Arbeit des Immunsystems und Abwehrsystems

Artikel von gesundheitssinne in Blut, Immunsystem

Arbeit des Immunsystems, sogenannte „Freßzellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“

Im Abwehrsystem, mit dem sich der Körper gegen Fremdes wehrt, gibt es zwei grundverschiedene Elemente: Die Immunabwehr, die durch Zellen vermittelt wird, und die, die auf der Wirkung von Substanzen beruht, die im Immunsystem gebildet wurden.

 

Arbeit des Immunsystems, Abwehrsystem

 

Phagozytose

Sogenannte „Fresszellen“ können Keime komplett verschlingen und verdauen. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang „Phagozytose“. Diese Fresszellen, die aus dem Knochenmark stammen und zu den weißen Blutkörperchen gehören, heißen Granulozyten und Makrophagen.

Die Granulozyten haben eine Lebensdauer von zwei bis drei Tagen. Sie halten sich besonders im Blut auf, finden sich aber auch häufig in entzündetem Gewebe. Sie bekämpfen vor allem eiterbildende Bakterien.

Die langlebigen Makrophagen sitzen vorwiegend in Lunge, Leber, Milz, Lymphknoten. Man findet sie aber auch im Bindegewebe und an den kleinen Blutgefäßen. Makrophagen bekämpfen vor allem Mikroorganismen, die sich im Innern von Körperzellen verborgen halten.
Sobald der Preßvorgang beginnt, wird eine Reihe von chemischen Vorgängen in Gang gesetzt.

 

Komplementsystem

Dieses Verteidigungssystem, das teilweise in der Leber produziert wird, umfasst etwa zwanzig verschiedene Eiweiße, die in einem komplizierten Zusammenspiel mit zunehmender Kraft auf eingedrungene Feinde reagieren.

Das Komplementsystem hat im Rahmen der Abwehr im wesentlichen drei Aufgaben:

  • Zusammenarbeit mit den Fresszellen. Verschiedene Teile des Komplementsystems lagern sich an die feindlichen Zellen an, um den Fresszellen das Aufspüren und Andocken zu erleichtern.
  • Einzelne Faktoren des Komplementsystems (z. B. Histamin) bewirken, dass sich die kleinen Blutgefäße erweitern und körpereigene Abwehrstoffe die Wände passieren können – die Haut rötet sich und schwillt an.
  • Manche Komplementbestandteile schädigen die Zellwand des Eindringlings so stark, dass dieses zum Tod der Zelle führt.
  • Ist alles Fremde beseitigt, limitiert das Komplementsystem seine Arbeit selbst. Ohne diesen Mechanismus würde der Körper Schaden nehmen.

 

Immunmodulatoren

Registriert der Körper eine Infektion oder Gewebeschädigung, produziert er blitzschnell und in großer Menge sogenannte Immunmodulatoren, die mit dem Komplementsystem zusammenarbeiten. Zu den Immunmodulatoren gehören Stoffe, wie Interleukin -1 und -2, Fibrinogen, Faktor B usw.

Interleukin-1 beispielsweise erhöht die Abwehrbereitschaft der T – und B-Lymphozyten. Es veranlasst eine Erhöhung der Körpertemperatur (Fieber), wodurch Keime schneller absterben.

 

Interferone

Diese körpereigenen Eiweiße richten ihre Kraft speziell gegen Viren. Sie werden von T-Lymphozyten und anderen Zellen produziert. Mittlerweile können Interferone gentechnisch hergestellt und als Medikamente eingesetzt werden.

Körperzellen, die von einem Virus angegriffen werden, beginnen, Interferon zu produzieren. Dieses lagert sich dann an benachbarte, nicht infizierte Zellen an und bildet so eine Art Schutzwall vor dem Virus. Interferone können darüberhinaus auch die Aktivität anderer Abwehrzellen beeinflussen.


Killer-Zellen

Bei den „natürlichen Killer-Zellen“ handelt es sich um große weiße Blutkörperchen, die auf die Abwehr von Viren und Krebszellen spezialisiert sind. Verschiedene Interferone arbeiten mit den „natürlichen Killer-Zellen“ eng zusammen und verstärken deren Abwehrwirkung.

 

Spezifisches Immunsystem

Dieses zweite Element der körpereigenen Abwehr besteht aus T – und B-Lymphozyten. Es ist zum Zeitpunkt der Geburt nur in Ansätzen vorhanden und entwickelt sich erst in der Auseinandersetzung mit fremden Zellen. Im Körper des erwachsenen Menschen kursieren etwa 1000 Milliarden solcher Verteidigungszellen, von denen rund eine Milliarde täglich erneuert wird. Lymphozyten durchwandern ständig den Körper. Ihre bevorzugten Aufenthaltsorte sind die Milz, die Lymphknoten und die Lymphgewebe des Darms.

Sowohl T- als auch B-Lymphozyten können Informationen über die Fremdlinge speichern, mit denen sie sich einmal auseinandergesetzt haben. Taucht irgendwann einmal die gleiche Art Fremdling erneut auf, sorgen diese „Gedächtniszellen“ dafür, dass unverzüglich die volle Abwehrkraft parat steht – der Körper ist gegen diese speziellen Keime immun geworden. Eine solche Immunität entwickelt sich gegen die meisten Kinderkrankheiten – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken usw. -, wenn man die Krankheit durchgemacht hat oder nach einer entsprechenden Impfung.

 

B-Lymphozyten

Sie entstehen im Knochenmark und wandern von dort zu den peripheren Lymphzonen (Magen-Darm-Bereich, Atemwege, Urogenitaltrakt), wo sie im Kontakt mit fremden Zellen (Antigenen) einen Lernprozess mitmachen und zu langlebigen Zellen umgewandelt werden.

B-Lymphozyten tragen an ihrer Oberfläche etwa 100000 sogenannte Antikörper(Immunglobuline), die an die Körperflüssigkeiten abgegeben werden können. Antikörper erkennen körperfremde und schädliche körpereigene Zellen (z. B. Krebszellen) und können sie im Zusammenspiel mit den anderen Einheiten des Immunsystems vernichten.

Jeder Antikörper passt zu einer einzigen Art von fremden Zellen – ähnlich wie ein Schlüssel nur in ein Schloss passt. Da es aber Millionen verschiedener Fremdzellen gibt, müssen im Körper ebenso viele verschiedene Antikörper vorhanden sein, bzw. der Körper muss solche passenden Antikörper produzieren können.

Wird eine fremde Zelle als „bekannt“ identifiziert, beginnen alle B-Lymphozyten, die Träger der speziellen Antikörper sind, unentwegt so lange und in so großer Zahl (2000 pro Sekunde) Antikörper zu produzieren, bis der Feind wirksam bekämpft werden kann. Das dauert meist einige Tage – in dieser Zeit fühlt man sich krank.

 

Jeder Antikörper verfügt über folgende Fähigkeiten:

  • Er kann zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen unterscheiden.
  • Er kann feindliche Zellen (Antigene) erkennen.
  • Er kann sich an Antigene anklammern.
  • Er kann das Komplementsystem zu Hilfe rufen.
  • Er kann Fresszellen herbeirufen.

Krankhaft veränderte Körperzellen werden von Antikörpern genauso wie fremde Zellen behandelt.

 

T-Lymphozyten

Diese Zellen stammen ebenfalls aus dem Knochenmark, erhalten ihre Immunkompetenz jedoch in der Thymusdrüse. Sie sind darauf spezialisiert, Fremdes zu bekämpfen, das sich in körpereigene Zellen eingeschlichen hat. Solche Fremdlinge sind vor allem Viren, die sich ohne die Hilfe anderer Zellen gar nicht vermehren können. T-Lymphozyten finden sich im Lymphsystem des Körpers, halten sich jedoch vorwiegend in den peripheren Lymphgeweben auf.

Eine bestimmte Untergruppe dieser Verteidiger – T-Helferzellen genannt – ist darauf spezialisiert, verkleidete Feinde aufzuspüren, sie mit einer Art „Todeskuss“ zu markieren und so den „Kollegen“ die Möglichkeit zu verschaffen, sie zu vernichten. T-Helferzellen können mit  Hilfe von Interleukinen außerdem Killerzellen aktivieren.

Eine weitere Untergruppe von T-Lymphozyten sammelt und speichert Informationen über den Feind. Ähnlich wie B-Lymphozyten werden auch die T-Lymphozyten durch Kontakt mit dem Antigen aktiviert und über Zellteilung zu „Waffenfabriken“ umfunktioniert.