild ist scharf.

 

 

 

 

 

 

 

Kurzsichtigkeit2

Kurzsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen vor der Netzhaut zusammen. Das Bild ist unscharf.

 

 

 

 

 

 

 

Kurzsichtigkeit

Weitsichtigkeit

Die Lichtstrahlen treffen hinter der Netzhaut zusammen. Das Bild ist unscharf.

 

 

 

 

 

 

 

Operationen

 

Radiäre Keratotomie

Das sternförmige Einschneiden der Hornhaut kann bei Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptien etwa 90 Prozent der Operierten ein nahezu normales Sehvermögen bringen. Allerdings schwankt die Sehschärfe, es gibt Probleme durch Narben, die Personen werden sehr lichtempfindlich.

 

Operation mit Excimer-Laser

Der Laser trägt im Zentrum der Hornhaut eine dünne Schicht ab. Dies ist nur bei mäßiger Kurzsichtigkeit erfolgreich, bringt nach der Operation starke Schmerzen und für Monate oder sogar auf Dauer Schleiersehen und verminderte Sehschärfe mit sich.

 

„Lebende Kontaktlinse“ (Epikeratophakie):

Eine aus einer Spenderhornhaut beschliffene „Linse“ wird auf die eigene Hornhaut aufgesetzt und vernäht. Damit können hochgradige Kurzsichtigkeit, Linsenlosigkeit und die extreme Vorwölbung der Hornhaut (Keratokonus) erfolgreich und mit geringen Komplikationen behandelt werden. In Deutschland und Österreich wird diese Operation nur in wenigen Krankenhäusern durchgeführt. Ob das Lasik-Verfahren, bei dem eine Hornhautschicht abgehoben, die darunterliegende Hornhautebene mit Laser abgetragen und der Hornhautdeckel wieder aufgelegt wird, guten Langzeiterfolg sichert, ist noch nicht bekannt. Das Verfahren ist wissenschaftlich noch nicht anerkannt.

Für Eingriffe am gesunden Auge mit dem ausschließlichen Ziel, Brille oder Kontaktlinse loszuwerden, tragen die Kassen die Kosten nicht. Wer eine solche Operation privat bezahlen möchte, muss mit hohen Kosten rechnen. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.

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Gesundheit Allgemein

Vergiftungen und Verätzungen

Allgemeine Merkmale bei Vergiftungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen im Bauch, Kopfschmerzen

Vergiftungen kommen im Haushalt und vor allem bei kleinen Kindern relativ häufig vor. Deshalb müssen laugen – oder säurehaltige Chemikalien, wie Reinigungsmittel, stets sicher außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Beachten Sie die Verbrauchshinweise auf den Packungen !

 

Vergiftungen

 

Vergiftungen

Allgemeine Merkmale einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen im Bauch, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewußtseinstrübung bis zur Bewußtlosigkeit, Atemstörung bis zum Stillstand, Schockanzeichen, beschleunigter oder verlangsamter Puls sowie Erregungszustände.

 

  • Die Atmung freihalten durch Seitenlage und Überstrecken des Kopfes.
  • Kreislauf – und Herztätigkeit durch flache Lagerung und Herzmassage erhalten.
  • Rettungsdienst rufen.
  • Nächstgelegene Informationszentrale für Vergiftungen kontaktieren. Sie informiert über die weiteren Sofortmaßnahmen.

 

Angaben für einen Giftnotruf:

  • Alter der vergifteten Person.
  • Art und Konzentration des Giftes oder Stoffes.
  • Eingenommene Menge.
  • Zeitpunkt der Einnahme.
  • Anzeichen der Vergiftung.
  • Bereits getroffene Maßnahmen.

 

Erbrechen nach Vergiftungen

  • Bei Vergiftungen durch Medikamente, Alkohol, Pilze oder Beeren kann man versuchen, den Vergifteten künstlich zum Erbrechen zu bringen.Das darf man allerdings nur dann, wenn er klar bei Bewußtsein ist.
  • Wenn Sie das Erbrechen künstlich herbeiführen wollen, lassen Sie die vergiftete Person etwa einen halben Liter warmes Wasser oder Saft trinken (niemals Salzwasser eingeben).
  • Reizen Sie die Rachenhinterwand mit dem Finger oder einem Löffelstil, bis sich die vergiftete Person erbricht.
  • Ein Kind mit dem Kopf nach unten quer über das Knie legen, dabei wird der Bauch zusammengedrückt.
  • Trinken- und Erbrechenlassen so lange wiederholen, bis das Erbrochene klar ist.
  • Bei Benzin – und Petrolvergiftungen sowie bei Säure – und Laugenvergiftungen darf kein Erbrechen herbeigeführt werden. Man darf der vergifteten Person nur allgemeine Hilfe leisten, wenn sie sich übergibt.

 

Verätzungen

Innere Verätzungen entstehen durch Schlucken, äußere durch Hautkontakt mit den Chemikalien. Die häufigsten Gefahrenquellen sind Reinigungsmittel. besonders Toilettenreiniger und Spülmittel für Geschirrspüler, sowie Schädlingsbekämpfungsmittel. Es gibt viele Stoffe und Flüssigkeiten, die gleichzeitig Verätzungen und Vergiftungen hervorrufen.

Beim Verschlucken können in der Speiseröhre tiefe Wunden entstehen, die sich infizieren und die Speiseröhre unter Umständen perforieren.

 

  • Äußerliche Verätzung: Sofort vorsichtig alle Kleidungsstücke entfernen und den verletzten Bereich unter fließendem Wasser spülen. Diese Dauerspülung soll so lange wie möglich dauern. Nehmen Sie das Gefäß des Vergiftungsmittels ins Krankenhaus mit.
  • Innerliche Verätzung: Viel Wasser trinken lassen. Nicht erbrechen lassen, das ätzt von neuem. Keine Milch trinken lassen.
  • Verätzungen der Augen: Bis zur ärztlichen Versorgung sollen die Augen mindestens 20 Minuten lang ständig mit Wasser gespült werden. Gießen Sie dazu aus etwa zehn Zentimeter Höhe bei zurückgeneigtem Kopf vorsichtig Wasser in das Auge hinein. Die Lider müssen auseinander gehalten werden.

 

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Schwangerschaft, Kinder

Überwachung der Geburt mit verschiedenen Methoden

Routinemaßnahmen während der Geburt und Überwachung der Geburt, mit elektronischer Überwachung oder dem althergebrachten Hörrohr, das wieder in Mode kommt

Das Wort „Überwachung“ sagt es schon: Ein „gefährlicher“ Vorgang soll kontrolliert werden. Viele Eingriffe, die Frauen bei ihrer Geburt erleiden müssen, sind Folgen dieser Überwachung, die immer wieder zu Maßnahmen verleitet, die entweder falsch oder zumindest nicht notwendig sind.

 

Überwachung der Geburt mit verschiedenen Methoden

 

Herzton-Wehen-Schreiber (Kardiotokograf. CTG)

Die elektronische Überwachung der kindlichen Herztöne wird in vielen Krankenhäusern an allen Frauen angewandt, obwohl sie nutzlos ist. Es gibt keinen Beweis dafür, dass die routinemäßige Anwendung einen positiven Einfluss auf das Geburtsergebnis hat. Dafür mehren sich bei elektronischer Dauerüberwachung Eingriffe wie Kaiserschnitt, Zangengeburt und Saugglocke, weil öfter „verdächtige Herztöne“ festgestellt werden. Aus diesem Grund sollte der Herzton-Wehen-Schreiber nur in sorgfältig ausgewählten Risikofällen angewandt werden.

 

Ultraschalldoppler

Bei einer „sanften Geburt“, die der Frau maximale Freiheit in ihren Bewegungen erlaubt und elektronische Dauerüberwachung durch optimale Betreuung ersetzt, verwenden Hebamme und Ärzte häufig ein tragbares Ultraschallgerät. das die Herztöne des Kindes hörbar macht.

 

Hörrohr (Stethoskop)

Das althergebrachte Hörrohr kommt wieder in Mode. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation zum Beispiel bei einer normalen Geburt statt elektronischer Dauerüberwachung das Abhören der kindlichen Herztöne mit Hilfe eines Holzstethoskops.

Anhand von 13 000 Geburten, bei denen die Hälfte der Frauen auf diese Weise und die andere Hälfte elektronisch überwacht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass es keinen Unterschied in der Qualität der Ergebnisse gab. Das Hörrohr hat den Vorteil, dass es keine Ultraschallwellen braucht, die sowohl beim Kardiotokografen als auch beim Ultraschalldoppler vorkommen.

 

Routinemaßnahmen während der Geburt

Nicht immer geht es bei der Geburt um das Wohl von Mutter und Kind, wenn Hebammen und/oder Ärzte Routinemaßnahmen vornehmen. Manches ist althergebracht, anderes dient der Bequemlichkeit und entbehrt der medizinischen Begründung.


Rasieren der Schamhaare

Immer noch werden in Krankenhäusern vor der Geburt die Schamhaare rasiert, obwohl diese Maßnahme medizinisch nicht zu rechtfertigen ist. Das Argument, dass beim Nähen einer Dammnaht Haare in die Wunde kommen, die eine Infektion hervorrufen können, ist längst widerlegt.


Einlauf

Mit einem Einlauf oder einem Abführzäpfchen werden viele Frauen auf die Geburt vorbereitet, obwohl auch das nicht notwendig ist. Stuhl, der bei der Geburtsarbeit abgeht, mag für die Helferinnen ein ästhetisches Problem sein, sicher ist es aber kein medizinisches oder hygienisches.

 

Essen und Trinken

Meist dürfen Frauen, sobald die Wehen begonnen haben, nichts mehr zu sich nehmen. Der Grund dafür ist die Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Narkose. Wenn man bedenkt, dass mindestens 90 Prozent aller Frauen keinen operativen Eingriff zu erwarten haben, dann ist diese Maßnahme als generelle Lösung nicht zu rechtfertigen.

Leicht verdauliche Speisen (Suppen, Weißbrot usw.) sind vor allem dann zu empfehlen, wenn die Geburt länger dauert, damit die Gebärende bei Kräften bleibt. In manchen Krankenhäusern wird den Frauen als Ersatz ein „Glukosetropf“ angehängt. Eine Infusion mit einer Zuckerlösung soll den Kalorienmangel ersetzen. Diese Maßnahme ist bei einer normalen Geburt abzulehnen. Der Tropf schränkt die Bewegungsfähigkeit ein und vermittelt das Gefühl, krank und abhängig zu sein.

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Blut, Immunsystem

Bluterkrankheit (Hämophilie) im Blut fehlt der Blutfaktor VIII

In etwa 75 Prozent der Fälle ist die Bluterkrankheit vererbt, die Anlage zur Bluterkrankheit können sowohl Frauen als auch Männer an ihre Kinder weitergeben

Die Beschwerden treten normalerweise schon in der Kindheit auf: Bereits das Krabbeln kann Blutergüsse an Knien und Ellenbogen verursachen, Schnittwunden und Verletzungen bluten sehr lange, Stürze können zu inneren Blutungen, angeschwollenen Gliedern und Schmerzen in Gelenken führen.

 

Bluterkrankheit (Hämophilie) im Blut fehlt der Blutfaktor VIII

 

Ursachen

Im Blut fehlt der sogenannte Blutfaktor VIII, der für die Blutgerinnung notwendig ist. In etwa 75 Prozent aller Fälle ist die Bluterkrankheit vererbt. Die Anlage zur Bluterkrankheit können sowohl Frauen als auch Männer an ihre Kinder weitergeben. Bluterkrank werden jedoch fast ausschließlich Männer.

 

Erkrankungsrisiko

Bluter in der Verwandtschaft können darauf hinweisen, daß auch andere das Gen in ihren Erbanlagen tragen. Frauen oder Männer, die solche Verwandte haben und sich Kinder wünschen, können sich bei einer genetischen Beratungsstelle darüber informieren, wie groß die Chance ist, ein gesundes Kind zu bekommen. Die Krankheit wird nicht mit Sicherheit auf das Kind übertragen. Ob das Kind Bluter sein wird, läßt sich im Frühstadium der Schwangerschaft feststellen.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Behandlungsmöglichkeiten haben die Gefahr von Lähmungen oder frühzeitigem Tod erheblich verringert. Größere Verletzungen können allerdings lebensgefährlich sein. Das Leben als Bluter ist durch die ständig drohende Gefahr und die fortwährende Abhängigkeit von ärztlicher Betreuung sowohl für die Betroffenen als auch ihre Familie eine große Belastung.

 

Vorbeugung

Bei Verletzungen kann eine rechtzeitige Injektion von Faktor-VIII-Präparaten verhindern, daß die Gelenke dauerhaft Schaden nehmen.

Sobald Sie den Verdacht haben, daß die Blutgerinnung Ihres Kindes gestört ist, sollten sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Gefährliche Sportarten meiden. Keine Medikamente einnehmen, die die Blutungsgefahrerhöhen (z. B. Mittel mit Azetylsalizylsäure wie Aspirin). Meist lernen die

Betroffenen, in welchen Situationen, wie und in welcher Menge sie sich die Faktor-VIII-Präparate selbst injizieren können.

 

Behandlung

Bei ernsthaften Blutungen müssen Arzt oder Ärztin so bald wie möglich ein Mittel mit Blutfaktor VIII infundieren. Je nachdem, wie stark die Blutung ist, kann es notwendig sein, diese Infusion in den nächsten fünf bis zehn Tagen mehrmals zu wiederholen.

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Augen, Nase, Ohren

Schielen, Verborgenes Schielen und Dauerhaftes Schielen

Schielen (Strabismus) ist kein Schönheitsfehler, sondern eine folgenreiche Störung, es gibt verschiedene Formen des Schielens

Auch wenn die Augen nur wenig von der Parallelstellung abweichen, ist das beidäugige Sehen gestört. Etwa vier Prozent der Erwachsenen leiden an Schielfehlstellungen. Vielfach hätte eine frühzeitige Behandlung das verhindern können.

Im Kindesalter ist Schielen der häufigste Sehfehler. Er sollte so bald wie möglich behandelt werden.

 

Schielen, Verborgenes Schielen und Dauerhaftes Schielen

 

Es gibt verschiedene Formen des Schielens:

Die Augen können von der parallelen Stellung nach außen oder nach innen abweichen. Selten stehen die Augen in der Höhe verschieden.

Der Schielwinkel kann immer gleich bleiben. Dabei kann entweder immer ein Auge den Blick führen oder beide dies abwechselnd tun.

Ein Auge kann aus der Normalstellung nur gelegentlich abweichen, das andere führt den Blick.

 

Verborgenes Schielen (Latenter Strabismus, Heterophorie)

 

Beschwerden

Die Augen weichen gelegentlich von der Normalstellung ab, ohne dass man dies bemerkt. Nur wenn man ein Auge abdeckt, kann man sehen, daß es von der Parallelstellung abweicht.

Das kann zu sogenannten asthenopischen Beschwerden führen:

Augenbrennen, rasche Ermüdung beim Lesen, Probleme beim Fixieren, Empfindlichkeit gegen Blendung, Sehen von Doppelbildern, Lidrandentzündung und Kopfschmerzen.

 

Ursachen

Die Augenmuskeln arbeiten nicht synchron. Deshalb „rasten“ die Augen nicht immer zur regelrechten Zusammenarbeit „ein“. Ein Auge weicht etwas (meist nach außen) von der Blickrichtung ab. Das tritt bereits in der Kindheit auf.

 

Risiko

Bei Ermüdung, Erkrankung oder unter Alkoholeinfluß kann verborgenes Schielen sichtbar werden.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Aus dem verborgenen Schielen kann sich dauerhaftes Schielen entwickeln.

 

Vorbeugung

Meiden Sie Alkohol und Überbelastung.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald das Schielen bemerkt wird. Da Eltern und Ärzte das verborgene Schielen oft nicht wichtig nehmen oder übersehen, sollten Augenärzte bei jeder Kontrolluntersuchung das Kind daraufhin untersuchen – insbesondere wenn es Leseschwierigkeiten gibt.

 

Selbsthilfe

Konvergenzübungen. Strecken Sie eine Hand aus, bewegen Sie den Zeigefinger in Richtung Augen, und fixieren Sie ihn möglichst lange. Wiederholen Sie das mehrmals, schließen Sie die Augen, und entspannen Sie sich.

 

Behandlung

Schieltraining kann verborgenes Schielen bei Kindern heilen. Nur wenn die orthoptischen Übungen nicht helfen, sollten Brillen mit Prismengläsern versucht werden. Eingeschliffene Gläser sind besser als aufgeklebte Rillenfolien. Diese Behandlung ist auch bei Erwachsenen möglich.

 

Dauerhaftes Schielen (Manifestes Schielen, Strabismus concomitans)

Gelegentliches Schielen wird bei Kindern oft nur bei seltenen Anlässen beobachtet, doch es ist eine Vorstufe des dauerhaften Schielens.

 

Beschwerden

Der Schönheitsfehler fallt auf. Man sieht nicht räumlich.

 

Ursachen

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  • Angeborene oder durch z. B. Masern, Keuchhusten oder Scharlach erworbene Fusionsschwäche
  • Weitsichtigkeit
  • Seiten ungleiche Brechungsfehler
  • Seelische Krisen
  • Tumoren, Unfalle mit Gehirnerschütterung
  • Augenmuskelschwäche oder -Lähmung
  • Ausfall oder Fehlsteuerung einer Sehbahn
  • Verletzung, einseitige Linsentrübung

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Risiko

Fehlsichtigkeit muss früh behandelt werden, damit sich dauerhaftes Schielen nicht als Folge einstellen kann.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Entweder bleibt das fixierende Auge für immer schwachsichtig, obwohl es keinen organischen Fehler hat, oder der Betroffene „steuert“ die Augen so, daß das rechte oder das linke Auge abwechselnd schauen (anormale Korrespondenz). Bei diesem abwechselnden Schielen bleibt die Sehkraft beider Augen erhalten.

In beiden Fällen ist das räumliche Sehen beeinträchtigt. Das Risiko, das gutsehende Auge bei einem Unfall zu verlieren, steigt auf das Dreifache.

 

Vorbeugung

Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald Schielen bemerkt wird. Bei der Augenuntersuchung der Kinder bis zum fünften Lebensjahr sollten die Eltern auf einer sogenannten Schattenprobe, der Atropin-Skiaskopie, bestehen. Dabei wird in beide Augen vier Tage hindurch zweimal täglich eine O,5 prozentige Atropinlösung getropft. Diese Vorbehandlung lähmt den Linsenmuskel und schaltet die Akkommodation aus. Nur so können Ärztin oder Arzt die Fehlsichtigkeit genau bestimmen und erkennen, daß ein Auge schwachsichtig zu werden droht.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung bei Kindern

Sie erfolgt am besten in der Sehschule, die es an jeder Augenklinik gibt. Erkundigen Sie sich, welches Krankenhaus einen guten Ruf für Schielbehandlung hat. Lassen Sie sich von Augenärztin oder Augenarzt die einzelnen Behandlungsschritte genau erklären. Es gilt, die Sehschwäche und das falsche Programmieren der Netzhaut abzubauen und die richtige Führung beider Augen für die Fern – und Naheinstellung zu erreichen.

Bei etwa jedem dritten schielenden Kind sind zwei oder drei Schieloperationen notwendig, häufig eine Nachbehandlung. Das bedeutet, dass Eltern, Kind und Ärzte gut zusammenarbeiten und viel Geduld aufbringen müssen. Meist lohnt sich die Mühe aber: Der „Schönheitsfehler“ geht zurück, und beiden Augen bleibt die Sehkraft erhalten. Räumliches Sehen kann allerdings nicht immer erreicht werden.

 

Brillen- und Okklusionsbehandlung

Ist frühe Weitsichtigkeit die Ursache des Schielens, muß sie mit einer Brille korrigiert werden. Dies ist bereits im ersten Lebensjahr möglich. Bis auf die Schlafenszeit muß das Kind die Brille immer tragen. Wird sie weggelassen, kann das den Behandlungserfolg zunichte machen.

Bei der anschließenden Okklusionsbehandlung wird abwechselnd eines der beiden Augen verdeckt, das führende Auge länger, das andere kürzer.

 

Dafür wird;

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  • entweder über der Augenhöhle ein Verband mit einem Heftpflaster angeklebt. Er ist luftdurchlässig.
  • oder ein Brillenglas verklebt. Dazu werden je nach Störung verschiedene Folien verwendet.
  • oder ein pupillenerweiterndes Mittel ins Auge getropft.

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Die Okklusionsbehandlung kann Monate und Jahre dauern. Die ärztlich festgesetzten Behandlungszeiten sollten unbedingt eingehalten werden.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die verbesserte Sehkraft neuerlich zum Schielen führt. Eine weitere Behandlung kann das beheben.

Das Schieltraining sollte möglichst von Spezialisten gemeinsam mit dem Kind durchgeführt werden. Heute gelten optomotorische Reizmethoden als bestes Schieltraining. Dabei wird das „gute“ Auge verklebt, das schwachsichtige dazu gebracht, den Bewegungen des „Muskeltrainers“ zu folgen. Schieltraining kann vor oder nach Operationen notwendig sein.

 

Schieloperation

Bei etwa jedem zweiten schielenden Kind muß eine Operation die Fehlstellung der äußeren Augenmuskeln korrigieren. Dabei wird ein Augenmuskel verkürzt oder der andere rückgelagert, so daß sie möglichst gerade stehen. Je nach Störung und Vorbehandlung kann eine solche Operation mehrmals notwendig sein.

Angeborenes Schielen, großer Schielwinkel, Schielen nach außen, Augenzittern und Schielen mit Zwangshaltung des Kopfes werden heute schon etwa ab dem zweiten Lebensjahr operiert. Sonst wartet man bis zum fünften Lebensjahr. Vorher muß einseitiges Schielen in Wechselschielen umgewandelt worden sein. Tritt das Schielen erst später auf, sollte möglichst rasch operiert werden.

 

Behandlung bei Erwachsenen

Eine Kontaktlinse verbessert das räumliche Sehen. Eine Schieloperation ist bei Erwachsenen meist eine rein kosmetische Maßnahme. Dabei besteht das Risiko, daß die Betroffenen nachher doppelt sehen und die Parallelstellung nicht erreicht wird. Die Chancen für gutes Gelingen können nur erfahrene Schieloperateure abschätzen. Wer zur Vorbehandlung Prismen getragen und in der Folge Doppelbilder gesehen hat, sollte auf die Operation verzichten: Die Erfolgschancen sind zu gering.

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Gesundheit Allgemein

Heilgymnastik, Durchführung und Übungen

Heilgymnastik ist immer eine Dauerbehandlung, sie muss unter fachkundiger Anleitung erlernt und später regelmäßig durchgeführt werden

Durch Heilgymnastik kann man andere als die gewohnten Bewegungsmuster erlernen, so dass man krankmachende Bewegungsabläufe in Zukunft vermeiden kann.

Heilgymnastik ist immer eine Dauerbehandlung. Sie muss unter fachkundiger Anleitung erlernt und später regelmäßig durchgeführt werden. Die Übungen sollen 15 bis 30 Minuten dauern und mindestens ein – bis zweimal täglich wiederholt werden. Sie sollten immer am selben Platz ausgeführt und in den Tagesablauf integriert werden. Die günstigste Zeit dafür sind der späte Vormittag und der späte Nachmittag.

Die Ausgangsstellungen richten sich nach der Erkrankung. Als unbelastete Haltung gelten die Rückenlage, die Seitenlage mit einem angezogenen Bein, der Sitz auf einem Hocker, der Vierfüßler Stand auf Händen und Knien und Gymnastik im Wasser, das durch seinen Auftrieb entlastet.

Je nach der Ursache der Bewegungsstörung und den Bedingungen der Patienten werden verschiedene Techniken eingesetzt:

 

Heilgymnastik, Durchführung und Übungen

 

Funktionelles Üben

Sind Gelenke scheinbar „von selbst“ oder durch lange Zeit der Bewegungslosigkeit unbeweglich geworden, üben die Kranken das Beugen und Strecken aktiv, eventuell gegen den Widerstand eines Gewichtes oder gegen den Druck, den die Behandler ausüben.


Mobilisation

Behandler oder Trainerin verschieben die Gelenkflächen in Richtungen, die die Patienten durch eigene Bewegung nicht erreichen können. Bei dieser Behandlungstechnik bleiben die Kranken passiv.

Bettlägrige Patienten, die sich selbst nicht mehr bewegen können, müssen regelmäßig „durch bewegt“ werden, damit die Gelenke nicht versteifen.

 

Haltungsturnen

Bei Verspannung der Rückenmuskulatur und bei Haltungsschäden wird, wenn die akuten Schmerzen abgeklungen sind, meist in Gruppen die sogenannte Rückenschule durchgeführt. Sie beginnt mit Stretching, dann folgen Kräftigungsübungen für die schwachen Muskeln und zuletzt ein Programm, um das Zusammenspiel der Muskeln zu koordinieren.


Atemübungen

Sie verstärken die Bewegung der Wirbelsäule in die gewünschte Richtung. Für Lungen – und Asthmakranke und für Personen, die lernen müssen, das Bronchialsekret abzuhusten, gibt es spezielle Atembehandlungen. Sie sind geeignet, die Dosis der notwendigen Dauermedikamente zu senken.

Da die Atmung eng gekoppelt ist mit der Muskelan – und – entspannung und diese wiederum von Gefühlen beeinflußt sind, haben sich spezielle Behandlungsmethoden für Körper und Seele entwickelt. Sie gehen über das Spüren und das Bewußtwerden des Atems den mit den Muskelverspannungen verbundenen Empfindungen nach.

 

Lähmungsbehandlungen

Wenn bei Querschnittlähmung, nach Unfällen, Schlaganfällen oder Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel der Multiplen Sklerose, Muskeln gelähmt sind, kann ein spezielles Training die Muskulatur optimal fördern, die der Wille noch steuern kann.

Am häufigsten werden dabei Behandlungen nach Bobath oder „PNF“ (Propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation) angewendet. Sie versuchen, durch Wiederholen bestimmter Bewegungsmuster das im Gehirn gelöschte Steuerprogramm neu zu entwickeln.

Physiotherapeuten müssen für diese Behandlungen Spezialausbildungen absolvieren.

 

Anwendung

Beschwerden im Bewegungsapparat sind oft aufunzureichend trainierte oder falsch belastete Muskeln zurückzuführen. Mit Heilgymnastik kann man bei Lähmungen nach Schlaganfällen, Hirnoperationen, Multipler Sklerose oder bei Kindern mit Entwicklungsstörungen Erfolge
erzielen. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder „Rheuma“ behandlung.


Hinweis

Voraussetzung für eine erfolgreiche und schadlose Heilgymnastik ist, daß ausgebildete Experten den richtigen Ablauf der Übungen zeigen und auf mögliche Überforderung hinweisen.

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Verdauung

Sodbrennen, Reflux oder Saures Aufstoßen

Speisebrei und Magensaft kommen immer wieder hoch, begleitet von brennenden, drückenden Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen)

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskulöser Schlauch, der die Mundhöhle mit dem Magen verbindet. Ihre Muskelwand transportiert alles Geschluckte zum Magenmund (Cardia). Ringmuskel und Schleimhautfalten an dieser Stelle verhindern, daß der Mageninhalt nach oben zurückfließt. Die Speiseröhre ist von Schleimhaut ausgekleidet, die nicht gegen Säure geschützt ist.

 

Sodbrennen, Reflux oder Saures Aufstoßen

 

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskulöser Schlauch, der die Mundhöhle mit dem Magen verbindet. Ihre Muskelwand transportiert alles Geschluckte zum Magenmund (Cardia). Ringmuskel und Schleimhautfalten an dieser Stelle verhindern, daß der Mageninhalt nach oben zurückfließt. Die Speiseröhre ist von Schleimhaut ausgekleidet, die nicht gegen Säure geschützt ist.

 

Beschwerden

Speisebrei und Magensaft kommen immer wieder hoch, begleitet von brennenden, drückenden Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen). Die Beschwerden können in immer den gleichen, aber individuell unterschiedlichen Abständen nach dem Essen auftreten.

 

Ursachen

  • Schwäche des Schließmuskels der Speiseröhre (Cardia-Insuffizienz)
  • Übergewicht.
  • Schwangerschaft.
  • Zwerchfellbruch.

 

Erkrankungsrisiko

Wer viel raucht und viel Alkohol und Kaffee trinkt, wird oft sauer aufstoßen. Während der Schwangerschaft erhöhen enge Kleidung, Übergewicht und der Druck gegen den Magen die Neigung zum Aufstoßen.


Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Schmerzen beim Schlucken. Beim Essen entsteht das Gefühl, daß etwas im Hals steckenbleibt.
  • Speiseröhrenentzündung.

 

Vorbeugung

  • Rauchen, Kaffee – und Alkoholkonsum meiden.
  • Verzichten Sie möglichst auf Fetthaltiges und Süßigkeiten, halten Sie die Abendmahlzeit klein; keine Spätmahlzeit. Essen Sie in aufrechter Haltung. Schlucken Sie mehrmals hintereinander.
  • Vermeiden Sie Übergewicht, zu enge Kleidung und ständiges Sitzen. Beugen Sie sich nach dem Essen möglichst nicht nach vorne.
  • Stellen Sie den Kopfteil des Bettes höher.

 

Wenn immer wieder saurer Nahrungsbrei hochkommt und die Beschwerden nicht von selbst vergehen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Übergewicht abbauen.


Behandlung

Die Behandlung der Refluxbeschwerden entspricht der der Speiseröhrenentzündung.

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Augen, Nase, Ohren

Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Ursachen

Was mit einer allergischen Bindehautentzündung beginnt, kann sich später als Heuschnupfen oder Asthma fortsetzen, die Entzündung kann übergreifen

Die Bindehaut wird rot, schwillt an, juckt manchmal, schmerzt und produziert Absonderungen. Beim Aufwachen ist das Auge verklebt.

 

Ursachen

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  • Allergische Reaktion, zum Beispiel auf Pollen oder Augenkosmetika.
  • Belastung durch Reizgase (z. B. Ozon, Dämpfe aus Reinigungs – und Lösungsmitteln, Tabakrauch), vor allem in Kombination mit Kontaktlinsen.
  • Reizung durch Fremdkörper oder UV-Strahlen (auch im Solarium).
  • Infektion mit Bakterien: schleimig-eitrige Absonderung; meist sind beide Augen betroffen.
  • Chlamydien: Sie gelangen durch Schmierkontakt auf das Auge.
  • Viren: wäßrig-schleimige Absonderung. Die Viren befallen zuerst nur ein Auge, erst einige Tage später das zweite. Bei epidemischen Erkrankungen der gesamten Familie, Schulklasse usw. treten zusätzlich Kopfweh, Abgeschlagenheit und Drüsenschwellungen im Kieferbereich auf.

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Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Ursachen

 

Erkrankungsrisiko

Bindehautentzündung ist die häufigste Augenerkrankung. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Anwendung von Kosmetika; bei Besuchen in Schwimmbädern mit unzureichender Hygiene; beim Benutzen schmutziger Handtücher; beim Reiben des erkrankten Auges mit verunreinigten Fingern; bei Solarium- oder Sonnenbädern ohne Schutzbrille.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Entzündung kann auf Horn – und Lederhaut übergreifen.

Was mit einer allergischen Bindehautentzündung beginnt, kann sich später als Heuschnupfen oder Asthma fortsetzen.

 

Vorbeugung

Vermeiden Sie die obengenannten Gefahren.

Wenn die Beschwerden nicht nach drei Tagen von selbst vergehen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Wegen der Gefahr weiterer Infektionen sollten Sie keine „Augenbäder“ oder Teespülungen machen und stets nur Ihr eigenes Handtuch verwenden.

 

Behandlung

Die Ursache muss augenärztlich abgeklärt werden. Allergischen Bindehautentzündungen kann man mit Cromoglidnhaltigen Augentropfen begegnen, die möglichst frühzeitig angewendet werden müssen.

Bakterielle Bindehautentzündungen können mit antibiotikahaltigen Augentropfen und Salben behandelt werden. Sie sollten nur nach augenärztlicher Anweisung angewendet werden. Die wahllose Anwendung von Antibiotika führt immer häufiger zu Pilzerkrankungen am Auge.

Kortisone sollten prinzipiell nicht angewendet werden, solange die Ursache der Bindehautentzündung nicht feststeht. Wenn Herpes-simplex-Viren beteiligt sind, könnte die Hornhaut sonst schweren Schaden nehmen.

Virus bedingte Bindehautentzündung (ausgenommen die durch Herpes-simplex-Viren bedingte) heilt nach einigen Wochen von selbst. Bei dieser Art von Entzündung kann manchmal die Anwendung von Kortisonen für wenige Tage sinnvoll sein. Damit versucht man, das Übergreifen auf die Hornhaut zu verhindern. Eine Behandlung mit Virusmitteln kann ebenfalls versucht werden.

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Schwangerschaft, Kinder

Natürliche Geburtserleicherungen können helfen

Viele Natürliche Geburtserleicherungen können Ihnen helfen, den Schmerz besser zu verarbeiten und die Geburt Ihres Kindes zu beschleunigen

Meistens brauchen Frauen, die sich frei bewegen können, weniger Schmerzmittel und haben seltener operative Eingriffe während der Geburt. Wenn Sie also Lust haben umherzugehen, dann sollten Sie das unbesorgt tun. Ihr Baby kann so besser mit dem Kopf auf den Muttermund drücken und damit die Geburt beschleunigen.

 

Natürliche Geburtserleicherungen können helfen

 

Lagewechsel

Der Wechsel zwischen verschiedenen Positionen (Sitzen, Stehen, Hocken, Knie-Ellenbogen-Lage, Liegen usw.) ist für viele Frauen angenehm. Die Wehen Tätigkeit nimmt durch den häufigen Lagewechsel ab, dafür verdoppelt sich ihre Wirksamkeit. Das verkürzt die Eröffnungsphase.


Warme Bäder

Die Schmerzempfindlichkeit ist in warmem Wasser wesentlich geringer. Trotzdem lehnen viele Ärzte dieses bewährte Entspannungsmittel ab. Wohl aus Angst, dass das Baby im Wasser zur Welt kommen könnte. Diese Angst ist unbegründet. Selbst wenn das Kind eine ungeplante Geburt im Wasser erlebt, kann ihm nichts geschehen. Es beginnt erst zu atmen, wenn es aus dem Wasser gehoben wird. Auch eine höhere Infektionsrate bei der Mutter ist nicht zu befürchten.

In einigen Krankenhäusern und Entbindungsheimen werden Geburten im Wasser gefördert oder sogar geplant. Die Erfahrungen damit sind ausgezeichnet.

 

Massagen

Massagen vom Partner oder einer anderen Bezugsperson tun Ihnen wahrscheinlich gut. Es gibt einige einfache Handgriffe, die leicht zu erlernen sind und die den Geburtsschmerz lindern können.

 

Kreuzbeinmassage

Über dem Gesäß befinden sich einige Zentimeter von der Wirbelsäule entfernt zwei kleine Grübchen. Eine kräftige Druckmassage mit Daumen oder Knöcheln kann besonders in der Übergangsphase angenehm sein.


Reflexzonenmassage

Knapp unter dem Rippenbogen, vier Querfinger rechts und links der Wirbelsäule wird die Haut durch großflächiges kräftiges Reiben so lange gereizt, bis sie gerötet ist.


Bauchmassage

Eine Massage des Bauchs, in der Mitte hoch und an den Seiten herunter, empfinden viele Frauen als angenehm.


Schenkelmassage

Diese Massage hilft besonders, wenn die Scheide verspannt ist. An den Innenseiten der Oberschenkel in Richtung Knie streichen, am besten im Atemrhythmus der Frau. Es kann immer wieder Phasen geben, in denen Sie vielleicht gar nicht berührt werden wollen. Manche Frauen empfinden im letzten Geburtsabschnitt Massage unangenehm. Zögern Sie nicht, Ihren Partner darauf aufmerksam zu machen.


Akupunktur, Autogenes Training, Yoga, Hypnose

Sie sind sanfte Methoden der Geburtserleichterung, die alle nur von speziell geschulten Fachleuten angewandt und gelehrt werden sollten.

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Blut, Immunsystem

(Thrombopenie) Mangel an Blutplättchen

Manchmal bildet der Körper im Anschluß an eine Infektion oder aus noch nicht bekannten Gründen Abwehrstoffe, die die Blutplättchen abbauen(Thrombopenie)

Hautausschlag in Form von kleinen, hell – oder dunkelroten Punkten. Diese Punkte markieren winzige Blutungen unter der Haut. Der Ausschlag kann überall am Körper auftreten, meist beginnt er jedoch an den Beinen. Häufig treten Nasenblutungen und Blutungen unter der Haut auf. Außerdem dauern Blutungen nach Verletzungen länger als normal.

 

(Thrombopenie) Mangel an Blutplättchen

 

Ursachen

Manchmal bildet der Körper im Anschluss an eine Infektion oder aus bisher noch nicht bekannten Gründen Abwehrstoffe, die die Blutplättchen abbauen. Als Nebenwirkung von Krebsbehandlungen und im Gefolge von Leukämie vermindert sich die Zahl der Blutplättchen ebenfalls oft.

Fast alle Medikamente können als seltene Nebenwirkung zu einem Mangel an Blutplättchen führen.

 

Erkrankungsrisiko

Es steigt bei den genannten Ursachen.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Ohne Behandlung können schwere innere Blutungen tödlich enden. Gelegentlich können Gehirnblutungen Lähmungen verursachen.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

Sobald die beschriebenen Beschwerden auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Vielleicht setzt die Ärztin oder der Arzt alle nicht lebensnotwendigen Medikamente ab, da die Thrombopenie eine Nebenwirkung von Medikamenten sein könnte. Wenn der Blutzerfall aufkörpereigenen Abwehrstoffen beruht, wird die Ärztin oder der Arzt versuchen, mit Kortison die Zerstörung der Blutplättchen zu verhindern. Dadurch bessern sich die Krankheitszeichen innerhalb weniger Wochen oder verschwinden ganz. Bessert sich der Zustand nicht, werden große Mengen Immunglobuline gespritzt oder die Milz wird operativ entfernt (Splenektomie).

Falls das Knochenmark nicht genügend Blutplättchen produzieren kann, müssen sie dem Körper mittels Transfusionen zugeführt werden.

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Verdauung

Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), brennender Schmerz

Hinter dem Brustbein entsteht- meist nach den Mahlzeiten und im Liegen – brennender und drückender Schmerz (Sodbrennen Speiseröhrenentzündung)

Hinter dem Brustbein entsteht – meist nach den Mahlzeiten und im Liegen – brennender und drückender Schmerz (Sodbrennen), der sich bis zum Hals hinaufziehen kann. Manchmal kommen Speisebrei und Magensäure hoch. Manchmal sind nächtliches Husten oder Atemnot und Heiserkeit ein Symptom dieses Refluxes.

Schluckbeschwerden sind besonders stark bei sehr kalten und heißen Speisen.

 

Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), brennender Schmerz

 

Ursachen

  • Alkohol- und Zigarettenmißbrauch.
  • Saures Aufstoßen.
  • Reizung durch Medikamente. Besonders Kapseln können in der Speiseröhre klebenbleiben. Zu den gefährlichen Mitteln gehören Schmerzmittel mit Azetylsalizylsäure oder Indometazin, Eisensulfat, Betablocker und Tetrazykline.
  • Pilzinfektion der Speiseröhre.
  • Zwerchfellbruch.
  • Verletzungen (z. B. durch Fischgräten) oder Verätzungen (z. B. durch Säuren und Laugen).

 

 

Das Erkrankungsrisiko steigt

Durch Rauchen und Alkoholmissbrauch.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Es können Vernarbungen und Verengungen und blutende Geschwüre auftreten.


Vorbeugung

  • Zigarettenrauchen und Alkohol meiden.
  • Medikamente immer mit einem großen Glas Wasser und in aufrechter Haltung einnehmen. Ein bewährtes Gleitmittel sind ein paar Bissen Banane, nach der Medizin geschluckt.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sofort, wenn starke Schmerzen und Schwierigkeiten beim Schlucken schlimmer werden und Blut erbrochen wird. Dieses sind auch Alarmzeichen für einen Krebs der Speiseröhre. Um das abzuklären, dient eine endoskopische Untersuchung.


Selbsthilfe

  • Zigaretten, Zitrusfrüchte und Alkohol meiden.
  • Übergewicht abbauen.
  • In aufrechter Haltung essen, gut kauen und in kleinen Bissen schlucken. Die letzte Mahlzeit am Tag sollte die kleinste sein.
  • Den Kopfteil des Bettes hochstellen.

 

Behandlung mit Medikamenten

Säurebindende Medikamente können gegen die brennenden Schmerzen und die Entzündung helfen. Als optimal gelten H² Blocker. Pilzinfektionen werden mit Pilzmitteln behandelt.


Behandlung mit Operation

Sie ist angebracht, wenn Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern und ein Zwerchfellbruch die Ursache der Speiseröhrenentzündung ist. Sie kann endeskopisch durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke durchgeführt werden. Es sind nur drei Tage Krankenhausaufenthalt notwendig.

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Schwangerschaft, Kinder

Medizinische Geburtserleichterungen z.B. Medikamente

Fast alle Medizinische Geburtserleichterungen haben Nachteile für das Kind, trotzdem kann man sie nicht generell ablehnen

Medikamente: Alle Medikamente, die Sie während der Geburt einnehmen, gelangen über den Mutterkuchen zu Kind. Das am häufigsten verabreichte schmerzstillende und entkrampfende Mittel Pethidin (z. B. Dolantin [D], Alodan [Ö] kann zu Wehenschwäche und Atemproblemen des Säuglings führen. Unmittelbar vor der Geburt sollten Sie kein Pethidin mehr bekommen, weil das Baby vier Stunden braucht, um nur die Hälfte der verabreichten Menge abzubauen.

 

Medizinische Geburtserleichterungen z.B. Medikamente

 

Eingriffe zur Schmerzbetäubung

Es gibt verschiedene Methoden, die Schmerzen während der Geburt zu betäuben oder auszuschalten. Solche Eingriffe in den Geburtsablauf sind allenfalls in Einzelfällen zweckmäßig, wenn die Belastung durch die Geburt größer ist als die durch das Medikament. In der Regel sind sie jedoch nicht sinnvoll: Gerade die Phase, in der das Kind die Scheide und den Damm passiert, wird von den meisten Frauen zwar als schmerzhaft, aber durch die kurze Dauer und die aktive Mitarbeit beim Pressen als wenig belastend empfunden.

 

Pudendusblockade

Es wird ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in die Gegend des Sitzbeinhöckers gespritzt. Dadurch wird die Nervenleitung des Schamnervs (Nervus pudendus) zu den äußeren Genitalien unterbrochen und damit der Schmerz gemildert.

Es ist nicht sinnvoll, diesen Eingriff für einen Scheidendammschnitt oder zu einer Saugglocken – oder Zangengeburt zu verwenden. Die Betäubung des Dammes ist genauso wirksam.

 

Damminfiltration

Ein lokal wirkendes Betäubungsmittel wird dort in den Damm gespritzt, wo der Dammschnitt erfolgen soll. Dieser Eingriff ist nur bei einem vorzeitigen Scheidendammschnitt notwendig, sonst wird ohne Narkose während einer Wehe geschnitten. Die Infiltration des Dammes eignet sich auch zum Nähen des Dammschnitts. Der Eingriff ist harmlos, Nebenwirkungen sind selten.


Parazervikalblockade

Meiden Sie Krankenhäuser, die diese Methode anwenden. Das Kind kann dadurch geschädigt werden.

 

Lachgas

Lachgas bewirkt einen narkoseähnlichen, schmerzarmen Zustand und macht Sie unfähig, bei der Geburt Ihres Kindes aktiv mitzuarbeiten. Diese Methode ist längst veraltet und sollte nicht mehr angewandt werden.

 

„Schmerzlose Geburt“

( Peridural – oder Epiduralanasthesie)

Unter diesem verführerischen Namen hat eine Methode weite Verbreitung gefunden, die für Sie und Ihr Kind große Nachteile hat. Dazu wird ein Betäubungsmittel in den Wirbelkanal gespritzt, das den Unterleib durch Lähmung schmerzunempfindlich macht.

 

Die Folgen sind gravierend:

  • Die Geburt muss intensiv überwacht werden, weil der Blutdruck sinkt.
  • Oft muss ein Wehentropf angehängt werden.
  • Sie spüren keinen Preßdrang und lassen das Baby mit der Geburtsarbeit allein. Dadurch dauert die Austreibungsphase wesentlich länger.
  • Zangen – und Saugglockengeburten sind wesentlich häufiger.
  • Tagelange Kopfschmerzen oder Lähmungen in den Beinen sind keine Seltenheit

Eine Peridural – oder Epiduralanästhesie ist nur dann sinnvoll, wenn Sie große Angst vor der Geburt haben oder wenn sie als Ersatz für eine Narkose beim Kaiserschnitt dient.

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Verdauung

Speiseröhrenverengung und Speiseröhrendivertikel

Speiseröhrendivertikel (Ausbuchtungen der Speiseröhren-Schleimhaut) und Speiseröhrenverengung (Ösophagus-Stenose), Fremdkörpergefühl in der Speiseröhre

Druck- und Fremdkörpergefühl in der Speiseröhre, Schluckbeschwerden. Immer wieder kommt unverdauter Speisebrei hoch. Auffällig ist das Glucksen, das beim Sprechen entsteht.

Ursachen

Die Schleimhaut der Speiseröhre bildet sackähnliche Ausstülpungen, Speisereste bleiben darin hängen; die Muskelwand verdünnt sich.

Mit solchen Divertikeln kann man beschwerdefrei leben.

 

Speiseröhrenverengung und Speiseröhrendivertikel

 

Erkrankungsrisiko

Speiseröhrendivertikel sind nicht sehr häufig.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Es kann zu schweren Speiseröhrenentzündungen kommen. Der Speisebrei kann versehentlich in die Luftröhre gelangen. Die Folge kann ein Lungenabszeß sein.


Vorbeugung

Ist nicht möglich.

 

Wenn die genannten Beschwerden auftreten, sollten sie zum Arzt gehen


Selbsthilfe

Kleine Portionen essen, gut kauen, vorsichtig schlucken.


Behandlung

Speiseröhrendivertikel müssen chirurgisch entfernt werden. Dieses ist eine relativ aufwendige Operation unter Vollnarkose.

 

Speiseröhrenverengung (Ösophagus-Stenose)

 

Beschwerden

Starke, krampfartige Schluckbeschwerden mit Druck – und Würgegefühl. Das Atmen schmerzt oder ist sogar behindert.


Ursachen

Narben von Geschwüren (Ulkus) oder Verätzungen der Schleimhaut verengen die Speiseröhre. Selten können Erkrankungen wie Sklerodermie die Speiseröhre verengen. Auch das Veröden von Krampfadern in der Speiseröhre kann Narben hinterlassen.


Erkrankungsrisiko

Speiseröhrenverengung ist selten. Das Risiko steigt bei Verätzung und bei Geschwüren.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Andauernde Schluckbeschwerden. Versehentlich kann Speisebrei in die Luftröhre gelangen. Die Folge kann ein Lungenabszeß sein. Das erschwerte Essen führt auch zu Gewichtsverlust.


Vorbeugung

Ist nicht möglich.

Wenn die Schluckbeschwerden nicht nachlassen, sollten Sie zum Arzt gehen

 

Selbsthilfe

Gut kauen, vorsichtig schlucken.


Behandlung

Ärzte können die Speiseröhre dehnen, indem sie mit einem Endoskop erweiternde, metallene „Oliven“ einführen (Bougierung). Dieses macht die Speiseröhre für eine längere Zeit wieder durchgängig.

Bei Narbenbildung oder Verengungen nach einer Verätzung ist oft eine Operation notwendig. Dabei muss das erkrankte Stück der Speiseröhre entfernt werden (Ösophagusresektion) und durch ein Stück des Dickdarms ersetzt werden (Coloninterposition). Dieses ist ein schwieriger, risikoreicher Eingriff.

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Rücken und Wirbelsäule

Osteoporose, Knochenschwund, Abbau der Knochen

Die Faktoren, die den Knochenabbau (Osteoporose) beschleunigen bzw. den Knochenaufbau behindern, begünstigen den Knochenschwund

Mit 35 bis 40 Jahren beginnt der altersbedingte Abbau der Knochen, den niemand verhindern kann. Mit etwa 70 Jahren hat jeder Mensch etwa ein Drittel seiner Knochenmasse verloren. Das ist so lange unerheblich, wie die Knochen in der Lage sind, das Körpergewicht auch bei Belastung zu tragen. Erst wenn durch Knochenbrüche Beschwerden auftreten, ist jemand osteoporosekrank. Quälende Kreuzschmerzen und eine durch Brüche verkrümmte Wirbelsäule, die den sogenannten „Witwenbuckel“ formt, waren lange Zeit das unbeachtete Problem von Frauen. Das änderte sich, als Statistiker die Kosten berechneten, die für die Behandlung von Schenkelhalsbrüchen als Folge der Osteoporose aufgewendet werden müssen. Dieser „volkswirtschaftlichen Bedeutung“ der Osteoporose verdanken viele Frauen vermehrte Forschungsanstrengungen und somit die Chance, vorsorgen und so ihr Alter unbeschwerter erleben zu können.

 

Osteoporose, Knochenschwund, Abbau der Knochen

 

Beschwerden

Zunächst meist leichte Rückenschmerzen, die später stark bis unerträglich werden können, aber manchmal auch wieder vergehen. Manchen Frauen fällt auf, daß sie deutlich kleiner werden, andere müssen in Behandlung, weil sie sich aus nichtigem Anlaß etwas gebrochen haben.


Ursachen

Die Faktoren, die den Knochenabbau beschleunigen bzw. den Knochenaufbau behindern, begünstigen den Knochenschwund.


Dazu gehören:

  • Die altersbedingte Verringerung an Sexualhormonen.
  • Bewegungsarmut.
  • Unzureichende Kalziumaufnahme, beispielsweise nach einer Magenoperation oder bei entzündlichen Darmerkrankungen.
  • Unzureichende Nierenfunktion.
  • Erkrankungen der Nebenschilddrüsen.
  • Langzeitige Einnahme von Kortison.

 

Erkrankungsrisiko bei Frauen

Osteoporose betrifft sie unter anderem deshalb ungleich häufiger als Männer, weil sich mit den Wechseljahren die Produktion der schützenden Östrogene verringert. Doch nicht alle Frauen werden nach dem Wechsel osteoporosekrank. Knapp ein Viertel trägt ein besonderes Risiko. Nur diese „Risikofrauen“ verlieren nach den Wechsel innerhalb weniger Jahre so viel Knochenmasse, daß sie mit etwa 65 unter den Folgen leiden. Bei den anderen Frauen dauert es 20 bis 30 Jahre, bis sie vielleicht die schweren Folgen der Knochenentkalkung zu spüren bekommen. Frauen, die zusätzlich zu den unter „Ursachen“ genannten Faktoren noch folgende Merkmale oder Verhaltensweisen aufweisen, sind stärker Osteoporose-gefährdet:

  • Osteoporose Kranke weibliche Verwandte. Für die Krankheit gibt es eine erbliche Veranlagung.
  • Später Eintritt der Regelblutung, Beginn der Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr.
  • Längere Zeiten, in denen die Periode ausblieb (z.B. bei Leistungssportlerinnen, Magersüchtigen.
  • Kinderlosigkeit.
  • Viel rauchen läßt die Menopause früher eintreten.
  • Graziler Körperbau, sehr schlank. Nach dem Wechsel bildet der Körper aus anderen Sexualhormonen im Fettgewebe Östrogene. Wenig Fett bedeutet weniger Östrogene.
  • Reichlicher und regelmäßiger Alkoholkonsum. Dann kann der Darm Kalzium nur schlecht aufnehmen, außerdem schädigt Alkohol die Knochenzellen.

 

Erkrankungsrisiko bei Männern

Sie sind osteoporosegefährdet, wenn die Wirkung ihrer Geschlechtshormone z. B. durch Medikamente gegen Prostatakrebs ausgeschaltet ist.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Wirbelbrüche: Das trifft etwa eine von 500 Frauen im Jahr. Das Rückenmark bleibt dabei immer unverletzt, eine Querschnittlähmung kann dabei also nicht eintreten. Der durch den Bruch bedingte Schmerz wird oft als „Hexenschuß“ fehlgedeutet und vergeht nach mehreren Wochen wieder. Mehrere durch Brüche zusammengesunkene Wirbelkörper im Bereich der Brustwirbelsäule lassen einen Buckel entstehen. Dadurch verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne, und die Gefahr zu stürzen steigt. Schmerzhafte Muskelverspannungen sind häufig, weil die Muskeln versuchen, die Haltearbeit der immer schwächer werdenden Wirbelsäule zu übernehmen.

Schenkelhalsbrüche: Von amerikanischen Frauen weiß man, dass 15 Prozent im Laufe ihres Lebens einen solchen Bruch erleiden. Ihr Risiko, an den damit verbundenen Folgen zu sterben, ist bis zu fünfmal größer als bei altersgleichen Frauen.

Knochenbrüche jeder Art sind im Alter häufig die Ursache für körperliche Unbeweglichkeit. Damit verlieren diese Menschen oft auch ihre Selbständigkeit.

 

Vorbeugung

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. täglich Gymnastik machen, zweimal wöchentlich schwimmen oder täglich eine halbe Stunde im Schnell schritt gehen.
  • Nehmen Sie täglich mindestens 800 bis 1000 Milligramm Kalzium zu sich. Mit einer vollwertigen Ernährung ist das relativ leicht möglich. 100 Gramm Hartkäse oder ein Liter Milch täglich decken den Bedarf. Für die tägliche Kalziumpille gibt es nur selten einen zwingenden Grund.
  • Vermeiden Sie Kletterpartien, z. B. beim Fensterputzen oder Glühbirnewechseln. Rutschfeste Treppen Beläge und feste Schuhe verhindern Stürze.

 

Vorbeugung mit Medikamenten

Nur Geschlechtshormone haben bisher bewiesen, daß sie die Knochenbruchrate senken können. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, bekommen ein Medikament, das nur Östrogen enthält. Die anderen nehmen zusätzlich noch Gestagen ein. Dabei soll das Gestagen das Risiko verringern, durch die Östrogene einen Gebärmutterschleimhautkrebs zu bekommen. Auch östrogenhaltige Pflaster sind geeignet, einer Osteoporose vorzubeugen.

Nach etwa fünf Jahren sollten Sie die Hormoneinnahme beenden. Bei längerer Östrogeneinnahme steigt das Krebsrisiko so, daß es den Nutzen überwiegt.


Wann sollten Frauen zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie über 40 Jahre alt sind und ständig Rückenschmerzen haben. Wenn Sie auf die Zeit des Wechsels zusteuern und sich entsprechend den oben genannten Faktoren zur Gruppe der „Risikofrauen“ rechnen, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um eine Knochendichtemessung vornehmen zu lassen.


Wann sollten Männer zur Ärztin oder zum Arzt?

Abnehmendes Interesse an Sexualität und Impotenz können darauf hinweisen, daß der Körper nicht genügend Geschlechtshormon bildet. Haben Sie außerdem ständig Rückenschmerzen, sollten Sie das mit Arzt oder Ärztin besprechen.


Knochendichtemessung

Hierfür wird meist das Handgelenk zweimal im Abstand von drei Monaten geröntgt. Das bedeutet eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung. Ergibt die Berechnung aus beiden Messungen, daß eine Frau im Jahr mehr als 3,5 Prozent an Knochenmasse verliert, raten die meisten Gynäkologen, Hormone einzunehmen. Dieses als Grenzwert anzusehen basiert auf einer Übereinkunft der Wissenschaftler. Noch gibt es keine „Normkurven“, die eindeutig und sicher darüber Auskunft geben, ab wann eine vorsorgliche Behandlung mit Östrogenen sinnvoll ist oder nicht.

Knochendichtemessungen werden teilweise harsch kritisiert, weil sich die Ergebnisse der verschiedenen Verfahren nicht miteinander vergleichen lassen und weil zu viele Ärzte ohne ausreichende Qualifikation zu oft solche Messungen durchführen. Lassen Sie die Messungen möglichst immer in demselben Institut, besser noch in der Wechselsprechstunde einer Klinik, durchführen.

 

Selbsthilfe

  • Nur regelmäßige körperliche Bewegung erhält die Knochenmasse. Das gilt auch für diejenigen, die ihrer Osteoporose mit Medikamenten vorbeugen.
  • Kalziumreiche Ernährung.
  • Verzichten Sie auf Fertiglebensmittel: ihr Phosphatgehalt verringert den Kalziumgehalt des Blutes. Alternativmedizinisches, vor allem Pflanzenmittel, mit denen Sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können, hilft nicht gegen Osteoporose.

 

Behandlung

Die Basis einer Osteoporosetherapie sind Hormone. Sie können gemeinsam mit Bewegung und Kalzium den weiteren Knochenabbau stoppen.

 

Fluorid

Die Meinung über seine Wirksamkeit ist uneinheitlich. Es wird empfohlen, Fluoride möglichst unter klinischer Überwachung anzuwenden. Regelmäßige Untersuchungen müssen sicherstellen, daß es den Knochen nicht mehr schadet als nutzt.

Nebenwirkungen: Bei etwa einem Drittel der Kranken wirkt Fluorid nicht. Bei den anderen können noch weiterhin Knochen brechen, weil ihre durch Fluorid aufgebaute Festigkeit relativ gering ist. Bei unnötig hoher Dosierung können die Fußgelenke schmerzhaft anschwellen. Magen und Darm können rebellieren.

 

Kalzitonin

Frauen, die kein Östrogen einnehmen dürfen, können möglicherweise mit Kalzitonin einer Osteoporose vorbeugen. Ist sie bereits eingetreten, verringert auch Kalzitonin die Häufigkeit der Knochenbrüche nicht. Es kann die Schmerzen sehr gut lindern, aber Übelkeit verursachen. Kalzitonin kann als Nasenspray angewendet werden.


Bisphosphonate

Mit Etidronsäure und Alendronat werden Knochenentkalkungen behandelt. Seit 1996 sind diese Substanzen in Deutschland auch zur Behandlung der Osteoporose zugelassen. Die Knochendichte nimmt durch diese Medikamente nachweisbar zu. Es treten weniger Knochenbrüche auf. Ob die Mittel bei Langzeiteinnahme die Mineralisation der Knochen stören können, ist noch nicht sicher.


Kalzium

Kalzium allein kann bei eingetretener Osteoporose die Knochen nicht wieder festigen.

 

Vitamin D

Es wird angezweifelt, dass Vitamin D den Knochenschwund vermindern kann.

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Haut und Haare

Psoriasis (Schuppenflechte), silbrig-weiße Schuppen

Etwa 2% der Bevölkerung leiden unter Psoriasis, das Erkrankungsrisiko steigt bei Kindern auf etwa 25 Prozent, wenn ein Elternteil psoriasiskrank ist

Ziegelrote, erhabene, meist nicht juckende Hautflecken, die von silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Diese Psoriasisherde sind oft klein und punktförmig, können jedoch auch münz- oder sogar handtellergroß werden. Am häufigsten treten sie an Knien, Ellenbogen, über dem Kreuzbein und auf der Kopfhaut auf. An der Achselhöhle, Brust, Genitalien und am After sind sie selten.

An Händen und Füßen tritt die Psoriasis üblicherweise in Form von scharf begrenzten geröteten Herden mit schmerzhaften Hautrissen oder Bläschen auf.

Bei etwa einem Drittel bis der Hälfte der Betroffenen befällt die Krankheit auch die Fingernägel: Sie verdicken sich, es bilden sich Grübchen (sogenannte Tüpfelnägel); manchmal sind die Nägel gelblich-weiß verfärbt und haben einen Rand, der wie ein Ölfleck aussieht. Die Fingernägel wachsen bei Menschen mit Psoriasis schneller als normal und lösen sich teilweise vom Nagelbett.

Der Verlauf ist schubartig. Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schübe sind jedoch sehr verschieden.

 

Psoriasis (Schuppenflechte), silbrig-weiße Schuppen

 

Ursachen

Eine wahrscheinlich erblich übertragene Störung, die zu einer überdurchschnittlich schnellen Hautzellenproduktion führt.

Auslöser der Krankheit können sein:

  • Infektionskrankheiten, wie Angina, Grippe, Bronchitis.
  • Medikamente, wie Lithium-Salze zur Behandlung von Depressionen, Antimalariamittel und sogenannte Betablocker zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen.
  • Emotionale Belastungen.
  • Verletzungen der Haut.

 

Erkrankungsrisiko

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter dieser Krankheit. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Kindern auf etwa 25 Prozent, wenn ein Elternteil psoriasiskrank ist, und auf 60 bis 70 Prozent, wenn beide Eltern Psoriatiker sind.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Psoriasis kann einen ein Leben lang begleiten. Bei etwa zwei Drittel der Betroffenen gibt es allerdings immer wieder längerdauernde Perioden, in denen sich die Krankheit kaum bemerkbar macht.

Psoriasis ist nicht ansteckend. Viele Kranke leiden aber darunter, daß sie – wenn die Krankheitszeichen deutlich sichtbar sind – von ihren Mitmenschen wie Aussätzige behandelt werden. Minderwertigkeitsgefühle und sozialer Rückzug können die Folge sein. Wer dadurch in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt ist, kann in einer Selbsthilfegruppe Aussprachemöglichkeiten finden oder professionelle Hilfe suchen.

Problematisch ist die Psoriasis vor allem, wenn sie an den Händen auftritt: Dann ist sie für die Mitmenschen sichtbar, und die Ausübung des Berufs kann schwierig werden. Die notwendigen Cremes und Salben sind fettig, schmieren und beflecken Schreibpapier und Gegenstände, mit denen man beruflich umgehen muss.

In seltenen Fällen kann Psoriasis zu Komplikationen führen, die schwierig zu behandeln sind.

  • Die Psoriasis-Flecken dehnen sich auf den ganzen Körper aus. Medizinerinnen bezeichnen dies als Erythrodermie.
  • An den Psoriasis-Herden treten Pusteln auf (Psoriasis pustulosa).

Bei etwa einem Fünftel der Psoriasiskranken verbinden sich mit den Hautveränderungen auch Gelenkbeschwerden.

 

Vorbeugung

Ist nicht möglich.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald wie möglich.


Selbsthilfe

Spezielle Ernährungsformen beeinflussen die Krankheit nicht.

Sonnenbaden bessert die Beschwerden meist. Allerdings verschlimmert sich die Erkrankung durch Sonnenbrand.

Die Haut sollte geschmeidig gehalten werden durch regelmäßige Bäder, denen ein Glas Milch mit zwei Teelöffeln Olivenöl zugesetzt wurde, und/oder regelmäßiges Einreiben mit fetthaltigen Kör-
perlotionen oder einem Körperöl.

Um psoriasis betroffene Körperpartien zu rasieren, ist ein Elektrorasierer günstig. Rasierklingen führen häufig zu kleinen Verletzungen und erhöhen das Risiko, daß die Hauterscheinungen aufflammen.

Eine entspanntere Lebenshaltung kann unter Umständen die Zahl der Psoriasisschübe verringern.


Behandlung

Die äußerliche Behandlung ist zwar unbequem und aufwendig. Doch erst, wenn ihreMöglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte eine innerliche Behandlung in Betracht gezogen werden.


Äußerliche Behandlung

  • Salizylsäurehaltige Medikamente lösen die Schuppen ab.
  • Teerhaltiges Shampoo für die behaarte Kopfhaut.
  • Teerhaltige Mittel bessern den Zustand der Haut – wenn es, auch zwei bis drei, manchmal sogar acht Wochen braucht. Allerdings lehnen viele Psoriasiskranke sie wegen des Geruchs und der Fleckenbildung ab.
  • Bei besonders hartnäckigen, chronischen Psoriasiserkrankungen können teerhaltige Mittel und die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (UV-B) kombiniert werden. Dabei wird zwei- oder dreimal täglich die Haut mit einem Steinkohleteer-Präparat eingerieben, das vor der Bestrahlung wieder entfernt wird. Die Behandlung dauert etwa vier bis sechs Wochen; eine Besserung zeigt sich meist nach etwa drei Wochen.
  • Kortisonhaltige Hautmittel bessern die Beschwerden zwar schnell, aber nach dem Behandlungsende tritt die Erkrankung meist viel stärker wieder auf.
  • Seit langem bewährt ist der Wirkstoff Dithranol, der in einer Reihe von Medikamenten zusammen mit Salizylsäure enthalten ist. Weil Dithranol Wäsche und gesunde Haut gelbbraun verfärbt, kann dieses Mittel praktisch nur während eines Krankenhausaufenthaltes angewendet werden.

 

Innerliche Behandlung

  • Die PUV A- Therapie gilt als wirkungsvollste innerliche Behandlung. Der Wirkstoff Methoxsalen (Meladinine wird geschluckt. Bei anschließender Bestrahlung mit UV-A-Licht blockiert das Medikament die Teilung von Zellen und verhindert so die Bildung der typischen Psoriasis- Herde.
  • Diese Behandlung ist relativ aufwendig – viermal pro Woche eine Bestrahlung – und schädigt bei langer Anwendung die Haut. Die Bestrahlung vergrößert möglicherweise das Risiko, daß ein Hautkrebs entsteht. Darum bleibt die PUV A- Therapie schweren Krankheitsfällen vorbehalten.
  • Erst wenn alle anderen Therapien versagen, ist eine Behandlung mit dem Krebsmedikament Methotrexat vertretbar. Die Anwendung ist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden.
  • Bestimmte Psoriasisformen werden mit Etretinat behandelt. Es kann vier bis sechs Wochen
    dauern, bis sich eine Wirkung an der Haut zeigt. Als Nebenwirkung kommt es fast immer zu Mundtrockenheit und spröden, rissigen Lippen gelegentlich zu leichtem, vorübergehendem Haarausfall, Nasenbluten und Juckreiz. Wird dieses Medikament während der Schwangerschaft eingenommen, sind Fehlbildungen beim Kind sehr wahrscheinlich. Während der Behandlung und zwei Jahre danach muß eine Schwangerschaft durch sichere Verhütungsmethoden unbedingt
    ausgeschlossen werden.
  • Kortisonhaltige Medikamente zum Schlucken sollten bei Psoriasis nicht verwendet werden.
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Schwangerschaft, Kinder

Scheidendammschnitt und Öffnen der Fruchtblase

Obwohl der Scheidendammschnitt chirurgisch gesehen ein kleiner Eingriff ist, gehört er zu den unangenehmen Belastungen nach der Geburt

Seine Folgen sind noch über Wochen, manchmal Monate spürbar: Beschwerden beim Sitzen, Brennen beim Urinieren, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Trotzdem wird an vielen Krankenhäusern noch immer ohne medizinische Notwendigkeit routinemäßig ein Dammschnitt gemacht. Ein Schnitt heilt nicht besser als ein Riss, obwohl man lange Zeit dieser Ansicht war, und schwere Dammrisse, die weit in das Gewebe hineinreichen, sind selten.

Wenn Sie während der Schwangerschaft den Damm, den Scheideneingang und die Schamlippen mit Weizenkeimöl geschmeidig massieren, kann sich Ihr Gewebe bei der Geburt besser dehnen. Außerdem sollte Ihre Hebamme wissen, wie man einen guten „Dammschutz“ macht.

 

Scheidendammschnitt und Öffnen der Fruchtblase

 

Ein Scheidendammschnitt ist gerechtfertigt, wenn

  • das Kind kurz vor dem Austritt aus der Scheide an Sauerstoffmangel leidet,
  • das Kind nicht ausgereift und daher wenig belastbar ist (Frühgeburt).
  • das Kind in Beckenendlage zur Welt kommt.
  • sich der Damm schlecht dehnt.
  • eine Saugglocken – oder Zangengeburt notwendig ist.
  • die Mutter aus medizinischen Gründen nicht pressen darf (Herz-, Augenleiden usw.).

 

Techniken des Scheidendammschnitts

Ein mittlerer Scheidendammschnitt (mediane Episiotomie) ist für Sie viel angenehmer als ein seitlicher (laterale Episiotomie).

Die Wunde befindet sich am weniger empfindlichen Damm, ist kleiner und heilt leichter. Trotzdem bevorzugen manche Ärzte den seitlichen Scheidendammschnitt, weil der After nicht so leicht verletzt werden kann. Gerechtfertigt ist diese Technik aber nur bei Steißlagen, Zangen – oder Saugglockengeburten oder wenn der Damm kurz ist.

 

Zange und Saugglocke

Manchmal muß die Geburt rasch beendet werden, weil die Herztöne des Kindes zu langsam werden oder weil die Mutter schon zu erschöpft ist, um zu pressen. Aber auch wenn das Baby in der ungünstigen Kopflage zur Welt kommt, ist Hilfe von außen notwendig.

Ob Ihre Geburtshelfer sich für die Zange oder Saugglocke entscheiden, hängt davon ab,womit sie mehr Übung haben. Wissenschaftlich ist nicht geklärt, welche Methode besser ist. Die Zange kann dazu verleiten, zu früh einzugreifen, weil man mit ihr den kindlichen Kopf auch dann fassen kann, wenn er noch nicht am Beckenausgang steht.

 

Öffnen der Fruchtblase (Blasensprengung, Amniotomie)

Je länger die Fruchtblase intakt bleibt, desto schonender die Geburt. Meist springt sie am Ende der Eröffnungsphase von allein.

Viele Geburtshelfer können diesen Zeitpunkt jedoch nicht erwarten und stechen die Fruchtblase schon auf, wenn der Muttermund kaum fünf Zentimeter geöffnet ist. Dadurch verstärken sich die Wehen. Einrisse am Muttermund und eine stärkere Belastung des kindlichen Kopfes können die Folge sein. Eine künstliche Öffnung der Fruchtblase ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Geburt schon lange dauert und Sie sehr erschöpft sind. Eine Blasensprengung zur Einleitung der Wehen ist abzulehnen.

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Blut, Immunsystem

Organe des Immunsystems, Blutgerinnungssystem

Organe des Immunsystems, die Zellen des Immunsystems finden sich überall im Körper, in manchen Organen sind sie jedoch besonders konzentriert:

Die Zellen des Immunsystems finden sich überall im Körper. In manchen Organen sind sie jedoch besonders konzentriert: in den Lymphknoten, in der Milz, im Knochenmark, im Thymus, im Lymphgewebe des Magen-Darm-Bereichs (Blinddarm) und der Atemwege (Mandeln). Zum Immunsystem im weitesten Sinn gehören auch das Blutgerinnungssystem, die Haut und die Schleimhaut.

 

Organe des Immunsystems

 

Thymus

Der Thymus, bei den Tieren Bries genannt, liegt hinter dem Brustbein. Er nimmt bis zur Pubertät an Größe zu und beginnt dann kontinuierlich zu schrumpfen. Seine Aufgaben für die Immunabwehr erfüllt der Thymus aber dennoch. Die Thymusdrüse hat eine zentrale Funktion bei der Entwicklung und Organisation der Abwehr. In ihm wird eine bestimmte Gruppe von weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten, auf ihre Abwehraufgaben im Körper vorbereitet.


Lymphknoten

Diese bohnenförmigen oder runden Gewebe“knoten“ messen im Durchmesser zwischen einem und 25 Millimetern. Man kann sie zum Beispiel in den Achseln, in der Leiste, am Hals und an vielen anderen Stellen des Körpers tasten. Auch die Mandeln und der Blinddarm gehören zu den lymphatischen Geweben. Bei Infektionen oder Entzündungen können sie sich stark vergrößern. Lymphknoten wirken als Filter für Fremdkörper und Abbauprodukte und sind zentrale Stellen der Lymphzirkulation.


Milz

Die Milz ist Teil des Immunsystems. Als solcher ist sie unter anderem an der Bildung von Lymphozyten beteiligt. Daneben hat sie aber auch eine Reihe von anderen Funktionen. So filtert sie zum Beispiel das Blut oder baut die roten Blutkörperchen ab.

 

Blutgerinnungssystem

Wenn sich die Abwehrzellen mit Krankheitskeimen auseinandersetzen, werden im Gewebe Enzyme freigesetzt. Sie aktivieren das Blutgerinnungssystem, und der Körper versucht, das „Kampfgebiet“ einzugrenzen – er zieht eine Art Absperriegel um dieses Gewebe.


Haut und Schleimhaut

Die Haut, die unseren Körper umhüllt, verwehrt als erste Barriere fremden Organismen den Zutritt zum Körper. Einen zusätzlichen Schutz bieten Milchsäure und Fettsäuren im Schweiß und Talg, die für ein saures Milieu auf der Haut sorgen, in dem Keime schlecht gedeihen.

Die großen Körperöffnungen – Mund, Nase, Augen, Harnröhrenöffnung, After, Scheide – sind durch weitere Barrieren geschützt. Von Haut oder Schleimhäuten abgesonderte Sekrete sollen verhindern, daß sich Angreifer anklammern und weiter ins Körperinnere vordringen können. Außerdem werden eingedrungene fremde Zellen durch Husten, Niesen und durch die kontinuierliche Bewegung der obersten Schleimhautzellen wieder nach außen transportiert.

Eine ähnliche Funktion haben Tränen, Speichel und Urin, die zudem bakterientötende Bestandteile enthalten: Im Magensaft befindet sich Säure, Sperma enthält Spermine und Zink; Tränen, Nasensekret und Speichel enthalten das Enzym Lysozym.

Eine unverzichtbare Schutzfunktion üben auch die Bakterien aus, die auf der Körperoberfläche siedeln. Sie verhindern durch das Milieu, das sie mit ihrem Stoffwechsel schaffen, daß andere Keime (z. B. Pilze) dort Platz greifen können.

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Gesundheit Allgemein

Erfrierung, Unterkühlung und Elektrischer Schock

Bei leichten Erfrierungen helfen Wechselbäder, bei denen der betroffene Körperteil etwa drei bis vier Minuten in warmes Wasser getaucht wird

 

Unterkühlung

Bei längerem Aufenthalt in kaltem Wasser, in kalter Umgebung oder längerem Liegen im Freien, beispielsweise nach einem Ski – oder Lawinenunfall, kann es zur Unterkühlung kommen. Bei einer Körpertemperatur zwischen 34 und 36 °C äußert sie sich in Kältezittern, Schmerzen in Armen und Beinen und leicht erhöhtem Puls. Sinkt sie unter 34 °C, verliert der Mensch allmählich das Bewußtsein, allerdings ohne Kältezittern und ohne Schmerzen. Unter 27 °C kommt es zu tiefer Bewußtlosigkeit.

  • Bei schweren Unterkühlungen sofort Notarzt rufen.
  • Die unterkühlte Person in einen Raum mit Zimmertemperatur oder an einen windstillen Ort bringen; nasse Kleider entfernen und die Person warm einhüllen.
  • Wenn der Unterkühlte bei Bewußtsein ist, heiße, gezuckerte Getränke eingeben, aber auf keinen Fall Alkohol!
  • Unterkühlte dürfen nicht bewegt, die Gliedmaßen nicht massiert werden. Ruhend erwärmen lassen!
  • Bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen.

 

Erfrierungen

 

Erfrierungen

Bei Frost sowie bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Temperaturen von weniger als + 6 °C können Erfrierungen auftreten. Besonders gefährdet sind Körperstellen, die durch Muskeln und Gewebe wenig geschützt sind, also Zehen, Finger, Nase und Ohren, oder Körperteile, die von der Bekleidung zu stark eingeengt werden, wie zum Beispiel die Füße.

  • Enganliegende Kleidung und Schuhwerk öffnen, und die erfrorenen Körperteile am besten durch Körperwärme erwärmen indem Sie die erfrorenen Hände, Zehen oder Ohren mit der Hand umschließen.
  • Die betroffene Person auffordern, die Gliedmaßen zu bewegen, oder Sie bringen durch Reiben die Zirkulation des Blutes wieder in Gang.
  • Bei leichten Erfrierungen helfen Wechselbäder, bei denen der betroffene Körperteil etwa drei bis vier Minuten in warmes Wasser getaucht wird. Danach etwa eine halbe Minute in kaltes Wasser tauchen.
  • Bei schweren Erfrierungen sollen die Bäder nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

 

Elektrischer Schock

Ein schwerer elektrischer Schock kann Bewußtlosigkeit, Atemstillstand und Kreislaufstillstand verursachen. An der Stelle, an der der Strom in den Körper eingetreten ist, können tiefe Verbrennungswunden entstehen.

  • Stromkreis unterbrechen: Stecker herausziehen oder Sicherung herausnehmen.
  • Wenn dies nicht möglich ist, muß die verletzte Person von den unter Spannung stehenden Teilen getrennt werden.
Achtung,

daß Sie nicht selbst in das Spannungsfeld geraten: Suchen Sie nichtleitendes Material, zum Beispiel trockenes Holz, trockene Kleidung oder dicke Zeitungen, und stellen Sie sich darauf.
  • In dieser „isolierten“ Stellung nichts und niemanden berühren.
  • Versuchen Sie nun, das Opfer an seiner Kleidung aus dem Stromkreis wegzuziehen, oder heben und schieben Sie die Stromquelle mit einem nichtleitenden Gerät weg (trockener Holzbesen oder trockene Holzlatte).
  • Die verunglückte Person in Ruhelage bringen; Puls und Atmung kontrollieren.
  • Bei Bewußtlosigkeit in Seitenlage bringen.
  • Bei Atemstillstand mit der Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen.
  • Bei Kreislaufstillstand mit der Herzmassage beginnen.
  • Schockgefahren bekämpfen und auf jeden Fall den Rettungsdienst rufen lassen.

 

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Verdauung

Speiseröhrenkrebs, im Frühstadium keine Beschwerden

Speiseröhrenkrebs tritt meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf, Menschen mit Speiseröhrengeschwüren haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken

Im Frühstadium treten keine Beschwerden auf. Später beginnen Schluckbeschwerden. Sie können sich so steigern, dass man nicht mehr schlucken kann. Gewichtsabnahme,  Mundgeruch, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen hinter dem Brustbein kommen hinzu.

 

Speiseröhrenkrebs, im Frühstadium keine Beschwerden

 

Ursachen

Warum sich Krebs entwickelt, ist nicht bekannt.


Erkrankungsrisiko

Speiseröhrenkrebs tritt meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Er trifft zu 80 Prozent Männer. Gefährdet sind vor allem Personen, die viel hochprozentige Alkoholika trinken und rauchen.

Menschen mit Speiseröhrengeschwüren haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Der Tumor kann sich rasch ausbreiten und in Lunge und Leber Metastasen bilden.


Vorbeugung

Mäßigung beim Rauchen und Trinken.

 

Hartnäckige Schluckbeschwerden sind ein Warnsignal für Krebs der Speiseröhre: Sobald wie möglich in ärztliche Behandlung. Mit einer Spiegelung wird auf Krebs untersucht.

 

Selbsthilfe

Den Krankheitsverlauf kann alles günstig beeinflussen, was Freude macht und guttut.


Behandlung

Ein Krebs im oberen Drittel der Speiseröhre kann kaum operiert werden. Im mittleren Drittel kann eine kombinierte Behandlung durch Operation und Bestrahlung helfen. Krebs im unteren Drittel muss operiert werden. Jeder vierte kann geheilt werden.

Eine Laserbehandlung kann eine verengte Speiseröhre sofort erweitern, ohne dass eine Operation notwendig ist. Nach Radiumbestrahlung nehmen die Schluckbeschwerden schlagartig ab.

Sie sollten gemeinsam mit dem Behandlungsteam erörtern, welche Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind, und ein Programm festlegen, um die Beschwerden zu lindern. Psychotherapie kann den Gesundungsprozess unterstützen. Auch Selbsthilfegruppen können dazu beitragen, die Krankheit seelisch zu verarbeiten. Alternativmedizin kann das Befinden verbessern, aber es fehlt der Nachweis, dass sie das Tumorwachstum hemmt.

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Rücken und Wirbelsäule

Sklerodermie, Ursachen, Folgen und Komplikationen

Die Ursachen für Sklerodermie sind bisher nicht genau bekannt. An der Krankheit ist das Abwehrsystem im Sinne einer Autoimmunkrankheit beteiligt

In Deutschland gibt es etwa 50 000 Menschen mit Sklerodermie. Frauen erkranken etwa sechsmal häufiger als Männer. Möglicherweise begünstigen Chemikalien die Krankheit (das Tuberkulosemittel Isoniazid; Polyvinylchlorid; Silikatstaub). Bei Frauen mit Silikonimplantaten in der Brust sind Sklerodermien häufiger aufgetreten.

 

Sklerodermie, Ursachen, Folgen und Komplikationen

 

Beschwerden

  • Anzeichen einer Durchblutungsstörung in Fingern und Zehen: bleiche oder bläuliche Verfärbung, Schmerzen.
  • Offene Stellen an den Fingerkuppen.
  • Gelenkschmerzen.
  • Schluckbeschwerden durch Speiseröhrenverengung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust.
  • Die Haut wird derb, glatt und starr. Sie wird immer weniger beweglich und verschiebbar. Dadurch lassen sich die Gelenke schlechter bewegen.
  • Trockener Mund, Bindehautentzündungen, trockene Scheide.
  • Die Zunge lässt sich kaum noch herausstrecken.

 

Ursachen

Sie sind bisher nicht genau bekannt. An der Krankheit ist das Abwehrsystem im Sinne einer Autoimmunkrankheit beteiligt. Das Bindegewebe ist teilweise entzündet; es vermehrt und verdickt sich. Das schädigt vor allem die Haut, die Schleimhaut der oberen Verdauungsorgane, der Lunge und der Nieren.


Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Die Blutgefäße sind entzündet oder verengen sich, bis sie vollständig verschlossen sind.
  • Die Lunge arbeitet nicht mehr richtig: Husten, Atemnot und ungenügende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sind die Folge.
  • Herzmuskelschwäche, weil sich das Gewebe narbig verändert hat.
  • Eine mangelnde Nierendurchblutung kann zum Nierenversagen führen.

Bei Männern verläuft die Krankheit meist ungünstiger als bei Frauen.

 

Vorbeugung

Ist nicht möglich.

Bei mehreren der oben beschriebenen Beschwerden. Mit der Bestimmung von Parametern des Immunsystems können versierte Ärzte die Diagnose früh stellen und die Behandlung daran orientieren, wie schwer der Verlauf dieses Sklerodermietyps wahrscheinlich sein wird.

 

Selbsthilfe

Kälte meiden. Das gilt auch für Speisen und Getränke.

 

Behandlung

Physikalische Behandlungen sind unerlässlich. Besonders wirksam ist Lymphdrainage.

Die ungünstigen Sklerodermie-formen werden trotz der erheblichen Nebenwirkungen mit D-Penicillamin behandelt, weil es den Verlauf bremsen kann. Sonst sollen verschiedene Maßnahmen helfen, die Erscheinungen zu mildern.

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Haut und Haare

Kupferfinne (Rosacea), fleckförmige Rötungen der Haut

In Deutschland wird etwa 360 000 mal im Jahr die Diagnose „Kupferfinne“ gestellt, Frauen sind etwas häufiger davon betroffen als Männer

Zunächst fleckförmige Rötungen der grobporigen Haut, vor allem auf Nase, Stirn und Wangen. Später entwickeln sich Knötchen und Pusteln. In manchen Fällen tritt diese Erkrankung über Jahre hinweg immer wieder auf oder bleibt lebenslang bestehen. Die Erkrankung befällt meist hellhäutige Personen im Alter zwischen 30 und 50. Wenn die Kupferfinne unbehandelt bleibt, kann sich – fast ausschließlich bei Männern – eine sogenannte Knollennase (Rhinophym) entwickeln.

 

Kupferfinne (Rosacea), fleckförmige Rötungen der Haut

 

Ursachen

Es werden viele Ursachen vermutet, z. B. erbliche Veranlagung und innere Erkrankungen. Entgegen landläufiger Meinung spielt Alkohol für die Entstehung der „roten Nase“ keine Rolle. Vielfältige, unspezifische Reize können die Gesichtsrötung auslösen: Erregung, emotionaler

Streß, Hitze, stark gewürzte Nahrungsmittel, heiße Getränke. Nach Ansicht vieler Fachleute spielt die Zusammensetzung des Talgs für die Entstehung der Erkrankung eine wesentliche Rolle.


Erkrankungsrisiko

In Deutschland wird etwa 360 000 mal im Jahr die Diagnose „Kupferfinne“ gestellt, Frauen sind etwas häufiger davon betroffen als Männer.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Erkrankung steckt nicht an und ist harmlos, wirkt sich aber wegen des auffälligen Aussehens häufig sehr auf das psychische Wohlbefinden aus.

In manchen Fällen sind die Augen von der Erkrankung mitbetroffen, es entwickelt sich dann eine Bindehautentzündung.


Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

Bei den oben genannten Beschwerden, sollten Sie zum Arzt gehen.


Selbsthilfe

Ähnlich wie bei der Akne ist die Hautreinigung sehr wichtig: Waschen Sie die betroffenen Hautstellen zweimal täglich mit einer milden Reinigungsmilch. Verwenden Sie keine Salben, Cremes oder Lotionen, die nicht von Ihrem Arzt oder von Ihrer Ärztin verschrieben oder empfohlen wurden.


Behandlung

Die Behandlung der Kupferfinne ähnelt der der Akne: sorgfältige Hautreinigung. Einnahme von Antibiotika, wie z. B. Tetrazyklin, über mehrere Wochen, in schweren Fällen auch die Anwendung von Vitamin-A-Säure.

Nach der Anwendung von kortisonhaItigen Medikamenten kann sich die Kupferfinne verstärken. Erweiterte, auf der Haut sichtbare Gefäße können mit einer feinen Nadel elektrisch „verbrannt“ und so entfernt werden. Diese (Elektrodesikkation) ist schmerzhaft. Für die Behandlung sind mehrere Sitzungen notwendig, die Erfolge sind mäßig, und die Beschwerden können nachher erneut auftreten.

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Schwangerschaft, Kinder

Kaiserschnitt, Technik des Kaiserschnitts

Beim Kaiserschnitt wird der Bauch durch einen Längs – oder Querschnitt geöffnet, ein Querschnitt ist für die Mutter nur wenig belastend

In Deutschland und in Österreich werden viel zu viele Kaiserschnitte gemacht. Ärzte argumentieren fast immer mit der Sicherheit des Kindes, in Wirklichkeit steht jedoch oft ihre eigene Sicherheit im Vordergrund: Sie haben „alles getan“, was sie konnten. Krankenhäuser, in denen geduldige Ärzte und Hebammen sorgfältig jede Entbindung prüfen, kommen meistens mit fünf bis zehn Prozent Kaiserschnittentbindungen aus.

 

Kaiserschnitt, Technik des Kaiserschnitts

Ein Kaiserschnitt ist gerechtfertigt, wenn

  • sich die Herztöne des Kindes plötzlich verlangsamen und der Muttermund noch nicht vollständig offen ist.
  • das Kind so liegt, dass es nicht durch die Scheide geboren werden kann, z.B. bei einer Querlage.
  • das Kind bei einer erstgebärenden Frau in Beckenendlage (Steißlage) liegt und laut Ultraschall das Gewicht auf mehr als 3600 Gramm geschätzt wird.
  • das Becken der Mutter ungewöhnlich eng ist (äußerer Durchmesser weniger als 20 cm). Die Praxis hat gezeigt, dass oft falsch gemessen wird. Lassen Sie vor der Entscheidung zum Kaiserschnitt einen anderen Arzt nachmessen.
  • das Kind im Verhältnis zum Becken der Mutter einen zu großen Kopf hat.
  • die Wehen schwach sind und auch durch Wehenmittel nicht stärker werden.
  • der Mutterkuchen (Plazenta) vor der Gebärmutter liegt.
  • sich der Mutterkuchen vorzeitig löst.
  • die Nabelschnur vor dem Kopf des Kindes liegt.
  • durch starke Wehen oder durch eine vorangegangene Operation ein Gebärmutterriß droht.
  • sich der Muttermund trotz starker Wehen über längere Zeit nicht öffnet.

 

Technik des Kaiserschnitts

Beim Kaiserschnitt wird der Bauch durch einen Längs – oder Querschnitt geöffnet.

Ein Querschnitt ist für die Mutter nur wenig belastend, weil er am Oberrand der Schamhaare angesetzt wird und später kaum sichtbar ist. Das Argument, dass Ärzte im Notfall aus Sicherheitsgründen einen Längsschnitt machen sollten, ist nicht stichhaltig. Die Operationsdauer verkürzt sich nur um 30 bis 60 Sekunden.

Ein Längsschnitt sollte nur in Ausnahmefällen gemacht werden:

wenn ein vorangegangener Kaiserschnitt mit einem Längsschnitt ausgeführt wurde, bei vorangegangener Unterbauchoperation, bei Dickleibigkeit.

 

Epiduralanästhesie beim Kaiserschnitt

Leider wird diese – gegenüber einer Vollnarkose – schonende Betäubungsmethode, bei der nur der Unterleib kurzfristig schmerzunempfindlich gemacht wird, beim Kaiserschnitt sehr selten angewandt.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand:

  • Mutter und Kind werden nicht durch eine Allgemeinnarkose belastet.
  • Die Mutter „verschläft“ nicht den ersten Kontakt zum Kind.
  • Das Gefühl des „Krankseins“ hält sich in Grenzen. Es gibt weniger Komplikationen (Fieber, Erschöpfung, Verstopfung), und die Schmerzen nach dem Eingriff sind geringer.
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Blut, Immunsystem

Arbeit des Immunsystems und Abwehrsystems

Arbeit des Immunsystems, sogenannte „Freßzellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“

Im Abwehrsystem, mit dem sich der Körper gegen Fremdes wehrt, gibt es zwei grundverschiedene Elemente: Die Immunabwehr, die durch Zellen vermittelt wird, und die, die auf der Wirkung von Substanzen beruht, die im Immunsystem gebildet wurden.

 

Arbeit des Immunsystems, Abwehrsystem

 

Phagozytose

Sogenannte „Fresszellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“. Diese Fresszellen, die aus dem Knochenmark stammen und zu den weißen Blutkörperchen gehören, heißen Granulozyten und Makrophagen.

Die Granulozyten haben eine Lebensdauer von zwei bis drei Tagen. Sie halten sich besonders im Blut auf, finden sich aber auch häufig in entzündetem Gewebe. Sie bekämpfen vor allem eiterbildende Bakterien.

Die langlebigen Makrophagen sitzen vorwiegend in Lunge, Leber, Milz, Lymphknoten. Man findet sie aber auch im Bindegewebe und an den kleinen Blutgefäßen. Makrophagen bekämpfen vor allem Mikroorganismen, die sich im Innern von Körperzellen verborgen halten.
Sobald der Preßvorgang beginnt, wird eine Reihe von chemischen Vorgängen in Gang gesetzt.

 

Komplementsystem

Dieses Verteidigungssystem, das teilweise in der Leber produziert wird, umfasst etwa zwanzig verschiedene Eiweiße, die in einem komplizierten Zusammenspiel mit zunehmender Kraft auf eingedrungene Feinde reagieren.

Das Komplementsystem hat im Rahmen der Abwehr im wesentlichen drei Aufgaben:

  • Zusammenarbeit mit den Fresszellen. Verschiedene Teile des Komplementsystems lagern sich an die feindlichen Zellen an, um den Fresszellen das Aufspüren und Andocken zu erleichtern.
  • Einzelne Faktoren des Komplementsystems (z. B. Histamin) bewirken, dass sich die kleinen Blutgefäße erweitern und körpereigene Abwehrstoffe die Wände passieren können – die Haut rötet sich und schwillt an.
  • Manche Komplementbestandteile schädigen die Zellwand des Eindringlings so stark, dass dieses zum Tod der Zelle führt.
  • Ist alles Fremde beseitigt, limitiert das Komplementsystem seine Arbeit selbst. Ohne diesen Mechanismus würde der Körper Schaden nehmen.

 

Immunmodulatoren

Registriert der Körper eine Infektion oder Gewebeschädigung, produziert er blitzschnell und in großer Menge sogenannte Immunmodulatoren, die mit dem Komplementsystem zusammenarbeiten. Zu den Immunmodulatoren gehören Stoffe, wie Interleukin -1 und -2, Fibrinogen, Faktor B usw.

Interleukin-1 beispielsweise erhöht die Abwehrbereitschaft der T – und B-Lymphozyten. Es veranlasst eine Erhöhung der Körpertemperatur (Fieber), wodurch Keime schneller absterben.

 

Interferone

Diese körpereigenen Eiweiße richten ihre Kraft speziell gegen Viren. Sie werden von T-Lymphozyten und anderen Zellen produziert. Mittlerweile können Interferone gentechnisch hergestellt und als Medikamente eingesetzt werden.

Körperzellen, die von einem Virus angegriffen werden, beginnen, Interferon zu produzieren. Dieses lagert sich dann an benachbarte, nicht infizierte Zellen an und bildet so eine Art Schutzwall vor dem Virus. Interferone können darüberhinaus auch die Aktivität anderer Abwehrzellen beeinflussen.


Killer-Zellen

Bei den „natürlichen Killer-Zellen“ handelt es sich um große weiße Blutkörperchen, die auf die Abwehr von Viren und Krebszellen spezialisiert sind. Verschiedene Interferone arbeiten mit den „natürlichen Killer-Zellen“ eng zusammen und verstärken deren Abwehrwirkung.

 

Spezifisches Immunsystem

Dieses zweite Element der körpereigenen Abwehr besteht aus T – und B-Lymphozyten. Es ist zum Zeitpunkt der Geburt nur in Ansätzen vorhanden und entwickelt sich erst in der Auseinandersetzung mit fremden Zellen. Im Körper des erwachsenen Menschen kursieren etwa 1000 Milliarden solcher Verteidigungszellen, von denen rund eine Milliarde täglich erneuert wird. Lymphozyten durchwandern ständig den Körper. Ihre bevorzugten Aufenthaltsorte sind die Milz, die Lymphknoten und die Lymphgewebe des Darms.

Sowohl T- als auch B-Lymphozyten können Informationen über die Fremdlinge speichern, mit denen sie sich einmal auseinandergesetzt haben. Taucht irgendwann einmal die gleiche Art Fremdling erneut auf, sorgen diese „Gedächtniszellen“ dafür, dass unverzüglich die volle Abwehrkraft parat steht – der Körper ist gegen diese speziellen Keime immun geworden. Eine solche Immunität entwickelt sich gegen die meisten Kinderkrankheiten – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken usw. -, wenn man die Krankheit durchgemacht hat oder nach einer entsprechenden Impfung.

 

B-Lymphozyten

Sie entstehen im Knochenmark und wandern von dort zu den peripheren Lymphzonen (Magen-Darm-Bereich, Atemwege, Urogenitaltrakt), wo sie im Kontakt mit fremden Zellen (Antigenen) einen Lernprozess mitmachen und zu langlebigen Zellen umgewandelt werden.

B-Lymphozyten tragen an ihrer Oberfläche etwa 100000 sogenannte Antikörper(Immunglobuline), die an die Körperflüssigkeiten abgegeben werden können. Antikörper erkennen körperfremde und schädliche körpereigene Zellen (z. B. Krebszellen) und können sie im Zusammenspiel mit den anderen Einheiten des Immunsystems vernichten.

Jeder Antikörper passt zu einer einzigen Art von fremden Zellen – ähnlich wie ein Schlüssel nur in ein Schloss passt. Da es aber Millionen verschiedener Fremdzellen gibt, müssen im Körper ebenso viele verschiedene Antikörper vorhanden sein, bzw. der Körper muss solche passenden Antikörper produzieren können.

Wird eine fremde Zelle als „bekannt“ identifiziert, beginnen alle B-Lymphozyten, die Träger der speziellen Antikörper sind, unentwegt so lange und in so großer Zahl (2000 pro Sekunde) Antikörper zu produzieren, bis der Feind wirksam bekämpft werden kann. Das dauert meist einige Tage – in dieser Zeit fühlt man sich krank.

 

Jeder Antikörper verfügt über folgende Fähigkeiten:

  • Er kann zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen unterscheiden.
  • Er kann feindliche Zellen (Antigene) erkennen.
  • Er kann sich an Antigene anklammern.
  • Er kann das Komplementsystem zu Hilfe rufen.
  • Er kann Fresszellen herbeirufen.

Krankhaft veränderte Körperzellen werden von Antikörpern genauso wie fremde Zellen behandelt.

 

T-Lymphozyten

Diese Zellen stammen ebenfalls aus dem Knochenmark, erhalten ihre Immunkompetenz jedoch in der Thymusdrüse. Sie sind darauf spezialisiert, Fremdes zu bekämpfen, das sich in körpereigene Zellen eingeschlichen hat. Solche Fremdlinge sind vor allem Viren, die sich ohne die Hilfe anderer Zellen gar nicht vermehren können. T-Lymphozyten finden sich im Lymphsystem des Körpers, halten sich jedoch vorwiegend in den peripheren Lymphgeweben auf.

Eine bestimmte Untergruppe dieser Verteidiger – T-Helferzellen genannt – ist darauf spezialisiert, verkleidete Feinde aufzuspüren, sie mit einer Art „Todeskuss“ zu markieren und so den „Kollegen“ die Möglichkeit zu verschaffen, sie zu vernichten. T-Helferzellen können mit  Hilfe von Interleukinen außerdem Killerzellen aktivieren.

Eine weitere Untergruppe von T-Lymphozyten sammelt und speichert Informationen über den Feind. Ähnlich wie B-Lymphozyten werden auch die T-Lymphozyten durch Kontakt mit dem Antigen aktiviert und über Zellteilung zu „Waffenfabriken“ umfunktioniert.

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Haut und Haare

Grindflechte (Impetigo), kleine Bläschen auf der Haut

Grindflechte ist relativ harmlos, jedoch unbehandelt, kann sie sich am ganzen Körper ausbreiten und besonders für Kleinkinder lebensbedrohlich sein

Kleine Bläschen auf der Haut, meist um Mund und Nase, die nach kurzer Zeit eintrocknen. Die Hautstellen überziehen sich mit einer honiggelben Kruste, die wie brauner Zucker aussieht. Die Erkrankung verursacht Juckreiz und breitet sich durch Kratzen weiter aus.

 

Grindflechte (Impetigo), kleine Bläschen auf der Haut

 

Ursachen

Eine bakterielle Infektion der Haut, die sehr ansteckend ist.


Erkrankungsrisiko

Die Krankheit befällt in erster Linie Kinder.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Krankheit ist normalerweise relativ harmlos. Bleibt sie jedoch unbehandelt, kann sie sich am ganzen Körper ausbreiten und besonders für Kleinkinder lebensbedrohlich werden. Eine sachgemäße Behandlung führt normalerweise prompt zur Heilung. Danach weisen die betroffenen Hautstellen eine hellere Färbung auf, die sich nach kurzer Zeit wieder der übrigen Hautfarbe angleicht. Es bleiben keine Narben zurück.

In seltenen Fällen, wenn es sich um Bakterien von der Art Streptokokkus handelt, kann die Erkrankung auch die Nieren befallen.


Vorbeugung

Kontakt mit Infizierten meiden.

Sobald Sie den Verdacht haben, daß es sich um Grindflechte handelt, sollten Sie zum Arzt gehen.


Selbsthilfe

Die Krusten lassen sich vorsichtig mit Seife und Wasser entfernen, so daß eine von Ärztin oder Arzt eventuell verschriebene Salbe die betroffenen Hautstellen erreichen kann.

Seife und Handtücher des Kranken sind streng von denen anderer zu trennen.

Kinder sollten während der Zeit der Erkrankung nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen.


Behandlung

Normalerweise werden die Krusten mit antibiotikahaltigen, fettenden Salben abgelöst. Bei ausgedehnter Bläschenbildung müssen die Antibiotika geschluckt werden. Um auszuschließen, daß die Erkrankung auch die Nieren erfaßt hat, sollte drei und fünf Wochen nach der Heilung der Urin untersucht werden.

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Rücken und Wirbelsäule

Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenschaden

Hexenschuss: Plötzliche, heftige Kreuzschmerzen, oft beim Bücken, Aufrichten, Drehen, Heben. Beim Husten, Niesen oder Pressen verstärken sich die Schmerzen

Die Muskulatur um die Wirbelsäule herum ist verspannt. Man mag sich kaum noch bewegen und findet keine bequeme Lage.

„Ischias“: Dasselbe an tieferer Stelle im Kreuz. Die Schmerzen strahlen ins Gesäß aus, entlang der Außen – oder Rückseite des Oberschenkels, oft bis in die Waden und hinunter zu Knöchel und Fuß. Lähmungserscheinungen sind möglich.

 

Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenschaden

 

Ursachen

  • Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall. Dabei drückt der herausdrängende gallertige Kern der Bandscheibe auf die aus dem Wirbelkanal austretenden Nerven.
  • Dadurch entstehen Muskelverspannungen. Gefühlsstörungen und Lähmungen, Fehlhaltungen.

 

Erkrankungsrisiko

Möglicherweise altert der Bandscheibenring aufgrund einer angeborenen Bindegewebeschwäche vorzeitig und wird „mürbe“. Jede Form von körperlicher und seelischer Überlastung über lange Zeit führt zu Verspannungen, die den Bandscheiben nicht zuträglich sind.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Um sich zu schonen, nehmen die Betroffenen eine Haltung ein, die die Muskeln noch mehr beansprucht. Drückt die Bandscheibe über längere Zeit auf einen Nerv, kann ihn das dauerhaft schädigen.

 

Vorbeugung

  • Die für sich richtige Mischung zwischen Anspannung und Entspannung herausfinden und danach leben.
  • Rückenschonende Bedingungen am Arbeitsplatz und ausgleichende Bewegung.
  • Rücken – und Bauchmuskulatur kräftigen.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

  • Sofort: Wenn Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Wenn die Schmerzen trotz Selbsthilfemaßnahmen unerträglich bleiben.
  • Wenn die Schmerzen nach einem Monat noch nicht deutlich abgeklungen sind oder immer wiederkehren.

 

Selbsthilfe

Entspannung jeder Art: Bettruhe, feuchte Wärme, Bäder, Entspannungsübungen


Behandlung

„Hexenschuss“ und „Ischias“ sind immer Signale des Körpers, besser achtzugeben auf das Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung. Wenn Sie glauben, sich Muße meistens „nicht leisten zu können“, sollten Sie das mit Fachleuten besprechen.

 

Physikalische Behandlung

  • Massagen
  • Fangopackungen. Nachdem die akuten Beschwerden abgeklungen sind:
  • Rückenschule
  • Akupunktur
  • Neuraltherapie
  • Behandlung nach Feldenkrais

 

Medikamente

Um den akuten Schmerz zu lindern: Schmerzmittel. Manchmal spritzen Ärzte ein Mittel, das die Nerven betäubt (z. B. Prokain). Es sollte jedoch nur eingesetzt werden, um den Schmerz-
Verspannungs-Kreislauf zu unterbrechen.


Operation

Drückt die Bandscheibe so auf die Nerven im Wirbelkanal, daß Lähmungen auftreten, wird sie möglichst bald entfernt. Sonst wartet man ab, ob eine mehrwöchige Behandlung keine Besserung bringt und ob sich der Vorfall mehrfach wiederholt. Nur bei etwa zehn Prozent der Patienten müssen bandscheibenbedingte Beschwerden operiert werden.

Vor einer Operation muß durch Computertomografie, Magnetresonanztomografie oder Myelografie einwandfrei nachgewiesen sein, daß tatsächlich ein Bandscheibenvorfall die Ursache der Beschwerden ist. Zwei Drittel der Operierten sind hinterher beschwerdefrei, der Rest plagt sich weiterhin mit Schmerzen. In einigen Fällen verschlechtert sich der Zustand durch die Operation.

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Haut und Haare

Gürtelrose (Herpes zoster), Rötung und Bläschen

Gürtelrose kann überall an der Körperoberfläche auftreten, häufig zeigt sie sich jedoch an Rumpf oder Gesicht, die Bläschen erscheinen nach und nach

Halbseitige, brennende Schmerzen, Rötung und Bläschen. Gürtelrose kann überall an der Körperoberfläche auftreten, häufig zeigt sie sich jedoch an Rumpf oder Gesicht. Die Bläschen erscheinen nach und nach entlang des Versorgungsgebietes eines Nervs, verkrusten, verschwinden nach etwa zwei bis drei Wochen und hinterlassen kleine Narben. Die brennenden Schmerzen können noch wochen – oder monatelang anhalten.

Die Betroffenen fühlen sich häufig schon vor dem Auftreten des Hautausschlags unwohl und abgeschlagen und spüren Schmerzen in jenem Hautbereich, auf dem sich später der Ausschlag zeigen wird.

 

Gürtelrose (Herpes zoster), Rötung und Bläschen

 

Ursachen

Eine Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus, demselben Virus, das die Windpocken auslöst. Dieses Virus verbleibt nach der Infektion in bestimmten Nervenzellen – den Spinalganglien. Durch eine Schwäche des körpereigenen Immunsystems wird das Virus plötzlich aktiv.


Erkrankungsrisiko

Gürtelrose kann in jedem Alter auftreten, ist aber bei Personen über 50 Jahre am häufigsten. Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, ist bei immungeschwächten Personen erhöht.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Die Erkrankung ist ansteckend, solange Bläschen vorhanden sind. Personen, die noch keine Windpocken hatten, bekommen dann diese „Kinderkrankheit“. Gürtelrose heilt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ohne bleibende Schäden. Allerdings können die betroffenen Stellen manchmal jahrelang schmerzen.

Bei einer Gesichtsrose können Gesichtsnerven zeitweise gelähmt sein. Sind die Augen betroffen, besteht die Gefahr, dass Bindehaut und Hornhaut des Auges geschädigt werden und das Augenlicht verlorengeht.

 

Vorbeugung

Ist nicht möglich. Allerdings kann die frühzeitige Behandlung mit Virusmitteln den Verlauf der Erkrankung wesentlich mildern. Gürtelrose tritt bei Menschen mit intakter Immunabwehr nur einmal im Leben auf.

Bei den allerersten Anzeichen einer Gürtelrose. Ist das Gesicht betroffen, möglichst rasch zu Augenärztin oder – arzt.


Selbsthilfe

Feuchtigkeit, Zugluft und Kälte meiden. Wärme lindert. Einem erkrankten Auge tut Ruhe wohl. Man kann versuchen, die Schmerzen mit einem einfachen Schmerzmittel zu lindern.


Behandlung

Bei einer unkomplizierten Gürtelrose können fetthaltige Salben helfen, die verkrusteten Bläschen abzulösen. Die betroffenen Stellen können mit einem Verband abgedeckt werden.

Bei sehr ausgeprägter oder sehr schmerzhafter Gürtelrose hilft Aciclovir in Form von Tabletten oder
Infusionen, die Krankheit zu mildern und zu verkürzen. Allerdings hat Aciclovir keinen Einfluß auf die später möglichen Nervenschmerzen.

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Rücken und Wirbelsäule

Skoliose, seitliche Wirbelsäulenverkrümmung

Als Skoliose bezeichnet man eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule (Wirbelsäulenverkrümmung), mit gleichzeitiger Verdrehung um die Längsachse

Zwei bis vier von hundert Menschen haben eine seitliche Wirbelsäulenverkrümmung, aber nur bei zwei bis vier von hundert dieser Menschen muss diese als Skoliose behandelt werden. Meist fällt die Skoliose mit etwa 13 bis 14 Jahren auf. Mädchen sind etwa viermal häufiger betroffen als Jungen. Ist das Wachstum abgeschlossen, verlangsamt sich die Wirbelsäulenverkrümmung. Manchmal kommt sie auch zum Stillstand.

Kinder aus einer Familie mit einem Skoliosekranken haben ein größeres Risiko, diese Krankheit zu bekommen.

 

Skoliose, seitliche Wirbelsäulenverkrümmung

 

Beschwerden

Meist sehen die anderen die Verbiegung, zum Beispiel beim Kleiderkauf. Erst bei fortgeschrittener Krankheit wird die seitliche Wirbelsäulenverkrümmung sichtbar:

  • Eine Hüftseite springt stärker hervor.
  • Eine Schulter (meist die rechte) steht etwas hoch. Das Schulterblatt steht ab.
  • Beugen sich die Betroffenen nach vorne, sieht man von
    hinten, daß sich eine Rückenhälfte nach hinten vorwölbt (Rippenbuckel oder Lendenwulst).

 

Ursachen

Die meisten Skoliosen entstehen aus unbekannter Ursache. Nur selten sind Lähmungen oder angeborene Fehlstellungen die Ursache.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Schmerzen.
  • Der Brustkorb kann sich verbiegen und die Herz- und Lungenfunktion beeinträchtigen.
  • Die Betroffenen leiden sehr unter ihrem verformten Körper (Buckel). Fast die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer bleiben unverheiratet. Arbeitslosigkeit und Invalidität trifft Skoliosekranke erheblich öfter als Gesunde.

 

Vorbeugung

Rechtzeitiges Erkennen ist die beste Vorbeugung. Kinder mit einer leichten Skoliose sollten halbjährlich von Orthopäden auf eine eventuelle Verschlechterung hin kontrolliert werden.


Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Sie die oben genannten Zeichen bemerken. Wenig erfahrenen Ärzte können Röntgenbilder leicht eine Skoliose vortäuschen. Besonders Kinder, die während der Aufnahme kaum völlig stillstehen, weisen dann eine scheinbar verbogene Wirbelsäule auf. Eine Verdrehung um die Längsachse fehlt in solchem Fall allerdings immer.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.


Behandlung

Liegt eine leichte Skoliose (unter 20°) vor, die sich nachgewiesenermaßen verschlechtert, sollte ein Stützkorsett (Orthese) getragen werden. Setzt bei einem Kind mit einer Skoliose über 30° ein Wachsstumsschub ein, sollte die Verschlechterung nicht erst abgewartet werden, sondern das Stützkorsett gleich angepaßt werden. Es drängt die Wirbelsäule durch Druck und Zug in die gewünschte Richtung. Krankengymnastische Übungen unterstützen diese Behandlung.

Wie lange die Orthese getragen werden muss, richtet sich danach, wie schwer die Erkrankung ist und in welchem Alter die Behandlung begonnen wurde. Meistens liegt die tägliche Tragedauer zwischen 14 und 23 Stunden. Die Behandlung dauert bis zum Abschluß des Wachstums. Bei Mädchen ist das mit etwa 15 Jahren der Fall, bei Jungen etwa zwei Jahre später.

Probleme: Die Orthesen drücken, behindern und sind unter modischer Kleidung kaum zu verstecken. Es ist sehr schwer, aktive, junge Menschen in einen solchen Panzer zu zwingen. Sie haben keine Beschwerden und können das, was unbehandelt auf sie zukommen kann, kaum ermessen.

Erfolg: Bei vielen gelingt es, eine Verschlechterung und damit eine Operation zu vermeiden.

 

Operation

Bei Skoliosen über 50° ist zu erwarten, dass die Verkrümmungen zunehmen. Sie sollten möglichst operiert werden, bevor sich der Körper extrem verformt hat, körperliche Beschwerden eingetreten sind und die psychischen Belastungen das Leben der Betroffenen schon sehr beeinträchtigt haben.

Die Skoliose-Operation ist eine „große“ Operation. Dazu werden in den betroffenen Wirbelsäulenteil zwei Stäbe eingezogen. Ferner wird die Wirbelsäule gezielt veranlaßt, so zu verwachsen, daß sie an dieser Stelle unbeweglich wird. Nach der Operation müssen die Betroffenen für etwa ein Jahr ein Gips- oder Kunststoffkorsett tragen, damit die
operierte Stelle ungestört versteifen kann. Bei neueren Operationsverfahren erübrigt sich manchmal das Korsett.

Ergebnis: Die Krümmung der Wirbelsäule wird durchschnittlich um etwa die Hälfte verringert.

Risiken: Außer den üblichen Operationsrisiken durch Narkose, Bluttransfusionen und Infektionen kommt das Risiko von Nervenschädigungen hinzu (bei 0,3 bis 0,8 Prozent der Operierten), deren schwerste Form eine Querschnittlähmung sein kann.

Besonders bei einer Verdrehung der Lendenwirbelsäule kann auch von vorne – also durch den Bauchraum hindurch – operiert werden. Die Korrekturergebnisse sind besser, die Operation selbst aber noch aufwendiger. Querschnittlähmungen sind seltener.

Während der Behandlung mit den speziellen Stützkorsetts und nach einer Operation haben die Betroffenen ein Recht auf Anerkennung als vermindert Erwerbsfähiger, bis ihre angemessene Belastbarkeit wiederhergestellt ist.

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Gesundheit Allgemein

Homöopathie , Durchführung und Anwendung

Die Homöopathie geht davon aus, dass jedem Menschen eine „Lebenskraft“ mit bestimmter Dynamik und Funktion innewohnt, wird sie gestört, entstehen Krankheiten

Die Homöopathie ist ein in sich geschlossenes Medizinsystem, das Samuel Hahnemann zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgebaut hat und das von dem der üblichen wissenschaftlichen Medizin sehr abweicht.

Die Homöopathie geht davon aus, dass jedem Menschen eine „Lebenskraft“ mit bestimmter Dynamik und Funktion innewohnt. Wird sie gestört, entstehen Krankheiten. Deren Symptome sollen durch homöopathische Arzneimittel beseitigt werden können, weil sie den Körper reizen, seine „verstimmte Lebenskraft“ wieder zu regulieren. Homöopathische Behandlung beruht auf zwei Prinzipien. Eines ist die Prüfung von Arzneimitteln am gesunden Menschen. Dazu testete Hahnemann bei einer ganzen Reihe von Pflanzen und Salzen, wie sie auf gesunde Versuchspersonen wirken. Seine Beobachtungen nannte er „Arzneimittelbilder“. Diese für jede Pflanze und jede Substanz charakteristischen Wirkungen bilden die Grundlage für die „Ähnlichkeitsregel“. Dieses „Simile Prinzip“ besagt, dass eine Arznei ein ähnliches Leiden erregen kann wie das, welches sie heilen soll. Nach dieser Regel wählen homöopathische Behandler die Arzneimittel aus.

Homöopathen setzen die Auszüge von Pflanzen und Substanzen mal konzentriert, mal in extrem starker Verdünnung ein. Die Wirksamkeit soll die abnehmende Konzentration nicht beeinflussen. Im Gegenteil: Manche Homöopathen halten die extrem verdünnten Mittel für wirksamer als die konzentrierteren.

 

Homöopathie, Durchführung und Anwendung

 

Homöopathische Arzneimittel

Sie entstehen aus Konzentraten, die nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellt werden. Sie werden entsprechend den Vorschriften verdünnt. Die Homöopathen sprechen von „potenzieren“, weil sie davon ausgehen, dass das Verschütteln die Wirkung der Mittel steigert.

Die Verdünnungen werden mit „D“, „DH“ oder „X“ bezeichnet, wenn sie im Verhältnis 1: 10 verdünnt werden (Dezimalpotenzen). Dazu wird 1 Teil Ursubstanz mit 9 Teilen Lösungsmittel verschüttelt = D 1 oder 1 DH oder 1 X. Bei „C“ oder „CH“ geschieht die Verdünnung in Hunderterschritten (1 : 100; Centesimalpotenzen). Bei „LM“ wird 1 Teil auf 50 000 Teile verdünnt.

Bis D 6 spricht man von Tiefpotenzen, bis D 12 von mittleren Potenzen, darüber von Hochpotenzen. Homöopathische Arzneimittel mit rezeptpflichtigen Inhaltsstoffen müssen bis D 3 wie andere Arzneimittel auch Wirkung, Nebenwirkungen und Unbedenklichkeit belegen und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden.

Ab D 4 braucht der Hersteller nur Qualität, Unbedenklichkeit und die Herstellung nach dem Homöopathischen Arzneibuch nachzuweisen, damit die Mittel registriert werden. Statt eines Beipackzettels tragen sie auf dem Gefäß den Aufdruck: „Registriertes homöopathisches  Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“, Außerdem gibt es noch Homöopathika, die ohne jegliche Kontrolle von Qualität und Unbedenklichkeit auf dem
Markt sind. Da der Produzent zusichert, von ihnen nicht mehr als 1000 Packungen im Jahr herzustellen, braucht er sie der Aufsichtsbehörde nicht einmal anzuzeigen. Ihre Zahl wird auf zehn – bis zwanzigtausend geschätzt.

 

Durchführung

Vor jeder homöopathischen Behandlung sollte eine schulmedizinische Diagnose klären, ob eine solche Therapie überhaupt angebracht ist.

Eine Homöotherapie beginnt damit, daß die Behandler das individuelle Krankheitsbild ermitteln. Dazu registrieren sie die körperlichen und seelischen Merkmale der Patienten und ermitteln die Grundzüge von Charakter und Verhalten. In Kombination mit den ganz spezifischen Krankheitssymptomen können die Behandler dann das spezifische homöopathische Arzneimittel bestimmen.

Drei unterschiedliche Richtungen haben sich mittlerweile in der Homöopathie etabliert.

Die „klassische Homöopathie“ hält sich weitgehend an die von Hahnemann vorgegebenen Regeln, wie sie oben beschrieben sind.

Die „wissenschaftlich-kritische Homöopathie“ behandelt vornehmlich die erkrankten Organe und verwendet dafür wenig verdünnte Mittel (Tiefpotenzen).

Die „Komplexmittel-Homöopathie“ verwendet fixe Kombinationen mehrerer Einzelmittel, die meist unter dem Namen ihrer Indikationen im Handel sind. Solche fixen Kombinationen widersprechen zwar den Grundlagen der Homöopathie, sie erfüllen jedoch den Wunsch der Verbraucher nach einer Selbstbehandlung mit „etwas Homöopathischem“.

Weitere Diagnose- und Behandlungsverfahren, die manche Behandler anwenden, wie z. B. die Elektroakupunktur, haben mit der Homöopathie Hahnemanns nichts zu tun.

 

Anwendung

Domäne der Homöopathie ist die Behandlung von „Zivilisationskrankheiten“. Über ihre Wirksamkeit bei Befindlichkeitsstörungen, chronischen Funktionsstörungen, Allergien und Abwehrschwäche ist vielfach berichtet worden.

Auch Studien, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sind darunter. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, daß die positiven Effekte auf den verwendeten Arzneimitteln beruhen.

Bei vielen Erkrankungen kann die Homöopathie als Begleitbehandlung dienen.


Hinweis

Homöopathische Behandlung ist nicht grundsätzlich risikolos und nebenwirkungsfrei.

Werden Mittel mit Arsen, Quecksilber, Blei oder Kadmium in Potenzen unter D 8 längere Zeit angewandt, sind chronische Vergiftungen möglich.

Stoffe und Pflanzen, die das Erbgut schädigen oder die Entstehung von Krebs begünstigen, werden in der Homöopathie immer noch verwendet (u.a. Arsenverbindungen, Aristolochia).

Allergieauslösende Pflanzen können etwa bis D 8 empfindliche Menschen gefährden. Besonders problematisch ist das bei injizierten Mitteln, zum Beispiel mit Auszügen  aus Bienen (Apis) oder Kreuzspinnen (Araneus). Die Tiefpotenzen mancher Mittel können akut erkrankte Organe schädigen (z. B. Berberis bei akuter Hepatitis).

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Gesundheit im Alter

Ginsengwurzel, kann sie Alterserscheinungen stoppen?

Die Wirkung der legendären Ginseng-Pflanze, der Mythos der Ginsengwurzel ist inzwischen relativiert, was heißt, Ginseng ist kein Wundermittel

Der Mythos der Ginsengwurzel ist inzwischen relativiert, was heißt, Ginseng ist kein Wundermittel. Nachdem standardisierte Ginseng-Extrakte hergestellt wurden, konnten auch exakte, kontrollierte wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkung der legendären Ginseng-Pflanze durchgeführt werden.

Inzwischen sind die Wirkstoffe der Ginsengwurzel analytisch-chemisch definiert. Es handelt sich um sogenannte Ginsenoide (glykosidähnliche Triterpen-Saponine). Wissenschaftliche Untersuchungen stellten fest, daß die Ginsenoide sehr wohl wirksam sind, wenn auch nicht
bei einmaliger Einnahme, sondern bei kontinuierlicher Einnahme in kleinen Mengen über mehrere Wochen hinweg.

 

Ginsengwurzel, kann sie Alterserscheinungen stoppen?

 

Die Untersuchungen ergaben folgende Wirkungen von Ginseng:

  • Natürlich-physiologische Stimulierung,
  • Allgemeine körperliche und geistige Leistungssteigerung
  • Verbesserung der Anpassungsfähigkeit des Organismus
  • Leichte Steigerung der Hirndurchblutung und Verbesserung der Merk- und Lernfähigkeit,
  • Verbesserung der Reaktion
  • Unspezifische Steigerung der Abwehrkräfte
  • Revitalisierung (Zurückgewinnung der Vitalität), das heißt Steigerung der Vitalität).

 

Diese Wirkungen der Ginsengwurzel sind allerdings nicht dramatisch – was bedeutet, Ginseng baut den Organismus allmählich, dafür aber um so dauerhafter auf. Fragt sich natürlich, mit welchen Nebenwirkungen diese Stimulierung erkauft wird.

Die bisherigen toxikologischen und pharmakologischen Studien konnten keine Toxizität (Giftwirkung), keine krebserzeugende Wirkung und keine Nebenwirkungen irgendeiner Art bei der üblichen Dosierung feststellen. Was den bisherigen Lehrsatz „keine Wirkung ohne Nebenwirkung“ widerlegt. Allerdings ist Ginseng nicht gleich Ginseng. Und wirksam ist auch nicht jedes Ginseng-Präparat; manche Präparate enthalten nur Spuren der teuren Wurzel.

 

Andere „lebensverlängernde“ Substanzen

Verschiedene möglicherweise revitalisierende und Alterserscheinungen minimierende Substanzen sind zur Zeit in wissenschaftlicher Erprobung. Doch wäre es verfrüht, sich allzu große Hoffnungen zu machen, vor allem auch deswegen, weil alle diese synthetischen Stoffe neben der Wirkung auch Nebenwirkungen haben.

Frischzellenkur

Die Wirksamkeit einer Frischzellenkur ist bis jetzt noch nicht wissenschaftlich exakt bewiesen. Und außerdem werden in letzter Zeit wieder sehr stark die möglichen Nebenwirkungen und eine potentielle Gesundheitsgefährdung durch die Übertragung von Krankheiten diskutiert. Sie sollten deshalb den Einsatz von Frischzellen erst einmal sehr kritisch beurteilen.

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Verdauung

Krebs im Mundbereich, Brennen, Fremdkörpergefühl

Das Risiko an Krebs im Mundbereich zu erkranken steigt für Männer ab 45 und alle, die täglich eine Packung Zigaretten rauchen bzw. Tabak kauen

Die Beschwerden sind uncharakteristisch: Brennen, Fremdkörpergefühl, Taubheitsgefühle unter dem Zahnersatz, Blut im Speichel. Jedes knotige, geschwürige Gebilde oder verhärtete Gebiet der Zunge, des Zungengrundes und der Mundschleimhaut ist krebsverdächtig (Ausnahme: Aphthen, ebenso ständige Druckstellen.

 

Krebs im Mundbereich, Brennen, Fremdkörpergefühl

 

Ursachen

Rauchen. Tumoren an Zunge und Mundschleimhaut können durch gebrochene Zähne, überquellende Zahnfüllungen oder unpassende Prothesen provoziert werden. Gutartige Zungentumoren können sich zu Krebs entwickeln.


Erkrankungsrisiko

Das Risiko steigt für Männer ab 45 und alle, die täglich eine Packung Zigaretten rauchen bzw. Tabak kauen und regelmäßig Alkohol trinken. Arbeiter in der Galvanisation und Metallschleiferei sind zusätzlich gefährdet.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Schleimhauttumoren mit weniger als einem Zentimeter Durchmesser können meist geheilt werden. Krebszellen befallen jedoch die zahlreichen Lymphknoten im Mund – und Halsgebiet früh. In jedem dritten Fall besteht dann das Risiko, dass sich zusätzlich ein weiterer Tumor in Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre oder Lunge bildet.


Vorbeugung

Stellen Sie möglichst das Rauchen ein. Lassen Sie Ihre Zähne zweimaljährlich zahnärztlich kontrollieren.

Bei den ersten Anzeichen von Verhärtung, Knötchen, rötlich verfärbter Geschwürbildung besonders am Mundboden, an der Zungenunterseite, am weichen Gaumen und an den Wangeninnenseiten, sollten Sie zum Arzt gehen. Mit einem Abstrich sind Krebszellen früh zu erkennen.

 

Selbsthilfe

Unternehmen Sie, was Ihnen Freude macht und guttut, das kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.


Behandlung

Eine medikamentöse oder alternative Behandlung gibt es nicht. Jeder Krebs im Mundbereich muß chirurgisch entfernt werden. Oft müssen Teile des Kieferknochens, des Gesichts- oder Halsbereichs mit entfernt werden. In fortgeschrittenem Stadium ist zusätzlich eine Chemotherapie, zur Nachbehandlung eine Röntgenbestrahlung sinnvoll. Selbst bei weitreichenden Eingriffen können Entstellungen des Gesichts vermieden werden. Mit körpereigenem Gewebe, Knochen und Prothesen wird das Gesicht so gut wie möglich wieder aufgebaut.

Diese Wiederherstellung sollte möglichst bald nach der ersten Operation beginnen. Sie erfordert in jedem Fall Geduld und Mitarbeit der Betroffenen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eventuell notwendige Gesichtsprothesen (Epithesen) meist vollständig. Es ist sinnvoll, das Angebot einer Rehabilitations – oder Nachsorgekur anzunehmen. Eine Psychotherapie kann helfen, mit der Krankheit und den Prothesen besser zurechtzukommen.

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Blut, Immunsystem

Gestörtes Immunsystem, Autoimmunkrankheiten

Gestörtes Immunsystem, wenn das Immunsystem die Fähigkeit verliert, zwischen eigenen und fremden Zellen, gesunden und kranken Körperzellen zu unterscheiden

Immer, wenn ein Mensch krank wird, ist die Abwehrleistung des Immunsystems überfordert gewesen. Doch manche Krankheiten betreffen ganz spezifisch das Abwehrsystem.

Autoimmunkrankheiten: Wenn das Immunsystem die Fähigkeit verliert, zwischen eigenen und fremden Zellen, zwischen gesunden und kranken Körperzellen zu unterscheiden, beginnt es plötzlich, gesunde eigene Zellen anzugreifen. In der Folge treten Krankheiten auf, die als „Autoimmunkrankheiten“ bezeichnet werden – vom griechischen „autos“ für „selbst“: Rheumatoide Arthritis, Sklerodermie, Lupus erythematodes, Typ-I-Diabetes, Basedowsche Krankheit, Myasthenia gravis, Multiple Sklerose und andere.

Die selbstzerstörerische Kraft von Autoimmunkrankheiten kann nur durch Eingriffe von außen gebremst werden. Dazu dienen hochwirksame Medikamente, wie Kortisone, Immunsuppressiva, Interferone und Interleukine. Bei einer Reihe von Autoimmunkrankheiten haben sich unterstützende psychotherapeutische Interventionen als sehr hilfreich erwiesen.

 

Gestörtes Immunsystem, Autoimmunkrankheiten

 

Allergien

Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Körpers nach wiederholtem Kontakt mit einem fremden Stoff, wie Blütenpollen, Medikamenten, Tierhaaren, Chemikalien usw. Die extrem starke Abwehrreaktion kann sich lokal in Form von Hautentzündungen zeigen, als Schleimhautentzündung wie beim Asthma oder als Erkrankung des ganzen Körpers, wie bei einer Penizillinallergie.


Immundefekte

Wenn dem Körper nicht genügend effiziente Abwehrzellen zur Verfügung stehen, bezeichnet man dies als Immundefekt. Die Ursache dafür kann angeboren oder erworben sein. Krankheiten wie Aids, Leukämie, nephrotisches Syndrom usw. und Behandlungen, zum Beispiel mit Krebsmitteln oder eine Strahlentherapie, aber auch Verbrennungen können zu Immundefekten führen.


Immuntherapien

Von einem starken Immunsystem erhofft man sich, daß es Krankheiten effizient abwehrt. Mit verschiedenen Mitteln und Methoden wird versucht, das Immunsystem zu stärken.

 

Immunstärkung, Immunmodulation

Früher nannte man dies „Abhärtung“. Der Zweck ist ein Training des Immunsystems mit Hilfe von Kälte, Wärme, Bädern, Sauna, Höhenklima, Bewegung, Sport, Ernährung, Entspannung, Fasten, diversen Pflanzenmitteln, Bakterienmitteln zum Schlucken oder Spritzen, geringfügigen Verletzungen (Baunscheidtverfahren) und anderes mehr.

Eine neue Forschungsrichtung, die Psychoneuroimmunologie, beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen psychischem Zustand und Immunsystem. Bis jetzt gibt es allerdings noch zu wenig handfeste Untersuchungsergebnisse, um konkrete Aussagen oder gar Empfehlungen abgeben zu können.

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Kreislauf, Lunge, Herz

Lungenentzündung, Erkrankungsrisiko und Ursachen

Eine Lungenentzündung (Pneunomie), kann von Bakterien, Viren, aber auch von Pilzen, chemischen Reizstoffen oder eingeatmeten Fremdkörpern ausgelöst werden

Je nachdem, welche Erreger die Lungenentzündung verursacht haben, sind die Beschwerden unterschiedlich. Sehr häufig verbindet sich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Glieder- und Kopfschmerzen. Der Husten ist meist trocken und schmerzhaft. Im abgehusteten
Schleim können sich Blutspuren finden. Bei einer schweren Lungenentzündung atmet man immer sehr schnell. Die Patienten bekommen auch dann schlecht Luft, wenn sie flach liegen. Als Anzeichen für den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel bläulich
verfärben.

 

Lungenentzündung, Erkrankungsrisiko und Ursachen

 

Ursachen

Eine Lungenentzündung kann von Bakterien und Viren, aber auch von Pilzen, chemischen Reizstoffen (z. B. Benzin) oder eingeatmeten Fremdkörpern (z. B. Essensbissen)
ausgelöst werden. Es entzünden sich die feinsten Teile des Lungengewebes. Davon können beide Lungenflügel oder nur ein Teil des Lungenlappens betroffen sein.


Das Erkrankungsrisiko steigt

  • Bei Kindern unter zwei bis drei Jahren.
  • Für Kinder in Raucherhaushalten.
  • Bei sehr alten Menschen.
  • Bei Rauchern.
  • Bei Menschen, deren körpereigene Abwehr besonders geschwächt ist.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei einem ansonsten gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung üblicherweise im Lauf von zwei bis drei Wochen ohne negative Folgen, wenn sie mit Antibiotika behandelt wird. Allerdings fühlen sich viele Erkrankte noch einige Wochen lang abgeschlagen und schwach. Bei sehr alten oder geschwächten Menschen oder bei Patienten, die bereits an einer anderen schweren Erkrankung leiden, kann eine Lungenentzündung durch seltene, besonders schwer zu behandelnde Krankheitserreger hervorgerufen werden und in manchen Fällen lebensgefährlich sein.

 

Lungenerguß, Lungenabszeß, Rippenfellentzündung

Manchmal sind bei einer Lungenentzündung auch die feinen Häute entzündet, die zwischen Lunge und Brustkorb liegen (Rippenfellentzündung). Zwischen den Lungenhäuten kann sich Flüssigkeit ansammeln. Dieser Lungenerguß drückt auf die Lunge und erschwert die Atmung. Um das Atmen zu erleichtern oder den Krankheitserreger festzustellen, muss manchmal etwas von dieser Flüssigkeit entnommen werden.

Wurde die Lungenentzündung durch einen eingeatmeten Fremdkörper oder durch Bakterien ausgelöst, kann sich die eitrige Entzündung abkapseln. Es entsteht ein Lungenabszeß.

 

Vorbeugung

Sinnvolle allgemein vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht.


Wann Sie zum Arzt gehen sollten

  • Wenn Husten und hohes Fieber länger als zwei Tage anhalten.
  • Wenn Atmen und Husten Schmerzen verursachen.
  • Wenn sich im abgehusteten Schleim braune Spuren (altes Blut) finden.

 

Sofort sollten Sie Ärztin oder Arzt aufsuchen,

  • wenn sich der Atem auch in Ruhelage beschleunigt oder Atemnot auftritt.

Die Ärztin oder der Arzt kann vielfach durch Abhören und Beklopfen der Lungen feststellen, ob es sich um eine Lungenentzündung handelt. Manchmal muss auch eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Die Untersuchung von Blut und Schleim kann Hinweise auf den Krankheitserreger geben. Selbsthilfe ist nicht möglich.


Behandlung

Eine Lungenentzündung wird fast immer mit Antibiotika behandelt. Haben Viren die Erkrankung ausgelöst, können Antibiotika dagegen zwar nichts ausrichten, doch sie können einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien vorbeugen. Bei einer Entzündung, die große Teile der Lunge erfasst hat, ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Die Medikamente werden dann direkt ins Blut in fundiert. Möglicherweise muss auch mit Sauerstoff angereicherte Luft eingeatmet werden.

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Haut und Haare

Glatzenbildung, Haarausfall, Verlust der Kopfhaare

Bei Männern ist Haarausfall, der Verlust der Kopfhaare oder Glatzenbildung, die Entstehung einer Glatze, fast immer ein natürlicher Alterungsvorgang

Ab etwa 25 Jahren beginnt sich das Haar bei allen Menschen zu verdünnen.

Bei Männern ist die Glatzenbildung fast immer ein natürlicher Alterungsvorgang. Wie ausgeprägt der Haarverlust ausfällt, hängt von mütterlichen und väterlichen Erbfaktoren gemeinsam ab.

Bei vielen Frauen wird das Haar in der Schwangerschaft recht dicht und voll und dünnt etwa drei Monate nach der Geburt wieder aus. In der folgenden Zeit wächst das Haar jedoch wieder in normaler Dichte nach. Bei allen Frauen verdünnt sich das Haar nach den Wechseljahren. All diese Veränderungen sind durch die wechselnden Anteile von Östrogenen und männlichem Geschlechtshormon bedingt.

Haarfrisuren, wie zum Beispiel ein Pferdeschwanz, können ständig so an den Haarwurzeln ziehen, dass die Haare ausfallen.

Akute schwere Erkrankungen, Operationen, Stress, Eisenmangel-Anämie oder das Beenden der Einnahme der „Pille“ können ebenfalls zu plötzlichem, vorübergehendem Haarverlust führen. Eine Krebsbehandlung mit Medikamenten ist relativ häufig von Haarausfall begleitet. Aber auch cholesterinsenkende Mittel, Arthritis-Medikamente, Vitamin A, Betablocker und Medikamente gegen Magengeschwüre können Haarausfall verursachen.

 

Haarausfall, Glatzenbildung, Verlust der Kopfhaare

 

Irrtümer über Haare und Haarausfall

  • Haarverlust, Glatzenbildung ist nicht verursacht durch Schuppen oder zu häufiges Shampoonieren.
  • Haare auszureißen führt nicht dazu, dass an den Stellen keine Haare mehr nachwachsen.
  • Häufiges Haareschneiden lässt die Haare nicht schneller wachsen.
  • Durch Rasieren oder Haarschneiden wachsen die Haare nicht kräftiger nach.
  • Durch eine verbesserte Durchblutung der Kopfhaut wachsen die Haare nicht besser.


Risiko

Haarverlust ist bei Männern normal.


Vorbeugung

Ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Haarverlust ist zwar harmlos, wirkt sich aber oft deutlich auf das Selbstwertgefühl aus.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass es sich nicht um einen natürlichen Alterungsprozeß handelt, sollten Sie zum Arzt gehen.


Selbsthilfe

Wenn Sie Ihr schütteres Haar nicht akzeptieren wollen, können Sie sich eine Perücke oder ein Haarteil anpassen lassen. Die Wirksamkeit der vielen angebotenen Wundermittel ist bisher nicht erwiesen.

 

Behandlung

Eine zweiprozentige Minoxidil-Lösung (Regaine [Ö] mit der zweimal täglich die Kopfhaut eingerieben wird, bringt bei 80 bis 90 Prozent der Verwender den Haarausfall zum Stillstand; bei etwa der Hälfte der Anwender wachsen die Haare nach. Nach dem Ende der Therapie
kann die Pracht wieder ausfallen. Dieses Mittel ist nur in Österreich erhältlich; in Deutschland ist es wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht zugelassen.

Eigene, behaarte Kopfhautstücke können auf die unbehaarte Kopfhaut transplantiert werden. Die Resultate sind relativ gut, allerdings muss man damit rechnen, dass die neue Haarpracht nach einigen Jahren wieder verschwindet. Eine andere Spätfolge kann sein, dass mit den Jahren die „alten“ Haare um die Transplantate nach und nach ausgehen, so dass nun die Transplantate wie Inseln auf einer ansonsten nackten Kopfhaut stehen.

Die Transplantation wird bei örtlicher Betäubung durchgeführt. Kleine Kopfhautstücke mit jeweils 10 bis 15 aktiven Haarfollikeln werden ausgestanzt und an der gewünschten Stelle eingepflanzt, an der zuvor die Haut entfernt wurde. Zwischen 10 und 40 solcher Hautstücke
werden pro Sitzung übertragen. Für ein gutes kosmetisches Resultat sind etwa 100 bis 200 Übertragungen notwendig. An den Hautstellen, wo die Haare entnommen wurden, wachsen nie wieder Haare. Größere Transplantationen sind sehr Kostenintensiv.

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Rücken und Wirbelsäule

Arthrose, Abnutzungs – oder Verschleißerscheinung

Arthrose ist die typische Abnutzungs – oder Verschleißerscheinung, wenn für lange Zeit die Belastung der Gelenke größer war als ihre Belastbarkeit


Beschwerden

  • Gelenkschmerzen, die bei Bewegung langsam nachlassen, aber nach längerer Belastung wieder auftreten.
  • Geschwollene Gelenke.
  • Knötchen an den Mittel – oder Endgelenken der Finger.
  • Schmerzen beim Drücken aufs Gelenk.
  • Sie werden unbeweglicher.

 

Arthrose, Abnutzungs - oder Verschleißerscheinung

 

Ursachen

„Verschleiß“ als Ursache erscheint einleuchtend. Wer sein Leben lang schwer gearbeitet hat, darf „abgenutzte“ Gelenke haben. Und doch plagt nicht alle Schwerarbeiter im Ruhestand „das Rheuma“. Sicher fördert die Angst vor einer möglichen Unselbständigkeit die Entwicklung der Krankheit. Auch ständige Traurigkeit, Mut – und Hoffnungslosigkeit verschlimmern die Gelenkbeschwerden.


Folgende Bedingungen beschleunigen den Gelenkverschleiß:

  • Fehlstellungen im Skelett: X- oder O-Beine, Hüftluxationen.
  • Unbehandelte Meniskusverletzungen.
  • Schlecht verheilte Knochenbrüche.
  • Leistungssport.
  • Deutliches Übergewicht für lange Zeit.

 

Erkrankungsrisiko

Ab dem 50. Lebensjahr hat die Hälfte der Menschen arthrotisch veränderte Gelenke. Doch in bestimmten Berufen steigt das Erkrankungsrisiko deutlich an, so zum Beispiel das der Kniegelenkarthrose bei Dachdeckern, Bergleuten (46 Prozent) und Büroangestellten (24 Prozent). Bei Fliesenlegern und Steinmetzen ist sie sogar als Berufskrankheit anerkannt. Das gleiche gilt für die Arthrose des Ellenbogengelenks bei Bauarbeitern, die ständig einen Presslufthammer bedienen.

Eine entsprechende Anerkennung fehlt jedoch immer noch für die Arthrosen von Putz- und Hausfrauen. Hüftarthrose haben 43 Prozent der Bergleute, 28 Prozent derjenigen, die Lasten tragen müssen, aber nur sechs Prozent der Büroangestellten.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei ständiger Überbelastung wird der Knorpel schlecht ernährt. Er wird rau und fasert auf. Abriebteilchen reizen die Gelenkinnenhaut. Sie entzündet sich. Das Gelenk wird nicht mehr ausreichend geschmiert. Entzündungszellen sondern Stoffe ab, die den Knorpel auflösen.
Wegen der Schmerzen bewegen sich die Betroffenen nicht mehr ausreichend, die Muskulatur verkümmert, und der Knorpel wird noch schlechter ernährt.

Bei Kniegelenkarthrose verformen sich die Beine leicht x – oder o-förmig. Schwere Deformierungen wie bei der chronischen Polyarthritis braucht man bei Arthrose allerdings nicht zu befürchten.

 

Vorbeugung

Regelmäßige Bewegung, die alle Gelenke gleichmäßig belastet, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Langlauf. Auch die regelmäßigen täglichen zehn Gymnastikminuten halten beweglich.

Wenn die Beschwerden Sie ernsthaft beeinträchtigen, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

  • Geben Sie sich morgens Zeit für Ihre „Anlaufphase“.
  • Sorgen Sie im Tagesverlauf für Pausen.
  • Vermeiden Sie lang anhaltende einseitige Körperhaltungen und Bewegungen.
  • Übergewicht abbauen.
  • Geeignete Sportarten: Schwimmen, Radfahren.
  • Schuhe mit weichen Sohlen schonen die Beingelenke.
  • Bei Hüftgelenkarthrose: Benutzen Sie auf der gesunden Seite einen Handstock.

 

Behandlung

Regelmäßige, angemessene Bewegung kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen. Nur so bekommt der Knorpel die notwendigen Nährstoffe.


Physikalische Therapie

Geeignet sind: Wärme, Hochfrequenzstrom, Infrarotlicht, Ultraschall, Packungen, Massage, Heilgymnastik.


Behandlung mit Medikamenten

Salben können die Schmerzen lindern. Nichtsteroidale Antirheumatika halten die Schmerzen erträglich, besonders vor den Übungen. Kortison ist bei Arthrosen praktisch nie notwendig.


Operationen

Operationen, die Fehlstellungen korrigieren, können Gelenke oftmals noch lange funktionsfähig erhalten. Ständig schmerzende und die Beweglichkeit beeinträchtigende Hüftgelenke können auch bei älteren Menschen noch durch ein Kunstgelenk ersetzt werden.

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Gesundheit Allgemein

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) seit dem 19. Jahrhundert

Rein hergestellte Pflanzeninhaltsstoffe, wie Digitalis oder Atropin, gehören heute zum normalen Arzneischatz in der Pflanzenheilkunde

Pflanzen gehören zu den ältesten Arzneimitteln. Seit dem 19. Jahrhundert wurden in Europa ihre Wirkstoffe isoliert und deren Wirkung erforscht.

Rein hergestellte Pflanzeninhaltsstoffe, wie Digitalis oder Atropin, gehören heute zum normalen Arzneischatz. Für viele Heilpflanzen ist bekannt, welcher Inhaltsstoff Träger der Hauptwirkung ist. Trotzdem gibt es noch viele Pflanzen, die unbestritten wirken, deren Inhaltsstoffe und Wirkung sich einander jedoch noch nicht zuordnen lassen. Manchmal wirkt auch die isolierte Substanz anders als ein Auszug aus der ganzen Pflanze. Offenbar kann die Wirkung der ganzen Pflanze mehr sein als die Summe ihrer Teile.

Pflanzliche Arzneimittel gibt es getrocknet als „Drogen“, aus denen man Tee zubereitet, oder als Fertigpräparate, die die Industrie hergestellt hat. Für solche „Phytopharmaka“ nutzt sie etwa 400 verschiedene Pflanzen.

 

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) seit dem 19. Jahrhundert

 

Durchführung

Tees sind typische Hausmittel. Auch mit pflanzlichen Fertigprodukten, den Phytopharmaka, versuchen viele Menschen, Beschwerden zunächst einmal selbst zu kurieren. Außerdem verschreiben rund 80 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ihren Patienten
regelmäßig Pflanzenmittel. Der Umsatz an Phytopharmaka lag 1994 in Deutschland bei 1,6 Milliarden DM.


Tees

Hierunter versteht man einen wässrigen Auszug aus getrockneten Pflanzenteilen (Blüten, Blättern, Kraut, Hölzern, Rinden, Wurzeln, Früchten, Samen). Seine Zubereitung richtet sich nach den verwendeten Pflanzenteilen.


Aufguss (Infus)

Bei den meisten Blatt-, Blüten- und Krautdrogen und bei stark zerkleinerten Rinden- und Wurzeldrogen wird die vorgeschriebene Menge an Pflanzenteilen in einem Gefäß mit kochendem Wasser übergossen. Gefäß abdecken und fünf bis zehn Minuten stehenlassen. Danach umrühren und abseihen.


Abkochung (Decoct)

Sehr harte Teedrogen, wie Hölzer, Wurzeln und Rinden, werden in der vorgeschriebenen Menge in kaltem Wasser angesetzt. Dann wird das Wasser zum Kochen gebracht und fünf bis zehn Minuten am Kochen gehalten (umrühren!). Nach kurzem Stehen seiht man die festen
Stoffe ab.


Kaltauszug (Mazerat)

Diese Zubereitungsform eignet sich vor allem für schleimhaltige Drogen, wie Eibischwurzel oder Leinsamen. Die vorgeschriebene Menge Pflanzenteile wird mit kaltem Wasser übergossen und bei normaler Raumtemperatur mehrere Stunden stehengelassen. Danach wird abgeseiht. Bei einem Kaltauszug werden Keime und Pilze nicht abgetötet. Dazu müßte man den ab geseihten Tee vor dem Trinken kurz aufkochen.


Fertigtees

Fertig abgepackte Teezubereitungen sind in Apotheken und im Lebensmittelhandel erhältlich, Dabei gibt es unterschiedliche Qualitäten.

 

Teefilterbeutel:

Ein Beutel enthält die für eine Tasse Tee notwendige Menge an Pflanzenmaterial. Die Qualität solcher Fertigtees ist jedoch für Laien nur schwer zu bestimmen. Macht der Hersteller auf der Verpackung gesundheitsbezogene Angaben, zum Beispiel bei Fencheltee „Zur Schleimlösung bei Husten, besonders bei Kleinkindern und Säuglingen“, dann muß der Inhalt gesetzlichen
Standards entsprechen, die eine gewisse Qualität sichern.

Der Aufdruck „Besonders in der Erkältungszeit für Kinder geeignet“ ist keine gesundheitsbezogene Angabe. Hierbei könnte es sich um ein Lebensmittel handeln. Dann braucht von dem wertgebenden Inhaltsstoff des Fenchels, dem ätherischen Öl, nur die Hälfte enthalten zu sein.

 

Instanttees

Sie sind zwar schnell zubereitet, können aber nicht ohne weiteres mit einem selbst aufgebrühten Tee gleichgesetzt werden. Bei der industriellen Herstellung solcher Teezubereitungen können Inhaltsstoffe der Pflanze verlorengehen, andere werden hinzugefügt, damit ein dosierbares Teepulver entsteht. Teegranulat kann bis zu 97 Prozent aus Zucker bestehen. Manche Hersteller verwenden als Granulatbasis auch Zuckeraustauschstoffe. Sinnvoller sind Instanttees aus Sprühextrakt. Diese Herstellungsart erhält die wichtigsten Wirkstoffe besonders gut, und sie enthält etwa 20 Prozent des Drogenextraktes. Instanttees ziehen leicht Feuchtigkeit an und klumpen dann.

 

Alkoholische Auszüge

Viele Pflanzen werden mit Alkohol ausgezogen und dann als Extrakt oder Tinktur eingenommen (Beispiel: Baldriantropfen).


Phytopharmaka

Dieses sind Kunstprodukte aus natürlichen Ausgangsmaterialien, die durch Extraktion, Konzentration, Trocknung oder ähnliche Arbeitsgänge entstanden sind. Diese Produkte können die Erfahrung, die man mit der traditionellen Anwendung von Pflanzenmitteln als Tee oder Tinktur lange Zeit gemacht hat, nicht ohne weiteres für sich beanspruchen, weil die Verarbeitungsschritte Inhaltsstoffe und Wirkungen verändert haben können.

Phytopharmaka müssen ihre Wirkungen und Nebenwirkungen nachweisen, um als Arzneimittel zugelassen zu werden. Allerdings gelten für sie hinsichtlich des Wirksamkeitsnachweises „weichere“ Kriterien als für andere Arzneimittel. Es zählen nicht nur klinische Nachweise, sondern sie dürfen auch die alltägliche Erfahrung, die mit den Mitteln gemacht worden ist, mit einbeziehen. 322 zugelassene Produkte gab es 1996; die anderen etwa 5500 pflanzlichen Fertigarzneimittel sind „Altmedikamente“. Sie waren bereits vor 1976 im Handel und sollen von der Behörde nachträglich zugelassen werden. Den Nachweis ihrer Wirksamkeit und Unbedenklichkeit haben sie bisher jedoch noch nicht erbracht.

 

Anwendung

Pflanzenmittel eignen sich zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und leichten, vorübergehenden Krankheiten, und sie unterstützen die Behandlung von chronischen, psychosomatischen und funktionellen Störungen. Kräuterzubereitungen können helfen, andere Arzneimittel einzusparen, oder sie lindern deren unvermeidliche Nebenwirkungen.

Für 360 Pflanzen hat eine Fachkommission des damaligen Bundesgesundheitsamtes die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Anwendung bei definierten Erkrankungen bestätigt. Bei einer ganzen Reihe anderer Pflanzen blieb es fraglich, ob ihre Anwendung sinnvoll
ist; einige wurden dezidiert negativ beurteilt.

 

Hinweis

  • Aloe, Besenginster, Poleiminze und Teufelskralle dürfen nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden.
  • Beinwell, Huflattich, Kreuzkraut und Pestwurz dürfen nur zeitlich beschränkt angewendet werden. Sie enthalten Pyrrolizidinalkaloide (PA), die nachweislich die Leber schädigen und Krebs auslösen können.
  • Eine Reihe von Veröffentlichungen weist darauf hin, daß anthrachinonhaltige pflanzliche Abführmittel bei Dauergebrauch die Entstehung von Dickdarmkrebs begünstigen können. Mittlerweile mußten die Hersteller von Fertigarzneimitteln darauf entsprechend reagieren.
  • Bei Versuchen mit indischem und mexikanischem Baldrian traten im Tierversuch erbgutverändernde Eigenschaften auf. Inwieweit das auf Menschen übertragbar ist, ist noch unklar.
  • Pflanzen können Allergien auslösen. Es kann ein Hautausschlag auftreten, der schnell wieder abklingt; er kann aber auch chronisch werden. Wer einmal auf eine Pflanze allergisch reagiert hat, muß immer wieder auf ähnliche Reaktionen gefaßt sein. Manche Pflanzen können bereits durch das Einatmen ihres Staubs Asthmaanfälle auslösen.
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Schwangerschaft, Kinder

Risikogeburt, Risikogeburten, Frühgeburt

Der Begriff „Risikogeburt“ wird viel zu häufig verwendet, dennoch gibt es Frauen und Kinder, die unbedingt besonderer Aufmerksamkeit bedürfen

Der Begriff „Risikogeburt“ wird viel zu häufig verwendet. Die „Risikoschwangere“, die dann auch noch auf eine „Risikogeburt“ vorbereitet wird, muss sich zwangsweise fürchten und den Mut verlieren. Angst und Stress machen aber die Geburt erst recht zum Risiko, das medizinische Eingriffe erfordert. Ein Teufelskreis, dem man nur entkommt, indem man allen Frauen die Einteilung in „Güteklassen“ erspart. Denn jede Geburt sollte so sorgfältig betreut werden, dass die Geburtshelfer im Notfall sofort eingreifen können.

Dennoch gibt es Frauen und Kinder, die unbedingt besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

 

Risikogeburt, Risikogeburten Frühgeburt

 


Frühgeburt

Frühgeborene brauchen eine besonders schonende Geburt. Medikamente sollten möglichst vermieden werden, weil sie das Baby belasten.

Ein Scheidendammschnitt ist jedoch immer notwendig. Ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin und eine Intensivstation für das Neugeborene sollten jederzeit verfügbar sein.


Zwillingsgeburt

Zwillinge (Mehrlinge) brauchen eine besonders aufmerksame Betreuung, weil die Kinder meistens klein und zart sind und die Kontrolle der Herztöne schwieriger ist.

 

Rhesusunverträglichkeit

Wenn die Mutter das Blutgruppenmerkmal Rh-negativ hat, ist das nur dann von Bedeutung, wenn sie auch Rhesusantikörper im Blut hat. Dann muss das Kind beobachtet werden und im Notfall sofort einen Blutaustausch bekommen.


Schwere Erkrankungen der Mutter

Kranke Mütter (z.B. Diabetikerin, Herzkranke usw.) müssen besonders sorgfältig betreut werden, weil die Geburt für sie eine starke Belastung ist.


Fehlbildungen

Wenn es Hinweise auf eine Fehlbildung des Kindes gibt (durch Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchungen), dann sollte das Kind nach Möglichkeit in einem geburtshilflichen Zentrum geboren werden, in dem eine entsprechende Betreuung möglich ist. In jedem Fall muss ein rascher Transport in eine kinderchirurgische Abteilung organisiert werden.


Beckenendlage

Die Beckenendlage wird immer wieder den Risikogeburten zugeordnet, obwohl zahlreiche Untersuchungen nachweisen, dass eine Steißlage das Geburtsrisiko nur gering erhöht, wenn die wichtigsten Grundsätze beachtet werden.

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Augen, Nase, Ohren

Weitsichtigkeit (Hyperopie), Nahes sieht man unscharf

Weitsichtigkeit, weit Entferntes sieht man scharf, Nahes unscharf, das Bild entsteht nicht exakt auf der Netzhaut, sondern dahinter

Meistens ist der Augapfel schon bei der Geburt zu kurz. Das Bild entsteht nicht exakt auf der Netzhaut, sondern dahinter. Je nach „Bauplan“ wächst der Augapfel beim Heranwachsen noch in die Länge.

Etwa 55 Prozent der Bevölkerung sind weitsichtig. Aber – sie sind dadurch nicht alle so beeinträchtigt, daß sie eine Brille tragen müssen.

 

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Junge Augen können Weitsichtigkeit ausgleichen. Diese Anstrengung des Linsenmuskels führt rasch zu Ermüdung, Kopfschmerzen, Augenschmerzen und zeitweiligem Einwärtsschielen. Gleicht eine passende Brille dieses nicht rechtzeitig aus, kann das Schielen bestehenbleiben.  In der Folge kann ein Auge an Sehkraft einbüßen. Weitsichtige entwickeln im höheren Alter häufig ein Glaukom.

 

Vorbeugung

Frühzeitige augenärztliche Untersuchung und bei Bedarf Brille oder Kontaktlinse.

 

Wann sollten sie zum Arzt gehen ?

Sobald die obengenannten Beschwerden oder Einwärtsschielen auftreten. Für Kinder ist es wichtig, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen, die augenärztliche Kontrollen vorsehen.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich.

 

Behandlung

Augenärzte müssen rechtzeitig eine Brille mit konvexen Gläsern anmessen. Sie läßt alles größer und näher erscheinen, den Raum aber flacher. Kontaktlinsenkönnen Weitsichtigkeit korrigieren, beeinflussen aber die Entwicklung der Fehlsichtigkeit nicht. In Deutschland zahlen die Krankenkassen Kontaktlinsen ab +8 Dioptrien, in Österreich ab +6 Dioptrien.

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Verdauung

Speicheldrüsenentzündung, Speicheldrüse schwillt an

Speicheldrüsenentzündung (Parotitis), die Speicheldrüse schwillt schmerzhaft an, Zungenentzündung (Glossitis) und
Weißschwielenkrankheit (Leukoplakie)

Speicheldrüsenentzündung, die Speicheldrüse schwillt schmerzhaft an. Ihr Ausgang kann eitrig entzündet sein.

Bakterien im Drüsengang können die Entzündung auslösen, ebenso Mundschleimhauterkrankung, Speichelsteine, gut- oder bösartige Tumoren, Strahlentherapie.

Bei geringem Speichelfluß, bei Darmerkrankungen, die die Schleimhäute austrocknen lassen, und bei Leberentzündung. Speicheldrüsenentzündungen können eine Spätfolge von Mumps im Kindesalter sein.

 

 

Speicheldrüsenentzündung

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Relativ häufig sind die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen im Unterkiefer durch Steine verlegt. Sie können eitrig einschmelzen und nach außen durchbrechen.

 

Vorbeugung

Ist nicht möglich.

Wenn die Schmerzen heftig werden, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Selbsthilfe

Zitrone zu essen oder Kaugummi zu kauen fördert die Absonderung von Speichel etwas.

 

Behandlung

Antibiotika bekämpfen die Entzündung. Manchmal müssen Ärzte die Drüse operativ entfernen. Speichelsteine müssen bei örtlicher Betäubung chirurgisch entfernt werden.

 

Zungenentzündung (Glossitis)

 

Beschwerden

Die Zunge wird glatt und dunkelrot. Sie kann anschwellen, brennen und schmerzen.

 

Ursachen

Reizung durch scharfkantige Zähne, schlechtsitzende Prothesen, Alkohol, Tabak, scharfe Gewürze, Mundwasser; Verbrennung oder mechanische Verletzung. Vitamin-B- oder Eisenmangel. Verschiedene Hauterkrankungen, Diabetes, Syphilis. Psychische Ursachen.

 

Das Erkrankungsrisiko steigt

Bei mangelhafter Mundhygiene und Rauchen.

 

Mögliche Folgen und Komplikation

Beschwerden beim Essen und Atmen.

 

Vorbeugung

Regelmäßige Mundpflege.

Wenn die Zungenentzündung trotz Selbsthilfe einige Tage anhält. Sie kann Vorbote einer perniziösen Anämie sein, Zeichen einer Zöliakie, mitunter auch einer Eisenmangel-Anämie,

 

Selbsthilfe

Mundspülungen mit dreiprozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung, Salbei- oder Kamillentee.

 

Behandlung

Die Ursachen müssen behandelt werden.

 

Weißschwielenkrankheit (Leukoplakie)

 

Beschwerden

Weißbläuliche Flecken an Zungenrändern und an der Mundschleimhaut, die rauh werden und verhornen.

 

Ursachen

Wahrscheinlich chronische Reizung durch defekte Zähne, Zahnfüllungen. Pfeifenrauch oder die Angewohnheit, mit der Zunge gegen den Gaumen zu pressen bzw. die Wangen einzuziehen.

 

Erkrankungsrisiko

Die Krankheit tritt vorwiegend bei Männern zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr auf. Das Risiko steigt durch Einwirkung von Kadmium und radioaktive Substanzen im Zigarettenrauch.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Besonders bei Raucherinnen kann sich Krebs entwickeln.

 

Vorbeugung

Möglichst nicht rauchen.

 

Suchen Sie bei den typischen Anzeichen auf jeden Fall Hautarzt oder Zahnarzt auf.

 

Selbsthilfe

Ist nicht möglich

 

Behandlung

DieUrsachen müssen beseitigt, die Schwielen unter Umständen chirurgisch entfernt werden.

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Blut, Immunsystem

Leukämie, Leukämien (Blutkrebs) Anzeichen, Ursachen

Vier Arten von Leukämie: Akute lymphatische Leukämie (ALL), Akute myeloische Leukämie (AML), Chronisch-lymphatische Leukämie, Chronisch-myeloische Leukämie

Erste Anzeichen: Müdigkeit, Leistungsschwäche. Atemnot, Gewichtsverlust, Infektionen, besonders von Mund und Hals, Fieber, Nachtschweiß, Knochen- und Gelenkschmerzen, Lippen- und Mundgeschwüre. Später kommen Haut- und Schleimhautblutungen, Lymphknotenschwellungen, Milz- und Lebervergrößerungen hinzu.

 

Leukämie, Leukämien (Blutkrebs) Anzeichen, Ursachen

 

Beschwerden bei Chronischen Leukämien

Sie verursachen häufig lange keine Beschwerden und werden zufällig durch eine Blutuntersuchung entdeckt.

Erste Anzeichen: Appetitmangel, Gewichtverlust. Außerdem meist Fieber, nächtliche Schweißausbrüche, eine vergrößerte Milz, die man als Schwellung im linken oberen Bauch spürt, und Anzeichen von Blutarmut: blasse Hautfarbe, allgemeine Schwächezustände.

 

Ursachen

Unbekannte Veränderungen im Erbgut führen zu einer unkontrollierten Vermehrung der

weißen Blutzellen im Knochenmark. Diese werden ins Blut ausgeschwemmt. Nachgewiesen ist als Ursache für Leukämien eine erhöhte Strahlenbelastung, wie sie zum Beispiel nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl auftrat, und die Einwirkung von Benzol, z.B. aus Benzindämpfen. Deutliche Hinweise gibt es auf die leukämieverursachende Wirkung von Dioxin.

 

Erkrankungsrisiko für Akute Leukämien

Bei jüngeren Menschen, vor allem bei Kindern, tritt die Akute lymphatische Leukämie häufiger auf, bei älteren die Akute myeloische Leukämie.

 

Erkrankungsrisiko für Chronische Leukämien

Sie treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Die chronisch-lymphatische Form betrifft Männer zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Die chronisch-myeloische Form trifft Frauen und Männer etwa gleich häufig.

 

Folgen und Komplikationen der Akuten Leukämien

Unbehandelt kann die Krankheit innerhalb kurzer Zeit tödlich enden. Mit Behandlung haben Kinder sehr gute Heilungschancen. Gegenwärtig können etwa 70 von 100 Kindern mit akuter Leukämie geheilt werden. Bei Erwachsenen ist es immerhin möglich, etwa 20 bis 40 Prozent zu heilen bzw. eine mehrjährige beschwerdefreie Überlebenszeit zu erreichen.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen der Chronisch-lymphatischen Leukämie

Nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind, beträgt die mittlere Überlebenszeit etwa sieben Jahre. Aufgrund der verringerten Abwehrkräfte des Körpers sind Infektionen häufig. Sie sind die häufigste Todesursache.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen der Chronisch-myeloischen Leukämie

Nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind, beträgt die mittlere Überlebenszeit drei bis vier Jahre.

 

Vorbeugung

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

 

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Beim Verdacht, leukämiekrank zu sein.

 

Selbsthilfe

Ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.

 

Behandlung der Akuten Leukämien

Die Behandlung findet immer im Krankenhaus statt, möglichst in dafür spezialisierten Zentren. Sie besteht vornehmlich im Verabreichen von Krebsmedikamenten (Zytostatika), welche die Leukämie-Zellen zerstören. Sowohl Krankheit als auch Behandlung verursachen eine starke Infektionsanfälligkeit und Blutungsneigung, so daß außerdem Antibiotika und Transfusionen mit Blutkörperchen und Blutplättchen notwendig sind.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht darin, Knochenmark zu transplantieren. In bestimmten Fällen kann man den Erkrankten vor der Behandlung mit Zytostatika das Knochenmark entnehmen, es „reinigen“ und nach der Behandlung wieder einpflanzen. Damit erhält man den Erkrankten die Funktionen des Knochenmarks bei der Blutbildung und Krankheitsabwehr.

 

Behandlung der Chronisch-lymphatischen Leukämie

Bei einer zufällig entdeckten Leukämie, die keine Beschwerden macht, sind nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Viele Betroffene leben damit jahrelang ohne Beschwerden.

Wenn sich Schwellungen von Lymphknoten, Milz oder Leber, eine zu niedrige Zahl von Blutplättchen, Fieber, Gewichtsverlust oder Anzeichen von Blutmangel (Anämie) bemerkbar machen, wird eine Behandlung mit Krebsmedikamenten notwendig. Eine vergrößerte Milz oder vergrößerte Lymphknoten können mit Strahlen verkleinert werden. Bei Blutarmut sind Bluttransfusionen und bei Infektionen Antibiotika notwendig.

 

Behandlung der Chronisch-myeloischen Leukämie

Das Ziel der Behandlung ist bei den meisten Kranken, die Beschwerden zu lindern und das Blutbild zu normalisieren. Behandelt wird vornehmlich mit Krebsmedikamenten, die ambulant im Krankenhaus infundiert werden. Manchmal werden auch Strahlen eingesetzt. Bei Blutarmut sind Bluttransfusionen notwendig.

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Kreislauf, Lunge, Herz

Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

Hoher Blutdruck verursacht kaum Beschwerden, Kopfschmerzen, Herzklopfen und allgemeines Unwohlsein treten nur auf wenn der Blutdruck extrem stark erhöht ist

Das Messen des Blutdrucks gehört zur ärztlichen Routine. Meist wird erhöhter Blutdruck zufällig festgestellt.

Nur bei etwa fünf bis zehn von hundert Kranken lässt sich die Ursache des erhöhten Blutdrucks finden. Meist handelt es sich um Nieren-, Drüsen- oder Herzkrankheiten. In der Fachsprache heißt dieses sekundäre Hypertonie.

Eine oft unbeachtete Ursache von erhöhtem Blutdruck ist die Nebenwirkung von Medikamenten, die den Wirkstoff Phenylpropanolamin (= DL-Norephedrin) enthalten. Er ist Bestandteil zahlreicher rezeptfrei erhältlicher Schnupfenmittel. Besonders gefährdet ist, wer solche Medikamente mit Kaffee oder koffeinhaltigen Aufputschmitteln wie Percoffedrinol einnimmt. Der untere Blutdruckwert kann dadurch bei gesunden Personen auf 105 mm Hg
und mehr ansteigen.

Bei 90 bis 95 von hundert Erkrankten ist nicht bekannt, warum ihr Blutdruck erhöht ist. Fachleute sprechen in diesem Fall von essentieller oder primärer Hypertonie.

Fachleute, die die gegenseitige Beeinflussung von Seele und Körper anerkennen, wissen, dass der Blutdruck auch dann erhöht sein kann, wenn Menschen das für sie richtige Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung nicht herstellen können. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist die Überfunktion des Nebennierenmarks.

 

Hoher Blutdruck, (Hypertonie) Folgen und Komplikationen

 

Erkrankungsrisiko

Mit zunehmendem Alter vergrößert sich das Risiko, dass der Blutdruck ansteigt: Bis zum 35. Lebensjahr ist etwa jeder Zehnte davon betroffen, ab 65 etwa jeder Vierte. Nur etwa jeder achte Mensch mit Bluthochdruck wird so behandelt, dass seine Blutdruckwerte wieder im Normalbereich liegen.

Verschiedene Untersuchungen bestätigten, dass eine Reihe von Faktoren die Entstehung von primärem Bluthochdruck begünstigen:

  • Übergewichtige Menschen haben doppelt so häufig Bluthochdruck wie normalgewichtige.
  • Bei manchen Menschen, nicht bei allen, steigt der Blutdruck durch hohen Salzkonsum.
  • Alkohol ist eine „Kalorienbombe“ und verursacht langfristig Stoffwechselveränderungen, die zu Übergewicht und Bluthochdruck führen können.
  • Zu wenig körperliche Aktivität kann die Entstehung von Übergewicht begünstigen und in der Folge zu Bluthochdruck führen.
  • Personen mit Diabetes haben häufiger Bluthochdruck.
  • Durch kurzfristige Belastungen steigt der Blutdruck für kurze Zeit. Es ist jedoch umstritten, ob Stress langfristig Blutdrucksteigerungen verursacht.
  • Ein ständig hoher Geräuschpegel, etwa durch Tiefflieger, Straßenverkehr und Lärm am Arbeitsplatz, ist offenbar mitverantwortlich für die Entstehung von erhöhtem Blutdruck.
  • Aus Untersuchungen an Zwillingen schließen Forscher, dass Vererbung bei der Entstehung von Bluthochdruck eine gewisse Rolle spielt.
  • Unzählige Arzneimittel können als Nebenwirkung den Blutdruck erhöhen, z. B. die „Pille“, manche Hustenmittel, Kortison, Augentropfen. Schnupfenmittel usw. Das gleiche gilt für den Verzehr großer Mengen Lakritze.

 

Hoher Blutdruck, Mögliche Folgen und Komplikationen

Wenn der Blutdruck über längere Zeit erhöht ist, steigt das Risiko, einen Gehirnschlag. Herzerkrankungen, Nierenleiden, Augenschäden und Gefäßschäden zu erleiden. Damit sinkt die Lebenserwartung. Dies vor allem dann, wenn noch andere belastende Faktoren, wie Rauchen, Übergewicht, hoher Cholesteringehalt des Blutes, Bewegungsmangel usw., hinzukommen.

 

Vorbeugung, Hoher Blutdruck

  • Übergewicht abbauen.
  • Regelmäßig Sport treiben. Günstig sind Ausdauersportarten, wie Skilanglauf Dauerlauf (Jogging), Radfahren und Wandern.
  • Für ausreichenden und erholsamen Schlaf sorgen, Überforderungen beseitigen, Lärmquellen vermindern oder beseitigen.

 

Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte ein erhöhter Blutdruck möglichst frühzeitig behandelt werden. Ob der Blutdruck erhöht ist, zeigen Messungen in der Arztpraxis oder in der Apotheke.

 

Blutdruck messen

Üblicherweise wird der Blutdruck folgendermaßen gemessen: Man legt eine Gummimanschette an den Oberarm und pumpt sie auf, bis die Schlagader kein Blut mehr durchlässt. Wenn durch Luftablassen der Druck vermindert wird, kann das Herz ab einem bestimmten Zeitpunkt das Blut wieder durch die zusammengedrückte Arterie pressen. Mit einem Stethoskop werden die Geräusche der Arterie (Korotkoff-Geräusche) in der Ellenbeuge abgehört:

  • Das erste hörbare Geräusch ist der obere (systolische) Wert. Er wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Diese Welle ist auch als Pulsschlag am Handgelenk spürbar.
  • Das Verschwinden des Geräusches markiert den unteren (diastolischen) Wert. Er wird gemessen, wenn das Herz erschlafft und sich wieder mit Blut füllt.

Der Blutdruck wird üblicherweise so angegeben: 140/90 mm Hg (Millimeter Quecksilber – das bezeichnet die Verschiebung der Quecksilbersäule durch den jeweiligen Druck). Für die Beurteilung des Blutdrucks wird sowohl der obere als auch der untere Wert herangezogen. Der untere (diastolische) Wert ist jedoch bedeutsamer. Der Blutdruck schwankt innerhalb eines Tages erheblich je nachdem, ob man schläft, Sport treibt oder nervlichen Belastungen ausgesetzt ist.

Von erhöhtem Blutdruck spricht man erst dann, wenn bei mehreren Blutdruckmessungen in Ruhe an verschiedenen Tagen der obere (systolische) Wert höher ist als 160 und der untere (diastolische) Wert höher als 95. Werte zwischen 140/90 und 160/95 bezeichnet man als grenzwertig (borderline).

 

Falsche Messungen

Aus verschiedenen Untersuchungen weiß man, dass bei Blutdruckmessungen häufig Fehler gemacht werden. Meist entstehen Messfehler durch:

  • Nervosität und Anspannung der Patienten während der Blutdruckmessung in der Praxis. Dadurch steigt der Blutdruck automatisch. Einen annähernd „richtigen“ Wert erhält man bei Selbstmessungen oder wenn Arzt oder Ärztin über einen Zeitraum von zehn Minuten drei bis vier Messungen vornehmen und nur die letzte Messung bewerten.
  • Bei Personen mit dicken Oberarmen werden oft zu schmale und zu kurze Manschetten benutzt. Damit wird der Blutdruck fälschlicherweise um zehn bis 15 mm Hg zu hoch gemessen.
  • Bei starren, verdickten Blutgefäßwänden kann der tatsächliche Blutdruckwert viel niedriger sein als der gemessene Wert. Ob das der Fall ist, kann man feststellen, indem man beim Aufpumpen der Blutdruckmanschette den Puls am Handgelenk fühlt. Wenn der Druck in der Manschette den oberen (systolischen) Blutdruckwert übersteigt, spürt man normalerweise weder den Puls noch das Blutgefäß. Ist die Blutgefäßwand hingegen starr und verdickt, spürt man zwar keinen Puls mehr, aber immer noch das Blutgefäß. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass der gemessene Blutdruckwert um zehn bis 60 mm Hg zu hoch liegt.
  • Bei älteren Menschen kann der Blutdruck im Sitzen erhöht und im Stehen normal sein. Bei älteren Menschen sollte deshalb immer auch der Blutdruck im Stehen gemessen werden.
  • Bei der Messtechnik sind viele Fehler möglich: Man kann das Stethoskop an der falschen Stelle aufsetzen, die Luft zu schnell aus der Manschette entweichen lassen, Fehler beim Hören oder Ablesen machen oder schlechte Messgeräte benutzen.

 

Selbsthilfe

Wenn Ärztin oder Arzt erhöhten Blutdruck festgestellt haben, ist es überlegenswert, ob man sich ein Gerät zur Selbstmessung anschafft. Möglicherweise zeigen die Messungen in entspannter Atmosphäre, dass der Blutdruck normal ist. Dann ist keine Behandlung nötig.

Bei Menschen, die ihren hohen Blutdruck mit Medikamenten senken, hilft die Selbstmessung, die Behandlung zu kontrollieren. Dennoch sollten sie die Dosis der eingenommenen Medikamente nicht eigenmächtig verändern.

In Deutschland zahlen die Krankenkassen ein Blutdruckmeßgerät, wenn es ärztlich verordnet wurde. In Österreich übernimmt die Krankenkasse meist die Kosten, wenn man vor dem Kauf mit einem Verordnungsschein von Fachärzten zur Krankenkasse geht.

 

Blutdruck-Selbstmessung

  • Lassen Sie sich beim Kauf des Gerätes bzw. von Ärztin oder Arzt die Technik des Messens genau erklären.
  • Messen Sie nach fünf bis zehn Minuten Ruhe im Sitzen und im Stehen.
  • Messen Sie möglichst vormittags zwischen acht und zehn Uhr und immer dann, wenn Sie sich nicht wohl fühlen.
  • Messen Sie immer an demselben Arm.
  • Benutzen Sie eine Manschette, die dem Armumfang angepasst ist. Bei normalen Oberarmen ist eine Manschettenbreite von 13 bis 14 cm und eine Länge von 50 cm angebracht; bei dicken Oberarmen sollte sie 18 cm breit sein.
  • Legen Sie die Manschette etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Armbeuge an.
  • Pumpen Sie die Manschette um etwa 30 mm Hg über den zu erwartenden oberen Blutdruckwert auf (= etwa 170 mm Hg).
  • Halten Sie den Arm ruhig.
  • Lassen Sie die Luft so ab, dass der Druck pro Sekunde um 2 bis 3 mm Hg sinkt.
  • Bevor Sie die Messung wiederholen, warten Sie mindestens eine Minute, und entlüften Sie die Manschette vollständig.
  • Schreiben Sie die gemessenen Werte auf. Fügen Sie Datum, Uhrzeit, Situation wie Liegen, Sitzen usw. und besondere Belastungen hinzu.
  • Wenn Sie kein automatisches Gerät verwenden und selbst immer wieder andere Wertemessen, als andere Personen dies bei Ihnen tun, kann es vielleicht daran liegen, dass Ihr Hörvermögen eingeschränkt ist.

 

Behandlung ohne Medikamente

Bei dem Großteil der Hochdruck-Betroffenen ist der Blutdruck lediglich leicht erhöt (diastolische Werte zwischen 90 und 105 mm Hg). Fast alle seriösen Fachleute empfehlen dann als erste Maßnahme eine Behandlung ohne Medikamente. Das bedeutet:

  • Übergewicht abbauen.
  • Viel lachen. Denn Situationen, die zum Lachen reizen, sind entspannt, und das trägt dazu bei, dass der Blutdruck sinkt. Eine ebenfalls entspannende Wirkung hat es, sich ein Haustier zu halten.
  • Alkoholkonsum einschränken. Manchmal normalisiert sich der Blutdruck dadurch wieder; auch das Abnehmen wird leichter.
  • Sich sportlich betätigen.
  • Entspannungstechniken erlernen und regelmäßig durchführen.
  • Lebensweise überdenken: Für ausreichende und erholsame Nachtruhe sorgen, wenn möglich Überforderungen beseitigen.
  • Medikamente, die den Blutdruck steigern können, wenn möglich absetzen: die „Pille“, Rheumamittel, Kortison, Aufputschmittel, manche Nasentropfen und Appetitzügler.
  • Rauchen einstellen: Rauchen gefährdet Herz und Kreislaufviel mehr als hoher Blutdruck, obwohl es den Blutdruck nur wenig steigert.
  • Kaffee, Tee, Kakao und Cola sind – in Maßen genossen – auch bei Bluthochdruck erlaubt.

Die früher oft empfohlene Salz arme Ernährung hat sich bei Durchsicht der Untersuchungsergebnisse als nahezu wirkungslos herausgestellt. Sie wird nur noch älteren Blutdruck-Kranken angeraten.

 

Behandlung mit Medikamenten

Erst wenn die Behandlung ohne Medikamente erfolglos geblieben ist, der Blutdruck nicht ausreichend gesenkt wurde oder wenn gleichzeitig Nieren oder Herz krank sind, ist die Einnahme von Medikamenten sinnvoll.

Wenn der untere, diastolische Blutdruckwert höher liegt als 115 mm Hg, muss wegen der Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzversagens fast immer mit Medikamenten behandelt werden. Selbsthilfemaßnahmen sollten die Behandlung jedoch immer ergänzen.

Es gibt inzwischen unzählige Medikamente zur Behandlung erhöhten Blutdrucks. Die „Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks“ empfiehlt, nach einem Stufenplan vorzugehen:

 

1. Stufe: Bei Menschen ab etwa dem 60. Lebensjahr beginnt man die Behandlung mit einem harntreibenden Mittel (Diuretikum), bei jüngeren Menschen mit einem Betablocker. Kommt eines der Medikamente aus irgendeinem Grund nicht in Frage, verwendet man bei älteren
Menschen Betablocker und bei jüngeren Menschen Diuretika.

2. Stufe: Wird der Blutdruck mit einem dieser Medikamente nicht ausreichend gesenkt, nimmt man noch ein zweites hinzu. Idealerweise kombiniert man ein Diuretikum mit einem Betablocker und umgekehrt. Ist dies nicht möglich, kann man auch andere Medikamente miteinander kombinieren, z. B. gefäßerweiternde Wirkstoffe, wie Dihydralazin, Prazosin, Methyldopa oder Clonidin, mit einem harntreibenden Mittel. Der Einfachheit halber gibt es inzwischen Medikamente, die bereits fertige Mischungen verschiedener Wirkstoffe enthalten. Dieses ist einer der wenigen Fälle, in denen Kombinationspräparate als sinnvoll bewertet werden.

3. Stufe: Wenn auch zwei verschiedene Wirkstoffe den Blutdruck nicht ausreichend senken, kombiniert man drei verschiedene Medikamente mit unterschiedlicher Wirkungsweise.

 

Betablocker

Diese Mittel vermindern (blockieren) den Einfluss des sympathischen Nervensystems auf Herz und Blutgefäße: Das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt sowohl in Ruhe als auch in Belastungssituationen. Betablocker wirken nicht nur auf Herz und Kreislauf, sondern auch auf andere Organe des Körpers.

Das erklärt die verschiedenen Nebenwirkungen.

Relativ häufig sind Schwindel, Benommenheit, Verlangsamung des Pulses. Betablocker können die Ursache sein für ständig kalte Füße, lebhafte Träume, depressive Verstimmungen, Potenzstörungen und „trockene“ Augen. Der Fettstoffwechsel kann negativ beeinflusst werden. Das heißt, das „gute“ HDL sinkt ab, Triglyzeride steigen an. Inzwischen gibt es unzählige verschiedene Betablocker.

 

Diuretika (Harntreibende Mittel)

Diese Medikamente bewirken, dass die Nieren vermehrt Wasser und Natrium ausscheiden. Dadurch nimmt die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen ab, und der Blutdruck sinkt. Bei längerdauernder Anwendung verringern Diuretika die Spannung der Blutgefäße und senken so ebenfalls den Blutdruck.

Eine Reihe von harntreibenden Mitteln hat die Nebenwirkung, dass die Nieren gleichzeitig sehr viel Kalium ausscheiden. Um dem Körper diesen wichtigen Stoff zu erhalten, werden häufig harntreibende Mittel verschrieben, die das Kalium im Körper zurückhalten (kaliumsparende Diuretika). Es gibt auch Medikamente, die fixe Kombinationen von kaliumsparenden und kaliumausscheidenden Diuretika enthalten. Wenn der Körper zu viel Kalium verloren hat, kann sich das durch ungewöhnliche Müdigkeit, Schwächegefühl in den Beinen, Krämpfe in den Waden, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen. Diuretika können den Fettstoffwechsel beeinträchtigen.

Harntreibende Mittel führen dazu, dass man am Anfang der Behandlung öfter zur Toilette gehen muss. Nach einigen Tagen hört das auf.

 

Kalziumantagonisten

Diese Mittel hemmen die Wirkung von Kalzium in der Muskelwand der Blutgefäße und entspannen und erweitern sie so. Als Folge davon sinkt der Blutdruck.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Herzklopfen, geschwollene Knöchel; manchmal auch Hautausschläge.

Untersuchungen legten den Verdacht nahe, daß die langfristige Einnahme dieser Mittel die Lebenserwartung verringern kann. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, sollten diese Mittel nur verordnet werden, wenn harntreibende Mittel und/oder Betablocker nicht vertragen werden oder sie den Blutdruck nicht ausreichend senken.

 

Alphablocker (Dihydralazin, Prazosin)

Diese Wirkstoffe erweitern die kleinen Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck.

Nebenwirkungen können sein:

Kopfschmerzen, Hitzegefühl und schnellerer Herzschlag. Außerdem hält der Körper vermehrt Salz und Wasser zurück. Deshalb werden diese Medikamente meist mit einem harntreibenden Mittel kombiniert eingenommen. Prazosin kann, da es den Blutdruck sehr stark senkt, am Beginn der Behandlung zu Schwächegefühl. Blässe und Kollaps führen.

 

Reserpin

Diese Substanz sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen (Depressionen, Magengeschwüre usw.) nur. verordnet werden, wenn andere Medikamente nicht in Frage kommen oder nicht ausreichen.

 

Clonidin und Methyldopa

Beide Stoffe ähneln sich in Wirkung und Nebenwirkungen: sie können das Reaktionsvermögen einschränken, einen trockenen Mund verursachen und  zu Potenzstörungen führen. Weil als Nebenwirkung vermehrt Salz und Wasser im Körper zurückgehalten werden, sollten diese Mittel nur in Kombination mit einem harntreibenden Mittel verordnet werden.

 

ACE-Hemmer

Diese Wirkstoffe (Captopril, Enalapril usw.) vermindern die Wirkung des Hormons, das die Blutgefäße eng und damit den Blutdruck hoch hält.

Diese Mittel werden recht gut vertragen, oft tritt Hustenreiz, manchmal treten Hautausschläge und Geschmacksstörungen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Blutbildstörungen und Nierenschäden, sind selten. Um sie zu bemerken, sind regelmäßige Laborkontrollen notwendig.

 

Nebenwirkungen verringern

Etwa drei Wochen lang fühlen sich zu Beginn der Behandlung alle Behandelten schlechter, weil sich ihr Körper erst an den normal niedrigen Blutdruck gewöhnen muss.

Folgende Maßnahmen können die Nebenwirkungen von Medikamenten meist vermeiden oder verringern:

  • Nennen Sie Ärztin oder Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Informieren Sie sie auch über eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten, die Sie früher schon einmal eingenommen haben.
  • Beherzigen Sie die unter „Behandlung ohne Medikamente“ genannten Maßnahmen. Sie kommen dann mit weniger Medikamenten aus.
  • Die Behandlung sollte nach Möglichkeit mit einem Medikament beginnen, das nur einen Wirkstoff enthält.
  • Die Behandlung sollte mit einer möglichst geringen Wirkstoffmenge beginnen, damit sich der Kreislauf langsam anpassen kann. Viele Medikamente entfalten die Wirkung erst nach einigen Tagen.
  • Informieren Sie Ärztin oder Arzt umgehend über Nebenwirkungen.

 

Medikamente absetzen?

Die Hälfte aller Personen mit leicht erhöhtem Blutdruck hat im Laufe eines halben Jahres auch ohne Medikamente wieder normale Werte. Das trifft besonders dann zu, wenn sie den Alkoholkonsum einschränken und Übergewicht abbauen.

Je höher die Blutdruckwerte sind und je länger sie bestehen, um so geringer ist die Chance, daß sich der Blutdruck wieder von selbst normalisiert.

Sind die Blutdruckwerte bei Einnahme eines Medikamentes wieder normal, kann man nach einigen Monaten mit Ärztin oder Arzt absprechen, ob man die Dosis langsam vermindern oder das Medikament absetzen kann. Vielleicht bleibt der Blutdruck dauerhaft niedrig.

 

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Achtung: In der Schwangerschaft gelten niedrigere Blutdruck-Grenzwerte, ab denen behandelt werden sollte. Erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft bedeutet sowohl für die Mutter als auch für das Kind ein gesundheitliches Risiko. Schwangere sollten zunächst versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Häufig sinkt der Blutdruck schon durch körperliche Ruhe, z. B. wenn Sie sich mehrere Stunden am Tag hinlegen.

Sind Medikamente notwendig, sollten entweder Betablocker, Methyldopa oder Dihydralazin verwendet werden, da diese Mittel das Kind nicht schädigen.

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Haut und Haare

Neurodermitis (Atopische Dermitis, endogenes Ekzem)

Neurodermitis beginnt häufig schon im Säuglingsalter und zeigt die vererbte Bereitschaft, auf bestimmte Allergene besonders empfindlich zu reagieren

Chronische, stark juckende, oberflächliche Entzündung der Haut mit unterschiedlichem Verlauf und unterschiedlichen Krankheitszeichen:

Säuglingsekzem („Milchschorf“ oder „Vierziger“): ab etwa dem dritten Lebensmonat Rötung, Bläschenbildung und Schuppung an Wangen, Gesicht, Kopfhaut.

Atopische Dermitis Jugendlicher und Erwachsener: meist symmetrische Hauterscheinungen an Gesicht, Nacken, Ellenbogen, Kniekehlen mit trockener, geröteter, verdickter, schuppender, zerkratzter Haut; starker Juckreiz, flächenhafte Pigmentverschiebungen (Farbflecken).

 

Neurodermitis (Atopische Dermitis, endogenes Ekzem)

 

 

Ursachen

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Neurodermitis beginnt häufig schon im Säuglingsalter und zeigt die vererbte Bereitschaft, auf bestimmte Allergene besonders empfindlich zu reagieren. Bei etwa vier von fünf Kindern besteht die Chance, dass sich das atopische Ekzem nach der Pubertät „auswächst“.

Die Krankheit tritt besonders in emotional belastenden Situationen in immer wiederkehrenden Schüben auf. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass gewisse Nahrungsmittel – besonders Milchprodukte, Eiklar, Zitrusfrüchte – Rötung und Juckreiz hervorrufen können.

Die meisten medizinischen Lehrbücher bestreiten allerdings, dass es einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln und Neurodermitis gebe.

Andere Faktoren wie extreme Temperaturschwankungen, Woll – oder Seidenbekleidung, bestimmte Öle und Fette oder allergisierende Chemikalien können Erkrankungsschübe auslösen.

Baden in Süßwasser kann die Erkrankung verschlimmern, während Baden in Meerwasser zu keiner Verschlechterung führt.

 

Erkrankungsrisiko

Von der atopischen Dermitis sind etwa 7 bis 10 Prozent aller Säuglinge und Kinder betroffen. Die Erkrankung tritt häufig bei Menschen auf, die selbst oder deren Familienmitglieder an allergischem Heuschnupfen, Asthma oder Bindehautentzündung leiden.

 

Mögliche Folgen und Komplikationen

Typisch für die Neurodermitis ist der heftige, in Phasen auftretende Juckreiz, der zum Zerkratzen der Haut verführt. Die Folge sind oft schwere Hautschäden und die Gefahr von zusätzlichen Infektionen.

Die Erkrankung belastet die Betroffenen und ihre Familie meist sehr. Kinder leiden vor allem nachts unter starkem Juckreiz. Das kann das Zusammenleben der ganzen Familie stören. Weil emotionaler Stress die Beschwerden aber verschlimmert und sie nach Ansicht mancher Ärzte sogar auslösen kann, entsteht hier oft ein Teufelskreis, der Haut und Psyche gleichermaßen betrifft.

Durch ihr Verhalten können Eltern die Neurodermitis des Kindes oft unbewusst aufrechterhalten: Die intensive Zuwendung während eines Krankheitsschubes kann für das Kind eine „Belohnung“ bedeuten, die das Leid durch die Erkrankung übertrifft. Das bedeutet nicht, dass man das Kind nicht liebevoll umsorgen sollte, aber man sollte die Vorgänge schon aufmerksam und kritisch betrachten.

Neurodermitis kann zu Selbstunsicherheit, Zurückgezogenheit und Depression führen und psychotherapeutische Hilfe notwendig machen.

 

Vorbeugung

Eine möglichst lange Stillzeit vermeidet, dass das Kind früh mit Fremdstoffen in Kontakt kommt, gegen die es eine Allergie entwickeln kann.

Manche Fachleute empfehlen, Kinder aus „Atopiker-Familien“ mit hypoallergener Fertignahrung zu füttern, wenn sie nicht gestillt werden. Der Nutzen einer solchen Ernährung ist nicht eindeutig erwiesen.

Wenn Selbsthilfe keine Besserung bringt oder wenn es sich um eine schwere Form der Erkrankung handelt, sollten Sie zum Arzt gehen.


Selbsthilfe

Da es bei Neurodermitis meist keine Heilung, sondern oft nur eine Linderung von Beschwerden gibt, haben sich an vielen Orten Selbsthilfegruppen gebildet. Dort kursieren häufig Empfehlungen für manchmal auch obskure Behandlungen. Bei manchen Kranken bewirkt jede Art von Therapie eine Besserung, egal ob es sich um Diäten, Entspannung, Homöopathie oder ähnliches handelt.

 

Folgende Maßnahmen werden von fast allen Therapierichtungen als sinnvoll beschrieben:

  • Eine möglichst stabile emotionale Situation schaffen. Eventuell Entspannungstechniken erlernen, um einerseits Spannungen und damit Anlässen für neue Krankheitsschübe besser begegnen zu können und um andererseits zu üben, bei Juckreiz nicht zu kratzen. Wer das Gefühl hat, allein mit den Problemen nicht mehr fertig zu werden, sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen.
  • Extrem feuchtes oder extrem trockenes Klima meiden.
  • Bei trockener Raumluft Luftbefeuchter verwenden.
  • Kleidungsstücke aus Wolle oder rauhen Kunststoff-Fasern meiden; günstig sind Stoffe aus Baumwolle.
  • Die Haut möglichst selten mit Reinigungsmitteln traktieren. Meist genügt klares Wasser zum Säubern.
  • Keine schäumenden Badezusätze, sondern Ölbäder verwenden. Nicht mit heißem, sondern nur mit warmem Wasser waschen, duschen oder baden.
  • Nach der Reinigung die Haut mit Pflegelotionen, – creme oder – salben fetten.
  • Kleidungsstücke nach der Wäsche besonders gut spülen. Keine Klar – oder Weichspüler verwenden, dem letzten Spülgang eventuell ein bis zwei Esslöffel Speiseessig beifügen.
  • Wenn die Füße von Ekzemen befallen sind: Hohe und unnötig dicht schließende Schuhe, wie zum Beispiel Gummistiefel, vermeiden. Keine Hausschuhe aus Filz oder Fell tragen, günstiger sind offene Leder- oder Leinenschuhe.
  • Wärme fördert den Juckreiz.
  • Jede Hautinfektion ohne Verzögerung behandeln.
  • Alle Nahrungsmittel meiden, die nicht vertragen werden. Dazu gehören oft Zitrusfrüchte (auch Orangensaft), Kuhmilch, Fisch, Eier, Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte und Schokolade. Die Belastungen durch eine sehr rigorose Diät können – vor allem bei Kindern – erheblich sein.
  • Mehrwöchiger Aufenthalt in einem für die Haut günstigen Klima (z. B. an der Nordsee oder im Hochgebirge auf mindestens 2000 Meter). Manche Kassen bezahlen solche Kuraufenthalte. Der Wert dieser Kuren ist jedoch umstritten, weil Rückfälle häufig sind.

 

Behandlung

Falls die Selbsthilfemaßnahmen keinen Erfolg haben oder die Beschwerden unerträglich sind, wird der Arzt oder die Ärztin wahrscheinlich Kortisonsalbe oder – creme verschreiben. Kortison heilt nicht, sondern hemmt nur die Entzündung. Nach dem Ende der Anwendung können die
Beschwerden oft vermehrt auftreten.

Vielfältige Nebenwirkungen sind möglich. Eine Neurodermitis kann Monate oder Jahre andauern. So lange darf man aber keinesfalls ununterbrochen mit Kortison behandeln. Deshalb sollte die Verwendung von Kortisonen „Not“situationen vorbehalten bleiben.

Starken Juckreiz in der Nacht können Antihistaminika lindern. Bei chronischer Krankheit können teerhaltige Mittel zweckmäßig sein.

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Rücken und Wirbelsäule

Rheuma, mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen

Für Rheuma gibt es kein Behandlungsschema, Ihr Arzt muß mit Ihnen gemeinsam herausfinden, wie Sie Ihre Schmerzen im Moment am besten lindern

„Das wird wohl Rheuma sein“, denken viele, wenn es beim Bewegen irgendwo weh tut. Gliederreißen, Muskelschmerzen, rote, geschwollene, schmerzhafte Gelenke, ein steifes Knie, Rückenschmerzen – all das sind Beschwerden der Krankheiten aus dem „rheumatischen Formenkreis“. „Rheuma“ umfaßt mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen. Sie haben unterschiedliche Ursachen und müssen oft unterschiedlich behandelt werden. Ihnen ist eines gemeinsam: Sie betreffen die Gelenke und/oder das Bindegewebe.

 

Rheuma, mehr als hundert verschiedene Krankheitsformen

 

Man unterscheidet folgende Rheumaarten:

Entzündliches Rheuma: Chronische Polyarthritis , Bechterewsche Krankheit, rheumatisches Fieber und Lupus erythematodes.

Degeneratives Rheuma.

Weichteil rheumatismus. Muskeln, Bänder, Sehnen und Schleimbeutel sind schmerzhaft verändert.

Gicht.

 

Die Suche nach den „richtigen“ Ärzten

zu wenig für eine bedarfsgerechte Versorgung. Nur wenige haben sich als Rheumatologen in der Praxis niedergelassen. In Österreich sind die Verhältnisse ähnlich. Da ist es kein Wunder, daß ein Fünftel bis die Hälfte aller Gelenkentzündungen mindestens ein halbes Jahr lang verkannt werden. Doch nur eine richtige Diagnose ermöglicht eine erfolgreiche Behandlung.

Vielfach unterbleibt die rechtzeitige Überweisung in die Rheuma-Ambulanz einer großen Klinik. Diese sollten Sie jedoch unbedingt einfordern, wenn Sie Zweifel haben, ob Sie angemessen betreut werden.

 

Allgemeines zur Behandlung von rheumatischen Krankheiten

Für Rheuma gibt es kein Behandlungsschema. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin muß mit Ihnengemeinsam herausfinden, wie Sie Ihre Schmerzen im Moment am besten lindern, aber auch, wie Sie Ihre Beweglichkeit erhalten können. Entscheidend ist dabei nicht nur Ihr körperlicher Zustand, sondern auch, wie wohl Sie sich mit Ihrem Behandlungskonzept fühlen. Nur wer eine verordnete Heilgymnastik akzeptiert, wird sie auch ein Leben lang durchhalten.

 

Ernährung bei Rheuma

Striktes Fasten unterdrückt die Aktivität des Immunsystems. Menschen mit chronischer Polyarthritis können davon kurzzeitig profitieren. Eine laktovegetabile Ernährung hat sogar langfristig positive Effekte auf Rheuma. Eine Gicht-Behandlung schließt immer die Ernährung mit ein.


Physikalische Therapie

Basis jeder Rheuma-Behandlung ist Bewegung. Es ist besser, vorher mit Medikamenten die Schmerzen zu lindern als auf Bewegung zu verzichten. Dennoch sollte die Schmerzgrenze nicht überschritten werden. Physikalische Therapie regt das Gewebe z. B. durch Wärme, Kälte oder elektrische Ströme an. Massagen sind besonders wohltuend.

Nach der Zeit des passiven „Sich-pflegen-Lassens“ ist es jedoch erforderlich, selbst aktiv zu werden. Heilgymnastinnen sollten Ihnen Ihr persönliches Übungsprogramm zusammenstellen und es mit Ihnen einüben. Ihre Aufgabe ist es dann, das Programm regelmäßig durchzuführen, um sich so beweglich und unabhängig zu halten.


Ergotherapie

Hier lernen Sie Arbeitsweisen, die Ihnen den Alltag erleichtern, und Beschäftigungen, mit denen Sie erfahren, was Sie trotz Rheuma noch alles können.

 

Behandlung mit Medikamenten

Eine Rheuma-Behandlung erfordert eine langfristige Planung. Die Ärzte müssen die momentanen Schmerzen lindern, sollten aber „steigerungsfähig“ bleiben. Zudem dürfen Ihnen die verordneten Medikamente langfristig nicht mehr als unvermeidlich schaden.


Salben

Rheumasalben mit hautreizenden Wirkstoffen sind eine besondere Form der Wärmebehandlung. Sie ist angebracht, wenn die Gelenke chronisch verändert, aber nicht akut entzündet sind.

 

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Dazu gehören Arzneistoffe, die gleichzeitig Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und die Schwellungen verringern. Ihre Anwendung ist sinnvoll, wenn

  • Sie starke Schmerzen haben und die physikalische Behandlung allein nicht ausreicht.
  • Sie ohne diese Hilfe die notwendige Bewegung nicht machen können.
  • Bei einer chronischen Polyarthritis die Basismedikamente noch nicht voll wirken.

Nichtsteroidale Antirheumatika wirken nicht bei allen Menschen gleich. Möglicherweise müssen Sie unter ärztlicher Anleitung verschiedene ausprobieren, bis Sie das für Sie am besten geeignete Mittel herausgefunden haben.


Allgemein gilt für die Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika:

  • Nur erprobte Substanzen verwenden, deren Nebenwirkungen seit langem bekannt sind.
  • Substanzen wählen, die nur kurze Zeit wirken. Bei langwirkenden Substanzen ist die Gefahr unerwünschter Wirkungen sehr groß. Das gilt besonders für Menschen ab etwa 60 Jahre.
  • So kurz wie möglich behandeln.
  • Verschiedene nichtsteroidale Antirheumatika nicht miteinander kombinieren. Gemeinsam wirken sie nicht stärker, aber die Gefahr von Nebenwirkungen nimmt zu.
  • Keine Kombinationspräparate verwenden.

 

Tabletten, Zäpfchen, Spritzen, Salben

Nichtsteroidale Antirheumatika werden im allgemeinen geschluckt. Wer dabei Magenbeschwerden verspürt, kann versuchen, ob er Zäpfchen besser verträgt. Sicher ist das allerdings nicht, da der Wirkstoff vom Darm aus ins Blut übergeht und so überall wirkt. Nichtsteroidale Antirheumatika sollten nicht gespritzt werden: sie wirken nicht schneller als geschluckt, haben aber gravierende Nebenwirkungen.

Nichtsteroidale Antirheumatika gibt es auch zur äußerlichen Anwendung. Wirkungen und Nebenwirkungen sind gering, entsprechend der Menge an Substanz, die von der Haut ins Blut übergeht. Die Haut selbst allerdings reagiert auf diese Einreibemittel häufig mit Allergien.

 

Spritzen ins Gelenk (Intraartikuläre Injektionen)

Nur bei erfahrenen Ärzten, deren Arbeit Sie voll vertrauen, sollten Sie dem Vorschlag zustimmen, Kortison ins Gelenk hineinzuspritzen. Diese Injektionen werden von vielen Ärzten ungleich häufiger durchgeführt, als sie notwendig sind. Eine Spritze ins Gelenk kann angebracht sein, wenn ein Gelenk unerträglich schmerzt, sonst die allgemeine Behandlung aber ausreicht. Eine solche Injektion birgt immer die Gefahr, das Gelenk zu infizieren. Bei einer von 10 000 derartigen Injektionen ist das der Fall. Für jeden 13. Infizierten endet das tödlich.

Und je älter die Betroffenen sind, desto mehr sterben an den Folgen einer Gelenkinfektion. Außerdem könnte bei einer solchen Injektion der Knochen zerstört werden. Das Gelenk wird dann steif. Um dem vorzubeugen, sollten Ärzte eine solche Injektion wie eine Operation
durchführen. Entzündungszeichen können sie nur dann frühzeitig feststellen, wenn sie sich das Gelenk mindestens fünf Tage lang täglich anschauen.

 

Operationen

Bei Rheuma sind zwei Arten von Operationen wichtig: die Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovektomie) und der Austausch von Gelenken.


Entfernung der Gelenkinnenhaut

Die Synovektomie ist vor allem im Frühstadium sinnvoll. Die Gelenkinnenhaut wird entfernt, damit die Entzündung das Gelenk nicht weiter zerstört. Die Operation wird bei örtlicher Betäubung während einer Gelenkspiegelung durchgeführt.

Erfolg: Etwa jedes fünfte Gelenk muss innerhalb von zehn Jahren erneut operiert werden.

 

Künstliche Gelenke

Rheuma, mehr als hundert verschiedene KrankheitsformenKein Material ist so belastbar wie natürlicher Knorpel und Knochen. Darum sollten Sie mit Ärzten das Für und Wider eines Gelenkaustauschs sorgfältig abwägen. Bedenken Sie vor der Operation:

Das Kunstgelenk ist nur begrenzt (beim Hüftgelenk etwa zehn bis fünfzehn Jahre) haltbar. Durch die Bewegung wird ständig Material abgerieben, so dass sich die Prothese zu lockern beginnt.

Es ist nur begrenzt belastbar.

Wenn die Operation misslingt oder sich das Gelenk später lockert, kann es nicht immer ersetzt werden.

Die Operation ist mit einem relativ großen Infektionsrisiko verbunden (1 bis 4 Prozent).

 

Künstliches Hüftgelenk

Kopf und Pfanne des Hüftgelenks werden gegen Elemente aus Edelmetall, Kunststoff oder Keramik ausgetauscht. Seit die Krankenhäuser nach „Fallpauschalen“ abrechnen müssen, bestimmt auch der Preis die Auswahl mit. Die Ersatzteile werden entweder „zementiert“ oder
„unzementiert“ verankert.

Bei der zementierten Prothese verbindet ein Kunststoffgemisch Prothese und Knochen miteinander.

 

Das hat folgende Vorteile:

  • Die Prothese sitzt sofort fest und ist bald nach der Operation belastbar.
  • Mit dieser Prothese hat man fast 30 Jahre Erfahrung. Der Nachteil: Zementierte Prothesen halten nur zehn bis zwanzig Jahre.

 

Zementierte Prothesen sind angebracht, wenn

  • Sie älter sind als 60 Jahre.
  • Sie schnell wieder auf den Beinen sein müssen.
  • Anzeichen einer Osteoporose vorliegen.
  • Sie nicht mehr berufstätig sein müssen.

Erfolg: Nach zehn Jahren war bei 90 Prozent der Nachuntersuchten die zementierte Prothese noch voll funktionstüchtig.

 

Unzementierte Prothesen haben eine strukturierte Oberfläche, die die Knochen reizt, mit ihnen zu verwachsen. Sie sind angebracht, wenn

  • Sie jünger sind als etwa 60 Jahre.
  • gesunde Knochen haben.
  • zusichern können, daß Sie das Gelenk weder durch Arbeit noch durch Sport überlasten werden.

Erfolg: Die Hoffnung, daß diese Prothesen länger halten als die zementierten, hat sich nicht erfüllt. Unzementierte Prothesen brechen deutlich häufiger als die anderen.

 

Verhalten nach der Operation

  • Krankengymnastik spielt die wichtigste Rolle, um wieder auf die Beine zu kommen. Trainieren Sie Ihre Muskulatur mit den Übungen, die Sie gelernt haben.
  • Geeignete Sportarten: Rückenschwimmen, Radfahren, Gehen.
  • Ungeeignet sind Sportarten mit ruckartigen Bewegungen (Tennis, Squash, Abfahrtslauf, Sprungsportarten).
  • Verzichten Sie mindestens zwei Monate aufs Auto fahren. Wurde das rechte Hüftgelenk ersetzt, sollten Sie ein halbes Jahr pausieren. Vorher haben Sie noch nicht genügend Kraft zum Bremsen.

 

Künstliches Kniegelenk

Knieprothesen sind wesentlich komplizierter herzustellen und einzusetzen als Hüftprothesen. Die Haltbarkeit der Prothesen wird sehr unterschiedlich beurteilt.


Künstliches Hüftgelenk

Künstliche Gelenke an Schulter, Arm, Hand und Fuß Sie sind schwierig einzusetzen, die Erfahrungen damit sind gering. Es ist sehr ungewiß, ob Sie nach einer solchen Operation beweglicher sind.